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Veröffentlicht am 27.05.2019

Eine herzlose Tat mit weitreichenden Folgen

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Ich habe schon einige Krimis von Inge Löhnig gelesen, aber dieses ist der Erste mit Gina Angelucci in der Abteilung der „cold cases“.
Kaum aus der Elternzeit zurückgekehrt weckt ein Knochenfund Ginas ...

Ich habe schon einige Krimis von Inge Löhnig gelesen, aber dieses ist der Erste mit Gina Angelucci in der Abteilung der „cold cases“.
Kaum aus der Elternzeit zurückgekehrt weckt ein Knochenfund Ginas Interesse und sie setzt alles daran, diesen tatsächlich ca. 70 Jahre alten Fall zu lösen und die Identität der zwei Toten zu klären.
Auch in dieser neuen Rolle gefällt mir Gina. Ihr Charakter ist sehr authentisch dargestellt und ihre nach wie vor mitunter sehr unkonventionellen Ermittlungsmethoden bringen immer die richtige Dosis frischen Wind. Ihren Kollegen Holger finde ich zwar sehr speziell mit seinem Sporttick, aber trotzdem nicht unsympathisch.
Wenn Gina sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann setzt sie auch alles daran, eine Lösung zu finden. Dass sich die Tat in einem idyllischen kleinen Örtchen abgespielt hat, erweist sich zunächst auch als Problem, denn es wird gemauert und geschwiegen. Im Rahmen der Ermittlungen hat sie es dann nicht nur mit zerstrittenen, sturen Familienangehörigen zu tun sondern auch mit Betrug und Vertuschung und dem Thema „Zwangsarbeit“.
Als wäre das nicht schon genug Belastung gibt es aber auch in ihrem persönlichen Umfeld besorgniserregende Vorkommnisse, die Gina sehr fordern.
Die Kombination von persönlichem Umfeld und Ermittlungsarbeit ist wieder gut gelungen und keine von beiden dominiert dabei. Mir gefällt es sehr, Einblick in beide Bereiche zu bekommen, macht es die Ermittler doch irgendwie menschlicher. Auch die Handlungsstränge aus Vergangenheit und Gegenwart fügen sich perfekt ineinander; der kursive Druck hat den Zeitsprung auch optisch noch einmal verdeutlicht.
Das Buch ließ sich wieder flüssig lesen, die Handlung war gut nachvollziehbar und die Spannung bis zum Schluss vorhanden – und das alles völlig unblutig.
So mag ich Krimis am liebsten.

Veröffentlicht am 19.05.2019

Gemäldesuche in der Provence

Lisette und das Geheimnis der Maler
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Lisette liebt Kunst und Kunstausstellungen und freut sich auf ihren neuen Job in einer Pariser Galerie.Leider zerschlagen sich ihre Pläne, als ihr Mann Andre´ zum erkrankten Großvater Pascal ins heimatliche ...

Lisette liebt Kunst und Kunstausstellungen und freut sich auf ihren neuen Job in einer Pariser Galerie.Leider zerschlagen sich ihre Pläne, als ihr Mann Andre´ zum erkrankten Großvater Pascal ins heimatliche Rousillon zurückkehren möchte. Lisette ist zunächst entsetzt über die einfache Wohnsituation und kann sich auch nicht mit dem dörflichen Ambiente anfreunden. Allein Pascals Gemäldesammlung weckt ihr Interesse. Von Pascal erfährt sie nach und nach, wie er zu diesen Bildern von Pizzaro, Cezanne und Picasso gekommen ist, welche Gemeinsamkeit sie haben und vor allem, wie wichtig ihm dieses Vermächtnis ist.

Nach Pascals Tod meldet sich Andre´ als Freiwilliger, nicht ohne zuvor die Bilder vor den Nazis gut versteckt zu haben, und fällt kurz darauf im 2. Weltkrieg.

Lisette macht sich verzweifelt auf die Suche nach den Bildern.

Natürlich steht dieses Thema zentral im Mittelpunkt, aber es geht auch noch um sehr viel mehr. Lisette hat über die Jahre Land und Leute kennen und schätzen gelernt und sieht das kleine Dörfchen inzwischen auch als Heimat an. Während ihrer Suche nach den Bildern, die sie aus Respekt gegenüber Pascal abschließen möchte, merkt man ihre innere Zerrissenheit. Einerseits zieht es sie wieder nach Paris, andererseits hat sie in Rousillon inzwischen Fuß gefasst und ist in die eingeschworene Dorfgemeinschaft aufgenommen worden, hat gute Freunde gefunden und ihre Liebe zu diesem Fleckchen Erde entdeckt. Lisettes Entwicklung über die Jahre hat mir sehr gut gefallen und war auch nachvollziehbar. Außerdem hat mich die Beschreibung der Landschaft immer wieder begeistern können und das Lebensgefühl der Bewohner strömte förmlich aus den Buchseiten.

Der Schreibstil ist klar, lässt sich flüssig lesen und ich habe ihn als sehr beruhigend empfunden und die einzelnen Kapitel - und mit ihnen den Ausflug in die wunderschöne Provence mit ihrer einzigartigen Atmosphäre - genossen.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Kurzurlaub in Buchformat

Ein Jahr Inselglück
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Ich liebe Romane, die am Meer spielen und Inselromane ganz besonders. Deshalb habe ich mich gefreut, Fenja auf „ihre“ Insel Amrum zu begleiten. Zunächst sieht sie ihren Aufenthalt dort ja eher als Strafe ...

Ich liebe Romane, die am Meer spielen und Inselromane ganz besonders. Deshalb habe ich mich gefreut, Fenja auf „ihre“ Insel Amrum zu begleiten. Zunächst sieht sie ihren Aufenthalt dort ja eher als Strafe an, hat ihre Tante Trude doch eine einjährige Anwesenheit im Reetdachhaus als Bedingung zum Erbantritt festgelegt . Mit Sack und Pack sowie Mops Coco und Kater Pablo zieht Fenja also um.
In diesem einen Jahr passiert eine Menge. Fenja muss sich nicht nur mit ihrem Liebesleben eingehend befassen sondern auch beruflich neu orientieren, belebt alte Inselfreundschaften und knüpft neue, muss auch schmerzhafte Entscheidungen treffen und wächst letztendlich an ihren Aufgaben.
Die Protagonisten haben mir allesamt gut gefallen. Insbesondere das 3-Mädel-Trio Fenja, Hanna und „Frau Staatsanwältin“ war ein Garant für gute Laune. Allerdings habe ich bereits zu Beginn des Buches sehr schnell mein Herz an eine ganz bestimmte Dame verloren: an Coco, die Mopsdame, die allen anderen oft die Schau gestohlen hat.
Dazu gibt es ausgedehnte Spaziergänge am Strand oder über die Insel, die mich gleich wieder in Urlaubsstimmung versetzt und das Meerweh verstärkt haben.
„Ein Jahr Inselglück“ ist ein sommerlich-leichter Roman, der mir einige Stunden Leseglück geschenkt hat.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Die vielen Seiten der Liebe

Das Leuchten jenes Sommers
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Diese Geschichte besticht durch das Zusammentreffen von 2 Handlungssträngen, nämlich dem von Maddie, der bereits 1939 beginnt und dem gegenwärtigen von Chloe 70 Jahre später.

Beide Frauen haben Gemeinsamkeiten, ...

Diese Geschichte besticht durch das Zusammentreffen von 2 Handlungssträngen, nämlich dem von Maddie, der bereits 1939 beginnt und dem gegenwärtigen von Chloe 70 Jahre später.

Beide Frauen haben Gemeinsamkeiten, nämlich eine sehr enge Bindung an ihr Geschwister und Erfahrungen mit einem sehr unsympathischen Mann, dem genau das ein Dorn im Auge war.
Die zwei Erzählstränge geben Raum, um sowohl Maddie als auch Chloe kennenzulernen, ihren Alltag mitzuerleben und zu erfahren, was ihnen im Leben wichtig ist. Dabei sind sie so gut miteinander verbunden, dass bei einem Wechsel der Protagonisten die Spannung erhalten bleibt und die Neugier, wie die Geschichte der jeweils anderen wohl weiter gehen könnte.
Es war schön mitzuerleben, wie sowohl Maddie als auch Chloe an ihren Erfahrungen gewachsen sind, Mut bewiesen haben und sich auch nicht vor unangenehmen Entscheidungen gedrückt haben.
Sowohl die im Mittelpunkt stehenden Frauen als auch die Nebendarsteller sind authentisch beschrieben, so dass es sehr leicht gefallen ist, sich von ihnen ein Bild zu machen und ihre Handlungen nachzuvollziehen. Besonders diese vermeintlich sorgenfreie „Wir-leben-in-den- Tag-hinein-und-scheren-uns-um-nichts“-Haltung von Georgianas Clique war sehr realistisch dargestellt.

Diese Geschichte zeigt vor allem die vielen Seiten der Liebe in all ihren Facetten, die sowohl das größte Glück als auch eine schwere Last sein kann.

Nikola Scott hat einen sehr angenehmen, ruhigen und einfühlsamen Schreibstil, der mich sofort in den Bann gezogen hat. Es ist eher ein Roman der leiseren Töne, die einen durch die Geschichte tragen und ich habe jede Seite genossen.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Mordermittlungen im Paris der Nachkriegszeit

Die Blüten von Pigalle
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Das Pariser Luxushotel Lutetia ist für Kriegsheimkehrer und Überlebende aus Konzentrationslagern erste Anlaufstelle.
Ein Mord sorgt für Aufsehen – hatte das Opfer doch Sachsenhausen überlebt. Für weitere ...

Das Pariser Luxushotel Lutetia ist für Kriegsheimkehrer und Überlebende aus Konzentrationslagern erste Anlaufstelle.
Ein Mord sorgt für Aufsehen – hatte das Opfer doch Sachsenhausen überlebt. Für weitere Verwirrung sorgt eine dort aufgefundene Druckplatte für englische Banknoten.
Inspecteur Jean Ricolet ermittelt wieder, auch dieses Mal mit Unterstützung der Studentin Pauline.
Die Handlung lebt von der beeindruckenden Schilderung der Atmosphäre im zerstörten Paris mit den täglichen Problemen, die eine Nachkriegszeit mit sich bringt. Diese ganz spezielle Stimmung hat mir sehr gut gefallen und es hat Spaß gemacht, mit durch die Pariser Straßen und besonders die winkeligen Gässchen zu gehen.
Der Krimi lässt sich grundsätzlich flüssig lesen. Leider baut sich im Zuge der Ermittlungen nur sehr schleppend und sehr wenig Spannung auf. Es gibt einige Spuren, die auch verfolgt werden, aber irgendwann im Sande verlaufen und ein Verhör reiht sich an das andere. Wenn dann endlich mal etwas Aufregendes passiert, verpufft das Aahh recht schnell wieder zu einem enttäuschenden Och, denn die Handlung dümpelt sehr schnell wieder gleichbleibend dahin. Dafür hat das Ende dann doch überrascht.
Die Protagonisten sind grundsätzlich sympathisch, wenngleich ich Pauline auch als ziemlich übergriffig erlebt habe. Sie steckt ihre Nase in polizeiliche Ermittlungen, ohne dass ihr Bekannter/Kumpel/Freund (?) Jean etwas dagegen unternimmt ? Sehr seltsam. Dann erzählt sie ziemlich blauäugig Ermittlungsergebnisse weiter, obwohl sie mal Mitglied der Resistance war? Das war für mich auch nicht stimmig.
Dass es sich bereits um den 2. Fall von Jean Ricolet und Pauline handelt, habe ich erst später erfahren. Einige Grundkenntnisse zur Freundschaft/Beziehung der beiden hätte ich mitunter gerne gehabt, da ich immer wieder das Gefühl hatte, mir fehlen wichtige Informationen. Für mich war in diesem Fall auch eher die Entwicklung der Liebesgeschichte der beiden im Vordergrund und nicht der Kriminalfall, was ich sehr schade finde, denn das Thema als solches war schon interessant.

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