Ein Blick auf die Zukunft?
EDEN - Wenn das Sterben beginntMir persönlich fiel der Einstieg in das Buch wahnsinnig schwer. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und es gibt zahlreiche Personen und Schauplätze. Marc Elsberg hat seinen ganz eigenen Schreibstil, an ...
Mir persönlich fiel der Einstieg in das Buch wahnsinnig schwer. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und es gibt zahlreiche Personen und Schauplätze. Marc Elsberg hat seinen ganz eigenen Schreibstil, an den man sich vielleicht erst etwas gewöhnen muss. Prinzipiell spielt Eden in der gleichen Welt wie sein Vorgänger Blackout, aber beide Bücher sind vollkommen unabhängig voneinander lesbar.
Nach einer Weile fiel es mir deutlich leichter, in die Handlung einzusteigen. Die Spannung steigt und Ereignisse, Personen und Handlungsorte vernetzen sich, sodass ein globales Bild entsteht. Allgemein wirkt die Geschichte recht plausibel, teilweise beängstigend nah an unserer politischen und gesellschaftlichen Realität.
Die Figuren bleiben mir jedoch zu oberflächlich: Sie wirken flach, haben wenig emotionale Tiefe und sind schwer greifbar, sodass sich keine echte Beziehung zu ihnen entwickelt. Die Figurenentwicklung empfinde ich teilweise als unrealistisch, was vermutlich daran liegt, dass die Charaktere zu wenig vertieft dargestellt werden. Auch die Idee einer kleinen Heldentruppe auf Weltrettungskurs wirkt auf mich idealistisch, aber kaum realistisch.
Den Schreibstil und im besonderen die Dialoge fand ich persönlich zu knapp gehalten und habe sie auch im Vergleich zu realen Gesprächen als sehr anders und ungewohnt empfunden.
Insgesamt ist das Buch inhaltlich spannend und emotional beunruhigend. Die Gesellschaft und Politik sind realistisch dargestellt. Elsberg Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kann sich nach einer Weile gut hineinfinden.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Szenario reine Fiktion bleibt, denn so unrealistisch wirkt das alles leider nicht.