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Veröffentlicht am 06.04.2022

Pia undercover

Ostseekreuz
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Die dramatischen Ereignisse, mit denen Kommissarin Pia Korittki im letzten Band konfrontiert wurde, wirken noch nach. Das zeigt sich bei einem Einsatz. Pias Vorgesetzter Manfred Rist ordnet deshalb eine ...

Die dramatischen Ereignisse, mit denen Kommissarin Pia Korittki im letzten Band konfrontiert wurde, wirken noch nach. Das zeigt sich bei einem Einsatz. Pias Vorgesetzter Manfred Rist ordnet deshalb eine Zwangspause an. Widerwillig stimmt Pia zu und quartiert sich inkognito in einem Kloster ein, um dort Ruhe und Frieden zu finden. Doch die Atmosphäre im Kloster verändert sich schlagartig, als ein Mönch tot aufgefunden wird und wenig später ein Gast verschwindet. Eigentlich sollte Pia sich aus den Ermittlungen heraushalten, doch dann macht sie eine wichtige Entdeckung...

"Ostseekreuz" ist bereits der siebzehnte Band der Reihe, in der Kommissarin Pia Korittki an der Ostsee ermittelt. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat, da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut. Dennoch empfiehlt es sich, wenigstens den sechszehnten Band zu kennen, da die aktuelle Handlung nur kurze Zeit später beginnt. Man kann dann besser nachvollziehen, warum Pia die Auszeit dringend benötigt. Außerdem könnte man sich die Spannung verderben, wenn man die Reihenfolge dieser Bände nicht einhält, da die eingeflochtenen Rückblicke einiges verraten. 

Fans der Reihe dürfen sich über ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren freuen und außerdem eine interessante Wendung im Privatleben der Ermittlerin beobachten. Der Fall selbst beginnt eher gemächlich. Denn man beobachtet das Leben im Kloster und lernt dabei die Mönche und die weiteren Gäste kennen. Eva Almstädt beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so authentisch, dass man sich alles mühelos vorstellen und dadurch schon früh ins Geschehen eintauchen kann. In einem weiteren Handlungsstrang beobachtet man Martens Suche nach dem entflohenen Häftling Lohse.

Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant. Die Ermittlungen im Kloster, die nicht von Pia geleitet werden, bei denen sich jedoch versucht, ihre Kollegen zu unterstützen, gehen nicht recht voran. Denn der Fall ist äußerst rätselhaft und nicht so leicht zu durchschauen. Immer, wenn man meint, dass man den Hintergründen und dem Täter auf der Spur ist, sorgen unvorhergesehene Wendungen für Überraschungen. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln, in beiden Handlungssträngen, in spannenden Finalszenen. 

Ein Krimi, der zum Miträtseln einlädt, aber leider ein wenig braucht, um Fahrt aufzunehmen. Dennoch ist gerade dieser Band für Fans sehr empfehlenswert! 

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  • Spannung
Veröffentlicht am 03.04.2022

Humorvoller Krimi

Zurück nach Übertreibling
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Als Vikki Victorias Handy noch vor 12 Uhr klingelt, ahnt sie, dass das Gespräch wichtig sein muss. Denn sonst würde es niemand wagen, sie zu dieser unchristlichen Uhrzeit zu belästigen. Und tatsächlich ...

Als Vikki Victorias Handy noch vor 12 Uhr klingelt, ahnt sie, dass das Gespräch wichtig sein muss. Denn sonst würde es niemand wagen, sie zu dieser unchristlichen Uhrzeit zu belästigen. Und tatsächlich hat Vikkis Freund Wolf beängstigende Nachrichten, denn der Toni Besenwiesler ist nach etwa 13 Jahren aus dem Gefängnis geflohen! Vikki muss untertauchen und zwar sofort! Denn während seiner Haft hat der Toni sie immer wieder bedroht, da er der Meinung ist, dass Vikki dafür verantwortlich ist, dass er, also der Toni, überhaupt ins Gefängnis musste. "Nichts wie weg" ist also das Motto der unchristlichen Stunde. Gemeinsam mit Wolf versucht Vikki nicht nur unterzutauchen, sondern den Toni zu finden, um die alte Sache ein für alle Mal zu klären....

Gloria Gray lässt ihre Hauptprotagonistin Vikki Victoria selbst zu Wort kommen. Das gelingt ihr hervorragend, denn man hat das Gefühl, der Vikki gegenüber zu sitzen und ihrer Erzählung zu lauschen. Die Vikki wirkt sehr sympathisch, redet so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist und kann auch mal über sich selber ( und andere ) lachen. Der Schreibstil wirkt dadurch locker und leicht. Wenn man den Humor, den Vikki gerne und oft einfließen lässt, mag, dann liest sich das Buch dadurch quasi von selbst. 

Denn der Anruf vom Wolf löst einen Roadtrip aus, der seinesgleichen sucht. Da Vikki der Polizei nicht zutraut, den Toni zu finden, muss sie sich halt selbst auf die Suche machen. Dabei entdecken der Wolf und die Vikki schon bald, dass der Toni nur das kleinste Problem ist, mit dem sie sich befassen müssen. Im Verlauf der Handlung wird die Gruppe, die versucht, das Rätsel um den Toni zu lösen, immer größer und skurriler. Denn plötzlich sind auch noch der türkische Mafiaboss Achmet, seine testosterongesteuerten Lakaien und Wolfs Motorradgang, deren Mitglieder nicht gerade gut auf die Mafiatypen zu sprechen sind, mit von der Partie. Vikki gerät ganz schön ins Schwitzen, bei dem Versuch, die Kontrolle über die unkontrollierbare Situation zu bekommen. Dennoch gelingt es der Autorin, den Handlungsfaden, der durchs Geschehen führt, schlüssig weiterzuführen, wodurch man dem Ganzen mühelos folgen kann. 

Die Geschichte sprüht vor Charme und Witz. Auch der Krimianteil wird zufriedenstellend vermittelt. Dennoch nutzt sich die Begeisterung für den gelungenen Einstieg im Verlauf der Handlung leider etwas ab. Denn die Vikki schwafelt auch ganz gerne mal und schweift dabei ziemlich weit ab. Das wirkt am Anfang noch amüsant und liebenswert, doch nach einer Weile gerät man leider in Versuchung, die Schwafeleien zu überspringen, damit es mal vorangeht. Doch richtig böse kann man der Vikki deshalb nicht sein, denn sie ist halt eine herzensgute und liebenswerte Erzählerin. 

Ein etwas anderer Krimi, der zwar stellenweise etwas langatmig wirkt, durch die liebenswerte und humorvolle Erzählerin aber trotzdem überzeugt. 

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Konnte mich leider nicht überzeugen

Four Houses of Oxford, Band 1 - Brich die Regeln
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Harper wird an der Universität von Oxford Jura studieren. Außerdem erhält sie die Einladung, sich den Diamonds, einer geheimnisvollen Studentenverbindung, die ihre Mitglieder in jeglicher Hinsicht unterstützt ...

Harper wird an der Universität von Oxford Jura studieren. Außerdem erhält sie die Einladung, sich den Diamonds, einer geheimnisvollen Studentenverbindung, die ihre Mitglieder in jeglicher Hinsicht unterstützt und für Erfolg und Macht steht, anzuschließen. Zunächst zögert Harper, doch mysteriöse Briefe, in denen ihr versprochen wird, dass die Diamonds sogar die Möglichkeit haben, Harpers Herkunft zu klären und ihre Eltern zu finden, sorgen dafür, dass Harper die Einladung annimmt. Sie ahnt allerdings nicht, auf was sie sich da einlässt. Denn sie trifft dort nicht nur ihren Ex-Freund Finley, der sie damals ohne ein Wort verließ, sondern muss feststellen, dass die Zugehörigkeit zu den Diamonds einen hohen Preis hat...

Die Handlung wird größtenteils aus der Sicht von Harper geschildert. Es gibt aber auch immer wieder Kapitel, in denen Finley seine Sicht schildert. Beide Hauptcharaktere wirken sympathisch, wodurch man sich gerne auf die Geschichte einlässt. 

Dass die Mitgliedschaft bei den Diamonds gefährlich ist, wird schnell klar. Denn es gibt, genau wie bei einem Kartenspiel vier Farben: Cross, Hearts, Diamonds und Spades. Die vier Farben stellen ihren neuen Mitgliedern gefährliche Aufgaben, in denen diese ihre frisch erhaltenen magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen. Freundschaften, Liebeleien etc. zwischen den unterschiedlichen Farben der Studentenverbindungen sind streng verboten. Regelverstöße werden grausam geahndet. Das macht es für Harper und Finley, die im Verlauf der Handlung entdecken, dass ihre Gefühle füreinander noch vorhanden sind, äußerst gefährlich. 

Der Plot klingt äußerst vielversprechend, denn alles wirkt geheimnisvoll und spannend. Doch leider plätschert die Handlung stellenweise gemächlich vor sich hin. Denn es gibt keine Erklärungen, was es mit der Magie auf sich hat und was genau mit dem Spiel eigentlich bezweckt wird. Die Hauptcharaktere spielen, wenn auch widerwillig, mit und hoffen, dass ihre Liebe nicht entdeckt wird. Was allerdings, wenn die Macht der vier Farben so groß ist, wie sie immer beschrieben wird, äußerst unwahrscheinlich ist. Dadurch wirken Harper und Finley ziemlich naiv. Man merkt zwar, dass die beiden starke Gefühle füreinander haben, da dies immer wieder dramatisch geschildert wird, dennoch beobachtet man das Ganze eher distanziert und wird nicht mitgerissen. Zum Ende hin stellt sich die bis dahin vermisste Spannung schließlich doch noch ein. Die Ereignisse überschlagen sich regelrecht, um in einem Finale zu gipfeln, das mit einem fiesen Cliffhanger endet. 

Ein durchaus interessanter Plot, der die Neugier weckt. Leider konnte mich persönlich die Umsetzung nicht überzeugen, da mir die Liebesgeschichte zu viel Drama enthielt und die Charaktere zu naiv handelten. 

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Wunderbarer Liebesroman

Nur eine Fellnase vom Glück entfernt
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In Christinas Hundepension wartet Rottweiler-Rüde Duke sehnsüchtig darauf, dass ihn sein Herrchen wieder abholt. Doch er kommt einfach nicht. Stattdessen bekommt Duke Besuch von Caroline und Henning. Zwei ...

In Christinas Hundepension wartet Rottweiler-Rüde Duke sehnsüchtig darauf, dass ihn sein Herrchen wieder abholt. Doch er kommt einfach nicht. Stattdessen bekommt Duke Besuch von Caroline und Henning. Zwei Menschen, die beschlossen haben, dass es Zeit ist, einen Hund bei sich aufzunehmen. Natürlich nicht zusammen, denn Caroline ist der ehemalige Rennfahrer Henning nicht gerade sympathisch, da sie ihn für einen absoluten Macho hält. Um festzustellen, zu wem Duke am besten passt, verbringen die beiden oft Zeit mit dem tollpatschigen Rüden, denn Christina meint, dass der Rüde selber entscheiden wird, wer sein neues Frauchen oder Herrchen wird. Duke trifft seine Entscheidung schnell, denn er ist der Meinung, dass es da nichts zu überlegen gibt, da Caroline und Henning zusammen ein tolles Paar abgeben, bei dem er gerne wohnen würde...

"Nur eine Fellnase vom Glück entfernt" ist bereits der sechste Liebesroman der Lichterhaven-Reihe. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man sie unabhängig voneinander lesen. Wenn man die Reihe verfolgt, dann kann man sich über ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren freuen und beobachten, wie es den Pärchen, die sich in Lichterhaven bereits gefunden haben, mittlerweile geht. 

Im Zentrum der Ereignisse stehen dieses Mal Caroline und Henning. Beide wirken von Anfang an sympathisch, wodurch man sich mühelos auf die Geschichte einlassen kann. Genau wie die beiden Hauptcharaktere, wirkt auch die Hintergrundkulisse wieder äußerst authentisch. Man kann sich den fiktiven Ort an der Nordsee lebhaft vorstellen, sich den Wind um die Nase wehen lassen und amüsiert beobachten, wie die Bewohner des kleinen Örtchens die Neuigkeit aufnehmen, dass Caroline und Henning, mit Anstandswauwau Duke, ziemlich oft spazieren gehen.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Caroline und Henning stehen dabei abwechselnd im Mittelpunkt. In einer weiteren Perspektive kommt Rottweiler-Rüde Duke zu Wort. Duke ist ein liebeswerter, tollpatschiger und zuweilen recht schreckhafter Hund, den man beim Lesen sofort ins Herz schließt. Die Gefühle, die Caroline und Henning füreinander entwickeln, werden hervorragend beschrieben. Man kann das Knistern förmlich zwischen den Zeilen spüren. Dabei gelingt es Petra Schier wieder hervorragend, niemals in Kitschige abzurutschen, denn die Gefühle wirken echt und nachvollziehbar. Deshalb gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist. 

Ein wunderbare Liebesroman aus der Lichterhaven-Reihe, der durch authentische Gefühle, sympathische Charaktere und eine lebendige Hintergrundkulisse überzeugt. Dass Hund Duke dem Ganzen die Krone aufsetzt, muss sicher nicht extra erwähnt werden! 

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Veröffentlicht am 27.03.2022

Spannung pur!

Das Chalet
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Die Mitarbeiter eines Social-Media-Start-ups müssen Entscheidungen treffen, wie es mit der Firma weitergehen soll. Darüber herrscht in der Chefetage Uneinigkeit. Deshalb haben sie sich in einem luxuriösen ...

Die Mitarbeiter eines Social-Media-Start-ups müssen Entscheidungen treffen, wie es mit der Firma weitergehen soll. Darüber herrscht in der Chefetage Uneinigkeit. Deshalb haben sie sich in einem luxuriösen Chalet in den französischen Alpen eingemietet, um dort ein Übernahmeangebot zu diskutieren. Doch der Aufenthalt verläuft anders als gedacht, denn bereits nach kurzer Zeit wird eine Mitarbeiterin vermisst. Als starke Schneefälle für einen Lawinenabgang sorgen, der das Chalet von der Außenwelt abschneidet, kommt es zu einem rätselhaften Todesfall. Schon bald ist man sich sicher, dass es Mord war. Doch wer ist der Täter und wer das nächste Opfer? Panik, Neid und Misstrauen machen sich breit...

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn Ruth Ware versteht es hervorragend, die Hintergrundkulisse so zu beschreiben, dass man alles lebhaft vor Augen hat. Es ist beinahe so, als ob man selbst in dem luxurösen Chalet zu Gast wäre, um die atemberaubende Aussicht und den gebotenen Komfort zu genießen. Doch vom ersten Moment an, nimmt man die Anspannung der Gruppe wahr. Sie scheint in zwei Lager gespalten zu sein. 

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht der Gäste-Betreuerin Erin und der, der ehemaligen Mitarbeiterin Liz, die jedoch Anteilseignerin des Start-ups ist, geschildert. Beide gehören nicht wirklich zum engsten Kreis der Gruppe, denn Erin hat sich lediglich um das Wohl der Gäste zu kümmern und Liz ist als ehemalige Mitarbeiterin ganz klar eine Außenseiterin. Doch diese beiden Frauen berichten von den Ereignissen, die ihren Lauf nehmen. 

Schnell wird klar, dass jeder im Haus Geheimnisse hat. Neid, Eifersucht, Skrupellosigkeit, Machtgier und Misstrauen vergiften die Atmosphäre. Als die erste Mitarbeiterin verschwindet und der erste Tote gefunden wird, beginnt die Situation zu eskalieren. Die unterschiedlichen Perspektiven, die sich durch recht kurze Kapitel und rasche Szenenwechsel auszeichnen, sorgen für ein hohes Tempo. Man gerät früh in den Sog der Ereignisse und verfolgt geradezu gebannt dem Geschehen. 

Der Kreis der Verdächtigen ist zwar relativ überschaubar, dennoch kann man sich nicht sicher sein, wem man hier vertrauen kann. Immer, wenn man meint, dass man auf der richtige Spur ist, sorgen unerwartete Wendungen für Überraschungen. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch und mag es erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist.

​​​​​​​Ein durchweg spannender Thriller, mit einer geradezu atemberaubenden Hintergrundkulisse. 

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