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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2021

Startet zunächst gemächlich, nimmt dann aber deutlich Fahrt auf

Liebe mich, töte mich
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Geos beste Freundin Angela kehrt nach einer Party nicht nach Hause zurück. Niemand scheint zu wissen, was mit ihr geschah. Doch vierzehn Jahre später stellt sich heraus, dass Geos damaliger Freund Calvin ...

Geos beste Freundin Angela kehrt nach einer Party nicht nach Hause zurück. Niemand scheint zu wissen, was mit ihr geschah. Doch vierzehn Jahre später stellt sich heraus, dass Geos damaliger Freund Calvin Angela ermordet hat und dass Geo das Geheimnis kannte und all die Jahre geschwiegen hat. Es kommt zum Prozess und Geo wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Haft, will Geo ein neues Leben beginnen. Doch dann werden weitere Frauen ermordet, auf die gleiche Art und Weise, wie damals Angela...

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Wobei es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit gibt. Hier erfährt man nach und nach mehr über die Freundschaft zwischen Geo und Angela und beobachtet außerdem, wie Geo ihre erste große Liebe Calvin kennenlernt. Der Einstieg in diesen Thriller verläuft zunächst eher gemächlich. Dennoch schwebt bereits am Anfang eine eher bedrohliche Atmosphäre zwischen den Zeilen, die die Neugier auf den weiteren Verlauf weckt. 

Die Charaktere sind nur schwer einzuschätzen. Auch wenn Geo sympathisch wirkt, hat man immer das Gefühl, dass sie Wesentliches verschweigt. Dieses Gefühl sorgt allerdings dafür, dass man unbedingt mehr erfahren möchte. Im Verlauf der Handlung steigt die anfangs vermisste Spannung an. Man stellt eigene Vermutungen an, die jedoch von überraschenden Wendungen in andere Bahnen gelenkt werden. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, denn die Autorin versteht es hervorragend, Szenen so zu beschreiben, dass einem der Atem stockt. 

Ein Thriller, der zunächst eher gemächlich startet, dann aber deutlich Fahrt aufnimmt und Blicke in tiefste menschliche Abgründe gewährt. 

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Veröffentlicht am 17.04.2021

Spannender Abschluss

VANITAS - Rot wie Feuer
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Carolin Bauers Tarnung in Wien ist definitiv aufgeflogen. Da sie nicht länger in Angst vor der Rache des Karpin-Clans leben will, tritt sie die Flucht nach vorne an. Sie kehrt zurück nach Frankfurt. Ihr ...

Carolin Bauers Tarnung in Wien ist definitiv aufgeflogen. Da sie nicht länger in Angst vor der Rache des Karpin-Clans leben will, tritt sie die Flucht nach vorne an. Sie kehrt zurück nach Frankfurt. Ihr Ziel ist es, die mächtigen Köpfe des Karpin-Clans zu vernichten. Deshalb stellt sie Fallen auf und beginnt, eine Clan-Fehde anzuzetteln. Zunächst verläuft alles nach Plan, doch dann scheint Caro entdeckt worden zu sein...

"Rot wie Feuer" ist der Finalband der Vanitas-Trilogie. Um alle Hintergründe zu kennen und die Verwicklungen zu verstehen, ist es sinnvoll, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Dieser letzte Band knüpft beinahe nahtlos an das Ende des zweiten Teils an. Durch kurze Rückblicke ist man schnell wieder mitten im Geschehen und beobachtet Caros Rachefeldzug. 

Es gelingt der Autorin schon früh, Spannung aufzubauen und diese nicht nur durchgehend zu halten, sondern sie kontinuierlich zu steigern. Caro lässt sich einiges einfallen, um die Fehde zwischen den Karpins und einem konkurrierenden Clan ins Leben zu rufen und stetig zu befeuern. Dabei gerät sie selbst in spannende Situationen, deren Ausgang ungewiss ist. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Die Charaktere lassen sich nur schwer einschätzen. Man kann nicht sicher sein, wer hier welches Spiel spielt und das gibt der Geschichte zusätzlichen Reiz. Zum Ende hin werden aber alle offenen Fragen, die man sich beim Lesen der drei Bände gestellt hat, zufriedenstellend geklärt. 

Ein spannender Abschlussband, den man, einmal angefangen, kaum noch aus der Hand legen mag. 

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Veröffentlicht am 14.04.2021

Spannender Spreewald-Krimi

Verfehlt
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Kommissarin Klaudia Wagner und ihre Kollegen zeigen auf dem Spreewaldfest in Uniform Präsenz. Dienstellenleiter PH befindet sich gerade im Urlaub und deshalb trägt Klaudia die Verantwortung. Bisher gibt ...

Kommissarin Klaudia Wagner und ihre Kollegen zeigen auf dem Spreewaldfest in Uniform Präsenz. Dienstellenleiter PH befindet sich gerade im Urlaub und deshalb trägt Klaudia die Verantwortung. Bisher gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Das Wetter ist gut und die Stimmung ausgelassen. Das ändert sich allerdings schlagartig, als plötzlich der diesjährige Schützenkönig von einem gezielt geworfenen Messer getroffen wird und von seinem festlich geschmückten Kahn in die Spree stürzt. Während die Rettungskräfte noch mit der Bergung der Leiche beschäftigt sind und Klaudia versucht, die Lage unter Kontrolle zu bringen, wird ihr väterlicher Freund Schiebschick im Getümmel auf dem Festplatz von einem Messerwurf nur knapp verfehlt. Schiebschick hat einen Verdacht, dem er unbedingt nachgehen muss. Bevor er Klaudia aber davon berichten kann, wird der alte Fährmann lebensgefährlich verletzt und kurz darauf zwischen den Schaustellerwagen gefunden....

"Verfehlt" ist nach "Spreewaldgrab", "Spreewaldtod", "Spreewaldrache", "Spreewaldwölfe" und "Vermisst" bereits der sechste Fall für Kommissarin Klaudia Wagner. Dieser Teil der Serie ist nach "Vermisst" allerdings erst der zweite Band, der im Aufbau Verlag erscheint. Die vorherigen vier Spreewald-Krimis erschienen bei Ullstein. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man die Bände allerdings unabhängig voneinander lesen. Die privaten und beruflichen Nebenhandlungen bauen, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, zwar aufeinander auf, aber Christiane Dieckerhoff lässt wichtige Hintergrundinformationen so ins Geschehen einfließen, dass man dem Ganzen auch ohne Vorkenntnisse folgen kann.

Auch bei diesem Teil der Reihe gelingt es der Autorin mühelos, das besondere Flair des Spreewalds in die Handlung einfließen zu lassen. Die Anfangsszene auf dem Festplatz ist so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, direkt dabei zu sein. Deshalb kann man sich früh auf das Geschehen einlassen und sich gemeinsam mit Klaudia Wagner und ihrem Team auf Spurensuche begeben. Der Fall ist temporeich und hat es wirklich in sich. Dabei trifft man nicht nur auf alte Bekannte aus den vorherigen Teilen, sondern lernt auch neue Akteure kennen. Da alle Charaktere lebendig wirken und der Fall einiges zu bieten hat, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Man mag kaum glauben, dass Klaudias väterlicher Freund Schiebschick in seiner Vergangenheit etwas getan haben soll, dass ihn ins Visier eines skrupellosen Messerwerfers rücken lässt. Erfahrene Krimileser dürften früh Hinweise erkennen, die den Täter in den Fokus der eigenen Ermittlungen rücken lassen. Dennoch kann man sich zunächst nicht sicher sein. Durch überraschende Wendungen bleibt die Handlung dennoch durchgehend spannend.

Wieder ein gelungener Teil der Spreewald-Reihe, der durch Spannung, lebendige Charaktere und eine authentische Hintergrundkulisse überzeugt.

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Veröffentlicht am 10.04.2021

Leider nicht ganz so spannend wie erhofft

Geiger
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Der ehemalige Fernsehstar Onkel Stellan ist nicht nur in Schweden bekannt und äußerst beliebt. Eines Tages findet ihn seine Tochter erschossen im Sessel. Von ihrer Mutter Agneta fehlt jede Spur. Die Tat ...

Der ehemalige Fernsehstar Onkel Stellan ist nicht nur in Schweden bekannt und äußerst beliebt. Eines Tages findet ihn seine Tochter erschossen im Sessel. Von ihrer Mutter Agneta fehlt jede Spur. Die Tat erschüttert ganz Schweden. Niemand kann sich vorstellen, warum der beliebte TV-Star ermordet wurde. Die Polizistin Sara, die eigentlich bei der Stockholmer Sitte beschäftigt ist, wird von den ermittelnden Kollegen ebenfalls zum Tatort gerufen. Denn Sara hat eine ganz besondere Beziehung zu Onkel Stellan und Tante Agneta, da Saras Mutter Jane früher als Putzfrau im Haushalt des beliebten Paares beschäftigt war und Sara damals mit deren Töchtern aufwuchs. Sara ist fest entschlossen, den Mord aufzuklären. Dabei gräbt sie tief in der Vergangenheit und plötzlich bekommt sie ein ganz anderes Bild von ihrem väterlichen Freund Onkel Stellan...

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, da man den Mord an Onkel Stellan beobachtet. Aber nicht einordnen kann, warum diese Tat sein muss und was sie bedeutet. Deshalb ist die Spannung früh spürbar. Denn man möchte unbedingt erfahren, was hinter allem steckt. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Im Zentrum der Ereignisse steht vorwiegend Sara, die in ihrer Freizeit Nachforschungen anstellt und dabei nach und nach Unglaubliches ans Tageslicht bringt. Sara macht es einem nicht gerade leicht, denn einige ihrer Handlungen sind nur schwer nachzuvollziehen und deshalb fällt es schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Ihr Privatleben nimmt ebenfalls einen großen Teil der Handlung ein. Das ist sicher wichtig, um Sara als Person besser kennenzulernen, dennoch wird dadurch die früh aufgebaute Spannung leider etwas ausgebremst. Sara findet Erstaunliches heraus. Es ist wichtig, konzentriert zu lesen, da man sonst den roten Faden verlieren könnte. Denn es gibt einige überraschende Wendungen, die dazu führen, dass die Handlung wieder deutlich Fahrt aufnimmt. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Ende gipfelt in einem gnadenlos spannenden Finale, das noch weitere Überraschungen bereit hält und neugierig auf die Fortsetzung macht.

Ein Thriller, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.  

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Mitreißende Erzählung

Die Roseninsel
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Liv ist Ärztin und arbeitet an der Berliner Charité. Sie fühlt sich ausgebrannt und als sie eine Annonce entdeckt, in der für vier Wochen eine Vertretung für den Verwalter der Roseninsel am Starnberger ...

Liv ist Ärztin und arbeitet an der Berliner Charité. Sie fühlt sich ausgebrannt und als sie eine Annonce entdeckt, in der für vier Wochen eine Vertretung für den Verwalter der Roseninsel am Starnberger See gesucht wird, bewirbt sie sich spontan um die Stelle. Zu ihrer großen Erleichterung erhält sie die Zusage und kann sofort anfangen. Liv ist sofort begeistert vom besonderen Flair der kleinen Insel, die nur mit einem Boot zu erreichen ist. Sie genießt ihre frei gewählte Einsamkeit, die nur gelegentlich von Johannes, der sie mit den nötigsten Vorräten versorgt, unterbrochen wird. Fasziniert erkundet Liv den Rosengarten und die kleine Villa, die sich auf der Insel befindet. Doch leider passiert ihr ein Missgeschick, bei dem der Boden der Villa beschädigt wird. Unter den Dielen findet Liv eine getrocknete Rose und die Aufzeichnungen von Magdalena, die vor über hundert Jahren auf der Insel lebte...

Die Handlung trägt sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zu. In der Gegenwart beobachtet man Liv auf der Roseninsel. Sie hat anscheinend unbewältigte Probleme im Gepäck. Durch die Arbeit auf der Insel und die gelegentlichen Treffen mit Johannes, wirkt sie zunehmend erholter. Außerdem scheint Magdalenas geheimnisvolles Schicksal Liv zu faszinieren. Durch Magdalenas Aufzeichnungen erhält man einen Einblick in die Vergangenheit der Insel und das Schicksal dieser jungen Frau, die auf der Insel vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen wurde. Beide Handlungsstränge sind interessant und äußerst fesselnd erzählt. Es gelingt der Autorin hervorragend, die zauberhafte Insel so zu beschreiben, dass man sie mühelos vor Augen hat und dabei schon fast meint, den Duft der Rosen wahrzunehmen. Dadurch fällt es leicht, in beide Handlungsstränge einzutauchen. 

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Nicht nur die Hintergrundkulisse, sondern auch die unterschiedlichen Charaktere, in beiden Handlungssträngen, überzeugen durch ihre Lebendigkeit. Anna Reitner schafft es dabei mühelos, das damalige Zeitgeschehen und die herrschenden Gepflogenheiten, so in die Geschichte einzuflechten, dass man sich auf die Handlung einlassen und Magdalenas Machtlosigkeit nachempfinden kann. Schnell wird klar, dass man einem Geheimnis auf der Spur ist. Unvorhergesehene Wendungen sorgen dafür, dass die Handlung spannend bleibt und zum Ende hin mit einer Überraschung aufwarten kann.

Gegenwart und Vergangenheit werden äußerst gekonnt zu einer wunderbaren Geschichte verknüpft.

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