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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2020

Drei Welten stossen aufeinander...

Schatten an der Wand
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Als leidenschaftlicher¨Bruno-Fan¨ war ich sehr gespannt auf Martin Walkers ¨Schatten an der Wand¨.
In seinem spannenden Roman erzählt er auf drei Ebenen: zur Zeit der Höhlenmenschen von 15.000 Jahren, ...

Als leidenschaftlicher¨Bruno-Fan¨ war ich sehr gespannt auf Martin Walkers ¨Schatten an der Wand¨.
In seinem spannenden Roman erzählt er auf drei Ebenen: zur Zeit der Höhlenmenschen von 15.000 Jahren, zur Zeit der französischen Résistance 1944 und in der Gegenwart, in der ein Steinfragment mit Malerei für Aufregung und Rätsel sorgt.
Der Roman ist sicherlich sehr gut recherchiert und gleichermassen interessant. Dennoch finde ich die Beschreibung der Entstehung der Höhlenmalerei etwas an den Haaren herbeigezogen und die Details der Kämpfe während der Résistance sind ein ganz eigenes Genre; sie passen für mich nicht gut zusammen. Am besten fand ich die Ereignisse in der Gegenwart - alle drei Ebenen sind für mich zu langatmig und so unterschiedlich, das mir das Lesen manchmal schwer gefallen ist.
Ich bleibe lieber weiterhin treuer ¨Bruno-Fan¨!

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Veröffentlicht am 17.02.2020

Warmherziger Humor, charmante Charaktere - umwerfend!

Böse Leute
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Unerklärliche Einbrüche in die Häuser der Inselbewohner - da stolpert Maren Thiele, Polizistin und gerade wieder nach Sylt versetzt, schon an ihrem ersten Arbeitstag in einen spannenden Fall. Und nicht ...

Unerklärliche Einbrüche in die Häuser der Inselbewohner - da stolpert Maren Thiele, Polizistin und gerade wieder nach Sylt versetzt, schon an ihrem ersten Arbeitstag in einen spannenden Fall. Und nicht nur dieser bringt sie in unvorhersehbare Schwierigkeiten...
Dora Heldt hat es wirklich drauf: sie erzählt so witzig und charmant, ihre Charaktere sind so liebenswert und echt, man bekommt einfach nicht genug. Am liebsten würde man sich zu den konspirativen Treffen dazusetzen: zu Krabbenbrötchen und Sushi, Tee und Eierlikör.
Ein Krimi, der vielfältiger nicht sein könnte: Irrungen und Wirrungen, Freundschaft und Liebe und ein Zusammenhalt wie Pech und Schwefel, bis der Mörder gestellt ist! Sehr liebenswert, humorvoll und absolut unterhaltsam!

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Veröffentlicht am 14.02.2020

Düstere, irgendwie schwermütige Geschichte...

Der Chinese des Schmerzes
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In einem Regal am Urlaubsort habe ich Peter Handkes "Der Chinese des Schmerzes" entdeckt. Der Suhrkamp Verlag steht für gehobene Literatur, und diese 6. Auflage wurde 2019 vermutlich zur Verleihung des ...

In einem Regal am Urlaubsort habe ich Peter Handkes "Der Chinese des Schmerzes" entdeckt. Der Suhrkamp Verlag steht für gehobene Literatur, und diese 6. Auflage wurde 2019 vermutlich zur Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke aufgelegt.
Er erzählt die Geschichte Andreas Losers, der in einem Vorort von Salzburg, getrennt von Frau und Kindern, lebt.
Peter Handke erzählt eine düstere, schwermütige Geschichte, die - für den Leser von Unterhaltungslektüre - nicht leicht zu lesen ist. Seine Sätze sind sinnreich und durchdacht, enthalten aber so viele Informationen, dass man sie manchmal zweimal lesen bzw. überdenken muss. Wunderbare Landschaftsbeschreibungen wechseln sich mit den schwermütigen Gedanken und Empfindungen Andreas Losers ab, die mir manchmal surreal erscheinen.
Ein Buch, das mich sehr an die anspruchsvolle Literatur im Deutschunterricht erinnert, mit Tiefgang, zum Nachdenken, etwas unergründlich...

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Veröffentlicht am 12.02.2020

Der amerikanische Traum - kritisch durchleuchtet...

Heartland
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Familie Mapother besitzt seit Generationen die Tabakfabrik Westway im Mittleren amerikanischen Westen. Reich und einflussreich, so führt Henry despotisch sein Haus, Gattin Elisabeth widmet sich den Armen ...

Familie Mapother besitzt seit Generationen die Tabakfabrik Westway im Mittleren amerikanischen Westen. Reich und einflussreich, so führt Henry despotisch sein Haus, Gattin Elisabeth widmet sich den Armen in ihrer Glaubensgemeinschaft und sucht nach Zeichen der Engel, die ihr im Traum erscheinen. Sohn John erfüllt die Erwartungen der Eltern und arbeitet erfolgreich im Familienunternehmen, Sohn Eugene fällt aus der Reihe, arbeitet Jahre bei Wallmart, um sein Leben unabhängig selbst zu finanzieren, landet dann auf einem Dauerflohmarkt und lebt, heruntergekommen, aber frei, in einem Trailerpark. Auf dem Flohmarkt stöbert ihn nach vier Jahren seine Mutter auf...
Joey Goebel erzählt die Geschichten eines amerikanischen Traums: Ein Sitz im Kongress, den Sohn John, der erfolgreiche Sprößling, zum Ruhm der Familie führen soll.
Trotz der Millionen gestaltet sich der Wahlkampf schwierig, die Masse der Wähler kommt aus der Arbeiterunterschicht, und die Menschen im Hause Mapother trennen Welten von ihren zukünftigen Wählern. Aber Eugene, genannt "Blue Gene", wäre in der Lage, die Kontakte herzustellen... So beginnt für Blue Gene eine Odysee der Gefühle und Mögllichkeiten, Geheimnisse enthüllen sich und stürzen ihn in emotionale Achterbahnfahrten.
Joey Goebel zeichnet ein amerikanisches Sittenbild, sehr eindringlich und hart deckt er die Situation der arbeitenden Bevölkerung auf, kreidet die Mißstände an und zeigt, wie verlogen das System ist. Fazit: Geld regiert!
Mir hat das Buch recht gut gefallen, es ist trotz allem Tiefgang leicht zu lesen, recht spannend und die Charaktere sind sehr lebensecht gezeichnet!

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Weniger Krimi, eher Schmonzette...

Mord ist schlecht fürs Geschäft
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Honey Driver ist Witwe mit einer fast erwachsenen Tochter und leitet ein kleines Hotel in Bath. Als ein amerikanischer Hotelgast spurlos verschwindet, wird Honey zur Vermittlerin zwischen Polizei und Hotelverband ...

Honey Driver ist Witwe mit einer fast erwachsenen Tochter und leitet ein kleines Hotel in Bath. Als ein amerikanischer Hotelgast spurlos verschwindet, wird Honey zur Vermittlerin zwischen Polizei und Hotelverband ernannt - und startet prompt ihre eigenen Ermittlungen...
Ein eigentlich spannender Plot, aber Honey's Leben, ihre sehr persönlichen Vorlieben, die Schrullen ihrer Familie und der Stammgäste bis hin zum möglichen Liebesleben überwiegen dermaßen, dass man als Leser die Jagd nach dem Mörder zeitweise aus den Augen verliert. Mir ist die Geschichte etwas zu übertrieben, britischer Humor fehlt mir da leider auch.
Nett zur Unterhaltung, aber nicht wirklich ein Buch für Krimifans.

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