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Veröffentlicht am 21.05.2018

Backen ist Liebe

Weil es dir Glück bringt
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Das war mein 2. Buch von Viola Shipman und wieder ist es ihr gelungen mich mit ihrem liebevollen und warmherzigen Schreibstil zu begeistern.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Sam, eine junge Konditorin, ...

Das war mein 2. Buch von Viola Shipman und wieder ist es ihr gelungen mich mit ihrem liebevollen und warmherzigen Schreibstil zu begeistern.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Sam, eine junge Konditorin, die auf der Suche ist nach ihrem Platz im Leben, ihrem Wohlfühlort und Lebensmittelpunkt.
Aufgewachsen auf einer in 4. Generation geführten Obstplantage mit eigener Bäckerei ist sie der ländlichen Idylle im Familienkreis entflohen, um im lärmenden, chaotischen, pulsierenden New York eine Konditorenschule zu besuchen. Dort ist es ihr auch gelungen, einen Job in einer bekannten und berühmten Konditoreirei zu bekommen – glücklich ist sie dort allerdings nicht, denn ihr Chef ist ein Riesenfiesling.
Nach ihrer Kündigung kehrt sie zum Firmenjubiläum sowie 75. Geburtstag ihrer Großmutter Willo nach Michigan zurück, auch um zu überlegen, wie es in ihrem Leben weitergehen soll.
Von klein auf geprägt von der sehr hoch gehaltenen Familientradition und den Erwartungen an sie fühlt sich Sam von ihrem Familienclan eher erdrückt statt umarmt, will sie doch „nur“ ihre eigenen Spuren hinterlassen und nicht nur in denen ihrer Vorfahren wandeln. Und dann ist da noch Angelo, der ihr nicht aus dem Kopf geht…

In diesem Roman geht es vorrangig um 5 Generationen starker Frauen, die die Obstplantage – natürlich mit Unterstützung ihrer Männer – zu dem gemacht haben, was sie nun ist. Neben der gegenwärtigen Handlung um Sam gibt es immer wieder Rückblenden auf wichtige und prägnante Stationen aus dem Leben der Vorfahrinnen und es wird deutlich, dass alle Frauen eines gemeinsam haben: die Leidenschaft zum Backen, Und so wurden geheime Familienrezepte von Generation zu Generation weitergegeben und weiterentwickelt, denn in einem waren sie sich alle einig- Backen macht sie glücklich. Und von den glücksbringenden Rezepten finden sich auch etliche im Buch wieder – und allein beim Lesen läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen und Kuchenduft liegt in der Luft.
Findet Sam ihr ganz persönliches Glücksrezept? Die Auflösung steht auf jeden Fall in diesem Wohlfühlroman, der mich (trotz ein bisschen sehr viel Familienklüngel) sehr gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Sommerroman mit Wohlfühlfaktor

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
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Im Mittelpunkt steht dieses Mal Annika, eine 27-jährige Lehrerin für Geographie und Musik an einem Vorzeigegymnasium, die an eine Brennpunktschule zwangsabgeordnet wird. Gegen ihren Willen ihre schulische ...

Im Mittelpunkt steht dieses Mal Annika, eine 27-jährige Lehrerin für Geographie und Musik an einem Vorzeigegymnasium, die an eine Brennpunktschule zwangsabgeordnet wird. Gegen ihren Willen ihre schulische Wohlfühlzone zu verlassen um sich künftig mit unerzogenen Schülern mit schlechten Ruf abgeben zu müssen passt nicht in ihr Lebensmodell und so schmiedet sie sofort Pläne, wie sie dies schnellstmöglichst ändern kann. Mithilfe der neu grgründeten Musical-AG muss der erste Preis in einem Schülerwettbewerb her, koste es, was es wolle.
In diesem Roman gibt es natürlich auch eine wunderschöne Liebesgeschichte, aber für mich stand die ganze Zeit die Entwicklung von Annika im Vordergrund. Von der verwöhnten, arroganten Lehrerin, die sich auch im Berufsleben nicht mehr anzustrengen brauchte, da ihre Schüler sehr pflegeleicht waren, und nur auf ihren persönlichen Vorteil bedacht war, mausert sich Annika zu einer Lehrerin mit Herz und Interesse an den Sorgen und Nöten ihrer mitunter arg gebeutelten Schützlinge, lernt, sich auch mit unangenehmen Dingen auseinanderzusetzen und wächst an ihren Aufgaben. Hierbei werden auch ernstere Themen wie Mobbing oder häusliche Gewalt angesprochen. Dadurch gibt es immer wieder Momente, die zum Nachdenken anregen, ohne aber den Unterhaltungswert der Geschichte zu schmälern.
Nicht nur Annika, auch alle anderen Charaktere sind wieder lebensnah und überwiegend sympathisch beschrieben und sind mitunter tiefgründiger, als sie zunächst erscheinen. Viele davon haben auch eine eigene Geschichte, die hier aber nur am Rande angerissen wird. Leider! Denn so liebevoll, wie sie beschrieben sind, hätten sie mehr Aufmerksamkeit verdient.
Und wie auch schon in den anderen Büchern von Petra Hülsmann trifft man zwischen den Seiten „alte Bekannte“ aus den vorherigen Romanen wieder.
Durch den lockeren Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Ich habe beim Lesen oft gelacht, denn es gibt immer wieder aberwitzige Situationen und herrliche Einfälle (ich sage nur William), noch öfter geschmunzelt, hatte aber auch des Öfteren einen dicken Kloß im Hals und es sind auch ein paar Tränchen geflossen.
Ja, die Handlung ist an vielen Stellen vorhersehbar und ja, es werden auch einige Klischees bedient, aber insgesamt ist die Geschichte rund es fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen. Mich hat sie bestens unterhalten und ich wünsche mir noch mehr davon.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 30.04.2018

Sommerroman, der nach Sommer, (Meer)-Salz u. Zitronen duftet

Zwischen dir und mir das Meer
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Nachdem mich „Immer wieder im Sommer“ schon begeistern konnte, war meine Erwartungshaltung an dieses Buch schon recht hoch. Um es gleich vorweg zu nehmen: sie wurde noch übertroffen.


Die bodenständige ...

Nachdem mich „Immer wieder im Sommer“ schon begeistern konnte, war meine Erwartungshaltung an dieses Buch schon recht hoch. Um es gleich vorweg zu nehmen: sie wurde noch übertroffen.


Die bodenständige Lena sowie ihre jüngere Schwester Zoe sind nach dem tödlichen Badeunfall ihrer italienischen Mutter von ihrer Oma aufgezogen worden. Während Lena sich ihrer Familie verpflichtet fühlt und alle eigenen Wünsche immer hinten an stellt zieht es die freiheitsliebende und chaotische Zoe durch die Weltgeschichte.
Zufällig trifft Lena mit dem Italiener Matteo zusammen, der sie sofort fasziniert und über den sie mehr erfahren möchte. So plötzlich wie er aufgetaucht ist verschwindet er auch wieder, lässt aber ein Fotoalbum mit Bildern ihrer Mutter liegen, das Lena in die Hände fällt.
Da Lena sehr wenig über die Vergangenheit ihrer Mutter weiß beschließt sie, auf Spurensuche an die Amalfiküste zu gehen und wird spontan von ihrer Schwester begleitet.

Katharina Herzogs Schreibstil ist leicht und lebendig, so dass ich mir sehr schnell ein Bild über die bzw. von den Figuren machen konnte.

Die Geschichte gliedert sich in 2 Handlungsstränge – einen für Mariella, die Mutter, den anderen für Lena, die Tochter. Auf diese Weise reist man in die Vergangenheit und erfährt eine Menge über Mariellas Jugendzeit und begleitet parallel dazu Lena auf ihrer Reise nach Italien. Beide Erzählstränge ergänzen sich optimal und lassen sich flüssig lesen. Dabei fällt es schwer, das Buch wieder aus der Hand zu lesen, nicht nur wegen der sich anbahnenden wunderschönen Liebesgeschichte, sondern vor allem wegen der persönlichen Entwicklung, die Lena durchlebt. Das Ganze geschieht dann auch noch in der bezaubernden Landschaft der Amalfiküste – Leserherz, was willst du mehr. Und es gibt auch noch zum Ende eine für mich nicht vorhersehbare Überraschung, die den Buchtitel erklärt und mich sehr berührt hat.

Schade, dass es noch keine duftenden Bücher gibt. Dieses würde für mich nach einer Mischung aus Sonne, (Meer-)Salz und Zitronen duften.

Die perfekte Sommer-, Urlaubs-, Wohlfühllektüre

Veröffentlicht am 26.04.2018

Ein Buch, das in Erinnerung bleibt

Träume bleiben ohne Reue
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Und wenn es bis zum Ende nur noch einen einzigen schönen Moment gibt, einen, wie ich unzählige in den letzten Tagen erlebt habe, dann hat es sich gelohnt.« (Edda Mochnitz)



Nach dem Lesen des Klappentextes ...

Und wenn es bis zum Ende nur noch einen einzigen schönen Moment gibt, einen, wie ich unzählige in den letzten Tagen erlebt habe, dann hat es sich gelohnt.« (Edda Mochnitz)



Nach dem Lesen des Klappentextes bin ich von einem unterhaltsamen Roman über eine leicht renitente Omi ausgegangen, die es liebt, die Beschäftigten im Altenheim herumzuscheuchen.

Aber bereits nach den ersten Seiten war mir klar, dass sich in diesem Buch sehr viel mehr als nur Unterhaltung verbirgt. Edda erzählt ihre Geschichte in der „Ich-Form“, was mir gut gefällt und sich flüssig lesen lässt. Positiv finde ich auch die Rückblenden in die Vergangenheit, die erklären, wie Edda zu dem Menschen wurde, der sie heute ist.

Edda, eine vom Leben schwer gebeutelte Ex-Prostituierte und Puffmutter, fristet ihr Dasein im Altenheim. Die einzig verlässliche Konstante in ihrem Leben nach vielen bitteren Enttäuschungen ist nach eigener Meinung sie selbst.

Die fehlende Privatsphäre im Doppelzimmer und das tägliche Einerlei zehren an ihren Nerven, denn eigentlich will Edda nur ihre Ruhe. Sie pflegt ihren Standesdünkel, ist sie doch eine „von“ und flucht zeitgleich wie ein Droschkenkutscher. Edda ist schon ein ganz spezieller Charakter, der mir aber im Laufe der Handlung ans Herz gewachsen ist. Vielleicht auch gerade weil sie ihre Situation nicht so ohne Weiteres hinnimmt und gegen die starren Regeln und Abläufe aufmuckt. Außerdem steckt unter der vermeintlich harten Schale doch ein sehr weicher Kern, denn eigentlich hat Edda ein Herz aus Gold.

Auch alle anderen Mitwirkenden sind sehr authentisch beschrieben und ich hatte sehr oft Kopfkino – vor allem bei den Proben zum Krippenspiel.

Victoria Suffrage behandelt im Roman gleich mehrere heiße Eisen wie die Pflegesituation oder das selbstbestimmte Lebensende und schafft trotzdem den Spagat, bei der Ernsthaftigkeit der Themen den Humor nicht aus den Augen zu lassen, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Viele Szenen aber auch Eddas mitunter trockene Sprüche haben mich oft zum Schmunzeln, wenn nicht sogar zum Lachen gebracht.

Dieses doch eher dünne Buch hat sich als Überraschungsei in jeder Hinsicht erwiesen. Es unterhält nicht nur, sondern regt auch zum Nachdenken an; es hat mich berührt und ich habe unter Tränen gelacht.

Und wenn ich zum Schluss noch einmal Edda Mochnitz zitieren darf: „Gefühle kann man in Erinnerungen konservieren“ Ich hoffe, dass ich einst – alt und grau und klapperig – mich genau daran erinnern werde und mich an den Gefühlskonserven erfreuen kann, denn so ein kleines bisschen von Edda hätte ich im Alter schon ganz gerne.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit 5 ***** und ich freue mich schon auf den 2. Teil.

Veröffentlicht am 14.04.2018

Herr Jonathan - ein ganz spezieller 'Typ

Herr Jonathan ... (unbeabsichtigte Erkenntnisse eines ehemaligen Bibliothekars)
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Jonathan Engel ist ein einsamer Witwer, der auch noch 2 Jahre nach dem tödlichen Unfall seiner Frau Irma nicht loslassen kann. Er lebt immer noch mit ihr in der Vergangenheit; alles in der Wohnung läuft ...


Jonathan Engel ist ein einsamer Witwer, der auch noch 2 Jahre nach dem tödlichen Unfall seiner Frau Irma nicht loslassen kann. Er lebt immer noch mit ihr in der Vergangenheit; alles in der Wohnung läuft in ihrem Sinne ab. Da beide ihr eigenes kleines Universum nur mit klassischer Musik und guten Büchern als "Begleitung" hatten, fehlt ihm jeder soziale Kontakt. Um der Stille zu entfliehen arbeitet er abends stundenweise als Pförtner. Nach einem Zusammentreffen mit dem Unfallverursacher will Jonathan sich rächen und beginnt, sich zunächst unbeabsichtigt in das Leben anderer Menschen einzumischen. Dann entdeckt er auch noch ein Geheimnis seiner Irma, das ihn zutiefst erschüttert...

Der Schreibstil ist angenehm und die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Der Roman beschreibt einfühlsam, wie sich Jonathan durch ein Gefühlschaos kämpfen muss, immer mit sich und der Welt hadernd, doch es am Ende doch schafft, seinen eigenen Weg zu finden. Die Ereignisse, die vorfallen, zeigen, dass vieles nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint und regen auch zum Nachdenken an. Auch deshalb ist es kein Buch zum "Weglesen". Ich konnte mich sehr gut in die Person des Jonathan hineinversetzen und ihn durch die Geschichte hindurch begleiten, die für mich ihr perfektes offenes Ende nach dem vorletzten Kapitel gefunden hätte, ganz nach dem Motto "Fortsetzung folgt".

Das letzte Kapitel war so gar nicht meins und passt meiner Meinung nach überhaupt nicht dazu.