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Veröffentlicht am 31.08.2020

Eher für junge Leser

Hidden Worlds 1 – Der Kompass im Nebel
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Elliot muss das Haushaltsgeld für seinen Vater und für sich selbst verdienen. Als er seinen Job verliert, schickt ihn sein alter Herr zu einem Bekannten, welcher der Familie noch einen Gefallen schuldig ...

Elliot muss das Haushaltsgeld für seinen Vater und für sich selbst verdienen. Als er seinen Job verliert, schickt ihn sein alter Herr zu einem Bekannten, welcher der Familie noch einen Gefallen schuldig ist. Nun hat Elliot eine neue Stelle, allerdings ahnt er noch nicht, welch besondere Erfahrungen er schon bald machen sollte. Denn seine Familie ist in der magischen Welt wohlbekannt...

Zuerst möchte ich die Cover-Designer loben, denn das Cover war für mich ein Blickfang, ein Türöffner. Der Klappentext, mit dem Versprechen auf magische Wesen zu treffen und den Weg nach Avalon zu suchen, hat mich regelrecht an das Buch geklebt. Ich musste es lesen!

Der Protagonist Elliot hat mich dann auch gleich von den ersten Zeilen ab an seinem Abenteuer teilhaben lassen. Ich fühlte mich an seiner Seite, konnte die Entdeckung der verborgenen Welt regelrecht miterleben. Das lag vor allem an den lebendigen, detaillierten und farbenfrohen Beschreibungen des Autors. Und meiner Meinung nach lag hier auch der Schwerpunkt, nämlich auf der Präsentation dieser fabelhaften Welt und der Wesen. Der Werdegang der Geschichte rückte meines Erachtens etwas in den Hintergrund, was mich allerdings nicht sehr gestört hat.

Es war eine Freude die Figuren und Wesen zu entdecken, denn diese magische Welt mit ihren Bewohnern strahlte eine lebenslustige und freundliche Atmosphäre aus. So wurden die Wesen mit charmanten Eigenarten und Witz ausgestattet. Ach, man wollte am liebsten mit ihnen befreundet sein! Natürlich gab es auch geheimnisvolle Widersacher und eine Aufgabe zu erledigen, doch die gefühlte Bedrohlichkeit hielt sich in Grenzen. Die Erzählweise des Autors vermittelte mir Leichtigkeit und machte Laune, Elliots Abenteuer auch weiterhin zu verfolgen.

Ein wunderbares Buch für junge Leser, die sich gerne in fremde Welten träumen.

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Veröffentlicht am 21.08.2020

Atmosphärischer Roman, stellenweise aber zu langatmig

Die Saga von Vinland
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Der adelige Sachse Andreas reist mit seinem Freund Ailmar nach Norwegen, weil er sich die Hochzeit mit der Fürstinnentochter Sigrid erhofft. Der Jarl lehnt ihn als Heiratskandidaten aber ab, und kurz darauf ...

Der adelige Sachse Andreas reist mit seinem Freund Ailmar nach Norwegen, weil er sich die Hochzeit mit der Fürstinnentochter Sigrid erhofft. Der Jarl lehnt ihn als Heiratskandidaten aber ab, und kurz darauf entführt der Verräter Eyvind die schöne Erbin. Bei diesem Überfall geraten unter anderem auch Andreas und Ailmar in Gefangenschaft und werden mit ihr verschleppt. Eine anstrengende Reise steht nun bevor, denn Eyvind möchte sich mit den Gefangenen in einem neuen Land ansiedeln.

Der Einstieg in diesen historischen Roman ist mir nicht leicht gefallen. Die vielen Figuren mit komplizierten Namen und deren Zuordnung zu verschiedenen Ländern, bzw. Familien hat mich im Lesefluss gebremst. Das nehme ich aber gerne in Kauf, da ein Roman durch Authentizität auflebt. Der historische Überblick und das Glossar im Anhang waren mir dabei eine große Hilfe. Und doch war ich erstaunt, wie anschaulich das Autorenpaar die Rauheit der damaligen Epoche und die karge Wildheit der Natur von Anfang an in Worte fassen konnten!

Die Beziehung der Figuren untereinander wurde klar definiert von Abhängigkeit, Macht und Unterwerfung. Trotz dem zarten Pflänzchen der Liebe zwischen Andreas und Sigrid und den wenigen echten Freundschaften, konnte ich durchgehend eine unterschwellige Bedrohung spüren. Es muss für die einfachen Menschen eine gefährliche Zeit gewesen sein, vor allem für die Frauen. Es gab damals kaum Privatsphäre und etwaige Scham war vollkommen fehl am Platz. Sicherheit und Freiheit waren gefragt, und diesbezüglich haben viele so manches auf sich genommen. Meiner Meinung nach wurde die Atmosphäre jeder Situation, bzw. Reisestation nachvollziehbar eingefangen.

Die Handlung empfand ich allerdings oft als sehr langatmig, gefühlt geschah seitenlang nicht viel. Daher war ich zwischenzeitlich ziemlich unmotiviert weiterzulesen, musste ab und an pausieren und das Buch beiseite legen.

„Die Saga von Vinland“ ist atmosphärisch geschrieben, die Handlung hätte aber etwas interessanter gestaltet werden können. / 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.08.2020

Ich liebe es!

Never Doubt
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Isaac Pearce lebt mit seinem alkoholkranken Vater in ärmlichen Verhältnissen in einem Nest namens Harmony, im Bundesstaat Indiana. Über Isaac ranken sich viele Gerüchte, denn er lässt niemanden an sich ...

Isaac Pearce lebt mit seinem alkoholkranken Vater in ärmlichen Verhältnissen in einem Nest namens Harmony, im Bundesstaat Indiana. Über Isaac ranken sich viele Gerüchte, denn er lässt niemanden an sich ran. Sein Innerstes kehrt er nur als Schauspieler am örtlichen Theater nach außen, sein Talent ist grandios. Es ist seine Fahrkarte um dem Elend zu entfliehen. Eines Tages trifft er in der Schule auf Willow, die neu in der Stadt ist. Sie geht ihm vom ersten Augenblick an unter die Haut, doch auch wenn sie perfekt zu sein scheint, spürt Isaac den Schatten, der auf ihrer Seele liegt.

Eine fabelhafte Version von Liebe auf den ersten Blick! Die Autorin hat mit ihrer Wortwahl die richtige Atmosphäre erschaffen, um die vorsichtige, aber unwiderrufliche Anziehung zwischen den Protagonisten glaubhaft zu vermitteln. Mit dieser Geschichte wurde ich auf eine wunderbare Reise mitgenommen, ich durfte Shakespeares „Hamlet“ entdecken und die Heilung tiefer seelischer Wunden auf mich wirken lassen, und auch wenn die Zwischenstationen teilweise aufwühlten, war der Antrieb zum Ziel immer Liebe. Willow und Isaac gehen sehr respekt- und verständnisvoll miteinander um, es war eine Freude die Entwicklung der beiden mitzuerleben. Beide teilen ein ähnliches Schicksal, es geht um das Ansehen, darum das Gesicht zu wahren, und die Eltern sind dabei der Dreh- und Angelpunkt. Wobei Isaac, aus der gewalttätigen Beziehung zu seinem Vater heraus, seinen Ruf verbessern möchte, um eine Zukunft zu haben, Willow aber von ihren Eltern zu Oberflächlichkeiten dirigiert wird, um deren Erwartungen zu erfüllen. Emma Scott hat damit eine Verbindung zwischen den beiden geschaffen, die noch verstärkt wird, als das Theater ins Spiel kommt. Die Protagonisten hatten hier die Möglichkeit ihre gut versteckten Emotionen durch das Spiel zur Realität werden zu lassen, um so das auf weltlicher Ebene erfahrene Leid teilweise zu verarbeiten. Ich muss sagen, ich war fassungslos wie perfekt die Handlung mit den gewählten Theaterklassikern harmoniert!

Sehr gut gefallen haben mir die Nebenfiguren, mit ihrem Witz, ihrer Verlässlichkeit und ihrer Vertrauenswürdigkeit. Hier finden Willow und Isaac ihre wichtigen Anker. Die Hauptfiguren wirkten auf mich allerdings älter als 17, bzw. 19 Jahre. Ebenso das Verhalten der besten Freundin Angie. Diese jungen Leute hatten überhaupt keine Flausen im Kopf, nicht das mich das gestört hätte, ganz im Gegenteil. Dieser Roman kommt nämlich ohne unnötiges Drama aus. Etwas unglaubwürdig war für mich aber die Tatsache, dass Isaac in diesem jungen Alter vom Fleck weg solch eine Karriere in Verbindung mit riesigen Einnahmen hingelegt hat. Ja, das Ende fand ich dann nicht mehr ganz so stark, beispielsweise die Auflösung mit Willows Peiniger wurde zu schnell abgehakt. Trotzdem war diese Geschichte ein Highlight meines bisherigen Lesejahres.

Endlich mal wieder ein New-Adult-Roman, der mich sehr berührt hat! Die starken Protagonisten mit authentischen Entwicklungen und der Bezug zum Theater waren sehr inspirierend und niveauvoll, am liebsten würde ich gleich das nächste Festspielhaus besuchen. Von mir gibt`s eine klare Leseempfehlung! / 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 11.08.2020

Herausfordernd

All Saints High - Der Rebell
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Luna und Knight sind seit ihrer Kindheit ein Herz und eine Seele. Beide wurden von ihren leiblichen Müttern verlassen, was bei Luna eine selbstauferlegte Stummheit auslöste. Knight wird mit der Zeit zum ...

Luna und Knight sind seit ihrer Kindheit ein Herz und eine Seele. Beide wurden von ihren leiblichen Müttern verlassen, was bei Luna eine selbstauferlegte Stummheit auslöste. Knight wird mit der Zeit zum Football-Star der Schule und geht mit vielen Mädchen aus, insgeheim liebt er aber immer nur Luna. Mehrmals versucht Knight durch Annäherung aus Freundschaft Liebe werden zu lassen, was Luna furchtbar erzürnt. Eine Phase der Missverständnisse beginnt.

Kaum hatte ich zu lesen begonnen, war ich begeistert von der Atmosphäre, die zwischen den Protagonisten herrschte. Spannung in vielen Facetten war ständig spürbar, und trotzdem lag zwischen den beiden eine Harmonie in der Luft. Ich fand die Dynamik zwischen Luna und Knight sehr kraftvoll, wenn auch anstrengend. Die Autorin hat so viel Problematiken in dieses Buch gepackt, ich wurde regelrecht von einem Wirrwarr an Gefühlen überflutet! So wurde ich dazu angehalten mehrmals meine Ansichten zu bestimmten Themen zu überdenken, bis hin zur Akzeptanz von Tatsachen oder Geschehnissen. Es ist immer faszinierend, wenn eine Autorin den Leser so herausfordern kann. Sie hat gezeigt, wie verletzlich ein Mensch hinter seiner so hart erarbeiteten Fassade sein kann.

Die Figuren fand ich allerdings ganz schön extrem in ihren Verhaltensweisen, was aber wohl der problembehafteten Story geschuldet war. Vor allem Luna, die eine massive Entwicklung durchlebt, wurde mir nach und nach immer unsympathischer. Ihr Verhalten konnte ich an einigen Stellen überhaupt nicht nachvollziehen, wobei es mir vorkam, als spiele sie ihre Macht gegenüber allen möglichen Personen in ihrem Umfeld aus. Und was ich wirklich schlimm fand, war die Tatsache, dass die Teenager sich bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen benehmen wie Pornostars – und natürlich den allerbesten Sex überhaupt haben, mit mehrfachen Orgasmen. Hallo?? Welche Botschaft wird denn hier übermittelt! Und lächerlich ist das noch dazu. Für diese Protagonisten hätte ein liebevolles Herantasten an die Sexualität besser gepasst, als oberflächlicher Matratzensport. Von mir gibt es daher einen Abzug bei der Bewertung.

Den Erzählstil von L.J. Shen mochte ich sehr, sprachlich authentisch und auch etwas rotzig, passend ins Bild der aufmüpfigen Teenager. Gut gefallen haben mir auch die jung gebliebenen Eltern, diese Interpretation wirkte auf mich freundlich und frisch.

Es ist ein spannungsgeladenes Buch, mit einer Fülle von Triggern. Für mich war die Problemdichte ein wenig zu viel, es geht beispielsweise um Adoption, Sucht, Verrat, Stalking, Krankheit, Tod, usw. Man hätte locker zwei Bücher daraus machen können. Wer damit klar kommt, hat bestimmt Spaß bei der Lektüre. Und eins habe ich daraus gelernt: „Träume sind nur Realität in der Warteschleife“.

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Veröffentlicht am 10.08.2020

Hat mich leider nicht begeistert

Dangerous Hearts – Mit dir gegen jede Gefahr
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Der Ranger Jared und die Angestellte Nikki begegnen sich im Glacier Nationalpark, wo beide für die Saison einen Job angenommen haben. Sie teilen ein ähnliches Schicksal und suchen den Abstand zu ihrer ...

Der Ranger Jared und die Angestellte Nikki begegnen sich im Glacier Nationalpark, wo beide für die Saison einen Job angenommen haben. Sie teilen ein ähnliches Schicksal und suchen den Abstand zu ihrer Heimat. Während sie sich kennenlernen, machen Wilderer den Nationalpark unsicher, wobei Jared mit seinem Ranger-Team den Spuren nachgeht.

Für mich war es das erste Buch der Autorin Romina Gold, die bereits einige Bücher erfolgreich publiziert hat. Nicht nur das schöne Cover, sondern auch das Thema und der Bezug zur Natur hat mich hier direkt angesprochen! Der Glacier Nationalpark als Schauplatz und die dort angesiedelten Berufsgruppen haben mich in der Leseprobe überzeugt und ich wollte das Buch unbedingt lesen.

Meine Begeisterung hat sich allerdings bereits nach ein paar Kapiteln gelegt. Für meinen Geschmack wurde allgemein alles zu schnell abgehandelt. Beispielsweise waren die Protagonisten nicht mehr nur aneinander interessiert, sondern plötzlich in einer Beziehung, und die Handlung kam mir vor, als würde einfach Punkt für Punkt nacheinander abgehakt – zu sachlich und monoton. Das Buch wurde als „Romantik-Thriller“ beworben, das fand ich interessant und ich war sehr gespannt was mich erwarten würde. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass ich den Teil mit den Wilderern nicht als Thriller bezeichnen würde. Natürlich wollte ich auch wissen, was dahinter steckt und wie das Abenteuer ausgeht, aber Nervenkitzel hat es bei mir nicht verursacht. Im Ganzen konnte mir die Story keinerlei Emotionen entlocken, ich habe die Handlung zwar aufgenommen, war aber nicht mittendrin.

Die Figuren waren mir bis zum Schluss ziemlich unklar, ich konnte sie nicht so richtig einordnen. Den Charakter des Rangers Jared konnte man erahnen, ihn hätte man noch mehr beleuchten können. Doch Nikki fand ich nur nervig, kindisch und klischeehaft, vor allem ihre Fixierung auf eine feste Beziehung, bzw. Ehe. Und das nach wenigen Wochen mit einem Mann, den sie noch nicht wirklich kennt.

Die Geschichte ist flüssig geschrieben, aber sprachlich hat es mich nicht angesprochen. Oft las ich Sätze oder Ausdrucksweisen, die so banal waren, dass ich regelmäßig mit den Augen rollen musste.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich die Geschichte gut gefunden hätte, wenn alles mehr ausgearbeitet gewesen wäre. Meiner Meinung nach kann man das Buch ganz gut lesen, man sollte aber nicht zu viel erwarten.

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