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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2020

Für die Gefühlswelt fast zu viel

Sommer der Wahrheit (Sheridan-Grant-Serie 1)
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Im Nebraska der 90er-Jahre lebt Sheridan Grant mit ihrer Familie auf einer Farm. Dort hat sie es nicht leicht, denn ihre Adoptivmutter lässt kein gutes Haar an ihr. Haltlos lässt sie sich auf verschiedene ...

Im Nebraska der 90er-Jahre lebt Sheridan Grant mit ihrer Familie auf einer Farm. Dort hat sie es nicht leicht, denn ihre Adoptivmutter lässt kein gutes Haar an ihr. Haltlos lässt sie sich auf verschiedene Männer ein und stolpert durch ihr Leben. Bis eines Tages in einer Halloween-Nacht entscheidende Weichen gestellt werden.

Durch das ansprechende Cover bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich habe erst später bemerkt, dass er aus der Feder von Nele Neuhaus stammt. Und das hat mich dann erst recht neugierig gemacht.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt diesen ersten Teil der Sheridan-Grant-Reihe zu lesen, die Autorin schreibt wunderbar, ließ mit Leichtigkeit Bilder in meiner Fantasie entstehen. Obwohl diese Bilder nicht gerade oft vor Harmonie strotzten, denn der Lebensweg der Protagonistin war ganz schön steinig und hat mich emotional ziemlich mitgenommen. Nele Neuhaus konnte die nie enden wollenden Erniedrigungen Sheridans und deren Haltlosigkeit in dieser verstaubten Familie wahnsinnig gut transportieren. Vor allem ihre ersten Erfahrungen in Sachen Sexualität fand ich etwas verstörend, man beachte das Alter. Trotz allem wurde Sheridan mit all ihren Facetten dargestellt, schonungslos. Es hatte etwas kraftvolles, diese Naivität, Traurigkeit, Scheu, und noch so viel mehr – fokussiert auf dieses Mädchen.

„Der Sommer der Wahrheit“ ist herausfordernd, aber toll geschrieben. Auf jeden Fall darf man nicht den Fehler machen, dieses Buch mit einem Krimi der Autorin zu vergleichen. Ein eindrucksvoller Auftakt einer Roman-Trilogie.

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Veröffentlicht am 30.07.2020

Hat mich nicht losgelassen

Die verstummte Frau
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Ein Mord in einem Gefängnis bringt Saras verstorbenen Ehemann Jeffrey Tolliver wieder ins Gespräch. Allerdings nicht im Guten. Ein Häftling beschuldigt den ehemaligen Chief der Vertuschung von Straftaten ...

Ein Mord in einem Gefängnis bringt Saras verstorbenen Ehemann Jeffrey Tolliver wieder ins Gespräch. Allerdings nicht im Guten. Ein Häftling beschuldigt den ehemaligen Chief der Vertuschung von Straftaten und behauptet wichtige Informationen zu einem alten Mordfall zu haben. Denn der Täter von damals scheint aktuell wieder aktiv zu sein. Für das Ermittlerteam wird dieser Fall zu einer aufreibenden Zeitreise in einem schockierenden Serienmörder-Fall.

Endlich ein Wiedersehen mit Sara und Will! Dieser Thriller von Karin Slaughter steht seinen Vorgängern der Reihe in nichts nach, ich finde ihn sogar ganz besonders. Der Autorin ist es gelungen, verschiedene Fälle, Zeitleisten und persönliche Beziehungen so ineinander zu verweben, dass man kaum glauben kann, wie sich diese Fäden am Ende zu einem erschreckenden Finale verschmelzen. Besonders gefallen hat mir das Wiedersehen mit Jeffrey Tolliver, der lange Zeit mit Sara Linton das perfekt unperfekte Traumpaar war. Ich mag es, wie die Autorin die emotionale Ebene der einzelnen Figuren in die Handlung mit einbringt, es macht die Geschichte noch lebendiger. Jeder Charakter hat Ecken und Kanten, wirkt dadurch nahbar und unverfälscht. Vor allem spürt man in diesem Buch das Leid Saras, Wut und Trauer, die immer noch an ihr nagen und aus verschiedenen Wendepunkten ihres Lebens hervorgehen.

Als wäre dies noch nicht genug, packt Karin Slaughter mit einem unfassbar brutalen Täter noch eine Schippe drauf! Unglaublich detailliert beschreibt sie medizinische Einzelheiten und berufsspezifische Arbeitsabläufe von Ärzten, Polizei oder Bestattern, und gibt damit dem Ermittlerteam einen perfekt authentischen Touch. Ich gebe zu, dass ich schon recht früh ahnte, wer der Täter sein könnte, doch die Abscheulichkeit hinter der Maske wurde von der Autorin sehr gut kaschiert und letztlich aufgedeckt.

Die Grant-County-Reihe verwoben mit der Georgia-Serie! Ein absoluter Pageturner, der die Beziehung von Sara und Jeffrey nochmals in den Fokus rückt.

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Veröffentlicht am 12.07.2020

Vielfältige Auswahl an Rezepten ohne Schnickschnack

Vegan! Das Goldene von GU
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Das klare goldene Cover und der prägnante Titel vermitteln den Eindruck die ultimative Rezeptsammlung für die Zubereitung von veganen Speisen in den Händen zu halten. Untermauert wird dies noch durch die ...

Das klare goldene Cover und der prägnante Titel vermitteln den Eindruck die ultimative Rezeptsammlung für die Zubereitung von veganen Speisen in den Händen zu halten. Untermauert wird dies noch durch die überraschende Dicke und Schwere des Buches.

Gestolpert bin ich allerdings über den Untertitel „Tierfreie Rezepte (...)“. Zuallererst gefällt mir der Ausdruck grundsätzlich nicht, und dann würde tierfrei eigentlich „vegetarisch“ bedeuten. Vegan bedeutet bekanntlich ohne irgendwelche tierischen Produkte (Ei, Milch, usw.)! Die Haptik der Seiten und deren Aufmachung mit geschmackvollen Bildern finde ich grundsätzlich ansprechend. Jedoch sind die Bilder sehr groß, sie nehmen einen beträchtlichen Teil einer Doppelseite ein. Ohne Fotos würde das Buch wahrscheinlich nur noch den halben Umfang aufweisen, und das Gewicht des Buches würde drastisch reduziert werden. Würde mir ehrlich gesagt besser gefallen.

Die Auswahl der Rezepte finde ich toll. Es gibt ausreichend Spielraum um Abwechslung auf den Tisch zu bringen und dies zu allen Mahlzeiten des Tages. Dabei ist für jeden etwas dabei: Vom Basic-Gericht, bis zu etwas aufwändigeren, teils ländertypischen Speisen. Wer mutig ist und es wagen möchte, findet sogar Anleitungen zur Herstellung von veganem Käse und veganer Wurst.

Der Rezeptteil wird durch Tipps und Tricks für Geschmacksvarianten oder für die Handhabung einzelner Zutaten, bzw. durch Einkaufsratschläge ergänzt. Wirklich praktisch finde ich das Register nach Hauptzutaten! Habe ich z.B. Kartoffeln zu Hause, kann ich „Kartoffeln“ im Register suchen und es wird mir gleich angezeigt, welche Gerichte ich daraus machen kann.

Meiner Meinung nach ist dies ein solides veganes Koch-und Backbuch mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich kann es durchaus empfehlen.

Veröffentlicht am 10.07.2020

Perfekt

Mister Secret
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Asha möchte zur Lektorin befördert werden, doch damit ist sie nicht alleine. Ihr Verlag hat aus diesem Grund einen Wettbewerb ausgerufen: Wer den nächsten Bestseller präsentieren kann, bekommt die Stelle. ...

Asha möchte zur Lektorin befördert werden, doch damit ist sie nicht alleine. Ihr Verlag hat aus diesem Grund einen Wettbewerb ausgerufen: Wer den nächsten Bestseller präsentieren kann, bekommt die Stelle. Interessiert verfolgt sie nun das Instagram-Profil eines gewissen „Professor Feelgood“, der mit seinen heißen Fotos und seinen Gedichten die Frauenherzen höher schlagen lässt. Könnte dies der richtige Kandidat für ihr Buchprojekt sein? Entschlossen versucht sie mit ihm Verbindung aufzunehmen.

Ähm, hallo, könnte ich bitte einen Nachschlag haben? Sofort, ja?? ... Dieses Buch ist eine perfekte Mischung aus Liebesgeschichte mit Erotikelementen und glaubhafter Beziehungsentwicklung. Die Autorin lässt ihre Figuren mit frech-herausfordernden Dialogen glänzen, vergisst dabei aber auch nicht den amüsanten Aspekt während der aufregenden Phase des Kennenlernens und Verliebens. Ich habe so oft schmunzeln müssen, mich haben Ashas Aufs und Abs, ihre Erfolge oder ihre peinlichen Auftritte regelrecht mitgerissen. Das war richtig gute Unterhaltung! Was zum großen Teil an dem absolut authentischen Schreibstil und der originellen, ideenreichen Ausdrucksweise der Autorin lag. Bereits die Kapitelüberschriften hatten Pep!

Leisa Rayven bleibt in ihrer Darstellung der Protagonisten keinesfalls oberflächlich. Meiner Meinung nach wirkten sie klar und ehrlich, mit einer gehörigen Portion Tiefgang. Allerdings erschienen mir Asha und Jake älter, als im Laufe der Geschichte angegeben.

Die Story war für mich absolut nachvollziehbar, sogar der Schluss, dem ich in diesem Fall meinen Segen geben kann (ich bin mit dieser Art von Ende immer etwas kritisch). Ohne unnötiges Drama schafft die Autorin einen Bogen vom Kennenlernen eines mysteriösen Fremden, über die Aufarbeitung von Kindheitswahrnehmungen, bis hin zur erfüllenden Liebe im Alltag. Bravo!

„Mister Secret“ steht als zweiter Band der Reihe seinem Vorgänger in nichts nach. Ich finde, diese Reihe ist eine der besten des Genres!

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Veröffentlicht am 07.07.2020

Unterhaltung und Geschichtslektion vom Feinsten

Eine Liebe zwischen den Fronten
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Berlin, Königreich Preußen. Im Jahr 1870 möchte sich der deutsche Arzt Paul mit der Französin Madeleine verloben. Kurz vor seinem Heiratsantrag wird er jedoch zum Kriegsdienst einberufen: Der deutsch-französische ...

Berlin, Königreich Preußen. Im Jahr 1870 möchte sich der deutsche Arzt Paul mit der Französin Madeleine verloben. Kurz vor seinem Heiratsantrag wird er jedoch zum Kriegsdienst einberufen: Der deutsch-französische Krieg ist ausgebrochen! Madeleine bricht umgehend in ihre Heimat auf, Paul meldet sich bei seinem Regiment. Das Paar hat nun eine herausfordernde Zeit vor sich, die eine große Prüfung für ihre Liebe sein könnte.

Ich bin wirklich beeindruckt, wie anschaulich und authentisch Maria W. Peter diesen Roman gestaltet hat. Als Kind der betreffenden Region Saar/Lothringen trifft sie die gebietstypische Atmosphäre, kennt den noch heute nachhallenden Konflikt des Grenzlandes und zeigt uns schonungslos das Grauen des deutsch-französischen Krieges, aber auch in aller Deutlichkeit die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Bewohner. Umfangreiche und ausführliche Recherchen geben diesem Buch den historisch-politisch korrekten Rahmen, die Menschlichkeit, der Mut und die Furchtlosigkeit der Figuren füllen ihn mit Leben und versöhnen damit ein wenig die Grausamkeit der damaligen Zeit.

In dieser Geschichte geht es nicht nur um die Liebe zwischen Paul und Madeleine, sondern auch um Liebe in Form von (Zwischen-)Menschlichkeit, Aufopferung, Familienbande, die Liebe zum Vaterland und dessen Kultur, und auch um die Hingabe von Ordensschwestern, aus ihrem Versprechen heraus den Menschen zu helfen, offen und vertrauenswürdig zu sein, unabhängig jeglicher Couleur. Aber zwangsläufig auch um das Leid, welches beispielsweise aus Sehnsucht und Selbstlosigkeit entsteht.

Ich habe während des Lesens emotional so viel erlebt, ich habe gelitten, verachtet, mich geängstigt und gesorgt, aber auch vertraut, gehofft und vergeben. Die Autorin hat mit ihrem anschaulichen Schreibstil eindringlich und respektvoll alles auf den Tisch gepackt, was ein Mensch, ein Liebespaar, eine Armee oder sogar ein Land verkraften muss – in diesem Wahnsinn eines Krieges. Ich glaube intensiver kann man ein Buch kaum schreiben. Dies ist zweifellos ein Herzensprojekt von Maria W. Peter, spürbar eine Hommage an ihr Heimatland!

Ein großartiges, anspruchsvolles Buch! Die Geschichte des deutsch-französischen Krieges wird so lebendig und authentisch erzählt, dass es eine Geschichtsstunde fast überflüssig macht. Anmerkungen und Erklärungen zur entsprechenden politischen Situation, ein umfangreiches Glossar und eine Übersichtskarte komplettieren dieses Werk. Unbedingt lesen!

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