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Veröffentlicht am 26.12.2017

Eine geniale Idee und gute Umsetzung

Mein Tag ist deine Nacht
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„Mein Tag ist deine Nacht“ von Melanie Rose ist ein sehr berührender Roman über das Leben (und Sterben) zweier Frauen, die auf eine ungewöhnliche Art und Weise miteinander verbunden sind.

Jessica hat ...

„Mein Tag ist deine Nacht“ von Melanie Rose ist ein sehr berührender Roman über das Leben (und Sterben) zweier Frauen, die auf eine ungewöhnliche Art und Weise miteinander verbunden sind.

Jessica hat sich bei der ersten Begegnung mit Dan Hals über Kopf in ihn verliebt. Doch bevor die beiden sich auch nur irgendwie näherkommen können, wird sie vom Blitz getroffen. Als sie im Krankenhaus aufwacht, muss sie feststellen, dass nicht Dan bei ihr ist, sondern ein fremder Mann mit vier Kindern auf sie wartet und sie für Lauren hält, seine Frau und die Mutter der Kinder, die zur gleichen Zeit vom Blitz getroffen worden ist.

Schnell muss sie feststellen, dass sie Laurens Leben lebt, wenn Jessica schläft, und Jessicas Leben lebt, wenn Lauren schläft. Wie soll sie mit diesem Doppelleben und vor allem dem fremden Mann und den Kindern klarkommen und welcher höhere Sinn steckt hinter dem Ganzen?

Jessica ist ein offener, herzlicher Mensch. Sie liebt ihre Arbeit und will Karriere machen, statt sich fest zu binden. Als Lauren muss sie mit gänzlich neuen Dingen klarkommen: den Alltag mit vier Kindern zu managen erweist sich als schwieriger, als sie sich vorstellen konnte. Und während Lauren und ihr Mann eher in einem sterilen Umfeld lebten, die Kinder an Kindermädchen abgeschoben hatten und Eheprobleme hatten, verändert Jessica so nach und nach die Regeln in Laurens Haushalt. Nicht nur ihr Mann und die Kinder, sondern auch Laurens Schwester und die Nachbarn stellen schnell fest, dass sich Lauren seit dem Blitzschlag sehr verändert hat – was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn Jessica hat natürlich keinerlei Erinnerungen an Laurens Leben.

Laurens Charakter vor dem Blitzschlag wird durch die Aussagen der Kinder, des Ehemannes und der Schwester verdeutlicht. Auch wenn sie mit Sicherheit ihr Bestes im Umgang mit den Kindern gegeben hat, erschien sie mir recht kalt, egoistisch und oberflächlich.
Grant, ihr Ehemann kommt mit der neuen Situation nicht zurecht. Er glaubt Lauren/Jessica nicht, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat und versucht mit unschönen Mitteln Lauren/Jessica wieder zurückzugewinnen. Er ist mir ebenfalls sehr unsympathisch gewesen, ebenfalls egoistisch, oberflächlich, schwach, unselbstständig und ein Ordnungsfanatiker.

Dan dagegen ist ein absoluter Sympathieträger. Er ist herzlich und offen wie Jessica, hilfsbereit, kümmert sich rührend um seinen alten Herrn und hilft auch gerne und bereitwillig Jessica, obwohl die sich gerade erst kennengelernt haben.

Der Schreibstil ist flüssig und das Buch liest sich viel zu schnell weg. Die Geschichte wird aus Jessicas Sicht geschildert. Die Charaktere – allen voran Jessica - sind gut beschrieben. Ich konnte mich gut in Jessica hineinversetzen. Die bizarre Situation, in der sie sich befunden hat, wurde sehr anschaulich dargestellt. Automatisch habe ich mich gefragt, wie ich mit dieser Situation umgegangen wäre. Dafür, dass Jessica überzeugter Single ist und keine Kinder hat, schlägt sie sich erstaunlich gut mit den vier Kindern. Desgleichen stellt sich bis zum Schluss die Frage, welcher höhere Sinn (wenn es denn einen gibt) dahintersteckt, wie Jessica aus diesem Schlamassel wieder herauskommen kann und was schlussendlich aus den Kindern wird.

Das Cover ist etwas neutral und sagt nicht viel aus. (Ich habe eine andere Ausgabe, als die hier gezeigte, aber auch dieses Cover hier finde ich nichtssagend) Hier hätte man einen besseren Eyecatcher zaubern können. Ich bin nur durch Zufall (oder Schicksal?) auf das Buch gestoßen. Das Cover an sich hätte mich nicht angesprochen, nur der Klappentext hat mich zum Verkauf verleitet.

Fazit:
Eine geniale Idee und gute Umsetzung. Trotz Liebesroman war es mal ein erfrischend anderes Setting. Klare Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 21.12.2017

Locker, leichte Lektüre für alle Fans von Liebesromanen und leichter Kost

Taste of Love - Mit Sehnsucht verfeinert
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Im vierten Band der „Köche von Boston“-Reihe „Taste of Love – Mit Sehnsucht verfeinert“ von Poppy J. Anderson treffen wir auf Hayley und Scott.

Hayley ist die neue Sou-Chefin von Nick (ihn kennen wir ...

Im vierten Band der „Köche von Boston“-Reihe „Taste of Love – Mit Sehnsucht verfeinert“ von Poppy J. Anderson treffen wir auf Hayley und Scott.

Hayley ist die neue Sou-Chefin von Nick (ihn kennen wir bereits aus den vorherigen Teilen). Nachdem sie vor drei Jahren aus Boston abgehauen ist, um ihrem alten Leben und Scott zu entfliehen, ist sie jetzt zurückgekehrt, um in Nicks neuem Restaurant anzufangen. Bei der Einweihungsfeier begegnet sie prompt ihrem Ex-Verlobten Scott, einem erfolgreichen Geschäftsmann, und muss feststellen, dass sie doch noch nicht, wie gehofft, über ihn hinweg ist. Auch Scott hat die Trennung und die plötzliche Flucht von Hayley nie verdaut und setzt alles daran, Hayleys Herz zurückzuerobern. Allerdings ist fraglich, ob seine Methoden (sie eifersüchtig machen, ihr in die Beziehung mit ihrem Dad reinreden) bei Hayley so gut ankommen. Außerdem steht immer noch der Grund für Hayleys Flucht zwischen ihnen und liefert jede Menge Zündstoff.

Wie schon bei den vorangegangenen Bänden wird die Geschichte von Hayley und Scott abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt. Hinzu kommen hier teilweise noch Einschübe aus der Vergangenheit, um die Ereignisse, die in den sieben Jahren Beziehung aufgetreten sind, zu erläutern. So erhält der Leser ein rundes Bild von den beiden und deren Vergangenheit.
Die Begegnungen zwischen Hayley und Scott sind größtenteils sehr amüsant (z.B. die Versteigerung – wer oder was da versteigert wird, verrate ich nicht ?) und die Dialoge sind ebenfalls gelungen. Deren Beziehung gleicht ein wenig der Beziehung von Feuer und Eis, so dass man manchmal zweifelt, ob es mit den beiden überhaupt gut gehen kann. Wie sie vor ihrer Trennung sieben Jahre in absoluter Harmonie und Glückseligkeit verbracht haben sollen, ist kaum vorstellbar.

Und genau das ist dann auch der Punkt, bei dem ich mir in der Geschichte etwas schwergetan habe. Auf der einen Seite heißt es immer wieder, wie harmonisch und vertraut deren Beziehung gewesen ist, dass sie über alles miteinander gesprochen haben und sich alles erzählen konnten. Aber auf der anderen Seite basiert deren Trennung hauptsächlich auf einem riesengroßen Missverständnis ausgelöst durch mangelnde Kommunikation. Das vorangegangene Ereignis war heftig und entsprechend kann ich auch deren Reaktionen nachvollziehen, aber eine absolut intakte Beziehung, in der man sich vertraut und sich alles anvertraut (so wie behauptet) sollte so etwas aushalten und die Missverständnisse aufdecken, bevor es derart eskalieren kann.

Das Ende und die Versöhnung kommen dann leider auch etwas zu schnell und zu kurz.

Der Schreibstil ist angenehm und das Buch liest sich sehr schnell und flüssig. Neben den beiden Protagonisten tauchen auch die Charaktere aus den drei Vorgängerbüchern wieder auf, aber sowohl die als auch die sonstigen Nebenfiguren (Hayleys Vater oder Scotts Freund) bleiben eher im Hintergrund und erhalten nur eine Statistenrolle.

Das Cover ist im ähnlichen Stil gehalten wie die anderen Bände und wirkt sehr ansprechend und passend zur Kochszenerie.

Was mir bereits im dritten Teil aufgefallen ist, den ich mir als Ebook gekauft hatte, hat sich jetzt im vierten Teil bestätigt: Die Rezepte am Anfang und am Ende der Bücher gibt es leider (bislang) nur in der Printversion. Ich hoffe sehr, dass der Verlag meine Anregung annimmt und dies ändert, denn Ebooks als B-Ware zu behandeln finde ich schade – zumal der Preis doch recht ähnlich ist.

Fazit:
Locker, leichte Lektüre für alle Fans von Liebesromanen und leichter Kost. Die Erwartungen von ein paar schönen Lesestunden wurden erfüllt und der Inhalt erfüllt die Erwartungen, die man an das Genre stellen kann.

Ich bedanke mich bei Bastei Lübbe und der Lesejury für das Vorabrezensionsexemplar. Dies hat meine Bewertung nicht beeinflusst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Humor
  • Gefühl
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 16.12.2017

Schöne Lesestunden, die einen ins Mittelalter abtauchen lassen

Foy und der Ring des Mauren
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Das Buch „Foy und der Ring des Mauren“ von Katharina Münz ist ein historischer Roman mit einem Hauch Fantasy, der im Jahr 882/883 in Worms und Dänemark angesiedelt ist. Das Buch ist am 15. Mai 2017 erschienen. ...

Das Buch „Foy und der Ring des Mauren“ von Katharina Münz ist ein historischer Roman mit einem Hauch Fantasy, der im Jahr 882/883 in Worms und Dänemark angesiedelt ist. Das Buch ist am 15. Mai 2017 erschienen.

Foy ist eine dunkelhäutige Magd in Worms, die den (nächtlichen) Launen ihres Herrn ausgesetzt ist. Auf dem Ostermarkt trifft sie einen gutaussehenden, ihr freundlich gesonnenen Fremden, dem sie, in der Hoffnung auf eine heiße, heimliche Liebesnacht, Zugang zur Stadt gewährt.
Doch der Fremde hat es nicht nur auf Foys Herz abgesehen, sondern auch auf die Schätze der Wormser Stadt, die er mit Hilfe seiner dänischen Krieger plündert.
Ist Foy vom Regen in die Traufe gekommen, und für ihn nur weitere Kriegsbeute, oder meint er seine freundlichen Worte ihr gegenüber ehrlich? Wie kann jemand, der so brutal mit seinen Feinden umgeht, so zärtlich sein? Kann Foy, die bisher so viel Schlechtes erlebt hat, einem dänischen Barbaren vertrauen?
Eine aufregende Reise von Worms bis in die Heimat des Dänen beginnt, und für Foy ein neues Leben voller Angst, Gefühle und magisch-göttlicher Begegnungen.

Der Schreibstil ist sehr bildlich und flüssig („Im Hof der Pfalz, der noch still und verschlafen daliegt, dampft der gestampfte Lehmboden den Reif der Nacht unter den durchdringenden Strahlen der Sonne aus.“). Es liest sich einfach so runter und das Kopfkino läuft automatisch – gut, bei den Kampfszenen hätte ich mir manchmal weniger Bilder gewünscht .

Der Verlauf der Geschichte hat mir gefallen. Foys Ängste und Zweifel langsam weichen zu sehen, mitzuerleben, wie ein zartes Band zwischen Foy und Bjørgyn entsteht, und am Ende zu bangen, wie es ausgehen wird. Lediglich die Geschichte mit Foys Ring hätte in meinen Augen mehr Raum einnehmen dürfen, da dieser immerhin Namensgeber für das Buch war.

Die Ich-Erzählperspektive vermittelt dem Leser deutlich Foys Gefühlswelt. Ich konnte ihre Liebe, Unsicherheit, Unruhe, Angst, Enttäuschung, Wut gut nachempfinden. Ihre anfangs etwas derbe Aussprache lockert das Buch auf.

Trotz der Ich-Perspektive konnte ich auch Bjørgyn und seine Gefühle gut nachempfinden.

Die damaligen christlichen und heidnischen Bräuche werden meiner Meinung nach interessant und sehr detailliert geschildert, ebenso die Kleidung und Lebensweise. Man kann sich gut in diese Zeit hineinversetzen.

Auf dem Cover ist eine südländische Frau in altertümlicher Kluft zu sehen. Es ist recht schlicht gehalten, aber durchaus ansprechend. Im Buch selbst sorgen Zeichnungen (eine Walküre und der Ring) am Beginn eines Kapitels und am Ende für optische Highlights.

Die im Buch enthaltenen Personenverzeichnisse und die Hilfe zur Aussprache können dem Leser helfen, einen Überblick zu bewahren und mit den für uns ungewöhnlichen Namen besser zurecht zu kommen.

Fazit:

Die Geschichte um Foy hat mir ein paar schöne Lesestunden beschert, in denen ich in die Zeit des Mittelalters abtauchen konnte. Foy ist mir mit ihrer scheinbar taffen Art und doch in Wirklichkeit so unsicherem Gemüt ans Herz gewachsen. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung. Katharina Münz Schreibstil ist wunderbar.

Veröffentlicht am 16.12.2017

Eine gelungene Fortsetzung der Schildmaid-Saga

Falkenherz
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Das Buch „Falkenherz – Bewährung der Schildmaid“ von Katharina Münz ist der dritte Teil der Schildmaid-Saga, einer historischen Saga, die im Jahr 882/883 in Dänemark und Britannien angesiedelt ist. Das ...

Das Buch „Falkenherz – Bewährung der Schildmaid“ von Katharina Münz ist der dritte Teil der Schildmaid-Saga, einer historischen Saga, die im Jahr 882/883 in Dänemark und Britannien angesiedelt ist. Das eBook ist im Oktober 2016, das Taschenbuch im November 2016 erschienen.

Nachdem Melwyn ihren geliebten Ifill geheiratet hat, könnten die beiden auf dem schwiegerväterlichen Hof ein „ruhiges, friedliches“ Leben führen. Doch Melwyn treibt die Sorge um ihre noch in Cornwall versklavte Mutter um, so dass es sie drängt, mit Ifill dorthin zu reisen und sie zu retten.

Aber bis Cornwall ist es ein weiter Weg mit vielen teils schönen, teils widrigen Hindernissen, die sich Melwyn in den Weg stellen. Sowohl ihre Kampfkünste als Schildmaid als auch ihre Liebe zu Ifill werden mehrfach auf die Probe gestellt.
Kann sie diese bestehen und schafft sie es, ihre Mutter zu retten?

Die Hauptcharaktere in dem Buch sind:
- Melwyn: Melwyn ist die 19jährige Bastard-Tochter des Burgherrn von Luxulyan und einer dänischen Sklavin. Nachdem sie von Cornwall nach Köln gereist war, wo sie von Dänen versklavt wurde, hatte sie ihren Ifill kennengelernt, der sie als Schildmaid ausgebildet hat, sie freigelassen hat und die beiden verliebten sich ineinander (Teil 2 der Schildmaid-Saga). Melwyn ist in einem christlichen Haushalt aufgewachsen, hat aber durch ihre heidnische Mutter auch Kontakt zu der dänischen Religion gehabt – allerdings nur geringfügig, da Strafen darauf standen, dänisch zu sprechen oder heidnische Rituale auszuführen. Dadurch dass ihre Mutter eine Sklavin ist, fehlt Melwyn in vielen Dingen das Wissen um die heidnischen Bräuche, aber auch um die zwischenmenschlichen Beziehungen. In ihrer Heimat galt sie immer als zu groß und plump, wohingegen sie unter den Dänen vergleichsweise klein und zierlich wirkt. Trotzdem sitzt das Gefühl der Hässlichkeit bei ihr sehr tief, ebenso das Gefühl wertlos zu sein.

- Ifill: Ifill ist ein junger, hühnenhafter Däne, der bei dem Überfall in Köln dreimal verhindert, dass Melwyn sich tötet, er bildet Melwyn als Schildmaid aus und verliebt sich in sie (Teil 2 der Schildmaid-Saga). Er bringt Melwyn zu seinem elterlichen Hof und heiratet sie. Ifill trägt Melwyn auf Händen und würde alles für sie tun, allerdings ist er ebenfalls in mancher Hinsicht etwas unbeholfen/befangen, so dass es zwischen den beiden zu Missverständnissen aufgrund mangelnder Kommunikation kommt.

Falkenherz beinhaltet viele Rückblenden auf Melwyns Vergangenheit, die es auch Lesern ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Bände möglich machen müssten, dem Erzählstrang zu folgen. Durch die recht kurzgehaltenen Rückblenden in Form von Erinnerungen oder Dialogen wirkten sie aber auch auf mich, die ich die beiden vorherigen Teile gelesen habe, nicht als störend oder unnötige Wiederholung, sondern sie fügten sich gut in die Geschichte ein.

Die Geschichte ist in sich stimmig, der Schreibstil sehr angenehm und flüssig. Im Laufe der drei Bände habe ich Melwyn gut kennengelernt und ihre Gedankengänge nachvollziehen können, sodass einige Ereignisse bzw. Reaktionen Melwyns für mich vorhersehbar waren, wobei es auch durchaus einige für mich unerwartete Wendungen insbesondere in Melwyns Umkreis gab. Der Verlauf der Geschichte hat mir gefallen, ebenso die Entwicklung der Ereignisse und wie sich am Ende alles zusammenfügt und sich der Kreis schließt.

Die Ich-Erzählperspektive vermittelt dem Leser deutlich Melwyns Gefühlswelt. Ich konnte ihre Liebe, Unsicherheit, Unruhe, Angst, Enttäuschung, Wut gut nachempfinden. Und ihre Unwissenheit in manchen Bereichen des zwischenmenschlichen Lebens ließen mich so des Öfteren schmunzeln.
Da sie ihre Unbedarftheit bereits im zweiten Teil zu einem Großteil verloren hat, empfand ich ihren Reifeprozess im Verlauf dieses Buches nicht so stark wie im zweiten Teil, aber durch ihre neue Verantwortung und ihr Bestreben (Runen) lesen und schreiben zu lernen, wächst ihr Charakter durchaus auch in diesem Buch.

Ifills und Myghals Charakter werden trotz der Ich-Erzählperspektive gut herausgearbeitet. Auch die anderen Charaktere erscheinen mir in diesem Buch plastischer rüberzukommen, als noch im vorherigen.
Die damaligen christlichen und heidnischen Bräuche werden meiner Meinung nach interessant und sehr detailliert geschildert, ebenso die Kleidung und Lebensweise. Man kann sich gut in diese Zeit hineinversetzen.

Das Cover gefällt mir sehr gut, die Kombination der Farbe, der Zeichnung und der Tribals finde ich sehr ansprechend.

Die im Buch enthaltenen Personenverzeichnisse und Stammbäume können dem Leser das Verstehen der diversen Beziehungen der Personen untereinander erleichtern, allerdings sollte man sie überblättern, falls man nicht im Voraus Hinweise zu Ereignissen erhalten möchte.

Fazit:
Obwohl der zweite Teil bereits ein Ende hatte, mit dem man gut hätte leben können, ist Falkenherz eine gelungene Fortsetzung der Schildmaid-Saga und auf jeden Fall lesenswert. Mir hat die komplette Saga sehr gut gefallen, und ich werde Melwyns herrlich erfrischende, manchmal naive Art vermissen. Sie hat sich in mein Herz gekämpft, und ich freue mich auf weitere Bücher dieser Art.

Auch wenn man Falkenherz sehr wahrscheinlich gut ohne Vorkenntnisse der beiden vorherigen Teile lesen kann, würde ich doch ein chronologisches Lesen empfehlen, einfach weil die Geschichte um Melwyn sehr schön ist und einem doch viele Details verloren gingen.

Veröffentlicht am 16.12.2017

Ein schöner Roman über eine interessante Familiengeschichte mit einem leider unbefriedigenden Ende.

Funkenflug
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In Funkenflug, dem neuen Roman von Izabelle Jardin (31.10.2017 erschienen), vereint die Autorin die Geschichten von zwei Frauen.

Faye hat in Constantin die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch sein Vater ...

In Funkenflug, dem neuen Roman von Izabelle Jardin (31.10.2017 erschienen), vereint die Autorin die Geschichten von zwei Frauen.

Faye hat in Constantin die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch sein Vater hält die Beziehung nicht für standesgemäß und lässt keine Gelegenheit aus, dies Faye spüren zu lassen. Eine Hochzeit der beiden kommt für ihn überhaupt nicht in Frage.

Als Faye Constantin auf das Schloss seiner Ahnen zu einer Feier begleitet, erfährt sie einen Teil der Geschichte seiner Urgroßmutter Clara. Im Jahre 1851 fand ihre nicht-standesgemäße Verlobung statt, doch danach überstürzten sich die Ereignisse, so dass Claras Leben eine völlig neue, unerwartete, schicksalsreiche Entwicklung nahm.

Fasziniert von Clara und ihrer Geschichte recherchiert Faye immer weiter, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, bis sie (fast) alle Puzzleteile von Claras Leben zusammensetzen kann.

Funkenflug ist aus der Sicht von Faye geschrieben. Claras Geschichte wird immer wieder zwischenreingeschoben, wenn Constantin Faye weitere Abschnitte aus Claras Leben erzählt. Die Gegenwart und die Vergangenheit zeigen oft leichte Parallelen, so dass man sich als Leser so manches Mal fragt, was die beiden Frauen miteinander verbindet und woher die äußerliche Ähnlichkeit kommt.

Beide Frauen sind sehr stark und haben in ihrem Leben schon so einiges durchgemacht. Sie sind sehr anpassungsfähig und besonders Clara neigt dazu, in jeder Situation das Positive zu sehen und sich an die (noch so widrigen) Umstände anzupassen und das Beste aus ihrem Leben zu machen. Ich als Leser konnte mich sehr gut, in beide Frauen hineinversetzen, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich so manche Situation nicht so ohne Weiteres durchgestanden hätte.

Achtung! Ab hier könnte es Spoiler enthalten:



Claras Geschichte lässt einen nicht mehr los und man ist genauso gespannt wie Faye, wie es weitergeht. Das Ende des Buches fand ich leider etwas unbefriedigend. Dass man nicht alle Details aus einem vergangenen Leben kennen kann, leuchtet mir ein. Aber ich hätte mir etwas mehr Infos über Fayes weiteres Leben gewünscht – wie geht deren Situation zu Hause weiter? Wie arrangieren sie sich mit Constantins Vater? Heiraten die beiden?
Und auch zu Claras Haus hätte ich gerne noch mehr erfahren. Des Weiteren hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass noch irgendeine Verbindung zwischen Clara und Faye zutage kommt.

Das Cover ist sehr schön. Es zeigt eine Frau (Clara?) in einem wunderschönen Kleid vor einem funkensprühenden Himmel. Man assoziiert das Bild gleich mit Claras Verlobungsfeier.

Fazit:
Ein schöner Roman über eine interessante Familiengeschichte mit einem leider unbefriedigenden Ende.