Platzhalter für Profilbild

Kuckerneese

Lesejury Profi
offline

Kuckerneese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kuckerneese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2026

Roman über Vergangenheit und Gegenwart

Lebensbande
0

Das Buch "Lebensbande" von Mechthild Borrmann ist mein erstes gelesenes Buch der Autorin. Ich kann aber schon jetzt für mich sagen, das ist nicht mein letztes Buch! Im Gegenteil!
In diesem Buch schreibt ...

Das Buch "Lebensbande" von Mechthild Borrmann ist mein erstes gelesenes Buch der Autorin. Ich kann aber schon jetzt für mich sagen, das ist nicht mein letztes Buch! Im Gegenteil!
In diesem Buch schreibt die Autorin über drei Frauen, drei Lebenswege – und doch eine Freundschaft, die Zeit, Krieg und Leid überdauert. Die Geschichte von Lene, Nora und Lieselotte hat mich von der ersten Seite an berührt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Eigentlich hätte ich gern mehr von ihnen erfahren.

Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs erleben die Frauen Verfolgung, Zwangsarbeit und schmerzhafte Verluste. Immer wieder stehen sie vor Entscheidungen, die Mut verlangen und ihr weiteres Leben prägen. Besonders eindrucksvoll ist, wie glaubhaft ihre inneren Kämpfe, Zweifel und Hoffnungen geschildert werden. Die Erzählungen ähneln sehr stark den Schilderungen meiner Oma.

Dass die Handlung auf wahren Begebenheiten beruht, verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe und Intensität. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und der Gegenwart im Sommer 1993 in Kühlungsborn ist gelungen und verbindet die Erlebnisse der Frauen auf bewegende Weise.

Mich haben vor allem die Charaktere beeindruckt – stark, verletzlich und menschlich. Ihre Verbundenheit, ihr Durchhaltevermögen und ihr stiller Widerstand bleiben mir lange im Gedächtnis. Dieses Buch ist nicht nur ein Stück Zeitgeschichte, sondern auch eine eindringliche Erzählung über Freundschaft, Mut und die Kraft des Erinnerns. Ich habe dieses Buch schon sämtlichen Freundinnen empfohlen. Das nächste Buch der Autorin wird sofort auf meinem Wunschzettel landen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2026

Psychologischer Roman mit historischem Einschlag

Sophie L.
0

Sophie L. ist ein etwas anderer Roman, der weniger auf Tempo als auf psychologische Tiefe setzt. Im Mittelpunkt steht Olivia, eine Psychotherapeutin, die nach einem rätselhaften Anruf der Polizei mit der ...

Sophie L. ist ein etwas anderer Roman, der weniger auf Tempo als auf psychologische Tiefe setzt. Im Mittelpunkt steht Olivia, eine Psychotherapeutin, die nach einem rätselhaften Anruf der Polizei mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert wird. Ihre hochbetagte Großmutter, eine zurückgezogen lebende Malerin, soll einen Mord gestanden haben – eine Anschuldigung, die kaum greifbar wirkt und doch alles infrage stellt.

Besonders eindrucksvoll ist das Spiel mit Erinnerung und Wahrheit. Die Demenz der Großmutter wirft die Frage auf, ob hier Verwirrung spricht oder ob sich jahrzehntelang Verdrängtes Bahn bricht. Gleichzeitig trägt Olivia selbst alte Verletzungen mit sich, die sich langsam, fast schmerzhaft, aus der Tiefe lösen. Vergangenheit und Gegenwart verweben sich zunehmend und machen deutlich, wie trügerisch Erinnerungen sein können.

Der Roman entfaltet seine Spannung leise. Statt rasanter Wendungen lebt die Geschichte von Andeutungen, Perspektivwechseln und einer stetig wachsenden Unruhe. Erst nach und nach wird klar, wie eng die Schicksale der Frauen miteinander verknüpft sind. Gegen Ende fügen sich die einzelnen Erzählstränge zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen, das noch lange nachwirkt.

Sophie L. ist kein klassischer Thriller, sondern eher ein psychologischer Roman mit historischem Einschlag. Wer sich auf die ruhige Erzählweise einlässt und Geduld mitbringt, wird mit einer dichten, nachdenklichen Geschichte belohnt, die zeigt, wie tief Familiengeheimnisse reichen können. So richtig hat das Buch mich nicht begeistert, aber es war dennoch ein Vergnügen in die Story einzutauchen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2026

Neuer Ermittler mit aktuellen Bezug

Minnesota
0

Mit dem Bob Oz eröffnet der Autor Jo Nesbø ein neues Kapitel und stellt einen Ermittler vor, der von Anfang an viele Ecken und Kanten hat. Gezeichnet vom Tod seiner Tochter arbeitet Oz mehr aus innerem ...

Mit dem Bob Oz eröffnet der Autor Jo Nesbø ein neues Kapitel und stellt einen Ermittler vor, der von Anfang an viele Ecken und Kanten hat. Gezeichnet vom Tod seiner Tochter arbeitet Oz mehr aus innerem Zwang als aus Pflichtgefühl. Er ist kein Held im klassischen Sinn, sondern jemand, der gegen seine eigenen Dämonen ankämpft – und genau das macht ihn interessant.

Der Fall, der ihn nach Minneapolis führt, ist düster und politisch aufgeladen. Gewalt, Waffen, Drogen und Machtinteressen greifen ineinander, während der Täter der Polizei stets einen Schritt voraus zu sein scheint. Nesbø versteht es, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, in der man sich nie sicher sein kann, wer tatsächlich die Fäden zieht.

Der Einstieg verlangt etwas Geduld, da er sehr langatmig und zäh ist. Die Perspektivwechsel und die zunächst lose wirkenden Szenen sorgten bei mir eher für Verwirrung als Orientierung. Doch wer über die Hälfte des Buches durchhält, wird belohnt: Nach und nach fügt sich das Puzzle zusammen, und gerade im letzten Teil entfaltet die Geschichte ihre volle Wirkung. Plötzlich ergibt vieles Sinn, was zuvor rätselhaft erschien.

Nesbøs nüchterner, knapper Stil passt hervorragend zur düsteren Grundstimmung. Ohne große Ausschweifungen bringt er die Dinge auf den Punkt und lässt viel Raum für eigene aktuelle Gedanken. Bob Oz ist kein leichtgängiger Thriller, sondern ein forderndes, vielschichtiges Buch – und der Auftakt zu einer Figur, von der man gern noch mehr lesen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Außergewöhnlich gutes Buch!

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
0

Von ib

Das Buch "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" von der Autorin Alena Schröder hat mich sehr berührt. Es wird die Geschichte von zwei Frauen in unterschiedlichen Zeitebenen, deren Leben ...

Von ib

Das Buch "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" von der Autorin Alena Schröder hat mich sehr berührt. Es wird die Geschichte von zwei Frauen in unterschiedlichen Zeitebenen, deren Leben durch Verlust, Suche und Hoffnung geprägt sind, erzählt. Durch die Erzählungen meiner Oma, die sich teilweise in dem Buch widerspiegelten, fühlte ich mich den beiden Frauen sehr nah.

Besonders Hannahs Geschichte hat mich sehr bewegt. Dieses Gefühl, nicht mitzukommen, festzustecken, während das Leben der anderen scheinbar mühelos weitergeht, ist so ehrlich und feinfühlig beschrieben, dass es lange in mir nachgewirkt hat. Aber auch Marlens Erlebnisse, eingebettet in die Zeit nach dem Krieg, sind voller stiller Stärke und berührender Momente und in der Hoffnung, sie niemals selbst erleben zu müssen.

Alena Schröders Sprache ist berlinerisch warm (ich wusste als Berlinerin sofort wovon sie sprach!) bildhaft, farbig und voller Gefühl, ohne aufgesetzt zu wirken. Sie schafft es, schwere Themen mit Leichtigkeit zu erzählen, kleine Lichtblicke einzuflechten und den Leser immer wieder zum Innehalten zu bringen. Dieses Buch erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern stellt Fragen nach Identität, Herkunft und dem eigenen Platz im Leben.

Für mich war das Buch intensiv und ich habe es buchstäblich "aufgesogen". Es ist der dritte Teil von einer zusammenhängende Romanreihe. Ich bemerkte es erst im nachhinein. Der Leser kann dieses Buch zu jeder Zeit unabhängig von den vorhergehenden beiden Büchern lesen. Im übrigen ist das Buchcover eine richtige Augenweide, wunderschön anzusehen!

Ich hoffe, die Autorin schreibt die Geschichte weiter. Ich würde gern weiter dem Leben von Hannah teilhaben!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2025

Märchenhafte mörderische Kulisse

Eisnebel
0

Ich muss gestehen, allein das wunderschöne Cover des Buches "Eisnebel" hat mich sofort angesprochen – das abgelegene Anwesen wirkt ebenso schön wie unheimlich. Ich musste das Buch sofort im Buchladen in ...

Ich muss gestehen, allein das wunderschöne Cover des Buches "Eisnebel" hat mich sofort angesprochen – das abgelegene Anwesen wirkt ebenso schön wie unheimlich. Ich musste das Buch sofort im Buchladen in die Hand nehmen und betrachten/bestaunen. Genau diese Atmosphäre trägt auch die Geschichte. Aus Theos Perspektive entfaltet sich ein beklemmender Thriller über Misstrauen, alte Wunden und dunkle Familiengeheimnisse.

Theo ist eine Figur, mit der man stark mitfühlt. Ich habe sie sofort gemocht. Die Ablehnung durch Connors wohlhabende Familie, die rätselhaften Drohungen und die Erinnerungen an ihre eigene traumatische Kindheit sorgen für eine stetig wachsende Spannung. Nach und nach verdichten sich die Ereignisse zu einem Sog, dem man sich kaum entziehen kann.

Besonders hat mich die stetig wachsende emotionale Tiefe und die kontinuierliche Steigerung der Handlung mit überraschenden Wendungen überzeugt. Das Buch "Eisnebel" ist ein fesselnder Thriller, der mich bis zum Schluss nicht losgelassen hat – für mich ein richtiges Leseerlebnis und absolut empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere