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Veröffentlicht am 29.11.2022

Lesenswert

Weltfrieden
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Weltfrieden heißt der ehemalige Kindergarten auf dem Gelände des verlassenen Fermentationswerkes in einem kleinen brandenburgischen Dorf. Zehn Jahre nach der Wende soll das Gebäude verkauft werden, mit ...

Weltfrieden heißt der ehemalige Kindergarten auf dem Gelände des verlassenen Fermentationswerkes in einem kleinen brandenburgischen Dorf. Zehn Jahre nach der Wende soll das Gebäude verkauft werden, mit dem die Bewohner des Dorfes so viele Erinnerungen verbinden. Erika und Hermann Grüning, die wie so viele andere Dorfbewohner nach Schließung des Werks erstmal arbeitslos waren, haben sich mit Putz- und Hausmeistertätigkeiten in Ferienhäusern am See eine neue Existenz aufgebaut. Als sie den Auftrag bekommen, das Grundstück des ehemaligen Kindergartens zu entrümpeln, machen sie zufällig eine Entdeckung, die nahelegt, dass bei der Treuhandabwicklung damals nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Bis jetzt hatte ich noch wenig Berührungspunkte mit den Themen, die im Buch angesprochen werden, und doch konnte ich gleich eintauchen in diese ganz eigene Atmosphäre irgendwo zwischen Resignation, Melancholie und Aufbruch.
Dabei geholfen hat ganz klar die Fähigkeit der Autorin, den durchweg interessanten Charakteren Leben einzuhauchen. Ob es die ordnungsliebende Erika war oder der schweigende Joppe; Erikas Tochter Kikki, deren Hintergrund erst im Laufe des Buches ans Licht kommt oder die aufbrausende Nachbarin Martina - ich habe sie alle beim Lesen lieb gewonnen.
Auch als nicht von der Wende direkt Betroffener, bekommt man einen guten Eindruck davon, wie sie das Leben dieser unterschiedlichen Menschen verändert hat.

Fazit:
Berührend, wunderbar geschrieben, absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.11.2022

Packender Politthriller aus Finnland

Tage voller Zorn
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Das Romandebüt von Tuomas Oskari hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.

Finnland steht Kopf im Jahr 2027. Die Schere zwischen Arm und Reich nimmt immer größere Ausmaße an und in der Bevölkerung brodelt ...

Das Romandebüt von Tuomas Oskari hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.

Finnland steht Kopf im Jahr 2027. Die Schere zwischen Arm und Reich nimmt immer größere Ausmaße an und in der Bevölkerung brodelt es. 
In dieser ohnehin schon brisanten Lage, begeht eine junge Frau Selbstmord , indem sie sich aus Protest selbst anzündet. 
Die Folge ist eine Flut von Ereignissen, denen der junge Ministerpräsident Leo Koski zunächst fast hilflos gegenüber steht. 
Innerhalb von 24 Stunden muss er Entscheidungen treffen, die über das Schicksal Finnlands entscheiden.
Dem Autor ist es gelungen, in mehr als 500 Seiten 24 Stunden spannende Handlung unterzubringen. 
Das Buch startet rasant, fügt dann interessante Hintergrundinformationen hinzu und folgt diesem Mix konsequent. Immer wieder lässt uns Oskari rätseln, wer hinter wem steht und wer zur Gegenpartei gehört. Wem kann der Ministerpräsident wirklich noch vertrauen ? Erst ganz zum Schluss wird der Leser endlich erlöst. 
Was mir besonders gut gefallen hat, war die Darstellung der Überzeugungen der beiden unterschiedlichen Lager, die immer wieder thematisiert wird. Und das ganz ohne Spannung einzubüßen.
Fazit:
Ein absolut empfehlenswerter Thriller für alle, die an gesellschaftspolitischen Themen Interesse haben und bis zum Ende in Atem gehalten werden wollen.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Der krönende Abschluss

Labyrinth der Freiheit
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Nachdem ich die ersten beiden Bände regelrecht verschlungen habe, war ich sehr gespannt auf den dritten Teil.
Und ich muss sagen, Labyrinth der Freiheit ist ein würdiger, fulminanter Abschluss dieser ...

Nachdem ich die ersten beiden Bände regelrecht verschlungen habe, war ich sehr gespannt auf den dritten Teil.
Und ich muss sagen, Labyrinth der Freiheit ist ein würdiger, fulminanter Abschluss dieser Trilogie.
Ein so rasantes wie bewegendes Buch, das abgesehen vom Hauptgeschehen viele Themen dieser aufregenden, aber auch aufwühlenden 20 er Jahre anspricht: Umgang mit Homosexualität, Inflation, Frust über die Kriegsniederlage und Prostitution.

Die Protagonisten sind wieder einmal so schön herausgearbeitet, dass man mit jedem einzelnen mitfühlt und mitleidet.

Da ist der starke Artur, König im Nachtleben, der immer da ist, wenn man ihn braucht und immer weiß, was zu tun ist. Isi, die ,kämpferische junge Frau, die bedingungslos für Gerechtigkeit eintritt. Und dann Carl, der sensible und immer loyale Kameramann bei der UFA. Drei Freunde, die füreinander da sind in diesen turbulenten Zeiten nach dem ersten Weltkrieg, wo einerseits Armut den Alltag beherrscht und auf der anderen Seite, der pure Hunger nach Leben, die Nächte Berlins bestimmt.

Um in den kompletten Lesegenuss dieses Buches zu kommen, kann ich jedem nur empfehlen, die ersten beiden Bände vorher zu lesen. Erst dann versteht man diese enge Bindung der drei Freunde, die durch so viele Höhen und Tiefen miteinander gegangen sind.

Fazit

Ein mitreißender Abschluss einer unbedingt zu empfehlenden Trilogie.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Anders als gedacht

Ein Jahr auf dem Land
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Rebecca Winter ist 60 Jahre alt, als sie sich aus finanziellen Gründen dazu entschließt, ihr schickes New Yorker Apartment für ein Jahr zu vermieten und diese Zeit in einem Häuschen auf dem Land zu verbringen. ...

Rebecca Winter ist 60 Jahre alt, als sie sich aus finanziellen Gründen dazu entschließt, ihr schickes New Yorker Apartment für ein Jahr zu vermieten und diese Zeit in einem Häuschen auf dem Land zu verbringen. Früher eine gefeierte und gut verdienende Fotografin, plagen sie jetzt Geldsorgen. Die Aufträge bleiben aus und die Kosten für die Versorgung der Eltern steigen. Nach einem schwierigen Start ins Landleben, findet Rebecca dort aber zu neuer Kreativität und unverhofftem Liebesglück.

Das Cover und der Klappentext hatten mich sehr angesprochen und ich hatte mit einem heiteren Wohlfühlroman gerechnet.

Als ich mich dann eher schwer getan habe, in die Geschichte hinein zu finden, war ich zuerst etwas enttäuscht. Dass statt reinem Wohlfühlambiente auch Themen wie Pflegebedürftigkeit der Eltern und Angst vor finanziellem Abstieg thematisiert werden, fand ich eigentlich gut, nur konnte ich mich nicht so wirklich in die Situation hineinfühlen.

Vielleicht lag es an der Sprache oder an den häufigen Zeitsprüngen und Rückblicken, die auch den Lesefluss etwas gestört haben.
Trotz guter Herausarbeitung der Charaktere, konnte ich irgendwie wenig Bezug zu Rebecca aufbauen.

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Es ist nicht einfach ein leichter, romantisch-heiterer Roman, aber auch nicht unbedingt zum Nachdenken anregend. Einerseits stimmt es hoffnungsvoll, dass es nie zu spät ist, einen neuen Weg einzuschlagen, andererseits konnte es mich nicht so ganz beeindrucken, wie ich gedacht habe.

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Veröffentlicht am 10.11.2022

Weihnachten im kleinen Inselhotel

Weihnachten im kleinen Inselhotel
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Inhalt:

Flora und ihrem Bruder bleiben nur noch wenige Wochen bis zur Eröffnung des Hotels auf der schottischen Insel Mure, das Fintan von seinem verstorbenen Partner überlassen wurde. Pünktlich zu Weihnachten ...

Inhalt:

Flora und ihrem Bruder bleiben nur noch wenige Wochen bis zur Eröffnung des Hotels auf der schottischen Insel Mure, das Fintan von seinem verstorbenen Partner überlassen wurde. Pünktlich zu Weihnachten soll „The Rock“ in neuem Glanz erstrahlen, doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Ein neuer Chefkoch muss her, das Weihnachtsmenü steht noch nicht und der neue Küchengehilfe scheint nicht der zu sein, für den er sich ausgibt…


Nachdem ich zuvor einige Bücher zu ernsten Themen gelesen hatte, hatte ich mich sehr auf einen Wohlfühlroman gefreut, der mich schonmal ein bisschen in vorweihnachtliche Stimmung versetzen würde. Cover und Titel fand ich ganz zauberhaft und auch der Klappentext versprach ein gemütliches Lesewochenende.

Weihnachten im kleinen Inselhotel war das erste Buch, das ich von Jenny Colgan gelesen habe, doch auch ohne die Vorgeschichte zu kennen, kam ich sehr gut in der Geschichte um die Bewohner der Insel Mure an.

Die erste Hälfte las sich wirklich flüssig , dank kurzer Kapitel und einfacher Sprache. Danach ging es allerdings gar nicht mehr um das eigentliche Thema - das Hotel und seine Eröffnung. Die Geschichte verteilte sich auf einige Nebenschauplätze, die leider sehr wenig mit der eigentlichen Story zu tun hatten.
Die Happy Ends der verschiedenen Erzählstränge kamen dann zum Ende hin Schlag auf Schlag und wurden für meinen Geschmack viel zu kurz abgehandelt, so dass dieses wohlige Gefühl , das sich einstellt, wenn alles gut ausgeht, gefehlt hat.
Ein weihnachtliches Gefühl hat sich bei mir leider auch kaum eingestellt, dafür fehlte dem Buch einfach die gemütliche Atmosphäre.


Fazit:

Ein ganz nettes Buch für zwischendurch. Als weihnachtlichen Pageturner würde ich den Roman allerdings nicht beschreiben.

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