Profilbild von KimVi

KimVi

Lesejury Star
offline

KimVi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KimVi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2020

Wohlfühl-Buch

Wild like a River
0

Haven ist 19 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem kanadischen Nationalpark. Sie liebt das Leben in der Natur und fühlt sich dort wohl. Im Umgang mit Menschen ist Haven allerdings eher ...

Haven ist 19 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem kanadischen Nationalpark. Sie liebt das Leben in der Natur und fühlt sich dort wohl. Im Umgang mit Menschen ist Haven allerdings eher zurückhaltend. Doch dann lernt sie den Studenten Jackson kennen, der mit einem Kumpel eine Wanderung durch den Nationalpark macht. Er ist sofort fasziniert von der Umgebung - und von Haven. Jackson sucht Havens Nähe und lässt sich von ihr durch den Park führen. Wundervolle Tage beginnen, doch dann muss Jackson zurück in die Stadt und Haven beginnt ihr bisheriges Leben zu überdenken...

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Haven und Jackson, geschildert. Beide Protagonisten wirken von Anfang an sympathisch und deshalb fällt es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Man kann dabei die Gedanken und Gefühle der beiden Hauptcharaktere mühelos nachvollziehen und außerdem hautnah beobachten, wie sie aufeinander wirken.

Doch nicht nur die Charaktere wirken lebendig, sondern auch die Handlungsorte. Denn es gelingt der Autorin einfach hervorragend, die Landschaft des Nationalparks zu beschreiben. Man hat schon beinahe das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und die beschriebenen Tiere, denen Haven sogar Namen gegeben hat, zu beobachten. Das verleiht diesem Buch eine einzigartige Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann.

Die Geschichte selbst ist eher ruhig und passt damit gut zu Haven. Es kommt zwar im Verlauf zu Überraschungen, doch insgesamt gesehen, plätschert das Ganze eher vor sich hin. Dennoch kann man die Erzählung genießen, da die Protagonisten durchweg sympathisch und menschlich wirken, die Hintergrundkulisse einzigartig ist und die Atmosphäre einfach zum Wohlfühlen einlädt.

Ein absolutes Wohlfühl-Buch, mit dem man wunderbare Lesestunden verbringen und dabei einfach mal die Seele baumeln lassen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2020

Spannende Ermittlungen für William Wisting

Eisige Schatten
0

Kurz vor Weihnachten wird in William Wistings Nachbarschaft die Leiche eines älteren Mannes gefunden. Offenbar ist der Mann bereits im Sommer verstorben, ohne dass es jemand bemerkt hat. Da es keinen Hinweis ...

Kurz vor Weihnachten wird in William Wistings Nachbarschaft die Leiche eines älteren Mannes gefunden. Offenbar ist der Mann bereits im Sommer verstorben, ohne dass es jemand bemerkt hat. Da es keinen Hinweis auf Fremdverschulden gibt, scheint das kein Fall für die Polizei zu sein. Wistings Tochter Line ist erschüttert, dass der Mann, von allen unbemerkt, monatelang tot vor seinem Fernseher gesessen hat. Deshalb beschließt sie, einen umfangreichen Artikel um den einsamen Tod des Mannes zu schreiben und beginnt zu recherchieren. Wisting selber hat es mit einem rätselhaften Fall zu tun. Denn in einer Weihnachtsbaumplantage wird die Leiche eines unbekannten Mannes gefunden. Die Ermittlungen nehmen ungeahnte Ausmaße an...

"Eisige Schatten" ist bereits der fünfte Fall für den Ermittler William Wisting. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann folgen, wenn man bisher keinen Teil der Serie gelesen hat. Die privaten Nebenhandlungen ziehen sich allerdings als roter Faden durch die Bände. Wenn man also an der Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge. 

Der Einstieg in diesen Kriminalroman verläuft zunächst gemächlich, dennoch gelingt es Jørn Lier Horst von Anfang an, großes Interesse an der Handlung zu wecken. Diese wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet sowohl Lines Nachforschungen, als auch die Ermittlungen der Polizei. Dabei  wird man dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch bei diesem Fall kommt es zu einigen überraschenden Wendungen. Dadurch steigt auch die Spannung kontinuierlich an. Schon bald gerät man in den Sog der Ereignisse und möchte unbedingt erfahren, wie alles endet. Der Plot ist gut durchdacht und regt außerdem zum Nachdenken an. 
Eine gelungene Fortsetzung der Wisting-Reihe, die zwar eher gemächlich startet, dann aber einiges an Spannung zu bieten hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2020

Spannender Reihenauftakt

So blutig die Nacht
0

Vor sechzehn Jahren änderte sich das Leben von Kate Marshall schlagartig. Damals gehörte sie zu einem Team, das einem Serienkiller auf der Spur war. Durch einen Zufall kam Kate ihm auf die Schliche und ...

Vor sechzehn Jahren änderte sich das Leben von Kate Marshall schlagartig. Damals gehörte sie zu einem Team, das einem Serienkiller auf der Spur war. Durch einen Zufall kam Kate ihm auf die Schliche und überlebte die Konfrontation nur knapp. Mittlerweile arbeitet Kate nicht mehr im Polizeidienst, sondern als Dozentin an einer Universität. Doch die Vergangenheit beginnt sie einzuholen, als ein älteres Ehepaar sie darum bittet, ihre seit Jahren vermisste Tochter zu finden und es plötzlich zu Morden kommt, die denen, die der damalige Serientäter verübt hat, gleichen....

"So blutig die Nacht" ist der Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe um die ehemalige Polizistin Kate Marshall. Ohne langatmiges Vorgeplänkel, befindet man sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet, wie es Kate damals gelang, den Serienkiller zu entlarven und ihm letztendlich zu entkommen. Das Interesse an Kate und den kommenden Ereignissen wird dadurch sofort geweckt. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert und ist in relativ kurze Abschnitte unterteilt. Dadurch wird bereits früh ein hohes Tempo aufgebaut. Kates Suche, nach Hinweisen, zu der damals verschwundenen Tochter des Ehepaars, das sie kontaktiert hat, wird glaubhaft und nachvollziehbar geschildert. Die aktuellen Morde, die scheinbar durch einen Nachahmungstäter verübt werden, geben dem Thriller zusätzliche Spannung. Dadurch, dass man in einigen Perspektiven dem damaligen, bereits langjährig inhaftierten Killer und auch dem Nachahmungstäter über die Schulter schauen kann, hat man einen guten Überblick über die Gesamthandlung und ahnt, was sich da über Kate zusammenbraut. Die Spannung kann nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern sich im Verlauf der Handlung stetig steigern, um schließlich in einem nervenaufreibenden Finale zu gipfeln. 

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und äußerst angenehm zu lesen. Es gelingt ihm mühelos, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen vor Augen hat und jede Seite dieses spannenden Thrillers genießen kann. Man gerät dadurch förmlich in den Sog der Ereignisse und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist. 

Ein spannender Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe, der definitiv Lust auf weitere Bände macht. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2020

Startet zunächst gemächlich, nimmt dann aber ein hohes Tempo auf

Der Mädchenwald
0

Als die 13-jährige Elissa während eines Schachturniers kurz etwas aus dem Wagen ihrer Mutter holen will, wird sie entführt. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich in einem eiskalten Keller. Sie ...

Als die 13-jährige Elissa während eines Schachturniers kurz etwas aus dem Wagen ihrer Mutter holen will, wird sie entführt. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich in einem eiskalten Keller. Sie ist angekettet und ihre Lage scheint aussichtslos. Doch dann beginnt Elijah sie zu besuchen. Der Junge scheint Elissas einzige Chance zu sein, aus dem Keller zu entkommen. Sie versucht, ihn auf ihre Seite zu ziehen, doch Elijah kennt die Regeln des Spiels weitaus besser als Elissa...

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Abwechselnd stehen Elissa, Elijah und die leitende Ermittlerin, die verzweifelt versucht, Elissa lebend zu finden, im Zentrum der Ereignisse. Das Ganze läuft nicht immer chronologisch ab, deshalb sollte man gerade anfangs konzentriert lesen, um den roten Faden nicht zu verlieren. 

Die Atmosphäre ist düster und stellenweise bedrückend. Man kann Elissas Gedanken und Gefühle, die auf sie in dem dunklen, nassen Keller einprasseln, glaubhaft nachvollziehen. Die Suche der leitenden Ermittlerin ist nicht nur spannend, sondern gibt außerdem einen Einblick in die Qualen, die Elissas Mutter durchlebt.  Doch auch Elijahs Sicht auf die Dinge ist interessant und regt dazu an, eigene Überlegungen anzustellen. Doch in diesem Thriller ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

In der ersten Hälfte verläuft die Handlung, trotz der düsteren Stimmung, eher gemächlich. Doch dann kommt es zu Wendungen, die dafür sorgen, dass die Spannungskurve steil nach oben steigt. Ab diesem Moment kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen, denn man gerät in den Sog der Ereignisse und wird förmlich mitgerissen. Das Ganze gipfelt mit einem hochspannenden Finale, das auch noch mit Überraschungen aufwarten kann. 

Nach einem eher gemächlichen Start, nimmt dieser Thriller unverhoffte Wendungen, die dafür sorgen, dass man das Ganze atemlos verfolgt. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2020

Liest sich quasi von selbst

Liebe, Eis und Schnee
0

Natalie ist mit ihrem Freund auf dem Weg in ein romantisches Wochenende in den Bergen. Der Inhalt ihrer Koffer ist nicht gerade für einen verschneiten Winterausflug geeignet. Das rächt sich, als ein Schneesturm ...

Natalie ist mit ihrem Freund auf dem Weg in ein romantisches Wochenende in den Bergen. Der Inhalt ihrer Koffer ist nicht gerade für einen verschneiten Winterausflug geeignet. Das rächt sich, als ein Schneesturm aufkommt und der Porsche im Nirgendwo steckenbleibt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es auch keinen Handyempfang, um Hilfe zu rufen und der Tank des Luxuswagens ist auch fast leer! Die Situation spitzt sich minütlich zu. Plötzlich scheint es durchaus möglich, dass die beiden erfrieren. Doch dann naht Hilfe. Ein unglaublich großer Mann, mit wildem Haar- und Bartwuchs, der noch dazu eine Augenklappe trägt, klopft an die Seitenscheibe. Besonders vertrauenserweckend wirkt dieser Retter nicht - eher wie ein Serienkiller, der sein nächstes Opfer sucht...

Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Natalie, geschildert. Natalie erzählt so locker und teilweise humorvoll, dass man sich sofort entspannt zurücklehnt und die kommenden Ereignisse genießt. Am Anfang hat man zunächst den Eindruck, dass Natalie oberflächlich und naiv ist. Doch im Verlauf der Handlung kann man sich immer besser mit ihr identifizieren und die erste Einschätzung überdenken. 

Die Charaktere wirken authentisch. Man kann sich Jake, den gefährlich aussehenden Retter, sehr gut vorstellen. Er wirkt zwar anfangs grummelig und abweisend, doch das ändert sich schnell. Natalies Freund, der Porsche-Fahrer Chase, entlockt einem ziemlich oft hochgezogene Augenbrauen und deshalb ist man schon früh mitten im Geschehen. Der Schreibstil ist locker und unheimlich leicht zu lesen. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch. Es gibt außerdem überraschende Wendungen, die dafür sorgen, dass es keinen Moment langweilig wird. 

Ein wunderbar abgestimmter Mix aus Romantik, Humor, Spannung und ganz viel Schnee! 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere