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Veröffentlicht am 10.10.2024

Spannender High-Fantasy-Reihenauftakt

When The Moon Hatched
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Inhalt:

Raeve ist Mitglied der Revolution und lehnt sich gegen die auf, die ihr Land regieren. Der Versuch den Tod ihrer besten Freundin zu rächen, lässt sie jedoch leichtsinnig werden und bringt sie ...

Inhalt:

Raeve ist Mitglied der Revolution und lehnt sich gegen die auf, die ihr Land regieren. Der Versuch den Tod ihrer besten Freundin zu rächen, lässt sie jedoch leichtsinnig werden und bringt sie ins Gefängnis. Dort trifft sie auf Kaan. Und obwohl er alles verkörpert, wogegen Raeve kämpft, retten er und sein Drache ihr das Leben.

Meine Meinung:

„When the moon hatched“ ist der Auftakt einer neuen High-Fantasy-Reihe. Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Er lässt sich angenehm lesen, obwohl es insgesamt doch eher brutal und derb zugeht und Blut, Gewalt und Tod mehr oder weniger an der Tagesordnung stehen. Es gibt aber auch immer wieder unterhaltsame, humorvolle Szenen und Dialoge, die die Geschichte auflockern. Der Großteil der Handlung wird aus Sicht der Protagonistin Raeve erzählt, wodurch der Leser einen guten Einblick in ihre Gefühle und (doch eher gewaltbasierten und von Rache beherrschten) Gedanken bekommt. Darüber hinaus gibt es aber auch einige Abschnitte aus Sicht anderer Charaktere, wie beispielsweise Kaan, was für Abwechslung und tiefere Einblicke sorgt.

Die Welt, die Autorin Sarah J. Parker erschaffen hat, hat mir sehr gut gefallen. Sie ist komplex und fantasiereich. Die Beschreibungen sind sehr detailreich und atmosphärisch und lassen den Leser komplett in die Welt voller Drachen und anderer Wesen eintauchen.

Protagonistin Raeve, eine Fae, hat mir sehr gut gefallen. Sie hat in ihrem Leben bereits so einiges erlebt und versteckt ihren eigentlich weichen Kern hinter einer sehr rauen und brutalen Schale. Sie ist stark, dickköpfig und mutig und es macht Spaß, sie als Leser zu begleiten und mit ihr mitzufiebern. Aber auch Kaan, der das Gegenteil von Raeve verkörpert, hat mir gut gefallen.

Der Plot des Buches ist spannend und wendungsreich. Auch wenn es in der ersten Hälfte ein paar wenige Längen gibt, wollte ich unbedingt wissen, wie es für Raeve weitergeht, und weiterlesen. Auch das Ende hat mir gut gefallen, obwohl einige Fragen unbeantwortet bleiben, und so bin ich schon sehr gespannt auf den nächsten Band der Reihe.

Fazit:

Spannender und düsterer High-Fantasy-Reihenauftakt mit einer außergewöhnlichen Protagonistin. Ich freu mich schon jetzt auf die Fortsetzung und ein Wiedersehen mit Raeve.

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Einzigartige Mischung aus Naturschutz und Thriller

Still
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Inhalt:

Wildtierbiologin Alex Carter macht sich auf den Weg in die Selkirk Mountains im äußersten Nordosten des US-Bundesstaates Washington. Wildtierkameras haben dort ein verschwommenes Bild eines Tieres ...

Inhalt:

Wildtierbiologin Alex Carter macht sich auf den Weg in die Selkirk Mountains im äußersten Nordosten des US-Bundesstaates Washington. Wildtierkameras haben dort ein verschwommenes Bild eines Tieres aufgenommen. Alex soll herausfinden ob es sich dabei tatsächlich um ein Karibu handelt, das schon seit Jahren in der Gegend als ausgestorben gilt. Doch kaum dort angekommen, wird in der nahegelegenen Stadt eine Leiche gefunden. Und Alex macht seltsame Beobachtungen im Reservat...

Meine Meinung:

"Still" ist der mittlerweile dritte Band der Reihe von Autorin Alice Henderson, in deren Zentrum die Wildtierbiologin Alex Carter steht. Nachdem mich bereits die beiden Vorgängerbände begeistern konnten, war ich sehr gespannt, wo es Alex dieses Mal hinverschlägt.

Wie auch in den beiden vorherigen Bänden der Reihe, spielt eine vom Aussterben bedrohte Tierart eine große Rolle. Dieses Mal im Zentrum der Aufmerksamkeit: Karibus, deren Bestände dramatisch zurückgehen. Ich fands unglaublich interesssant, mehr über diese bemerkenswerten Tiere zu erfahren, und gleichermaßen schockierend, wie schlimm die Lage tatsächlich ist und wie wenig zum Schutz der Tiere getan wird. Wie schon bei den beiden Vorgängern gelingt der Autorin ein einzigartiger Mix aus Spannung, Action und wissenswerten Informationen. Die Faszination der Autorin für die Tierwelt und ihr Engagment zu deren Schutz ist auf jeder Seite des Buches zu spüren und macht es zu etwas ganz Besonderem.

Die Protagonistin der Reihe, die Wildtierbiologin Alex Carter, ist eine bemerkenswerte Frau. Sie ist sehr sympathisch, hat das Herz am rechten Fleck, ist willensstark und intelligent und kommt sehr gut alleine zurecht. Alex brennt für die Natur und die wilden Tiere und hat sich deren Schutz zur Lebensaufgabe gemacht. Sie braucht die Natur, um glücklich zu sein, und ihre Begeisterung dafür ist ansteckend. Daher macht es einfach Spaß, sie als Leser zu begleiten.

Der Plot des Buches ist spannend und fesselnd. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Die bildhaften Beschreibungen der Natur und Tiere sind ebenso gelungen wie die Beschreibungen der teils riskanten und actionsreichen Situationen, in die Alex unfreiwillig gerät, und so ist man als Leser schon nach wenigen Seiten eingetaucht in die Geschichte. Dank einiger ungeahnter Wendungen und Ereignisse bleibt bis zum Schluss unklar, wo Alex dieses Mal hineingeraten ist und was es mit den sonderbaren Vorkommnissen im Revier auf sich hat. Das actionsreiche Ende samt Auflösung bildet einen gelungenen Abschluss der Buches und hat mir sehr gut gefallen.

Fazit:

Wieder einmal gelingt der Autorin eine einzigartige Mischung aus Umwelt- bzw. Naturschutz und Thriller. Ich hoffe sehr auf weitere Bände der Reihe!

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Komplexer und düsterer Islandkrimi

Das dunkle Versteck
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Inhalt:

Eine Frau taucht eines Tages auf dem Polizeipräsidium auf, um eine alte Pistole abzugeben, die sie nach dem Tod ihres Mannes beim Aufräumen in der Garage gefunden hat. Marta hat gerade Dienst ...

Inhalt:

Eine Frau taucht eines Tages auf dem Polizeipräsidium auf, um eine alte Pistole abzugeben, die sie nach dem Tod ihres Mannes beim Aufräumen in der Garage gefunden hat. Marta hat gerade Dienst und so nimmt sie die Waffe entgegen. Es stellt sich heraus, dass die diese bei einem Mordfall aus dem Jahr 1955 benutzt wurde. Konráð, inzwischen pensionierter Kommissar, wird neugierig und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen. Denn er erinnert sich, dass auch sein Vater, dessen Tod bis heute ungeklärt ist, genau so eine Waffe besaß. Gibt es da einen Zusammenhang?

Meine Meinung:

„Das dunkle Versteck“ ist der fünfte Band der isländischen Krimireihe um den pensionierten Kommissar Konráð. Da sich die Aufklärung der Todesumstände von Konráðs Vater durch die gesamte Reihe zieht, empfiehlt es sich, die Bücher chronologisch zu lesen.

Der Schreibstil ist etwas ungewohnt, aber dennoch flüssig zu lesen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Nicht nur Protagonist Konráð, sondern auch andere Charaktere wie bspw. Marta von der Polizei oder Eygló, die über seherische Fähigkeiten verfügt, kommen zu Wort. Zudem gibt es Rückblicke, in denen man unter anderem mehr über die Beziehung von Konráð und seinem ehemaligen Kollegen und Freund Leo erfährt. Die Wechsel sorgen sowohl für Abwechslung als auch für Spannung, auch wenn lange unklar bleibt, wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammenpassen.

Konráð ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Er hat Ecken und Kanten und sich in der Vergangenheit so einiges zu Schulden kommen lassen. Seine schwere Kindheit hat ihn geprägt, seine Mutter floh mit seiner Schwester, um diese zu schützen, und so wuchs er bei seinem Vater Seppi auf, der ihn geschlagen hat und schon in frühen Jahren zu Straftaten anstiftete. Obwohl das Verhältnis zwischen Vater und Sohn alles andere als gut war, will Konráð endlich herausfinden, wieso und von wem sein Vater ermordet wurde.

Der Plot ist komplex und zu Beginn etwas verworren. Konráð ist ein erfahrener und sehr hartnäckiger Ermittler, und so kommt er mit seiner Beharrlichkeit und Direktheit oftmals an lange verborgene Informationen. Auch wenn es ein paar kleinere Längen gibt und mir der 1955er Mordfall zwischenzeitlich fast ein wenig zu sehr in Vergessenheit geriet, bleibt es dank einiger ungeahnter Wendungen und teils brenzliger Zwischenfälle dennoch spannend. Die schlussendliche Auflösung hat mir gut gefallen. Insbesondere freue ich mich, dass Konráð nun endlich die Wahrheit über den Tod seines Vaters herausfinden konnte.

Fazit:

Komplexer und düsterer Islandkrimi, in dem der Leser viel über Konráð und seine Vergangenheit sowie den Mord an dessen Vater erfährt.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Gewohnt atmosphärisch und unterhaltsam

Mrs Potts' Mordclub und der tote Bürgermeister
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Inhalt:
Während einer Stradtratssitzung bricht Geoffrey Lushington, Bürgermeister von Marlow, tot zusammen. Schnell ist klar, dass er mit Aconitum vergiftet wurde. Judith Potts und ihre Freudinnen Pfarrersfrau ...

Inhalt:
Während einer Stradtratssitzung bricht Geoffrey Lushington, Bürgermeister von Marlow, tot zusammen. Schnell ist klar, dass er mit Aconitum vergiftet wurde. Judith Potts und ihre Freudinnen Pfarrersfrau Becks sowie Suzie, die beim Mord durch Zufall zugegen war, machen sich mit Erlaubnis der Polizei auf die Suche nach dem Mörder. Dabei kommen sie immer mehr Geheimnissen auf die Spur. Gelingt es Judith und Co, den Mörder zu entlarven?

Meine Meinung:
"Mrs. Potts Mordclub und der tote Bürgermeister" ist der dritte Band der Krimireihe des englischen Autors Robert Thorogood. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, lässt sich die Bücher problemlos auch unabhängig voneinander lesen. Der Schreibstil ist gewohnt locker und unterhaltsam und dadurch sehr angenehm zu lesen und so taucht man als Leser schnell in die Geschichte ein.

Im Zentrum der Krimireihe steht das unterhaltsame, charmante Dreiergespann bestehend aus Judith, Becks und Suzie. Die drei ungleichen Freundinnen vereint ihre Begeisterung für ungelöste Rätsel. Dabei stecken sie ihre Nase gerne in fremde Angelegenheiten und gehen mitunter sowohl Polizei als auch Zeugen auf den Keks, beweisen aber auch immer wieder ein unglaublich feines kriminalistischen Gespühr. Jede von ihnen hat aber auch ihre eigenen privaten Sorgen und so spielt neben den Ermittlungen auch immer mal wieder ihr Privatleben eine Rolle, wodurch der Leser auch so einiges Persönliches über die drei erfährt.

Der Plot an sich ist spannend und wendungsreich. Die drei Freundinnen bringen immer mehr Geheimnisse ans Licht, beinahe jeder aus dem Kreis der Verdächtigen scheint etwas zu verheimlichen und ein Motiv für die Tat gehabt zu haben. Immer wieder tauchen zudem neue Beweise und Spuren auf, die alles bisherige auf den Kopf zu stellen scheinen. Und so bleibt es bis ganz zum Schluss spannend. Die schlussendliche Auflösung hat mir gut gefallen. Ich lag zwar mit meinem Verdacht bzgl. der Identität des Täters richtig, trotzdem konnte mich das Ende in mehrerer Hinsicht überraschen. Nur vom Motiv hatte ich mir ein wenig mehr versprochen.

Fazit:
Spannender und atmosphärischer dritter Band der Krimireihe mit viel (britischem) Charme und Humor.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Wendungsreicher Jugendthriller

The Reappearance of Rachel Price (deutsche Ausgabe)
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Inhalt:
Vor 16 Jahren verschwand Rachel Price nach einem Besuch im Einkaufszentrum. Nur ihre damals 2-jährige Tochter Bel wurde in Rachels Auto gefunden. Seit damals fehlt jede Spur Rachel. Bel ist die ...

Inhalt:
Vor 16 Jahren verschwand Rachel Price nach einem Besuch im Einkaufszentrum. Nur ihre damals 2-jährige Tochter Bel wurde in Rachels Auto gefunden. Seit damals fehlt jede Spur Rachel. Bel ist die einzige Zeugin dessen, was geschehen ist, doch sie erinnert sich an nichts.
Nun wird der Fall von einer True-Crime-Doku neu aufgerollt. Neben den damaligen Geschehnissen, die bis heute ungeklärt sind, soll das Leben von Rachels Familie nach ihrem Verschwinden erzählt werden. Doch dann passiert, womit niemand mehr gerechnet hat: Rachel kehrt zurück und behauptet, entführt und all die Jahre gefangen gehalten worden zu sein. Doch Bel findet einige Ungereimtheiten in Rachels Erzählungen und hat Zweifel an ihrer Geschichte. Kurzerhand versucht sie selbst die Wahrheit ans Licht zu bringen. Was ist vor 16 Jahren wirklich mit Rachel passiert? Und wo war sie all die Jahre?

Meine Meinung:
Nachdem mich Holly Jackson mit ihrer "Good Girls Guide to Murder" - Reihe begeistert hat, war ich sehr gespannt auf ihr neuestes Buch. Der Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen und so ist man als Leser schon nach wenigen Seiten eingetaucht in die Geschichte.

Die Handlung wird aus Sicht der Protagonistin Bel erzählt. Ich tat mich zu Beginn etwas schwer mit ihr, denn ihr kratzbürstige, brüske Art macht sie nicht gerade zur Sympathieträgerin. Allerdings war sie dafür eine der einzigen Personen, der man sicher trauen konnte, denn so ziemlich jede andere Person im Buch schien irgendetwas zu verheimlichen. Mein Highlight war Ash von der Filmcrew, der mit seiner positiven, überschütterlichen Art der Gegenpol zu Bel war.

Der Plot an sich ist spannend und fesselnd. Nicht nur für Bel, sondern auch für den Leser ist lange Zeit unklar, wem man trauen kann. Immer wieder gibt es Wendungen, die alles auf den Kopf stellen. Aber es gibt auch einige Hinweise, durch die der aufmerksame Leser auf die richtige Spur kommen kann. Trotzdem hält die finale Auflösung noch Überraschungen bereit. Diese hat mir zwar gut gefallen, insgesamt waren die Geschehnisse am Ende für meinen Geschmack aber ein wenig zu viel des Guten. Mir wäre ein unaufgeregteres, aber realistischeres Ende dann doch lieber gewesen. Trotzdem konnte mich das Buch von Anfang bis Ende gut unterhalten und spannende Lesestunden bescheren.

Fazit:
Spannender Jugendthriller, der so einige Wendungen zu bieten hat. Nur das Ende war für meinen Geschmack ein wenig too much.

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