Bizarr, tricky, undurchsichtig und voller Überraschungen!
Der lange SchattenImogens Mann, unerwartet verstorben bei einem Autounfall, war das Oberhaupt einer großen Familie und hinterlässt gleich mehrere Ehefrauen und zwei Kinder. Imogens Trauer ist groß, verzehrend und voller ...
Imogens Mann, unerwartet verstorben bei einem Autounfall, war das Oberhaupt einer großen Familie und hinterlässt gleich mehrere Ehefrauen und zwei Kinder. Imogens Trauer ist groß, verzehrend und voller zwiespältiger Gefühle. Aus denen sie schnell herausgerissen wird, denn der Reihe nach finden sich die Familienmitglieder bei ihr ein und sorgen für reichlich Ablenkung.
Das Cover zeigt ein gemütliches Zimmer in einem alten Landhaus, draußen sieht es nach Schnee aus. Es erscheint mir sehr stimmig, denn auch der Erzählstil von Celia Fremlin ist liebenswert antiquiert, geradezu poetisch und geheimnisvoll, aber sehr lebendig und anschaulich. Man taucht ein, wird überrascht von den seltsamen, ja unheimlichen Ereignissen und amüsiert sich gleichzeitig über den schwarzen Humor und die skurrilen Protagonisten. Was sich da im Laufe des Weihnachtsfestes abspielt, ist wirklich seltsam, völlig undurchsichtig und liefert eine Überraschung nach der anderen. Man wird zum Beobachter, zum Kritiker, darf sich einfühlen und aufregen und unmerklich kommt Vorahnung auf, steigt die Erwartung auf einen besonderen Höhepunkt, der auch prompt eintritt.
Die Geschichte trägt Züge von Agatha Christie, aber auch Ingrid Noll, sie ist herrlich bizarr und vor allem unglaublich unterhaltsam und hat mir ausgezeichnet gefallen!