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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2023

Sehr spannender, gut recherchierter Antarktis-Thriller

Der Riss
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Antonia Rauwolf, Vulkanologin, kommt auf die antarktische Neumayer-Station, um Vulkane zu untersuchen, die in der Westantarktis entdeckt wurden. Aber zunächst macht sie sich auf die Suche nach ihrem im ...

Antonia Rauwolf, Vulkanologin, kommt auf die antarktische Neumayer-Station, um Vulkane zu untersuchen, die in der Westantarktis entdeckt wurden. Aber zunächst macht sie sich auf die Suche nach ihrem im Eis verschollenen Bruder. Doch auch eine Gruppe mordender Diamantensucher ist unterwegs.
Das Ganze ist ein wilder Ritt mit sehr unterschiedlichen Protagonisten: Da sind die Wissenschaftler*innen und die Faszination des eisigen Kontinents, und auf der anderen Seite die Diamantensucher, die nur an Reichtümern interessiert sind und dafür über Leichen gehen. Das ist sehr spannend erzählt, und die Gefahr für die Beteiligten ist groß. Cliffhanger unterbrechen den Lesefluss immer wieder. Das Erzähltempo ist sehr hoch, man kommt buchstäblich kaum zu Atem.
Die Diamentensucher wirken manchmal etwas albern vor dem Hintergrund einer globalen Gefahr, auch wenn diese nicht so richtig erklärt wird. Schön wäre es gewesen, mehr über die Zusammenhänge und die einzigartige Natur zu erfahren. Doch dies ist ein Spannungsroman, und als solcher ist er durchaus gelungen.

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Veröffentlicht am 16.01.2023

Jung , frei und unentschlossen

Ohne mich
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Das Leben ist nicht einfach, wenn man gerade zu Ende studiert hat und darüber hinaus frisch getrennt ist. Zwischen Studium, Party, Drogen, Sex und Praktikum scheint die Erzählerin vollkommen verloren. ...

Das Leben ist nicht einfach, wenn man gerade zu Ende studiert hat und darüber hinaus frisch getrennt ist. Zwischen Studium, Party, Drogen, Sex und Praktikum scheint die Erzählerin vollkommen verloren. Sie schildert ihre wirre Gefühle und Gedanken, und machmal fragt sie sich, wo soll es hingehen und warum.
Die Ich-Erzählerin ist ebenso namenlos wie ihr Ex, der nur als "der Ehemann" bezeichnet wird. Sie beschreibt das Jahr, das nach dieser Trennung ins Land geht. Das ist flüssig geschrieben und lässt sich gut lesen. Eine echte Geschichte ist es nicht, eher die Darstellung eines Schwebezustandes und einer Lebensweise: Die Studierenden leben in Wohngemeinschaften, gehen nachts auf Partys und nehmen sehr viel Alkohol und Drogen zu sich. Manche gehen nach Berlin oder ins Ausland, andere in die Provinz. Oder sie bleiben. Nicht alle schließen das Studium ab.
Ganz am Ende hat die Erzählerin eine Idee davon, worauf es ankommt, und dass in dieser ganzen Zeit doch wichtige Dinge passiert sind. Endlich nennt sie auch ihren Ex wieder beim Namen. Seine Funktion hat er nicht mehr inne.
Ein Buch für Studierende und solche, die es einmal waren.

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Dimensionen

AETERNA
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Daniel Slovac arbeitet in einer Forschungsstation in den Schweizer Bergen, wo er Neutrinos aus dem Weltall aufzufangen hofft. Eines Tages misst er etwas Unerwartetes. Zugleich will Polizistin Isabella ...

Daniel Slovac arbeitet in einer Forschungsstation in den Schweizer Bergen, wo er Neutrinos aus dem Weltall aufzufangen hofft. Eines Tages misst er etwas Unerwartetes. Zugleich will Polizistin Isabella Cassini in Rom einen Informanten treffen, der ihr etwas über eine kriminelle Sekte erzählen will, aber er wird ermordet. Was scheinbar so wenig miteinander zu tun hat, ist eng miteinander verbunden.

Lundt verknüpft einen uralten mystischen Kult mit moderner Wissenschaft und einem sonderbaren Naturphänomen zu einer spannenden Geschichte. Er erzählt anschaulich und flüssig, das Lesen macht Freude. Die Figuren und ihre Umgebung kann man sich gut vorstellen. So kommt man gut ins Geschehen hinein. Die Auflösung stimmt nachdenklich.

Der Autor ist Selfpublisher und hat schon einige Wissenschaftskrimis veröffentlicht. Das Buch wurde professionell lektoriert, sodass der Lesefluss nicht durch Schreibfehler gestört wird. Die naturwissenschaftlichen Fakten sind verständlich dargestellt, und man kann der Geschichte gut folgen.

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Veröffentlicht am 11.01.2023

Spannend und detailreich

Die Henkerstochter und die Schwarze Madonna (Die Henkerstochter-Saga 9)
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Altötting, Bayern, 1681: Kurfürst Max Emaunel und Kaiser Leopold 1. treffen sich im bayerischen Wallfahrtsort Altötting, und gemeinsam in der Gnadenkapelle zu beten und eine Allianz gegen die Türken zu ...

Altötting, Bayern, 1681: Kurfürst Max Emaunel und Kaiser Leopold 1. treffen sich im bayerischen Wallfahrtsort Altötting, und gemeinsam in der Gnadenkapelle zu beten und eine Allianz gegen die Türken zu schmieden. Das ist eine hochpolitische und sehr brisante Angelegenheit. Auf Betreiben des Kurfürsten ist auch die Familie Kuisl vor Ort, einer als Spion, ein anderer als Arzt. Da macht sich ein Attentäter bemerkbar.
Die Romane um die Tochter des Schongauer Henkers Jakob Kuisl und ihre Familie gehen hiermit in die neunte Runde. Man kann diesen Band lesen, ohne die anderen zu kennen; die handelnden Personen werden auch insgesamt nicht so zahlreich, dass der Überblick verloren ginge in diesem dicken Werk. Die private Familiengeschichte wird auf geschickte Weise mit der großen Politik verwoben.
Sehr detailreich erfahren wir, wie die Menschen damals lebten, auf Burgen, in Bürgerhäusern, in Klostern und in Spelunken, und wie normal auch das Töten und Sterben war. Besonderes interessant ist der Einblick in die Medizin der damaligen Zeit; in der Familie gibt es einen Arzt, einen Medizinstudenten und eine Hebamme. Der Beruf des Henkers ist zwar notwendig, aber nicht sehr angesehen, und so sind die Kuisls eher einfache Leute, die sich aber "hochgearbeitet" haben.
Die Geschichte um das historisch verbürgte Treffen in Altötting ist aufgebaut wie ein moderner Krimi. Wir erhalten einen Einblick in eine düstere Gedankenwelt, aber wir erfahren bis kurz vor Schluss nicht, warum hier gemordet wird. Parallel wird aus mehreren verschiedenen Perspektiven erzählt. Schließlich geraten auch die Kuisls ins Fadenkreuz. Werden sie überleben? Können sie die Morde aufklären?
Definitiv eines der spannendsten Bücher des Jahres.

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Veröffentlicht am 07.01.2023

Mutige Heldin, fantastische Naturwesen

Die Giganten 1: Erin
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Schlägt man diesen Comic auf, ist er erst einmal grün. Das passt gut, denn es geht um Pflanzenmagie.
Erin hat ihre Eltern verloren und wächst bei Onkel und Tante auf. Alles was sie pflanzt, wächst und ...

Schlägt man diesen Comic auf, ist er erst einmal grün. Das passt gut, denn es geht um Pflanzenmagie.
Erin hat ihre Eltern verloren und wächst bei Onkel und Tante auf. Alles was sie pflanzt, wächst und trägt Früchte, selbst Kiwis in Schottland. Im Wald lernt sie ein magisches Wesen kennen, das auf besondere Weise mit ihr verbunden ist: den Pflanzenriesen Yrso. Giganten wie ihn gibt es noch mehr auf der Welt. Sie werden verfolgt, und einer von ihnen hat Böses vor.
Erin ist eine Heldin, mit der man sich leicht identifizieren kann. Sie ist neugierig und wenig ängstlich, trägt aber die Trauer um ihre Eltern mit sich. Die Zeichnungen sind professionell, farbig und schön anzusehen. Besonders Yrso ist faszinierend, eine riesige, zerzauste, baumartige Gestalt.
Fünf Bände, fünf Giganten folgen noch. Jeder ist mit einem besonderen Kind magisch verbunden. Sehr zu empfehlen, auch für Erwachsene.

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