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Veröffentlicht am 03.11.2022

So macht ein Thriller Spaß

Düsteres Wasser: Thriller
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Rechtsmedizinerin Julia Schwarz hat es im aktuellen Fall mit weiblichen Opfern zu tun, die alle im kalten Rhein ihr Leben beendet haben. Trotz Abschiedsbrief ist sie sicher, dass es sich um Morde handelt ...

Rechtsmedizinerin Julia Schwarz hat es im aktuellen Fall mit weiblichen Opfern zu tun, die alle im kalten Rhein ihr Leben beendet haben. Trotz Abschiedsbrief ist sie sicher, dass es sich um Morde handelt und der Täter die Frauen vor ihrem Tod noch gefoltert hat.
Zusammen mit ihrem Freund, KK Florian Kessler, taucht Julia Schwarz wieder tief in die Ermittlungen ein und bringt nicht nur sich sondern auch ihre Assistentin Lenja in Gefahr.
Auch in diesem Thriller hat die Autorin Catherine Shepherd sich wieder eine Handlung ausgedacht, die einem die Haare zu Berge stehen lässt. Die Spannung hält sich von der ersten bis zur letzten Seite auf gewohnt hohem Niveau. Scheinbar Verdächtige entpuppen sich als unschuldig und sehr oft liegt man beim Miträtseln völlig daneben oder tappt immer noch durch das Tal der Ahnungslosen. Es gibt neben dem gegenwärtigen auch einen Handlungsstrang in der Vergangenheit, der nach und nach Informationen liefert, die sich wie kleinere Puzzleteilchen ergänzen. Ständige Perspektivwechsel sorgen für Abwechslung und machen neugierig, wie es weiter geht. Trotzdem ist der Groschen bei mir erst kurz vor dem Ende gefallen. Aber genau so liebe ich diese Thriller!
Sehr gut hat mir in diesen Band auch gefallen, dass für den privaten Bereich der Protagonisten etwas mehr Raum war als zuvor. Denn auch dort hat Julia Schwarz eine Nuss zu knacken gehabt und das Ergebnis lässt auch weitere Bände hoffen.

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Veröffentlicht am 25.10.2022

Lebensgeschichten

Café Leben
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„Café Leben“ ist nicht nur der Titel des Buches sondern auch des Cafés im Hospiz, in dem Patienten ihre Lebensgeschichte für das Projekt Lebensbücher erzählen. Und an diesem Ort treffen zwei völlig unterschiedliche ...

„Café Leben“ ist nicht nur der Titel des Buches sondern auch des Cafés im Hospiz, in dem Patienten ihre Lebensgeschichte für das Projekt Lebensbücher erzählen. Und an diesem Ort treffen zwei völlig unterschiedliche Frauen aufeinander. Annie, an Krebs im Endstadium erkrankt, und Henrietta, die ihre Geschichte niederschreiben soll, sind sich zunächst alles andere als sympathisch. Im Laufe der regelmäßigen Zusammenkünfte nähern sie sich beide allmählich an, öffnen sich und werden zum Schluss doch schon fast zu Freundinnen.
Jo Leevers hat hier einen Roman nicht nur über das Sterben und den Tod geschrieben, denn er beinhaltet so viel mehr. Es geht vor allem um das Leben, das Verarbeiten und Loslassen schmerzhafter Erinnerungen, den Umgang mit Verlusten und vor allem um Vergangenheitsbewältigung.
Annie war mit von Anfang an sympathisch, aber insbesondere die Entwicklung, die Henrietta im Laufe der Handlung durchlebt, hat mir sehr gefallen und mich über einige Längen im mittleren Drittel hinwegsehen lassen. Das letzte Drittel hat mich dann wieder versöhnt.
Eine bittersüße Lektüre, die mich dazu gebracht hat, über die eigene Lebensgeschichte nachzudenken. Das Cover passt gut zum Titel und Inhalt, aber die junge Frau hatte mit den Bildern der Protagonistinnen, so wie ich sie mir vorgestellt hatte, keine Ähnlichkeit.

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Veröffentlicht am 05.10.2022

Stimmungsvoller Winterzauber

Wintermeer und Bernsteinherzen
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Die ehemalige Immobilienmaklerin Finja hat nach einigen Umwegen endlich ihren Traumberuf als Heilpraktikerin gefunden. Leider ist zum Jahresende gerade Ebbe in der Kasse und daher nimmt sie einen Auftrag ...

Die ehemalige Immobilienmaklerin Finja hat nach einigen Umwegen endlich ihren Traumberuf als Heilpraktikerin gefunden. Leider ist zum Jahresende gerade Ebbe in der Kasse und daher nimmt sie einen Auftrag ihrer früheren Chefin an und macht sich auf die Suche nach einem Objekt in St. Peter-Ording. Sehr schnell entdeckt sie das Barnsteenhus und ist völlig verzaubert von seinem Charme. Und dann geht ihr noch der sympathische Zahnarzt nicht mehr aus dem Kopf…

Tanja Janz hat es zum wiederholten Male geschafft, mich mit ihrem Roman „Wintermeer und Bernsteinherzen“ im Alltag abzuholen und in ein bezauberndes Winterwunderland mitzunehmen. Durch ihre Geschichten zieht sich immer eine ganz besondere Atmosphäre, natürlich auch bedingt durch die durchweg sympathischen und liebevoll gezeichneten Charaktere. Besonders schön ist auch das Wiedersehen mit „alten Bekannten“ aus vorherigen Büchern.

In diesem Buch vereinigen sich eine zarte Liebesromanze mit einem stimmungsvollen Winterroman zu einer absoluten Wohlfühlgeschichte, die von innen wärmt. Für mich genau das Richtige in diesen turbulenten Zeiten. Das Ganze verpackt in ein traumhaft schönes Cover und abgerundet mit Rezepten, die zum Ausprobieren animieren.

Ich habe wieder jede Zeile genossen und freue mich schon auf Neues aus St. Peter-Ording.

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Veröffentlicht am 26.09.2022

Die Geschichte einer heimlichen Heldin

Ein Kind namens Hoffnung
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Die Pfarrerstochter Elly hat ihren Traumjob als Köchin bei der wohlhabenden jüdischen Familie Sternberg gefunden und liebt ihre kleine Familie mehr als die eigene. Als die Eheleute Sternberg von den Nazis ...

Die Pfarrerstochter Elly hat ihren Traumjob als Köchin bei der wohlhabenden jüdischen Familie Sternberg gefunden und liebt ihre kleine Familie mehr als die eigene. Als die Eheleute Sternberg von den Nazis abgeholt werden gibt sie geistesgegenwärtig deren Sohn Leon als ihren eigenen aus. Getrieben von dem Wunsch, Leon wieder mit seinen Eltern zusammen zu bringen, durchlebt Elly eine dunkle Zeit der Flucht, einen Verrat durch ihre Familie, bis sie für einige Jahre auf dem Land Unterschlupf findet.
Die Autorin Marie Sand beschreibt in ihrem Roman eine mutige und starke Frau, die ihr eigenes Leben und später auch das ihrer Tochter Leons Wohl hintenanstellt. Obwohl die damaligen Lebensumstände in dieser dunklen Geschichte Deutschland sehr berührend und realistisch geschildert werden habe ich mich der Protagonistin nur schwer annähern können. Viele ihrer Handlungen waren für mich nur schwer nachvollziehbar, insbesondere das Verhalten ihrer Tochter gegenüber.
Die Handlung soll auf einer wahren Geschichte beruhen und über den Widerstand gegen Nazi-Deutschland kann man gar nicht genug lesen.

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Veröffentlicht am 26.09.2022

Der Mensch Enid Blyton

Enid Blyton. Geheimnis hinter grünen Hecken
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Was habe ich als Kind nach Lesenachschub über „Die schwarze Sieben“ gelechzt, meinen Lieblingsabenteuerromanen dieser Autorin. Von ihr als Person wusste ich so gut wie gar nichts, was sich aber nach der ...

Was habe ich als Kind nach Lesenachschub über „Die schwarze Sieben“ gelechzt, meinen Lieblingsabenteuerromanen dieser Autorin. Von ihr als Person wusste ich so gut wie gar nichts, was sich aber nach der Lektüre dieses sehr informativen Buches schnell geändert hat.

Denn mit „Enid Blyton – Geheimnis hinter grünen Hecken“ hat Maria Regina Kaiser wieder eine wunderbare neue Romanbiografie verfasst.

Schon die kleine Enid hatte eine große Phantasie und liebte es, zusammen mit ihrem Vater in selbst ausgedachten Geschichten zu schwelgen. Doch ihre heile Welt zerbrach abrupt nach der Trennung der Eltern und ihrem Verbleib bei der Mutter, die Enids Geschichten nichts abgewinnen konnte. Doch Enid lässt nicht von ihrem Traum ab, Schriftstellerin zu werden, und nach einem Umweg über eine Ausbildung zur Fröbel-Pädagogin nähert sie sich Schritt für Schritt ihrem Ziel.

Auch der Einblick in ihr eigenes Familienleben zeigt Höhen und Tiefen auf. Nach einer zerrütteten ersten Ehe mit 2 Töchtern folgte eine zweite. Enid Blyton war zeitlebens sehr darauf bedacht, immer und überall einen guten Eindruck zu hinterlassen, so dass es für die Öffentlichkeit immer nur die heile Welt war, die preisgegeben worden ist. Obwohl sie immer einen engen Umgang mit Kindern hatte – beruflich oder durch die jahrzehntelange Beantwortung der Zuschriften ihrer jungen LeserInnen – war das Verhältnis zu ihren beiden Töchtern eher ernüchternd, was mich schon überrascht hat. Für die Erziehungsarbeit gab es Nannys und exklusive Internate.

Enid Blyton Hauptaugenmerk lag immer auf dem Schreiben, das sie mitunter schon manisch verfolgte. Für Probleme, welcher Art auch immer, hatte sie keine Zeit und war erfolgreich im Verdrängen.

M. R. Kaiser hat mit dieser Romanbiografie sehr interessante Einblicke in das Leben dieser erfolgreichen Autorin gegeben. Durch die kurzen Kapitel, deren Überschriften immer einen Bezug zum Inhalt haben, lässt sich das Buch sehr angenehm lesen, aber es wird zunehmend schwerer, es aus der Hand zu legen.

Auch das Nachwort enthält noch eine Fülle an Informationen, gefolgt von einem ausführlichen Anhang mit weiteren Angaben zu Enids Menschen, Orten, Werken, einer Zeittafel und vielem mehr. Hier zeigt sich auch wieder, mit welcher Menge an Recherchearbeit sich die Autorin auseinandergesetzt haben muss. Das Portrait auf dem Cover zeigt eine selbstbewusste Frau, leider war es das einzige Foto im Buch.

Eine rundherum überzeugende und gelungene Romanbiografie, aus der ich sehr viel Wissen über den Menschen Enid Blyton mitnehmen konnte.

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