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Veröffentlicht am 06.02.2022

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Unser kostbares Leben
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Minka und Caro leben in Mainheim und sind beste Freundinnen, obwohl ihre Väter, der örtliche Bürgermeister und der Direktor einer Schokoladenfabrik, politisch vollkommen andere Gesinnungen haben. Doch ...

Minka und Caro leben in Mainheim und sind beste Freundinnen, obwohl ihre Väter, der örtliche Bürgermeister und der Direktor einer Schokoladenfabrik, politisch vollkommen andere Gesinnungen haben. Doch davon lassen sich die Freundinnen nicht beeindrucken. Bei einem Schwimmbadbesuch schließt sich den beiden Klassenkamerad Guy, der ursprünglich aus Vietnam stammt, an. Im Schwimmbad kommt es zu einem Vorfall, der das kleine Städtchen und seine Bewohner entscheidend beeinflusst. 

Die Handlung trägt sich in den 70er und 80er Jahren zu. Es gelingt der Autorin, den damaligen Zeitgeist einzufangen und glaubhaft zu vermitteln. Man betrachtet das Geschehen aus wechselnden Perspektiven. Dabei sollte man gerade am Anfang konzentriert lesen, um die Protagonisten, ihre Familien und die jeweiligen Beziehungen untereinander, richtig zuordnen zu können. Das fällt nicht immer leicht, da die Charaktere zwar sehr facettenreich sind, man sie aber trotzdem eher distanziert betrachtet. Dadurch fühlt man sich beim Lesen auch nicht so, als ob man mittendrin wäre, sondern nimmt die Rolle eines außenstehenden Betrachters ein. 

Es werden viele ernsthafte Themen der damaligen Zeit, wie z. B. gedankenlose Umweltverschmutzung, Tierversuche und sogar Medikamententests an nichtsahnenden Probanden angesprochen. Diese Themen spiegeln den damaligen Zeitgeist ungeschminkt wider. Doch leider fehlt zuweilen ein roter Faden, der alles miteinander verknüpft. Denn so hat man zuweilen das Gefühl, dass alles abgearbeitet wird ohne sich zu verbinden. Es fällt dadurch schwer, Nähe zu den Protagonisten aufzubauen. Leider bricht die Handlung auch oft an entscheidenden Stellen, an denen man beginnt, alles nicht mehr so distanziert wahrzunehmen, ab und setzt sich erst Jahre später fort, wobei die vorherigen Ereignisse eher nebensächlich aufgeklärt werden. Zum Ende hin nimmt die Handlung dann allerdings deutlich an Fahrt auf und lässt es endlich zu, die Charaktere und all ihre Geschichten nicht mehr so distanziert zu betrachten. 

Ein Roman, der den damaligen Zeitgeist glaubhaft vermittelt, doch über weite Teile leider nicht richtig fesseln kann, da man die Charaktere eher distanziert betrachtet. 

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2022

Spannende Fortsetzung

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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In der Grenzregion Karwendel herrscht starker Schneefall. Eine junge Frau, die sich auf dem Heimweg in ihr entlegenes Elternhaus befindet, kommt dort nie an. Zunächst geht man davon aus, dass sie im Schnee ...

In der Grenzregion Karwendel herrscht starker Schneefall. Eine junge Frau, die sich auf dem Heimweg in ihr entlegenes Elternhaus befindet, kommt dort nie an. Zunächst geht man davon aus, dass sie im Schnee die Orientierung verloren hat. Doch schon bald gibt es weitere Vermisste. Alexa Jahn ahnt schnell, dass das kein Zufall sein kann. Bernhard Krammer sucht in Innsbruck ebenfalls nach zwei vermissten Studentinnen. Die Spuren deuten darauf hin, dass sie aus ihrem Wohnheim verschleppt wurden. Als erste Spuren nach Deutschland verweisen, ahnt Krammer, dass der Zeitpunkt gekommen ist, um Kontakt mit Alexa Jahn aufzunehmen...

"Ihr Schrei in der Nacht" ist der zweite Grenzfall für Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen aber auch dann folgen, wenn man den Auftakt nicht gelesen hat. Allerdings gibt es private Nebenhandlungen, die sich fortsetzen. Da diese besonders interessant sind, lohnt es sich, die Reihenfolge einzuhalten. 

Beim Einstieg in den aktuellen Fall ist man sofort mitten im Geschehen. Man kann den eisigen Schnee, der der jungen Frau den Heimweg erschwert, beinahe selbst auf der Haut spüren. Und dann überschlagen sich die Ereignisse, wodurch die Spannung unmittelbar geweckt wird. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet Alex Jahns Ermittlungen in Deutschland und schaut außerdem Bernhard Krammer in Österreich über die Schulter. Immer wieder gibt es außerdem kurze Szenen, in denen man beobachtet, was den jungen Frauen zugestoßen ist. Dabei wird allerdings nicht zu viel verraten. Die Spannung bleibt durchgehend erhalten. 

Die Ermittlungen wirken realistisch. Gemeinsam mit den beiden Hauptprotagonisten versucht man, Zusammenhänge zu erkennen. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn nichts passt richtig zusammen. Die beiden Ermittler, die man schon aus dem vorherigen Band kennt, haben darüber hinaus etwas erfahren, was sie zunächst verarbeiten müssen. Dieser private Handlungsstrang fügt sich glaubhaft ins Geschehen ein. Denn die Reaktionen der beiden sind nachvollziehbar und lassen die Charaktere lebendig wirken. Der Fall selbst nimmt ungeahnte Wendungen und gipfelt schließlich in einem unglaublich spannenden Finale. 

Eine spannende Fortsetzung der Reihe, bei der Krimifans sicher voll auf ihre Kosten kommen! 

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Veröffentlicht am 24.01.2022

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Die falsche Zeugin
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Die Schwestern Leigh und Callie hatten eine schwere, von Gewalt geprägte Kindheit. Leigh hat alles daran gesetzt, ihrem früheren Umfeld zu entkommen und ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin, während ...

Die Schwestern Leigh und Callie hatten eine schwere, von Gewalt geprägte Kindheit. Leigh hat alles daran gesetzt, ihrem früheren Umfeld zu entkommen und ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin, während Callie an der Nadel hängt. Eines Tages wird Leigh zu einem ihrer obersten Chefs beordert. Ein Mandant hat ausdrücklich verlangt, dass Leigh ihn vertritt. Sie kann sich zunächst nicht erklären, warum er ausgerechnet sie ausgewählt hat. Doch schon bald stellt sich heraus, dass er ein schreckliches Geheimnis aus der Kindheit der beiden Schwestern kennt und droht, es an die Öffentlichkeit zu bringen, wenn Leigh den Prozess für ihn nicht gewinnen kann.

Die Handlung trägt sich auf zwei Zeitebenen zu. Im aktuellen Handlungsstrang verfolgt man, wie Leigh langsam erkennt, mit wem sie es zu tun hat und wie sie versucht, ihren Gegner, der ihr immer den entscheidenden Schritt voraus ist, zu stoppen. Es gibt außerdem immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Schwestern.

Bei diesem Thriller gibt es keine langsame Eingewöhnungszeit. Man befindet sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet den Abend in der Vergangenheit, der etliche Leben entscheidend verändern wird. Dabei spürt man von Anfang an eine angespannte und aufgeladene Atmosphäre. Dadurch gelingt der Einstieg nicht nur mühelos, sondern die Spannung ist außerdem sofort spürbar.

Leider kann diese nicht durchgehend gehalten werden. Denn zuweilen verliert sich die Erzählung in ausufernden Beschreibungen. Die Handlung trägt sich in der Zeit der Corona-Pandemie zu. Es wirkt zwar realistisch, dass diese Tatsache ins Geschehen einfließt, doch die ständigen Hinweise, wer wann eine Maske trägt, nehmen zu viel Raum ein und stören den Lesefluss. Die Charaktere wirken äußerst lebendig. Man erhält etliche Hintergrundinformationen. Dadurch kann man zwar ihre Handlungen besser nachvollziehen, doch zuweilen gerät man bei den äußerst detaillierten Beschreibungen in Versuchung, die entsprechenden Szenen lediglich zu überfliegen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen übrigens nicht sein, denn die Geschichte hat einiges an Brutalität und Grausamkeit zu bieten.

Im Verlauf der Handlung kommt es zu überraschenden Wendungen, die schließlich dafür sorgen, dass sich die bis dahin etwas vernachlässigte Spannung doch noch einstellt. Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen und plötzlich verfolgt man gebannt das Geschehen. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale.

Ein Thriller, der zwar durch einen gut durchdachten Plot und ein spannendes Finale überzeugt, über weite Teile aber zu ausufernd erzählt wird.

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Veröffentlicht am 22.01.2022

Konnte mich leider nicht überzeugen

Forever, Ida - Und raus bist du
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"Und raus bist du" ist der Auftakt zur Trilogie "Forever, Ida". In diesem Band lernt man die Hauptcharaktere kennen. Adi zieht mit ihren Eltern von Bremen nach Sonderberg. Man hat das Gefühl, dass sie ...

"Und raus bist du" ist der Auftakt zur Trilogie "Forever, Ida". In diesem Band lernt man die Hauptcharaktere kennen. Adi zieht mit ihren Eltern von Bremen nach Sonderberg. Man hat das Gefühl, dass sie ein dunkles Geheimnis hat, mit dem der Wohnortwechsel zu tun hat. Adi beschließt, sich in der neuen Schule neu zu erfinden, ihr altes Ich hinter sich zu lassen und Freundschaften zu knüpfen. Kurz vor Adis Umzug ist Ahmet, ein Klassenkamerad ihrer neuen Mitschüler, ums Leben gekommen. Der Tod des Jungen wirft Fragen auf. Auch Adi beginnt sich damit zu beschäftigen. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und durch Briefe, Chats oder Aufzeichnungen aus Gesprächen aufgelockert. Da die Wechsel gut gekennzeichnet sind, fällt die Zuordnung leicht. Der Schreibstil ist flüssig und für einen Jugendthriller angemessen gewählt. Durch die unterschiedlichen Perspektiven, die häufig an entscheidenden Stellen wechseln, wird ein hohes Tempo aufgebaut. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch. 

Bedauerlicherweise betrachtet man die Charaktere sehr distanziert. Deshalb fällt es schwer, sich ganz auf die Handlung einzulassen und mit den Akteuren mitzufiebern. Das ändert sich leider auch im weiteren Verlauf der Ereignisse nicht.  Außerdem werden einige Klischees bedient, die sich nicht unbedingt positiv auf die Gesamthandlung auswirken. Die Grundstimmung ist düster und stets zwischen den Zeilen spürbar. Dennoch kocht die Spannung zunächst auf Sparflamme, steigt aber am Ende steil an, um in einem actionreichen Finale zu gipfeln. Damit ist dieser Band relativ stimmig abgeschlossen. Ein Cliffhanger deutet allerdings an, wie es im nächsten Teil weitergehen könnte. 

Ein Jugendthriller, der zwar temporeich erzählt wird, mich persönlich aber leider nicht fesseln konnte. Deshalb vergebe ich gut gemeinte drei Sterne und die Empfehlung, sich selbst ein Bild zu machen. 

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Veröffentlicht am 19.01.2022

Spannender Auftakt!

The Inheritance Games
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"The Inheritance Games" ist der Auftakt einer Trilogie. Im Zentrum der Ereignisse steht Avery Grambs, die völlig überraschend mehrere Milliarden Dollar von Tobias Hawthorne erbt. Avery weiß nicht, warum ...

"The Inheritance Games" ist der Auftakt einer Trilogie. Im Zentrum der Ereignisse steht Avery Grambs, die völlig überraschend mehrere Milliarden Dollar von Tobias Hawthorne erbt. Avery weiß nicht, warum sie die Erbschaft erhält und wer Tobias Hawthorne eigentlich war. Das Erbe ist an verschiedene Bedingungen geknüpft, die Avery erfüllen muss. Dabei sitzen ihr die enterbten Familienmitglieder, die weiterhin im Haus wohnen, das auch Averys neue Heimat ist, im Nacken. Es gilt viele Rätsel zu lösen. Avery kann nicht einschätzen, welche Rolle die vier äußerst attraktiven Enkel von Tobias Hawthorne in diesem Spiel übernehmen. Schnell wird klar, dass sie in Gefahr ist. Doch wem kann sie eigentlich trauen? 

Avery ist eine äußerst sympathische Hauptprotagonisten, die sehr lebendig wirkt. Dadurch kann man sich von Anfang an auf die Geschichte einlassen und mit ihr mitfiebern. Die Autorin versteht es hervorragend, Charaktere und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man beinahe meint, selber vor Ort zu sein. 

Was bezweckt Tobias Hawthorne mit der Erbschaft und warum hat es ausgerechnet Avery getroffen? Diese Fragen schweben stets zwischen den Zeilen und sorgen dafür, dass man früh in den Sog der Ereignisse gerät. Der verstorbene Multimilliardär war ein großer Freund von Rätseln und deshalb stellt er seine Hinterbliebenen auch nach seinem Tod noch vor Herausforderung. Das Geheimnis, das hinter allem steckt, wird von ihm gut gehütet. Immer wenn man meint, dass Avery der Lösung einen Schritt näher kommt, sorgen unvorhergesehene Wendungen für Überraschungen. 

Die vier Enkel sind interessante Charaktere. Es lässt sich kaum einschätzen, wie sie zu Avery stehen. Wem liegt wirklich etwas an Avery und für wen ist sie nur Mittel zum Zweck? Die Brüder lassen sich nicht so leicht in die Karten schauen. Es kommt zu spannenden Szenen, die einen förmlich durch das Buch fliegen lassen. Einmal angefangen, ist es beinahe unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Da Avery sich zu zwei Brüdern hingezogen fühlt, erfüllt die Handlung zwar gängige Klischees, aber hier passt es einfach. Denn diese Tatsache sorgt für zusätzliche Spannung. 

Ein spannender Auftakt, der dafür sorgt, dass man es kaum erwarten kann, den nächsten Band der Reihe in den Händen zu halten. 

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