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Veröffentlicht am 31.05.2020

Grandioser Auftakt

Die ferne Hoffnung
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Hamburg, 1888: Der Geschäftsmann Peter Hansen nimmt sich an seinem Geburtstag das Leben. Das allein ist für seine drei Söhne Georg, Robert und Karl schon schlimm. Doch der Notar hat noch schlechtere Nachrichten, ...

Hamburg, 1888: Der Geschäftsmann Peter Hansen nimmt sich an seinem Geburtstag das Leben. Das allein ist für seine drei Söhne Georg, Robert und Karl schon schlimm. Doch der Notar hat noch schlechtere Nachrichten, denn das Unternehmen ist hoch verschuldet, sodass nicht nur finanzielle Ruin, sondern auch der Verkauf der Villa, in der die Söhne mit ihren Familien leben, droht. Guter Rat ist nun teuer. Doch dann bietet sich den Brüdern die einmalige Gelegenheit, in Kamerun eine Kakaoplantage zu äußerst fairen Konditionen zu erwerben. Damit könnte das familiäre Auskommen gesichert und der Ruin abgewendet werden. Robert erklärt sich bereit, mit seiner Familie nach Kamerun überzusiedeln, um dort die Plantage zu führen. Seine Frau Elisabeth setzt alles daran, ihn von dieser Idee abzubringen. Denn sie ist von der Vorstellung, ihr Leben fortan unter Wilden zu verbringen, alles andere als angetan....

"Die ferne Hoffnung" ist der Auftaktband der historischen Hansen-Saga. Der Einstieg gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, Handlungsorte und Charaktere so lebendig zu beschreiben, dass man alles sofort vor Augen hat und ganz in die damalige Zeit eintauchen kann. Ohne langatmiges Vorgeplänkel ist man sofort mitten im Geschehen.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Man beobachtet Georg, der in Hamburg die Familiengeschäfte weiterführt, Robert in Kamerun, beim Bewirtschaften der Plantage und Karl beim Aufbau eines neuen Kontors in Wien. In jedem Handlungsstrang gelingt es der Autorin, eine authentische Atmosphäre zu erschaffen, die glaubwürdig vermittelt wird. Die jeweilige historische Hintergrundkulisse fügt sich dabei harmonisch in die Handlung ein.

Die Charaktere wirken so lebendig, dass man schon bald einen Eindruck vom Familienleben hat. Dabei entwickelt man sowohl spontane Sympathien, als auch Abneigungen. Denn die einzelnen Familienmitglieder haben unterschiedliche Ziele und Träume. Und diese lassen sich nicht immer miteinander vereinbaren. Alle Handlungsstränge sind durchgehend interessant. Durch die ständigen Wechsel gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch dann kaum noch aus der Hand legen. Man fiebert mit den Charakteren mit und beobachtet gespannt, welche Überraschungen das Schicksal für sie bereithält. Es kommt zu einigen unvorhergesehenen Wendungen und Intrigen. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.

Ein grandioser Auftaktband, der dafür sorgt, dass man unbedingt erfahren möchte, wie es bei den Hansens weitergeht.

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Veröffentlicht am 31.05.2020

Spannende Cold-Case-Ermittlungen

Enna Andersen und das verschwundene Mädchen
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Nach einer beruflichen Auszeit tritt Hauptkommissarin Enna Andersen wieder ihren Dienst an. Von der neuen Stelle ist sie zunächst wenig begeistert. Denn sie soll eine neue Abteilung leiten, die sich mit ...

Nach einer beruflichen Auszeit tritt Hauptkommissarin Enna Andersen wieder ihren Dienst an. Von der neuen Stelle ist sie zunächst wenig begeistert. Denn sie soll eine neue Abteilung leiten, die sich mit alten, bisher ungelösten Fällen befasst. An ihre Seite gestellt bekommt sie einen degradierten Oberkommissar, eine frisch gebackene Kommissarin, ein neues Büro und jede Menge alte Fälle. Per Losverfahren entscheidet sich das Team schließlich dazu, das Verschwinden von Marie Hansen zu untersuchen. Das Mädchen befand sich damals auf einer Klassenfahrt auf der Insel Wangerooge und verschwand eines nachts spurlos. Die erneuten Ermittlungen scheinen zunächst in eine Sackgasse zu führen, doch dann ergeben sich tatsächlich erste Hinweise darauf, dass dieser Fall doch noch gelöst werden kann...

Der Einstieg in diesen Krimi gelingt mühelos. Denn man kann sich sofort mit der Hauptkommissarin Enna Andersen identifizieren und verfolgt deshalb gespannt, die Entstehung der neuen Abteilung. Die drei Charaktere, die nun gemeinsam an den alten Fällen arbeiten, sind sehr unterschiedlich und deshalb ist es für alle zunächst nicht einfach, sich mit der neuen Stelle und den Kollegen zu arrangieren.

Der Autorin gelingt es hervorragend, das Interesse an diesem neuen Team und dem Fall, der nun zu bearbeiten ist, zu wecken. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Man kann sich deshalb ganz auf das Team und die Ermittlungen einlassen. Im Verlauf der Ereignisse erfährt man einiges aus dem Privatleben von Enna Andersen. Dieser Nebenstrang drängt sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern fügt sich harmonisch in den Krimi ein.
Man könnte meinen, dass ein alter Fall kaum Spannung bieten kann. Doch das ist definitiv nicht der Fall, denn man gerät relativ früh in den Sog der Ereignisse und wird dazu angeregt, eigene Ermittlungen anzustellen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn dieser alte Fall hat es in sich und hält einige Überraschungen bereit. Deshalb folgt man gespannt dem Geschehen und versucht, die Puzzleteilchen, die man während der Ermittlungen erhält, zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Die Spannung kann dabei nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigt zum Ende hin noch einmal enorm an. Denn dann überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Im großen Finale hat man zwar das Gefühl, dass einiges etwas zu glatt und reibungslos verläuft, doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ein spannender Auftakt, zu einer Reihe, die hoffentlich bald fortgesetzt wird.

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Veröffentlicht am 28.05.2020

Für mich definitiv der beste Band der Reihe!

Düstere Provence
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Der ehemalige Gangsterboss Louis Rey wird nach 25 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Kurz danach werden drei Männer ermordet. Auf den ersten Blick scheint es keine Verbindung zwischen den Taten zu ...

Der ehemalige Gangsterboss Louis Rey wird nach 25 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Kurz danach werden drei Männer ermordet. Auf den ersten Blick scheint es keine Verbindung zwischen den Taten zu geben. Doch bei dem ehemaligen Commissaire Albin Leclerc schrillen die Alarmglocken. Denn jeder der getöteten Männer hat damals seinen Teil dazu beigetragen, Louis Rey von seinem Thron zu stoßen und ihn ins Gefängnis zu bringen. Für Albin Leclerc ist klar, dass Rey auf einem Rachefeldzug ist und unbedingt gestoppt werden muss. Deshalb beginnt er sich in die Ermittlungen einzumischen. Die Zeit drängt, denn Albin Leclerc ahnt, dass er selbst ebenfalls auf der Liste des ehemaligen Gangsterbosses steht....

"Düstere Provence" ist mittlerweile der fünfte Fall, den der bereits pensionierte Kommissar, gemeinsam mit seinem Mops Tyson, aus dem Ruhestand verfolgt. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann mühelos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat. Um die Weiterentwicklung der Charaktere und die, der privaten Nebenhandlungen zu verfolgen, empfiehlt sich aber, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Wobei Leclercs Ermittlungen im Zentrum der Ereignisse stehen. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel ist die Handlung von Anfang an interessant und abwechslungsreich.

Auch in diesem Band versteht es der Autor wieder hervorragend, die sommerliche Provence so lebendig zu beschreiben, dass man beinahe meint, die glühende Hitze selbst zu spüren. Die Charaktere wirken äußerst lebendig. Albin Leclerc hat sich noch nicht verändert. Er ist und bleibt ein Original. Auch in diesem Band gelingt es ihm mühelos, seine ehemaligen Kollegen, durch seine eigenmächtigen Aktionen, an den Rand der Verzweiflung zu treiben. Doch Leclerc wäre nicht er selbst, wenn ihn das auch nur im Ansatz kümmern würde. Gemeinsam mit Mops Tyson bildet er wieder ein unschlagbares Team.

Der aktuelle Fall hat es in sich. Die Spannung ist sofort spürbar und steigert sich im Verlauf der Handlung stetig. Dadurch gerät man bereits früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch nur ungern aus der Hand legen. Das Ganze gipfelt in einem atemberaubenden Finale, das im Hinblick auf Spannung und Nervenkitzel keine Wünsche offen lässt.

Für mich definitiv der bisher beste Band der Reihe!

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Veröffentlicht am 26.05.2020

Überraschend spannend

Versuchung zum Aperitif
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Sasha Budanov kehrt nach Jahren zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend. Zurück ins Elite-Internat "Richter". Hier hat sie alles gelernt, was nötig für ihren Job als Personenschützerin ist und sogar ...

Sasha Budanov kehrt nach Jahren zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend. Zurück ins Elite-Internat "Richter". Hier hat sie alles gelernt, was nötig für ihren Job als Personenschützerin ist und sogar einiges mehr. Denn das, was im Internat in geheimen Unterrichtsstunden gelehrt wird, ahnen nur die Wenigsten. Sasha kehrt zurück, um Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Dabei lernt sie den attraktiven AJ Hofmann kennen, der auf der Suche nach dem Mörder seiner Schwester ist. Sasha lässt sich darauf ein, AJ zu helfen. Sie ahnt nicht einmal im Ansatz, wie gefährlich diese Entscheidung ist und was sie für ihre Zukunft bedeutet.

"Versuchung zum Aperitif" ist der fünfte Band der "Diesmal für immer"-Reihe. Im Zentrum der Handlung steht dieses Mal Sasha Budanov. Um die Weiterentwicklung der Charaktere zu beobachten und die Nebenhandlungen zu genießen, ist es sicher sinnvoll, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Das ist aber nicht zwingend notwendig, da man der aktuellen Handlung um Sasha auch dann problemlos folgen kann, wenn man noch keinen Teil der Serie kennt.

Covergestaltung und Inhaltsangabe legen die Vermutung nahe, dass es sich um einen reinen Liebesroman handelt. Doch dieses Buch hat viel mehr zu bieten, als eine einfache Romanze. Denn der Autorin gelingt es vom ersten Moment an, durch interessante Charaktere und eine spannende Handlung zu überzeugen. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen der Hauptprotagonisten bemerkt man zwar das berühmte Knistern zwischen den beiden, doch zu übertrieben romantischen Liebesszenen kommt es zunächst nicht. Denn das ist einfach nicht Sashas Stil. Man merkt, dass sich die beiden zueinander hingezogen fühlen und kann einige humorvolle Wortgefechte genießen.

Der Fokus der Handlung liegt eher auf der spannenden Suche nach dem Mörder von AJ's Schwester und den geheimnisvollen Vorgängen im Elite-Internat. Deshalb hat man manchmal das Gefühl, dass man einen Agenten-Thriller liest und keinen Liebesroman. Doch das ist auch gut so, denn diese Geschichte passt perfekt zu Sasha und bietet einiges an Spannung. Deshalb gerät man auch früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist.

Eine gelungene Mischung aus Spannung, Action und Liebe!

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Veröffentlicht am 26.05.2020

Spannender Pageturner!

Möwentod
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In Stralsund versucht eine Privatdetektivin Kontakt zu einem Informanten aufzunehmen. Wenig später wird sie ermordet aufgefunden. Greta Silber und Hardy Finkel nehmen die Ermittlungen auf. Der Fall ist ...

In Stralsund versucht eine Privatdetektivin Kontakt zu einem Informanten aufzunehmen. Wenig später wird sie ermordet aufgefunden. Greta Silber und Hardy Finkel nehmen die Ermittlungen auf. Der Fall ist äußerst rätselhaft und nimmt unerwartete Ausmaße an. Die beiden erfahrenen Ermittler geraten immer wieder in große Gefahr. Es hat außerdem den Anschein, dass jemand mit allen Mitteln versucht, die Aufklärung zu verhindern….

„Möwentod“ ist nach „Küstenstill“ der zweite Fall für Greta Silber und Hardy Finkel. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat.

Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos, denn Elias Haller versteht es vom ersten Moment an, das Interesse an der Handlung zu wecken. Man möchte unbedingt erfahren, was es mit dem Mord an der Privatdetektivin auf sich hat. Schon bald stellt sich heraus, dass der Tod der Privatermittlerin und die damit verbundenen polizeilichen Ermittlungen unerwartet harte Reaktionen auslösen. Deshalb stellt man sich die Frage, was genau dahintersteckt und wer ein Interesse daran haben könnte, dass dieser Fall schnell zu den Akten gelegt wird. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Es geht Schlag auf Schlag, sodass man einige Male gespannt den Atem anhält und nicht weiß, wie man alles einordnen soll.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel oft an entscheidenden Stellen stattfinden, entwickelt die Story ein hohes Tempo. Unerwartete Wendungen sorgen außerdem dafür, dass man die eigenen Ermittlungen, die man beim Lesen angestellt hat, über den Haufen werfen und neu ansetzen muss. Dadurch bleibt die früh aufgebaute Spannung nicht nur durchgehend erhalten, sondern kann sich bis zum Ende stetig steigern.

Ein durchgehend spannender Thriller, mit einem sympathischen Ermittlerduo. Bitte mehr davon!

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