Profilbild von Kleinbrina

Kleinbrina

Lesejury Star
offline

Kleinbrina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kleinbrina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2017

Gut durchdachte Kurzgeschichte

Der Hometrainer
0

„Der Hometrainer“ ist eine knapp sechzig Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland in der Kurzgeschichten-Sammlung „Sunset“ erschienen ist. Da ich schon viele Kurzgeschichten aus der „Story Selection“-Reihe ...

„Der Hometrainer“ ist eine knapp sechzig Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland in der Kurzgeschichten-Sammlung „Sunset“ erschienen ist. Da ich schon viele Kurzgeschichten aus der „Story Selection“-Reihe von Stephen King gelesen habe, musste auch diese unbedingt auf meinem Reader landen und ich muss sagen, das mich der Autor wieder einmal überzeugen konnte.

Stephen King konnte dabei wieder einmal mit seinem grandiosen Schreibstil bei mir punkten: Stellenweise salopp, immer direkt, es wird nichts beschönigt und gleichzeitig kann man sich in nahezu jeden einzelnen Moment hineinversetzen, sodass "Der Hometrainer" letztendlich sehr gut durchdacht wirkt. Gleichzeitig kommt die Geschichte in diesem Fall komplett ohne Horror aus, sondern zeigt eher auf, wie sehr sich ein Mensch in etwas hineinsteigern kann, wenn er von einer gewissen Einsamkeit getrieben wird.

Erzählt wird hierbei die Geschichte von Richard Sifkitz, einem freischaffenden Künstler, der seit dem Tod seiner Ehefrau alleine lebt und zu wenig auf sich selbst und seine Gesundheit achtet. Als dieser von seinem Arzt eine verheerende Diagnose erhält, da sein Übergewicht langsam krankhaft ist, krempelt dieser sein Leben um und kauft sich einen Heimtrainer, auf dem er täglich zwei Stunden radelt. Während dies seiner Gesundheit zwar gut tut, driftet Richard psychisch immer mehr ab, denn er verliert immer mehr den Blick zur Realität, denn er erfindet vier Männer und malt sie auf Leinwand, die täglich harte Arbeit verrichten, um seinen Cholesterinwert auf Vordermann zu bringen, was sich jedoch immer mehr in einen kleinen Wahn entwickelt...

Wer hier einen Thriller oder gar Horror erwartet, der wird bei "Der Hometrainer" sicherlich enttäuscht sein, wer sich jedoch mehr mit der menschlichen Psyche beschäftigen möchte, erhält hier ein Paradebeispiel von einem einsamen Mann, der sich immer mehr seiner Phantasie hingebt und die Realität vollkommen verdrängt.

Das Cover ist sehr schlicht, einfarbig und hebt lediglich den Namen des Autors und den Buchtitel hervor, was zwar kein Hingucker, aber dennoch in Ordnung ist. Die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, denn diese liest sich so interessant, dass ich direkt mehr über Richard und sein Leben erfahren wollte.

Kurz gesagt: „Der Hometrainer“ ist eine unterhaltsame und nachdenklich stimmende Kurzgeschichte, die mich mal wieder voll und ganz überzeugen konnte. Somit kann ich auch diese Geschichte nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 09.07.2017

Unsympathische Figuren und eine viel zu vorhersehbare Geschichte

Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte
0

"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" gehört zu den Büchern, die leider viel zu lange ungelesen in meinem Regal standen, von daher war es nun endlich an der Zeit, dass ich auch ...

"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" gehört zu den Büchern, die leider viel zu lange ungelesen in meinem Regal standen, von daher war es nun endlich an der Zeit, dass ich auch diesem Buch endlich eine Chance gebe. Da die Bewertungen bislang fast allesamt positiv waren, hatte ich hier hohe Erwartungen, muss aber gestehen, dass ich am Ende doch ein wenig enttäuscht war.

Positiv ist erst einmal, dass sich die Geschichte durchweg flüssig liest und ich somit geradezu durch das Buch geflogen bin. Auch an Humor un Sarkasmus mangelt es der Geschichte nicht, was mir ebenfalls gut gefallen und mich unterhalten hat. Hier muss man allerdings auch zugeben, dass der Schreibstil nur wenig Anspruch mit sich bringt und sehr einfach gehalten ist, was ich wiederum schade finde, denn hier war deutlich mehr drin.

Auch die Figuren waren für mich leider nicht das Gelbe vom Ei, denn die meisten von ihnen waren mir schlichtweg unsympathisch und zum Teil auch nicht authentisch. Mein größtes Problem war hierbei Julie, die ich nicht nur als sehr kindisch und aufdringlich empfand, sondern auch als sehr oberflächlich. So findet sie nahezu immer einen Grund, um sich über andere lustig zu machen und muss dies selbstverständlich auch direkt auf Facebook breittreten, was mich jedoch nur genervt hat.

Eigentlich wollte Julie in Boston ihr neues Leben genießen: Die ersten Tage auf dem College, eine eigene Wohnung und neue Freunde. Doch dies gestaltet sich als schwierig, als sie erkennen muss, dass es gar keine Wohnung gibt. Vollkommen durcheinander kontaktiert sie ihre Mutter, die jedoch schnell eine Lösung parat hat: Ihre alte Studienfreundin, die sie direkt aufnimmt und in ihrer Familie willkommen heißt. Dabei trifft Julie auch auf ihre Kinder Matt und Celeste, die beide sehr eigen sind. Während Matt ein Nerd ist und eher für sich bleibt, ist Celeste mit ihren dreizehn Jahren kein gewöhnliches Kind, denn diese liebt ihren Bruder Finn so sehr, dass sie ihn ständig als lebensgroße Pappfigur mit sich herumträgt. Da Finn derzeit in der Welt herumreist, lernt Julie diesen nur als Pappfigur und via Facebook kennen, allerdings merkt sie schnell, dass dieser sie nicht ganz kalt lässt...

An sich ist die Idee mit der Pappfigur einfach toll und ich habe eine solche Geschichte auch noch nie zuvor gelesen, sodass man der Autorin zu der Idee nur gratulieren kann. Problem war für mich jedoch zum Teil die Umsetzung, denn diese hat mir nicht immer gefallen, da die Geschichte sehr vorhersehbar ist und mich somit nur selten überraschen konnte. Wäre mir Julie zudem noch sympathischer gewesen und nicht so nervig und oberflächlich, hätte ich sicherlich mehr Spaß an der Geschichte gefunden.

Das Cover ist dagegen ein absoluter Hingucker und besticht mit tollen Farben, sodass ich es mir immer wieder gerne ansehe. Auch die Kurzbeschreibung liest sich gut und hat direkt mein Interesse geweckt, sodass ich dem Buch unbedingt eine Chance geben wollte.

Kurz gesagt: "Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" ist eine Geschichte mit sehr vielen guten Ideen, die jedoch oftmals an der Umsetzung gescheitert ist, da diese leider zu vorhersehbar ist. Gleichzeitig wurde ich mit den Figuren leider nicht warm, sodass das Buch für mich insgesamt eine kleine Enttäuschung ist.

Veröffentlicht am 07.07.2017

Wunderbarer Roadtrip

Glücksspuren im Sand
0

"Glücksspuren im Sand" gehört zu den Büchern, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört habe, es allerdings dennoch auf Anhieb mein Interesse wecken konnte. Da die Kurzbeschreibung sehr emotional, aber ...

"Glücksspuren im Sand" gehört zu den Büchern, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört habe, es allerdings dennoch auf Anhieb mein Interesse wecken konnte. Da die Kurzbeschreibung sehr emotional, aber auch lebensbejahend klang, wollte ich dem Buch unbedingt eine Chance geben und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte liest sich leicht und flüssig und wird aus der Sicht von Anna erzählt. Dabei lernt man nicht nur sie selbst gut kennen, sondern auch ihr Umfeld und besonders ihre verstorbene Schwester Storm. Die Geschichte liest sich dabei sehr emotional, ist aber auch gleichzeitig lebensbejahend und begleitet Anna dabei, endgültig erwachsen zu werden. Die Schauplätze sind allesamt detailliert beschrieben und man hat das Gefühl, selbst mit vor Ort zu sein, sodass man hier einen tollen Roadtrip miterleben darf.

Bereits der Anfang liest sich sehr emotional, denn hierbei geht es um Storms Beerdigung, die bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Hierbei erlebt man die Beerdigung aus Annas Sicht, was mich direkt sehr berührt hat, denn Annas Trauer wird authentisch und schonungslos beschrieben. Als sie eine unerledigte To Do-Liste von ihrer Schwester in ihrem Zimmer entdeckt, möchte sie Storms letzte Wünsche erfüllen und erhält dabei die Unterstützung von Cameron, dem Nachbarsjungen, der auch gleichzeitig Storms bester Freund war. Zusammen erleben sie dadurch nicht nur einen sehr ereignisreichen Sommer, sondern machen dabei auch Dinge, die sich zuvor niemals selbst zugetraut hätten.

Während "Den Sonnenaufgang erleben" noch mit das einfachste auf der Liste ist, gibt es noch zahlreiche andere Punkte, die nicht nur Selbstvertrauen und Mut sich bringen, sondern auch dafür sorgen, dass Anna in diesem Sommer endgültig erwachsen wird, denn sie soll auch nackt baden, einmal im Regen küssen und mutig leben. Dabei erlebt man auch als Leser einen wunderbaren und einzigartigen Roadtrip, der nicht nur viele Gefühle in Anna und Cameron weckt, sondern auch so manches Geheimnis lüftet.

Das Cover ist nicht nur ein absoluter Hingucker, sondern passt auch hervorragend zur Geschichte, sodass es rundum gelungen ist. Auch die Kurzbeschreibung konnte mich direkt in den Bann ziehen, sodass ich mir hier eine emotionale Geschichte erhofft habe.

Kurz gesagt: "Glücksspuren im Sand" ist insgesamt ein Wechselbad der Gefühle zwischen Trauer, Freude und Hoffnung und kann dazu mit interessanten Figuren und einem tollen Schreibstil überzeugen, sodass mir die Geschichte insgesamt sehr gefallen hat. Hoffentlich wird diese doch eher unbekannte Geschichte noch viele Leser in Deutschland erreichen.

Veröffentlicht am 07.07.2017

Wunderschöne Geschichte

Begin Again
0

Nachdem ich bereits sehr viele positive Bewertungen zu "Begin Again" gelesen habe, wollte ich dem Buch unbedingt eine Chance geben und habe mich auf einen schönen und emotionalen Auftakt der "Again"-Trilogie ...

Nachdem ich bereits sehr viele positive Bewertungen zu "Begin Again" gelesen habe, wollte ich dem Buch unbedingt eine Chance geben und habe mich auf einen schönen und emotionalen Auftakt der "Again"-Trilogie gefreut. Zum Glück wurden meine hohen Erwartungen nicht enttäuscht, denn die Geschichte konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann ziehen.

Besonders begeistert war ich von dem Schreibstil, denn Mona Kasten verwendet nicht nur eine sehr angenehme und passende Sprache, sondern begeistert auch mit vielen Emotionen, Humor und dem nötigen Feingefühl. Dazu werden sämtliche Schauplätze genauestens beschrieben, sodass man das Gefühl hat, selbst mit vor Ort zu sein. Besonders positiv ist mir dies bei den Wanderausflügen von Kaden und Allie aufgefallen.

Die Figuren sind ebenfalls liebevoll ausgearbeitet, man lernt sie ausreichend kennen und ich habe sie ins Herz schließen können. Allie war bislang immer die Vorzeigetochter, die die Wünsche und Anforderungen ihrer Eltern stets erfüllt hat, nun aber endlich ihr eigenes Leben beginnen möchte, nachdem sie so lange auf ihre Freiheit verzichten musste. So zieht sie nach Woodshill, um dort zu studieren und um hoffentlich Freunde zu finden. Aber die Wohnungssuche gestaltet sich als schwierig, denn alle Wohnheime sind voll und auch die Wohnungen sind Mangelware. Dabei trifft sie auf Kaden, der einen Mitbewohner sucht und dabei ausschließlich nur Männer ins Haus lassen möchte, doch wie das Schicksal es so will, bekommt ausgerechnet Allie den Zuschlag für die Wohnung - allerdings mit zahlreichen Regeln, die nicht immer einzuhalten sind...

Während Allie sehr offen ist, sich auf ihre Freiheit, neue Menschen und ihr Studium freut, ist Kaden eher verschlossen, stets mies gelaunt und scheint nur wenige Menschen in sein Leben zu lassen. Dennoch schafft es Allie ab und zu, Kadens Mauern zu durchbrechen, allerdings merkt man bei beiden schnell, dass gewisse Geheimnisse zwischen ihnen stehen, die nicht nur ein näheres Kennenlernen, sondern auch ein Zusammenwohnen immer schwieriger werden lassen.

Die anderen Figuren, wie z.B. Allies beste Freundin Dawn oder auch Kadens bester Freund Spencer sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Geschichte und bringen Humor, aber auch jede Menge Loyalität in die Geschichte. Interessant sind auch die Familiengeschichten von Allie und Kaden, die mich berührt, aber auch geschockt haben.

Das Cover ist für mich ein absoluter Hingucker, da mir auch das Paar darauf sehr gefällt. Ich muss zwar sagen, dass ich mir Allie eigentlich vollkommen anders vorgestellt habe, allerdings ändert das nichts am positiven Gesamteindruck. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Begin again" hat alles, was ein gutes Buch braucht: Einen tollen Schreibstil, starke Charaktere, haufenweise Emotionen und eine Geschichte, die so schön und grausam zugleich sein kann. Ich bin somit mehr als begeistert und kann den Auftakt der "Again"-Trilogie nur empfehlen.

Veröffentlicht am 03.07.2017

Spannende Geschichte

Was andere Menschen Liebe nennen
0

Da ich Bücher von David Levithan schon immer ganz gerne gelesen habe, war ich schon sehr gespannt auf "Was andere Menschen Liebe nennen", das er gemeinsam mit der Bestseller-Autorin Andrea Cremer geschrieben ...

Da ich Bücher von David Levithan schon immer ganz gerne gelesen habe, war ich schon sehr gespannt auf "Was andere Menschen Liebe nennen", das er gemeinsam mit der Bestseller-Autorin Andrea Cremer geschrieben hat. Hierbei habe ich mir eine melancholische Geschichte erhofft und wurde auch nicht enttäuscht.

Die Geschichte liest sich insgesamt angemehn und leicht, aber nicht immer flüssig. Ab und zu liest sich die Geschichte holprig, allerdings kann ich das dem Autoren-Duo gerne verzeihen, da die Geschichte an sich sehr gut ist. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, sodass man sie nicht nur gut kennen lernen, sondern auch mit ihnen mitfühlen kann.

Erzählt wird hierbei die Geschichte von Stephen und Elizabeth, die mich sehr berührt hat. Stephen ist dabei ein ganz besonderer Teenager, denn dieser ist seit seiner Geburt unsichtbar. Dazu ist er seit dem Tod seiner Mutter komplett auf sich allein gestellt und sehr einsam, da er von niemanden gesehen werden kann und somit auch von niemanden wahrgenommen wird. Dies ändert sich allerdings schlagartig, als Elizabeth mit ihrer Familie in das selbe Haus einzieht, in dem auch Stephen wohnt, denn diese ist die erste Person, die Stephen tatsächlich sehen und hören kann. Es kommt, wie es kommen muss und die beiden verbringen nicht nur viel Zeit zusammen, sondern verlieben sich auch ineinander. Die Freude ist jedoch schnell getrübt, als die beiden herausfinden, weshalb Stephen für den Rest der Welt unsichtbar ist, denn dies bringt auch viele Gefahren mit sich...

Wer "Was andere Menschen Liebe nennen" lesen möchte, sollte sich nicht nur auf eine schöne Liebesgeschichte zwischen Teenagern einstellen, sondern auch auf eine Geschichte mit einem hohen Fantasy-Anteil. Aufgrund der Kurzbeschreibung habe ich mir zwar gedacht, dass man es hier mit paranormalen Elementen zu tun hat, allerdings hätte ich nicht gedacht, dass der Fantasy-Anteil in der Geschichte so hoch ist. Dennoch hat mir die Geschichte gut gefallen und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten, berühren und in den Bann ziehen.

Das Cover ist hübsch anzusehen und bildet Stephen und Elizabeth ab, die mir auf dem Cover gut gefallen. Außerdem finde ich es sehr gut, dass man auf dem Cover auch gleichzeitig einen Abschnitt von New York City sehen kann. Die Kurzbeschreibung hat mir ebenfalls direkt zugesagt, sodass ich der Geschichte gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Was andere Menschen Liebe nennen" ist insgesamt eine berührende und spannende Geschichte mit einem hohen Fantasy-Anteil und interessanten Figuren, die ich direkt sympathisch fand. Somit bin ich insgesamt recht begeistert, sodass ich die Geschichte nur empfehlen kann.