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Veröffentlicht am 08.09.2025

Schwierig zu lesen

Leuchtfeuer
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Jeder Mensch ist geprägt durch das, was er erlebt und getan hat. Hier gibt es zwei solcher Ereignisse: Drei Teenager verunglücken in einem Auto. Die Fragen von Schuld und der Umgang damit werden nicht ...

Jeder Mensch ist geprägt durch das, was er erlebt und getan hat. Hier gibt es zwei solcher Ereignisse: Drei Teenager verunglücken in einem Auto. Die Fragen von Schuld und der Umgang damit werden nicht thematisiert und belasten die Familien ein Leben lang. Ein Kind kommt zur Welt und überlebt, weil zufällig ein benachbarter Arzt anwesend ist. Viele Jahre später bekommt dieses Kind eine besondere Bedeutung für den Arzt.
Detailreich und emotional spürt die Autorin den Auswirkungen dieser Ereignisse im Leben der Beteiligten nach. Die Protagonisten sind ganz normale Menschen von heute. Metaphorisch geht es ins Universum: Sterne und Galaxien haben ebenfalls Auswirkungen auf einander. Hier sind physikalische Kräfte am Werk, viele davon kennen wir heute gut. Aber welche Kräfte wirken zwischen Menschen?
Ich habe selten so viel geblättert beim Lesen. Dieses Buch ist voller Zeitsprünge. Zwar ist sind sie immer genau angegeben, aber es geht mal vor, mal zurück, mal noch weiter nach in die Zukunft und wieder irgendwo mitten hinein. Das ist schwierig zu lesen. Kaum ist man in eine Lebensphase der Menschen eingestiegen, geht es schon wieder weiter in irgend eine andere. Aber so erhalten wir Schlaglichter auf die Lebensgeschichten der Beteiligten. Hier sollten Auswirkungen der „Leuchtfeuer“-Ereignisse erkennbar werden.
Mir haben sie sich nicht so recht erschlossen. Deshalb nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Nichts

Dr. No
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Professor Wala Kitu unterrichtet Mathematik. Sein Spezialgebiet ist das Nichts. Nun kommt John Sill, der sich als Bond-Schurke bezeichnet und kauft seine Dienste ein: Kitu soll helfen, aus Fort Knox einen ...

Professor Wala Kitu unterrichtet Mathematik. Sein Spezialgebiet ist das Nichts. Nun kommt John Sill, der sich als Bond-Schurke bezeichnet und kauft seine Dienste ein: Kitu soll helfen, aus Fort Knox einen Schuhkarton mit Nichts zu rauben. Es entwickelt sich eine verwirrende und witzige Parodie auf Spionage-Thriller, in der mehrere Nationen, ein skrupelloser Milliardär, zahlreiche Agenten und eine furchtbare Waffe eine Rolle spielen.
Die Figuren sind ungefähr so seltsam wie ein einbeiniger Hund, der besonderer Pflege bedarf, oder wie ein Mathematiker, der sich mit Themen befasst, die ein normaler Mensch nicht versteht. Abgesehen von allerlei Sonderbarkeiten rund um nichts ist die Geschichte durchaus vorhersehbar. Alles was man aus Geheimdienstromanen kennt, passiert hier. Hinzu kommen viele schräge Einfälle, die Spaß machen. Spannend wird es nicht, eher witzig und unterhaltsam, auch für mathematisch Unbedarfte. Wer sich gern mit Mathematik befasst, wird besondere Freude haben.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Charmant

Nächsten Sommer
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Felix hat ein Haus am Meer geerbt. Zusammen mit drei Freunden macht er sich in einem alten VW-Bus auf dem Weg dorthin, von Berlin nach Südfrankreich. Felix, der die Geschichte selbst erzählt, ist ein cooler ...

Felix hat ein Haus am Meer geerbt. Zusammen mit drei Freunden macht er sich in einem alten VW-Bus auf dem Weg dorthin, von Berlin nach Südfrankreich. Felix, der die Geschichte selbst erzählt, ist ein cooler Typ mit einer besonderen Beziehung zu Primzahlen und Quadratwurzeln, außerdem ein begnadeter Schachspieler. Marc spielt Gitarre, ihm gehört der Bus. Bernhard und Zoe sind eine Art Liebespaar, unterwegs kommen noch Lilith und Jeanne dazu.
Es geht täglich vorwärts, und es gibt einige Abenteuer zu erleben. Einmal geraten sie sogar in Lebensgefahr. Trotzdem ist der Stil stets entspannt und lässig. Die Reise bringt alle beteiligten Persönlichkeiten einen kleinen Schritt weiter in ihrer persönlichen Entwicklung.
Da war ich gerne dabei! Ein leichtes, fröhliches Sommerbuch.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Gewichtig

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Phoebe will sich umbringen und bucht dafür ein teures Hotel. Sie trifft auf eine Hochzeitsgesellschaft, die hier sechs Tage lang feiern wird.
Hochdramatisches ereignet sich in diesen Tagen, wie es auf ...

Phoebe will sich umbringen und bucht dafür ein teures Hotel. Sie trifft auf eine Hochzeitsgesellschaft, die hier sechs Tage lang feiern wird.
Hochdramatisches ereignet sich in diesen Tagen, wie es auf Hochzeiten wohl leicht passieren kann, besonders dann, wenn sie sehr groß gefeiert werden. Dabei ist das eigentliche Drama ein leises, das eher am Rande passiert.
Die Tage sind straff geplant und durchgetaktet. Der Schwerpunkt des Romans liegt nicht auf der Handlung, sondern auf den Fragestellungen der Personen. Die Konfrontation der Frau, die nicht mehr leben will, mit den Menschen, die das Leben und die Zukunft feiern wollen, gibt vielen Aspekten der Geschichte eine tiefe Bedeutung. Es geht um Leben und Sterben, um Liebe, Verlust und Selbstfindung.
Es gibt seltsame und aberwitzige Szenen. Und es gibt Szenen, die die Beteiligten auf sehr unterschiedliche Weise schildern, zum Beispiel wie Braut und Bräutigam einander kennenlernten. Das hat der spätere Bräutigam ganz anders erlebt als sein bester Freund, der doch dabei war. Was ist wahr? Worauf kommt es an?
Phoebe ist eine sympathische Hauptperson, die an einem Tiefpunkt ihres Lebens angekommen ist. Lila, die junge Braut, steckt voller Selbstzweifel und weiß nicht so recht, was sie eigentlich will. Beide fand ich in ihrer Entwicklung sehr glaubwürdig und auf ihre Weise ziemlich verrückt.
Ein Buch mit gewichtigen Fragestellungen und leicht verrückten Menschen, die versuchen, ganz normal zu sein. Eine spannende Geschichte kommt nicht zustande. Deshalb von mir nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Stimmungsvoll

Das Geschenk des Meeres
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Im schottischen Fischerdorf Skerry wird ein kleiner Junge an Land gespült. Er lebt, und er erholt sich bei der Lehrerin Dorothy, die vor vielen Jahren einen kleinen Jungen an das Meer verloren hat.
Die ...

Im schottischen Fischerdorf Skerry wird ein kleiner Junge an Land gespült. Er lebt, und er erholt sich bei der Lehrerin Dorothy, die vor vielen Jahren einen kleinen Jungen an das Meer verloren hat.
Die Geschichte entwickelt sich auf zwei Zeitebenen. Im Jahre 1900 kommt Dorothy ins Dorf, um zu unterrrichten. In der Gegenwart nimmt das Geschehen um den Findeljungen seinen Lauf, dabei werden Erinnerungen an die damalige Zeit wach. Ich musste manchmal nachschauen, ob ich gerade eine frische Erinnerung lese oder eine nacherzählte Vergangenheit. Aber alle Kapitel sind so betitelt, dass man sich stets gut orientieren kann.
Das Lebensgefühl der Menschen ist damals wie heute eng mit dem Meer verbunden. Einzelheiten gehen besonders zu Herzen: ein verlorener Stiefel, ein roter Ball zeigen die Machtlosigkeit des Einzelnen gegenüber der wilden Natur. Alte Sagen vom Meer werden erzählt und man fragt sich, was davon wahr sein könnte.
Der Stil ist sehr emotional. Nah an den Figuren werden ihre Sehnsüchte und Verletzungen beschrieben. Niemand hier ist ohne Vorgeschichte, insbesondere nicht Dorothy, die von einer lieblosen Mutter gelernt hat, keine Gefühle zu zeigen. So ist die Atmosphäre im Roman stets stürmisch, kühl und rau.
Eine fesselnde und stimmungsvolle Reise ans Meer.

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