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Veröffentlicht am 10.08.2020

Anita und Giuseppe Garibaldi - ein bemerkenswertes Paar - ein Leben für die Freiheit

Tage des Aufbruchs
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Brasilien, Laguna 1839: Als die junge Ana Maria den Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi kennenlernt, ist sie noch verheiratet. Sie lebt allein in Laguna. Ihr Mann Manuel hat sie verlassen, weil sie keine ...

Brasilien, Laguna 1839: Als die junge Ana Maria den Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi kennenlernt, ist sie noch verheiratet. Sie lebt allein in Laguna. Ihr Mann Manuel hat sie verlassen, weil sie keine Kinder bekommen konnte. Die erste Begegnung zwischen Ana Maria und Giuseppe ging mit Garibaldis denkwürdigem Satz „Du musst mein sein!“ in die Geschichte ein. Diese Aussage, mag sie für uns auch kitschig klingen, erfüllte sich sehr bald, und Anita und Giuseppe werden ein Liebespaar. Aber sie sind viel mehr füreinander; sie sind Seelenverwandte. In diesem Roman erzählt Karin Seemayer die abenteuerliche Geschichte des Rebellen Garibaldi und seiner Geliebten, einer starken, tapferen und sehr mutigen Frau. Giuseppe setzt sich für die Freiheit ein, zuerst in Brasilien gegen die Kaiserlichen, später in Uruguay und zuletzt für die Einheit Italiens, seiner Heimat. Es wird viel gekämpft in diesem Roman, und hier hält sich der Schreibstil der Autorin eher sachlich. Andererseits, wenn sie die Charaktere beschreibt und Land und Leute schildert, tut sie das sehr lebendig und intensiv. Man erlebt die Höhen und Tiefen dieser außergewöhnlichen Liebesbeziehung, die Niederlagen gegen feindliche Truppen und die Meinungsverschiedenheiten im eigenen Lager. Man begleitet Anita auf ihrer Flucht quer durch das Land und kann die Entbehrungen, die sie durchleidet, fast spüren. Und immer wieder, wenn man sich bei manchen Szenen fragt, das kann doch gar nicht wahr sein, stellt sich heraus, dass es sich gerade dann um Tatsachen handelt. Ich habe sehr viel Historisches aus dem Roman gelernt und die Protagonisten lieb gewonnen, nicht nur die zwei Hauptpersonen, sondern auch einige kleinere Neben-Charaktere.

Es ist ein großartiger Roman, bewegend und gefühlvoll geschrieben und fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite.

Ein ausführliches Personenregister am Anfang des Buches war sehr hilfreich für mich, denn in den drei Ländern, wo die großen Abschnitte des Romans spielen, kreuzen viele Menschen den Weg des Protagonistenpaars. Und so fand ich diese Gedankenstütze unverzichtbar. Auch eine kleine Karte ist enthalten, in der die Reiseroute von Giuseppe und Anita durch Brasilien eingezeichnet ist.

Was man im Nachwort ergänzend zum Roman erfährt, wie das Verhältnis zwischen Fakten und Fiktion ist, hat mich ebenfalls sehr beeindruckt. Man merkt dem Roman auf jeder Seite die aufwändige Recherchearbeit an, die dahinter steckt, und doch gehen Realität und Fantasie hier sehr harmonisch Hand in Hand, so dass die Geschichte letztendlich sehr authentisch wirkt.

Auch die Covergestaltung ist meines Erachtens sehr gelungen und wunderschön.

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Veröffentlicht am 27.07.2020

Tolles veganes Basiskochbuch - gehört in jede Küche

Vegan! Das Goldene von GU
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„Das Goldene“ von GU gibt es schon zu allen möglichen Koch- und Backthemen. Ich habe seit Jahren „Das Goldene vegetarisch“ und nutze das Buch gerne und regelmäßig. Da ich immer mehr auf tierische Produkte ...

„Das Goldene“ von GU gibt es schon zu allen möglichen Koch- und Backthemen. Ich habe seit Jahren „Das Goldene vegetarisch“ und nutze das Buch gerne und regelmäßig. Da ich immer mehr auf tierische Produkte verzichten möchte, habe ich mich sehr gefreut, dass es das alt bewährte „Goldene“ nun auch vegan gibt.
Der Aufbau ist ähnlich wie beim Goldenen vegetarisch. Vorne im Buch sind erst einmal die wesentlichen Informationen enthalten, was man bei der veganen Ernährung über Nährstoffe und eventuelle Nahrungsergänzung wissen sollte und viele Basis-Infos zu den einzelnen Lebensmitteln. Außerdem findet man hier vegane Basics, wie man beispielsweise Nuss-Sahne, Hafersahne, Nussmuse oder Seitan, veganen Quark oder Joghurt selber machen kann.

„Das Goldene“ ist ein solides Basiskochbuch mit vielen Grundrezepten, die man als Veganer*in kennen sollte.
Es gibt sechs große Rezeptkategorien. Jede Kategorie beginnt mit einigen Seiten Küchenpraxis, an die sich dann die Rezepte anschließen.
• Frühstücksideen
• To go und zwischendurch
• One-Pot-Seelenfutter
• Hauptgerichte für jeden Tag
• Küchenklassiker vegan
• Süßes gerührt und gebacken.
So findet man beispielsweise im Kapitel mit Frühstücksideen viele Vorschläge und Tipps zum Selbermachen von Pflanzendrinks als Milchersatz und viele tolle Brotaufstriche, sowohl süß als auch herzhaft. Es schließen sich eckere Rezepte für eigene Müslimischungen, Porridge, Frühstücksbowls, Smoothies und Overnight Oats an. Die schönen Bilder lassen einem beim Betrachten schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Tolle Rezepte für selbst gebackenes Brot oder Brötchen sind hier ebenso vertreten wie jede Menge appetitlicher Brotaufstriche. Die Auswahl ist riesig und umfasst auch so feine Sachen wie Rührtofu oder bunt belegte Baguettes, so dass hier sicher jeder sein Lieblingsfrühstück findet.
Im zweiten Kapitel finden sich Gerichte für den kleinen Hunger. In der Küchenpraxis erfährt man hier viel Wissenswertes für das Essen unterwegs, im Restaurant oder am Imbiss. Auch sind hier eine kleine Margarinekunde, gute Ratschläge für veganes Grillen und ein geniales Rezept für vegane Mayonnaise dabei.
In diesem Abschnitt gibt es Rezepte für Salate satt, außerdem Sushi, Dips und Dressings, Falafel, Spieße und vieles mehr, sogar ein veganer Flammkuchen ist detailliert beschrieben. Alles ist genau erklärt, so dass eigentlich nichts schief gehen kann. Sämtliche Rezepte in den GU-Büchern sind geprüft und mit Geling-Garantie, wenn man sich an die Vorgaben hält.

Unter „One-Pot-Seelenfutter“ versammeln sich viele leckere Suppen und Eintöpfe, Linsen-Dal sowie Curry in vielen Abwandlungen.
Bei den Hauptgerichten kann man sich und seine Familie mit Ofengemüse, gefülltem Gemüse, Kartoffelgerichten, Ratatouile und tollen Pastagerichten verwöhnen. Gerade für Neueinsteiger in die vegane Küche ist das Kapitel mit den Küchenklassikern interessant, denn hier wird genau erklärt, wie man veganen Käse selber machen kann, der sogar auf der Pizza schmilzt. Viele Gerichte, die wir alle seit unserer Kindheit kennen und lieben, kann man durchaus auch ohne tierische Produkte zubereiten, und Speisen wie Seitanschnitzel mit Kartoffelsalat, Wurstsalat, Königsberger Klopse oder Rahmgeschnetzeltes, um nur ein paar davon zu nennen, schmecken mir genauso gut wie die alt bekannte tierische Variante, wenn nicht sogar besser.
Eine schwierige Hürde scheint für viele das vegane Backen bzw. die Desserts. Aber auch dazu lässt dieses Buch keine Frage offen, und man findet nicht nur wunderbare Rezepte für Kuchen, Grießbrei, Crumbles, Buchteln, Waffeln und vieles mehr, sondern hilfreiche Ratschläge, wie man in herkömmlichen Rezepten ein Ei ersetzen kann, eine gute Bindung erreicht und den perfekten Teig hinbekommt. Außerdem kann man sich auch über vegane Süßigkeiten aus dem Supermarkt informieren.
Das Buch ist so umfangreich und vielseitig, dass man nur staunen kann, was in der veganen Küche alles möglich ist. Für mich ist es eine tolle Ergänzung zum Goldenen vegetarisch, und die vielen neuen und leckeren Rezepte bereichern meine Küche ungemein. Sicher werden nicht nur Veganer ihre Freude an dem Buch haben, sondern auch alle, die ihre Ernährung zwar nicht komplett umstellen möchten, aber doch öfter mal auf Fleisch und andere tierische Produkte verzichten wollen und sei es auch nur ein oder zwei mal pro Woche.

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Veröffentlicht am 21.07.2020

Vom Zauber des Verschwindens

Der Traum von Freiheit
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Dies ist die tragische Geschichte der jungen Jüdin Sofia, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Warschau aufgewachsen ist. Alles was sie sich vom Leben erhofft, zerbricht in dem Moment, als ihre Eltern ...

Dies ist die tragische Geschichte der jungen Jüdin Sofia, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Warschau aufgewachsen ist. Alles was sie sich vom Leben erhofft, zerbricht in dem Moment, als ihre Eltern einem Heiratsschwindler auf den Leim gehen und ihm ihre Tochter mitgeben. Der reiche Mann aus Buenos Aires, der sich angeblich nach einer liebenden Ehefrau sehnt, ist in Wirklichkeit ein Zuhälter und verkauft alle seine „Bräute“ an seine Schwester Perle Goldenberg, die in Buenos Aires ein Freudenhaus führt. In Madame Perles Etablissement erfährt Sofia viel Kummer und Leid. Sie lebt wie eine Gefangene, und auch wenn sie der persönliche Liebling von Madame Perle ist, so nutzt ihr das recht wenig. In diesem Freudenhaus, lernt sie auch den Magier Hankus kennen und verliebt sich in ihn. Hat sie anfangs schon alle Hoffnung auf ein normales, glückliches Leben aufgegeben, so gewinnt sie durch Hankus wieder Zuversicht. Aber auch der junge Zauberer hat ein Geheimnis, das unter keinen Umständen bekannt werden darf. Dann geschieht so einiges, wodurch sich die Lage der Prostituierten extrem verschlimmert. Wird es Sofia und Hankus gelingen, sich zu befreien und eine glückliche Zukunft aufzubauen?
Sofia ist die Ich-Erzählerin dieser Geschichte. Sie erinnert sich und berichtet Hankus von den Ereignissen, was leicht befremdlich wirkt, da Hankus ja vieles davon selbst mit erlebt hat. Bis auf diese kleine Irritation ist der Erzählstil jedoch brillant. Sofia, die seit ihrem Abschied vom Elternhaus viele schlimme Dinge erleben musste, berichtet mit einer gewissen Distanz und ohne Schuldzuweisungen. Die verschiedenen Charaktere beschreibt sie sehr akribisch und fast liebevoll, selbst wenn es um die Menschen geht, die ihr übel mitgespielt haben. Sofia ist ein fester Charakter, und nur durch ihre innere Stärke kann sie dies alles, was ihr widerfährt, einigermaßen unbeschadet überstehen. Trotz aller geschilderten Tragik hat der Schreibstil eine gewisse Leichtigkeit, die faszinierend ist.
Sofias Schicksal, wie es im Roman geschildert wird, ist leider nicht die pure Fiktion, sondern spiegelt tausende realer Begebenheiten wieder. Wenn man sich ein wenig mit der Geschichte Argentiniens beschäftigt, findet man zahlreiche Berichte über Menschenhandel und Prostitution zur damaligen Zeit, die alle einen ähnlichen Verlauf hatten wie Sofias geschilderte Erfahrungen.
Sofias und Hankus‘ Geschichte ist wirklich lesenswert, und wie es den beiden letztendlich ergeht, ist lebendig und spannend erzählt. Der Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Er erzählt von schweren Schicksalen und dramatischen Wendungen, von Träumen, die sich erfüllen, aber auch genauso schnell wieder zerplatzen können wie Seifenblasen. Zuletzt gab es ein paar kleine Ungereimtheiten, die ich nicht so ganz einordnen konnte, aber vermutlich war das von der Autorin beabsichtigt, denn ein klein wenig mysteriös bleibt die Geschichte bis zuletzt, aber schließlich ist Hankus ein Magier, der nicht all seine Geheimnisse preis geben kann.

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Veröffentlicht am 18.07.2020

Auftakt zu einer Trilogie mit starken Frauen im so genannten Puderkrieg

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
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Ein Fehltritt und seine Folgen stellt Sophias ganzes Leben auf den Kopf. Die Eltern verstoßen sie, denn sie können nicht mit der Schande leben, dass ihre Tochter ein uneheliches Kind erwartet. Ihr Chemiestudium ...

Ein Fehltritt und seine Folgen stellt Sophias ganzes Leben auf den Kopf. Die Eltern verstoßen sie, denn sie können nicht mit der Schande leben, dass ihre Tochter ein uneheliches Kind erwartet. Ihr Chemiestudium kann Sophia nicht weiterführen, und der Kindsvater, der Sophia vorher so viel versprochen hatte, macht einen Rückzieher. So ist sie völlig auf sich gestellt. Zusammen mit ihrer Freundin Henny, die sie vorübergehend bei sich aufnimmt, geht Sophia nach Paris. Die beiden sympathischen jungen Frauen wollen sich dort ein neues Leben aufbauen. Henny tritt in einem Varieté als Tänzerin auf, aber gerade durch die fortschreitende Schwangerschaft ist es für Sophia alles andere als einfach, in der fremden Stadt Fuß zu fassen. Auch hat sie das Gefühl, für Henny eine Behinderung zu sein. Nach einer schwierigen Phase fasst sie sich jedoch ein Herz und besinnt sich auf das, was sie kann. Schon als junges Mädchen hatte sie Pflegecremes für sich selbst gemischt. Mit einem Muster ihrer Eigenkreationen kann sie Helena Rubinstein überzeugen, und diese bietet ihr eine Stelle in ihrem großen Werk in New York an. Dort gerät Sophia, ehe sie sich versieht, zwischen die Fronten des so genannten „Puderkriegs“, dem Konkurrenzkampf zwischen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden.

Es ist eine bewegte und spannende Zeit, die hier geschildert wird. Die liebenswerte Protagonistin wirkt anfangs etwas gutgläubig, stammt sie ja auch aus behütetem Hause. Im Lauf der kommenden Zeit gewinnt sie durch ihre Erlebnisse und Erfahrungen immer mehr an Stärke und Selbstbewusstsein. Sie hat faszinierende Begegnungen und arbeitet erfolgreich, aber immer wieder muss sie Rückschläge und Enttäuschungen einstecken, sowohl beruflich als auch privat.

Interessant fand ich, wie die beiden „Königinnen“ der Kosmetikindustrie dargestellt werden. Es sind zwei starke Frauen, und jede kämpft um die Vorherrschaft. Dann jedoch tritt ein Ereignis ein, das mich an Helena Rubinstein hat zweifeln lassen, gerade im Hinblick auf den vorhergehenden Machtkampf.

Dies ist der erste Band einer Trilogie, und wie es meist bei mehrbändigen Reihen ist, so endet auch dieser erste Teil ziemlich offen. Ich muss gestehen, das stört mich immer ein wenig, vor allem wenn es einen sehr starken Cliffhanger gibt, denn zwischen dem Erscheinen der Folgebände liegen immer längere Zeiträume, und so lese ich zwischen den einzelnen Bänden viele andere Bücher. Mir wäre es immer lieber, wenn ich alle Bände gleich hintereinander weg lesen könnte, denn dann ist die Erinnerung noch frisch. Aber es ist wie es ist, und so muss ich mich in Geduld fassen, um die Lösung von Sophias Problemen zu erfahren. Das Ende macht auf jeden Fall neugierig auf die Fortsetzung von Sophias Geschichte.

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Veröffentlicht am 11.07.2020

Fesselnder Auftakt einer Krimireihe mit realem Hintergrund und phantastischem Setting

Mörderisches Mallorca – Toni Morales und die Töchter des Zorns
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Ich habe schon viele Bücher von Elke Becker gelesen, da waren Liebesgeschichten und Reiseromane mit starken Frauen, auch wunderbare Fantasy hat die Autorin schon geschrieben. Dies ist nun der erste Band ...

Ich habe schon viele Bücher von Elke Becker gelesen, da waren Liebesgeschichten und Reiseromane mit starken Frauen, auch wunderbare Fantasy hat die Autorin schon geschrieben. Dies ist nun der erste Band einer neuen Krimireihe, die sie unter dem Pseudonym Elena Bellmar veröffentlicht. Schon gleich zu Beginn kann ich verraten, dass die Autorin auch dieses Genre großartig beherrscht.

Eigentlich wollte Comandante Antonio Morales etwas kürzer treten und hat sich deshalb zum Morddezernat auf Mallorca versetzen lassen, aber die Ruhe währt nur kurz, denn er hat seine neue Stelle noch nicht einmal offiziell angetreten, als er schon mit einem Mord konfrontiert wird. Die neunzigjährige Nonne, die bei einem Sturz an der Stadtmauer zu Tode kommt, lernt man schon im ersten Kapitel kennen. Etwas bedrückt sie sehr, und während ihres Besuchs im Kloster Lluc wünscht sie zu beichten. Was ihr so schwer auf den Herzen liegt und was nach ihrer Beichte Padre Federico sprachlos zurück lässt, erfährt man nach und nach in dieser fesselnden Geschichte.

Toni Morales hat sein neues Team noch gar nicht richtig kennen gelernt, und schon müssen sie gemeinsam in dem Mordfall ermitteln, denn schnell kommt der Verdacht auf, dass der Sturz der Nonne kein Unfall war. Wie er und seine Mitarbeiter sich langsam annähern und welche Eigenheiten die Kollegen haben, ist schön und realistisch beschrieben. Die erhoffte Freizeit, die Toni eigentlich mit seiner Frau Melanie verbringen wollte, muss wieder einmal warten. Mel und Toni sind ein sympathisches Paar, und ich habe die beiden gleich ins Herz geschlossen. Mit auf die Insel gezogen ist Tonis Schwiegermutter Adelheid, eine liebenswerte, hilfsbereite und ziemlich eigenwillige Frau. Sie steckt ihre Nase gerne in Angelegenheiten, aus denen sie sich besser heraushalten sollte, denn ihre Waghalsigkeit könnte ihr schnell zum Verhängnis werden. Auch wenn er Adelheid eigentlich mag, hat Toni seine liebe Mühe mit ihr, und es entwickeln sich immer wieder amüsante Dialoge und Szenen, die mir so manches Schmunzeln entlockt haben. Ich muss gestehen, dass Adelheid schnell zu einem Lieblings-Charakter für mich geworden ist.

Der rätselhafte Mord an der Nonne bleibt kein Einzelfall, und Toni hat alle Hände voll zu tun, denn die Angelegenheit erweist sich als tiefgreifender und vielschichtiger als gedacht. Die Hintergründe reichen weit in die Vergangenheit Spaniens zurück, bis zur Zeit des Franco-Regimes. Die Autorin hat hier eine traurige und leider sehr reale Angelegenheit aufgerollt und ihren fiktiven Krimi darauf aufgebaut. Worum es genau geht, dem möchte ich nicht vorgreifen, denn das liest man am besten selbst. Nur so viel, Elena Bellmar hat sich eines erschütternden und bis heute brisanten Themas angenommen, was auch sicher jede Menge Recherchearbeit gefordert hat.Für mich war dieser Krimi ein richtiger Pageturner. Ich habe ihn fast in einem Rutsch durchgelesen, so gefesselt war ich von der Thematik und vom Setting.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, der Fall ist am Ende aufgeklärt, aber Toni Morales hat noch einiges vor, denn da gibt es auch noch einen anderen Grund für seinen Umzug auf die Insel, worüber wir sicher im Lauf der Zeit noch mehr erfahren. Dass es ein Wiedersehen mit den wichtigsten Charakteren geben wird, ist für mich gar keine Frage! Ich freue mich schon darauf, wenn es wieder heißt, mit Toni und seinen Kollegen in einen neuen Fall abzutauchen. So ganz nebenbei möchte ich auch bemerken, das Lesen des Krimis ist wie ein kleiner Kurzurlaub auf Mallorca, denn das mallorquinische Flair kommt wunderbar zur Geltung.

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