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Veröffentlicht am 06.01.2024

Eine Freundschaft der besonderen Art

Der Schacherzähler
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Seit dem Tod seiner Frau schleppt sich Oldman durch sein Leben, und sein Weg führt ihn täglich in den Park zum Schachspielen. Dort setzt sich eines Tages der quirlige 9-jährige Janne zu ihm, ...

Seit dem Tod seiner Frau schleppt sich Oldman durch sein Leben, und sein Weg führt ihn täglich in den Park zum Schachspielen. Dort setzt sich eines Tages der quirlige 9-jährige Janne zu ihm, neugierig auf das ihm fremde Spiel, und so beginnt langsam eine Freundschaft der besonderen Art. Und wie sich diese entwickelt, ist von der Autorin Judith Pinnow so liebenswert erzählt, dass es mir schwergefallen ist, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen.
Aber die Geschichte gibt noch so viel mehr her. Die Bezeichnung „Nebencharaktere“ wird den anderen Figuren nicht gerecht, denn auch Malu, Jannes alleinerziehende Mutter, Hinnerk, ihr Chef, und Liv, Malus beste Freundin, haben ihr eigenes Päckchen zu tragen und kommen auch zu Wort. Alle Charaktere wirken sehr authentisch und sympathisch, man kann sich gut in sie hineinversetzen und durchlebt mit ihnen ihre Sorgen und Nöte.
Die kleinen liebevollen Illustrationen passen sehr gut zur Handlung. Es war schön mitzuerleben, wie Oldman wieder Spaß am Leben gefunden hat und Manu und Janne eine Art neues Familienmitglied dazugewinnen und alle 3 voneinander profitieren.
Ein wunderbares Wohlfühlbuch, das für mich ein Jahresendhighlight war, und das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 21.12.2023

Etwas weniger Themen hätten der Geschichte gut getan

Die Buchbinderin von Oxford
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Die Zwillingsschwestern Peggy und Maude leben seit dem Tod ihrer Mutter allein auf einem Hausboot in einem Oxforder Arbeiterviertel. Beide arbeiten als Buchbinderinnen. Während Maude, die etwas entwicklungsverzögert ...

Die Zwillingsschwestern Peggy und Maude leben seit dem Tod ihrer Mutter allein auf einem Hausboot in einem Oxforder Arbeiterviertel. Beide arbeiten als Buchbinderinnen. Während Maude, die etwas entwicklungsverzögert zu sein scheint, im Falzen der Papierseiten ihre Bestimmung gefunden hat, wünscht sich Peggy schon seit Jahren mehr – viel mehr, denn sie möchte die Bücher nicht nur lesen sondern auch studieren.
Andererseits fühlt sie sich Maude gegenüber in der Verantwortung, hat aber Probleme Hilfe bei der Unterstützung der Schwester anzunehmen und verhält sich mitunter auch recht eifersüchtig. Dieser Wesenszug macht Peggy nicht gerade sympathisch.
Neben dieser etwas schwierigen Beziehung der Schwestern nehmen die aufkeimenden Frauenrechte einen großen Platz ein sowie die Grippe-Epidemie und der erste Weltkrieg mit Flüchtlingen, Toten und Verwundeten. Und auch für eine zarte Liebesgeschichte findet sich noch Platz.
Ich habe mich doch schwer getan, einen Zugang zum Buch zu finden. Obwohl mich Bücher über Bücher immer ansprechen und die Schilderungen des Buchbinderhandwerks sehr interessant waren habe ich mich oft dabei erwischt, gedanklich abzuschweifen. Die breite Themenvielfalt war mir dann doch zu viel des Guten und hat einige unnötige Längen mit sich gebracht.
Die Handlung an sich plätscherte eher ruhig vor sich hin, und Peggy war mir fast bis zum Schluss ein Rätsel. Mein persönliches Highlight waren die Briefe von Tilda, deren Kriegsschilderungen schon sehr realitätsnah und beklemmend waren.
Das Cover gefällt mir sehr gut in der Farbgestaltung; einzig die seitlichen Ranken haben mir eine Leichtigkeit vorgegaukelt, die in der Geschichte nicht zu finden war.

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Veröffentlicht am 03.12.2023

Frauenpower mit viel Rhythmus

Lindy Girls
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Mit ihrem neuen Roman „Lindy Girls“ nimmt uns die Autorin Anne Stern wieder mit in das Berlin der goldenen 20er Jahre. Im Innenteil des Covers befindet sich bereits eine Playlist, die gute Laune verbreitet. ...

Mit ihrem neuen Roman „Lindy Girls“ nimmt uns die Autorin Anne Stern wieder mit in das Berlin der goldenen 20er Jahre. Im Innenteil des Covers befindet sich bereits eine Playlist, die gute Laune verbreitet. Die Menschen wollen wieder leben und Spaß haben, und in kürzester Zeit hat mich diese faszinierende Stimmung mitgerissen.
Im Mittelpunkt dieses Romans stehen 8 junge Tänzerinnen und ihre Choreografin, die einen gemeinsamen Traum haben: sie wollen auf die große Bühne der Tanzpaläste. Die kurzen Kapitel sind jeweils auf eine Person zugeschnitten und man erhält einen ersten Einblick in ihr Leben, auch auf die Schattenseiten mit Hunger und bitterer Armut. Obwohl dadurch nicht viel Raum bleibt, tiefer in die einzelnen Lebensgeschichten einzusteigen, gefällt mir diese Art und Weise, passt sie doch gut zu der damals recht schnelllebigen Zeit.
Anne Stern hat die pulsierende Atmosphäre des Berlins vor 100 Jahren wieder so realistisch beschrieben, dass sich mein Kopfkino gleich in Gang gesetzt hat. Gerade bei den Tanzproben und Auftritten hat mich die Musik förmlich mitgerissen und beschwingt durch die Seiten getragen. Diese Frauenpower mit viel Rhythmus hat mir vergnügliche Lesestunden beschert.
Gerne würde ich noch mehr von den Lindy Girls lesen.

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Veröffentlicht am 19.11.2023

Eine berührende, zauberhafte Liebesgeschichte

In Liebe, deine Lina (Mühlbach-Saga 1)
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Ich habe schon einige Romane von Barbara Leciejewski gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Vor allem ihr Schreibstil hat mich wie im Flug durch die Geschichten getragen. Auf diese Geschichte „In Liebe, ...

Ich habe schon einige Romane von Barbara Leciejewski gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Vor allem ihr Schreibstil hat mich wie im Flug durch die Geschichten getragen. Auf diese Geschichte „In Liebe, deine Lina“ war ich besonders gespannt. Zum Einen lese ich bevorzugt Romane, die in der Zeit spielen, zum Anderen faszinieren mich auch immer Geschichten, die reale Vorkommnisse mit Fiktion verbinden.
Lina und Albert wachsen zusammen auf, verlieben sich ineinander und wollen auch heiraten, als Lina schwanger wird. Aber Alberts Eltern verhindern dies, denn sie ist nicht standesgemäß für die wohlhabende Familie. Lina steht in ihrem kleinen Heimatdorf eine schwere Zeit bevor…
Von Beginn an hat mich die Geschichte gefangen genommen. Ich habe Lina und ihre Freunde auf ihren Streifzügen durch das idyllische Dörfchen begleitet, miterlebt, wie aus der ersten Verliebtheit die große Liebe erwachsen ist und auch, wie sie mit der großen Enttäuschung und Demütigung umgegangen, daran aber auch gewachsen ist. Und das hat ihr letztendlich doch noch Glück im Unglück beschert, was mich sehr berührt hat.
Die Autorin verwebt die Geschichte ihrer Urgroßmutter und Großmutter sehr gekonnt mit fiktiven Elementen und hat so einen berührenden Roman geschaffen, den ich sehr gerne gelesen habe.
Ein Familienfoto ist gleich auf der Innenseite anzusehen und zu seiner Entstehung gibt es später auch noch einige Zeilen zum Nachlesen.
Ich freue mich schon jetzt auf Band 2.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Man muss das Leben leben

Dieses schöne Leben
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Die Mittdreißigerin Clover ist schon seit Kindesbeinen an eine Einzelgängerin. Aufgezogen von ihrem Großvater umgibt sie sich lieber mit Büchern als mit Menschen.
Als dieser alleine stirbt, als sie sich ...

Die Mittdreißigerin Clover ist schon seit Kindesbeinen an eine Einzelgängerin. Aufgezogen von ihrem Großvater umgibt sie sich lieber mit Büchern als mit Menschen.
Als dieser alleine stirbt, als sie sich auf einer Reise befindet, fühlt sie sich schuldig und beschließt, Sterbebegleiterin zu werden, um einsame Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten.
Ein einsamer Mensch ist Clover aber auch selbst, denn außer zu einem alten Freund ihres Großvaters pflegt sie kaum Sozialkontakte, bis die neue Nachbarin Sylvie einzieht und Clover beginnt, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Sehr gut gefallen haben mir hierbei auch die Rückblenden in Clovers Vergangenheit.
Obwohl das Thema Tod und Sterben einen großen Raum im Roman einnehmen, ist die Geschichte trotzdem nicht deprimierend. Ganz im Gegenteil: sie macht zwar nachdenklich, gibt aber auch Denkanstöße, über das eigene Leben zu reflektieren, so wie es Clover im Laufe der Handlung selbst tut. Es hat Spaß gemacht, sie dabei zu begleiten, denn auch für Clover gibt es noch einige Überraschungen.

Lediglich mit dem Cover kann ich mich nicht so recht anfreunden, das ist mir zu unruhig. Dafür entschädigt aber diese zauberhafte Geschichte der leisen Töne.

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