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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2024

Ein spannender Jugendroman, der unter die Haut geht

The Fort
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In diesem Jugendroman von Gordon Korman wird ein unterirdischer Bunker im Wald zum Rückzugsort für fünf Freunde. Gemeinsam verbringen sie dort Nachmittage und ganze Wochenenden, können sich hier der Welt ...

In diesem Jugendroman von Gordon Korman wird ein unterirdischer Bunker im Wald zum Rückzugsort für fünf Freunde. Gemeinsam verbringen sie dort Nachmittage und ganze Wochenenden, können sich hier der Welt der Erwachsenen entziehen und persönliche Probleme eine zeitlang vergessen. Fernab aller kleinen und großen Dramen bietet ihnen das Fort die Möglichkeit, einfach nur Jungs zu sein.



Das Setting dieses Romans hat mich richtig fasziniert. Was könnte es für eine Gruppe Jugendlicher besseres geben, als einen gut ausgestatteten Bunker mitten im Wald, von dem niemand etwas weiß?

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht einer der Protagonisten geschrieben, was deren Unterscheidung sehr erleichtert.
Jeder der Jungs hat seine eigenen Themen, mit denen er zurechtkommen muss, die Freundschaft zueinander ist für einige der einzig stabile Faktor. Häusliche Gewalt ist ein Punkt, der viel Raum einnimmt in dieser Geschichte, aber auch Zwangsstörungen oder elterliche Drogenabhängigkeit werden thematisiert.

Über allem steht aber die Freundschaft, die all diesen Problemen trotzt.



Fazit

The Fort ist ein spannender Jugendroman, der berührt, ohne kitschig zu sein. Leicht zu lesen, mit erstaunlichem Tiefgang, kann ich dieses Buch nicht nur Jugendlichen sondern auch Erwachsenen guten Gewissens empfehlen.

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Veröffentlicht am 05.03.2024

Großartige Unterhaltung

König von Albanien
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Der Mann, dessen unglaubliche Abenteuer als Vorlage zu diesem Roman von Andreas Izquierdo dienten, ist Otto Witte, Schausteller und ehemaliger König von Albanien.

Für genau fünf Tage war besagter Otto ...

Der Mann, dessen unglaubliche Abenteuer als Vorlage zu diesem Roman von Andreas Izquierdo dienten, ist Otto Witte, Schausteller und ehemaliger König von Albanien.

Für genau fünf Tage war besagter Otto im Jahr 1913 wohl Herrscher eines Landes, das sich inmitten der Kriegswirren des osmanischen Reiches für unabhängig erklären will und deshalb einen König sucht. Otto, der mit seinem Freund Max gerade als Lebenskünstler in Konstantinopel weilt, nutzt die Gunst der Stunde, um den Thron zu besteigen.

Diese faszinierende Geschichte lässt der Autor in einer Irrenanstalt in Salzburg beginnen, wohin Otto aufgrund seiner Behauptung, König von Albanien zu sein, eingewiesen wurde. Dort berichtet er dem jungen Doktoranden Schilchegger von seinem Abenteuer und sorgt damit nicht nur für Faszination, sondern auch für die ein oder andere Veränderung innerhalb der Einrichtung.



Ich habe schon einige Bücher des Autors gelesen und war mir deshalb ziemlich sicher, dass auch dieses Werk mich wieder begeistern würde.

Otto ist einfach ein unwiderstehlicher Charakter. Mit Ideenreichtum, Mut und Gelassenheit manövriert er sich durchs Leben, immer an seiner Seite, sein bester Freund Max. Gemeinsam geraten die beiden immer wieder in Situationen, die einen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen. „ Das kann nicht gut gehen“ ist ein Satz, der mir beim Lesen eigentlich ständig im Kopf herumschwirrte. Doch egal wie aussichtslos die Lage - „ Otto fällt schon was ein“.

Genauso angetan wie von dem Abenteuer selbst war ich von den Ereignissen in der Irrenanstalt. Dieser zweite Schauplatz hat die Geschichte für mich noch einmal mehr zu etwas Besonderem gemacht.

Gewohnt bildhaft, amüsant und einfühlsam führt Andreas Izquierdo den Leser durch dieses Schelmenstück, lässt den Glanz Konstantinopels wieder erstrahlen und die Charaktere lebendig werden.



Fazit

Großartige Unterhaltung und klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Atemberaubender psychologischer Spannungsroman

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Seit Jahren schon verbringen die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Melina im Sommer eine Woche in Schwedens Wildnis zusammen. Beim Wandern lassen sie den Alltag hinter sich und ...

Seit Jahren schon verbringen die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Melina im Sommer eine Woche in Schwedens Wildnis zusammen. Beim Wandern lassen sie den Alltag hinter sich und genießen ihre Freundschaft, die sie bei ihren Touren zu einem eingespielten Team haben werden lassen.

Doch dieses Jahr ist alles anders. Ganz kurzfristig möchte Milena ihren neuen Freund Jacob mitnehmen, den sie selbst erst seit kurzem, die anderen beiden noch gar nicht kennen. Leicht misstrauisch beäugt man sich und was anfangs noch wie ein etwas holpriger Ausflug wirkt, wird für alle Beteiligten zu einem Höllentrip.



Ich habe wirklich schon viele Krimis bzw. Thriller gelesen, aber schon lange habe ich keinen mehr in einer solchen Rekordzeit verschlungen.

Dieses Buch hat mich einfach nicht mehr losgelassen und so sind die über 400 Seiten nur so dahingeflogen.

Schon allein die Wanderung macht aus dem Buch einen spannungsgeladenen Abenteuerroman, die Charaktere und ihr Verhältnis zueinander sorgen dann für den psychologischen Thrill.

Obwohl wandern nicht zu meinen Hobbies gehört, konnte ich mich der Faszination für diese Tour durch Schwedens Wildnis nicht entziehen. Die Beschreibung dieser atemberaubenden Landschaft hat mich völlig mitgerissen und trotz der vielen zum Teil wetterbedingten Widrigkeiten, sah ich mich selbst schon mit Trekkingausrüstung losziehen.

Unterbrochen wird die Handlung immer wieder von Protokollen, die die Polizei von Zeugenbefragungen angefertigt hat. Diese mitunter sehr kurzen Interviews haben für mich die Spannung nochmal erhöht.

Die Charaktere sind sehr verschieden und so fallen auch ihre Reaktionen auf unerwartete Ereignisse unterschiedlich aus. Manche gehen mutig voran und motivieren, andere müssen immer wieder mitgezogen werden. Jacob, der neue in der Gruppe, ist dabei der wohl Auffälligste. Sein überbordendes Temperament sorgt immer wieder Unruhe und Missstimmung.



Fazit

Absolute 5 Sterne Empfehlung für diesen überaus spannenden Roman aus Schweden!

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Eine wunderbare Fortsetzung

Die Fabrik der süßen Dinge – Helenes Träume
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„Helenes Träume“ ist der zweite Band der „Fabrik der süßen Dinge“ von Claudia Romes und hat mich genauso wunderbar unterhalten, wie der erste.

Helene ist inzwischen Mutter und setzt sich weiterhin mit ...

„Helenes Träume“ ist der zweite Band der „Fabrik der süßen Dinge“ von Claudia Romes und hat mich genauso wunderbar unterhalten, wie der erste.

Helene ist inzwischen Mutter und setzt sich weiterhin mit Leib und Seele für die Süßwarenmanufaktur ihrer Familie ein. Trotz vieler Widrigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen, sei es beruflich oder privat, geht Helene ihren Weg weiter.

Als Plagiatsvorwürfe im Raum stehen, die den Ruf der Firma ruinieren könnten, ihr Mann Georg sich aus unverständlichen Gründen immer mehr von ihr zurückzieht und die Nationalsozialisten ihren Einfluss immer mehr vergrößern, kommt sogar Helene an ihre Grenzen. Doch da gibt es ja noch Frederik, ihren ehemaligen Verlobten, der sie vielleicht unterstützen könnte.



Mir hat diese Fortsetzung fast noch besser gefallen als der erste Teil. Hier überschlagen sich die Ereignisse, viele Themen werden angesprochen und trotzdem verliert die Autorin nicht den Bezug zur eigentlichen Handlung. Süßwaren spielen natürlich weiterhin eine Rolle, wenn sie auch durch die turbulenten Ereignisse etwas in den Hintergrund rücken.

Das Buch ist wunderschön geschrieben und die Charaktere werden so gut dargestellt, dass man einfach mitleiden bzw. mitfiebern muss.

„Helenes Träume“ greift alle losen Fäden des Vorgängers auf, doch auserzählt ist die Geschichte für mich noch nicht. Ich würde mir wünschen, dass die letzten Fragen in einem dritten Band geklärt werden könnten.

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Veröffentlicht am 24.02.2024

Gesellschaftskritisch und anspruchsvoll zu lesen

Lil
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Markus Gassers Roman „Lil“ spielt in New York um das Jahr 1880 herum, wo Lillian Cutting sich nach dem Tod ihres Mannes als brillante Unternehmerin entpuppt. Das gefällt natürlich nicht allen, besonders ...

Markus Gassers Roman „Lil“ spielt in New York um das Jahr 1880 herum, wo Lillian Cutting sich nach dem Tod ihres Mannes als brillante Unternehmerin entpuppt. Das gefällt natürlich nicht allen, besonders ihr wenig talentierter Sohn Robert möchte seine Mutter aus dem Weg schaffen. Mithilfe eines von völlig verqueren Überzeugungen geleiteten Psychiaters gelingt es, Lil in einer geschlossenen Anstalt unterzubringen; der Weg für Robert ist frei. Doch dank der Unterstützung einiger Freunde gelingt es Lil, sich wieder aufzurichten und Rache zu nehmen an allen, die sie am Boden sehen wollten.

Es fiel mir zugegebenermaßen nicht leicht, in den Roman hineinzufinden. Anfangs war ich noch etwas verwirrt, konnte die Charaktere schlecht einordnen und musste mich mit dem Zwiegespräch Sarahs mit ihrem Hund Miss Brontë erst einmal arrangieren.

Doch schon bald war ich begeistert von den sprachlichen Finessen dieses Buches. Markus Gasser trifft einen Ton, der zum Teil auf humorvolle, teils auf ernste Weise perfekt die Gesellschaftskritik unterstreicht, die großen Raum in seinem Roman einnimmt.

Ich hatte eigentlich eine literarische „Der Graf von Monte Christo“ - Variante erwartet. Natürlich geht es auch um Lils Rache an ihren Peinigern, und doch sind es Themen wie die Rolle der Frau zu dieser Zeit, Machtgier und Geltungssucht, die große Teile des Geschehens bestimmen.

Erschreckend sind die Szenen, in denen die Frauenfiguren demütigenden Äußerungen oder Handlungen ausgesetzt sind oder offener Rassismus die Tischgespräche der feinen Gesellschaft bestimmt.

Sprachlich bekommt „Lil“ von mir fünf Sterne, inhaltlich vergebe ich gerne vier. Hier hätte ich mir Lil als Hauptfigur noch greifbarer gewünscht, auch um ihre Rache noch mehr auskosten zu können; die „Bösen“ waren für mich deutlich präsenter.

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