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Veröffentlicht am 06.05.2023

Wenn du denkst, du bist in Sicherheit

Ich erkenne dich. Jederzeit.
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Hanna ist aus ihrem alten Leben geflohen. Sie zieht sich in den Schutz der Großstadt Paris zurück und versucht sich ein neues Leben aufzubauen.
Sie versucht die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ...

Hanna ist aus ihrem alten Leben geflohen. Sie zieht sich in den Schutz der Großstadt Paris zurück und versucht sich ein neues Leben aufzubauen.
Sie versucht die Vergangenheit hinter sich zu lassen und spricht sich dabei immer wieder Mut zu. 
Hanna zieht in ein Mehrfamilienhaus und ahnt noch nicht, dass ihre Nachbarn in ihrem neuen Leben eine besondere Rolle einnehmen werden.

„Ich erkenne dich. Jederzeit.“ ist der erste Band von Annette Böhlers „Love in Paris“-Reihe. Die Autorin wagt sich dabei auf neues Terrain. Hat sie bisher Liebesromane verfasst, befindet sich der Leser hier zwar auch in einer Liebesgeschichte, die aber in Teilen Krimi-, in Teilen Thrillerelemente enthält.
Der Leser trifft hier auf drei völlig unterschiedliche Charaktere, die recht unsicher wirkende Hanna, der verletzte und sensible Sebastian und der geheimnisvolle und bedrohlich wirkende Milan.
Hanna flieht vor ihrem alten Leben, speziell einer Beziehung, die sie einengte und vor allem ihr Leben bedrohte. Eine Liebe, die toxisch und damit gefährlich wurde.
Sebastian hat ebenso schlechte Erfahrungen mit der Liebe gemacht und baut eine Mauer um sich. Diese beginnt nach und nach zu bröckeln als Hanna in sein Leben tritt. Hervorkommt ein bildhübscher, aber sensibler Mann.
Milan ist eine Person, über den man nicht viel erfährt. Er wirkt bedrohlich, einschüchternd, aber doch fürsorglich.
Das ganze Buch wird aus der Perspektive der drei Protagonisten erzählt. Diese wechselt somit immer wieder. Der Spannungsbogen im Buch bleibt von der ersten bis zur letzten Minute erhalten. In Teilen fand ich Milan auch sehr gruselig und das Buch nahm eine gewisse Dramatik an.
Am Höhepunkt, der Rückkehr Hannas Vergangenheit ließ mich allerdings etwas an Hannas Charakter und der Stärke, die sie ausstrahlen wollte, zweifeln. Ziemlich blauäugig bringt sie sich in eine Gefahr, vor der sie Monate lang geflohen ist. Das fand ich etwas merkwürdig.
Was mir besonders gefallen hat, sind die tiefgründigen Gespräche zwischen Sebastian und Hanna. Beide öffnen sich einander und achten wirklich auf jedes kleine Detail, ohne gefühlsduselig zu werden. Auch stürzen sie sich nicht gleich in ein Liebesabenteuer, sondern nehmen sich Zeit, um einander kennenzulernen. Dabei spielt auch die lebenslustige Thekla eine Rolle. Ich denke, sie ist mit ihrer Verrücktheit ein guter Gegensatz zum zurückhaltenden Sebastian.
Milan wiederum bleibt fast bis zu letzten Seite ein Mysterium und ich erwarte mir mit den nächsten Romanen eine Auflösung zu dem Verlauf seines Lebens und wie es zu seiner jetzigen Lebensweise gekommen ist, denn das bleibt in diesem Buch wirklich im Dunkeln.
Etwas irritierend war dann auch das abrupte Ende. Das kam sehr überraschend und hinterließ eine Menge Fragen.

Fazit: Ein gelungener Einstieg in ein neues Genre. Annette Böhler ist eine absolut spannende Geschichte gelungen und ich bin heute schon gespannt, wie es in Zukunft im nächsten Band weitergehen wird!!

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Flucht in ein neues Leben

Mit dem Mut zur Liebe
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Dieter, ein junger Mann, muss in den Wirren des 2. Weltkrieges und den anschließenden harten Zeiten aufwachsen. Früh verliebt er sich dabei in die junge Artistin Jo. Die Liebe zu ihr bringt auch ihm die ...

Dieter, ein junger Mann, muss in den Wirren des 2. Weltkrieges und den anschließenden harten Zeiten aufwachsen. Früh verliebt er sich dabei in die junge Artistin Jo. Die Liebe zu ihr bringt auch ihm die Artistik näher und er wird ein in der DDR gefeierter Artist. Doch die beiden jungen Leute sind unzufrieden im sozialistischen Staat und setzen alles daran, diesen zu verlassen. Es stellt sich dabei die Frage, wie sie dies bewältigen können und wem sie vertrauen können.

Beeindruckt und gespannt aufgrund des Klappentextes erwartete ich einen spannenden Roman über ein Paar, das verzweifelt versucht, nach Westdeutschland zu kommen und dabei im neuen Leben viele dramatische Hürden überwinden müssen.
Diese Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt. So beginnt die Geschichte im zweiten Weltkrieg. Die Geschichte über das Überleben in dieser Zeit zieht sich sehr lang hin. Die Schilderungen sind dramatisch und fesselnd, jedoch wartete ich immer darauf, dass die Überleitung zur eigentlichen Geschichte kommt. Grob geschätzt ab der Hälfte des Buches ging die Geschichte in den eigentlichen Handlungsrahmen, der auf dem Klappentext angegeben ist, über.
Das artistische Leben, also die Handlungen und Beschreibungen der Requisiten waren anschaulich dargestellt und auch Dietos, also Dieters Reisen fand ich abwechslungsreich beschrieben. Jedoch die Teile, die mich interessiert hätten, wie bspw. die erste Zeit in Westdeutschland hätte mich ausführlicher interessiert, als Hera Lind es beschreibt. Diese Parts werden leider immer etwas kurz gehalten.
Die Flucht aus dem sozialistischen Terrain in das „kapitalistische Ausland“ ist gut dargestellt, aber stellt nur einen ganz, ganz kurzen Teil der Geschichte dar. 

Dieto als Person ist ein wahres Glückskind. Denn er handelt oftmals sehr naiv, aber hat immer so viel Glück, dass er damit durchkommt.
Der Gegenpart dazu ist Johanna, genannt Jo. Sie stellt Dietos Fels in der Brandung dar. Sie handelt überlegt und ermahnt Dieto des Öfteren zur Vernunft.

Mein Fazit: Ein interessanter Roman über ein tolles und starkes Paar und wenn man seine Erwartungen nicht am Klappentext festmacht, auch eine wunderbare Geschichte über Mut, Liebe und Hoffnung.

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Veröffentlicht am 24.04.2023

Der Sommer ihres Lebens

Gidget. Mein Sommer in Malibu
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Kathy ist sechzehn und begeistert vom Strand von Malibu. Hier hat sie ihre Leidenschaft entdeckt - das Surfen. Inmitten einer Clique aus Jungen stürzt sie sich in die Wellen und erlebt dabei die Höhen ...

Kathy ist sechzehn und begeistert vom Strand von Malibu. Hier hat sie ihre Leidenschaft entdeckt - das Surfen. Inmitten einer Clique aus Jungen stürzt sie sich in die Wellen und erlebt dabei die Höhen und Tiefen eines Teenagerlebens. Die Entdeckung der ersten großen Liebe, der Ausreden gegenüber den Eltern, um Verbote zu umgehen und viele andere lassen nicht lange auf sich warten. Ein Sommer voller Abenteuerlust wartet auf Kathy, alias Gidget.

Frederick Kohner schrieb das Buch über den schönsten Sommer seiner Tochter binnen sechs Wochen. Er entführt die Leser dabei in das ganz normale Leben eines Teenagers voller Abenteuerlust und inmitten der Wirren um Hormonschübe und der Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, aber auch der Suche nach der Freiheit.
Kohner hat es geschafft, mich in vielen Bereichen wieder an meine eigene Jugend zurück zu erinnern. In viele Abenteuer und Gefühlsregungen konnte ich mich hineindenken und es eins zu eins nachempfinden.
Kathys Lebenslust ist dabei ansteckend. Auch die Entwicklung ihres Selbstbewusstseins, speziell im Umgang mit ihrer Familie (bzw. ihrem Schwager )

Was mir dabei aber überhaupt nicht gefallen hat, ist die Art und Weise wie sie von ihren Eltern spricht. Sicher bezeichnet man die Eltern mal als „meine Alten“, aber in diesem Buch werden sowohl Mutter als auch Vater immer mit solchen abwertenden Titeln bezeichnet. Auch die Umgangssprache, die sie immer versucht zu verwenden, deren Bedeutung sie sich aber nicht bewusst ist, passt nicht zu dem, was der Autor m.E. vermitteln möchte.

Sehr interessant fand ich das Nachwort mit der Erklärung zum Leben von Gidget und ihrer Familie. Es gab noch einmal einen guten Blick auf die Entstehung dieses Romans.

Alles in allem ist es aber ein wunderbar liebevoll geschriebener Roman eines Vaters über einen bedeutenden Sommer im Leben seiner lebenslustigen Tochter.

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Intrigen in und um Schloss Liebenberg

Schloss Liebenberg. Hinter dem falschen Glanz
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Das Leben auf Schloss Liebenberg geht weiter, aber ist geprägt von den Enthüllungen um die Eulenburg-Affäre. Adelheid, die immer noch schwer erschüttert und in Trauer nach dem Tod ihrer Mutter ist, überlegt ...

Das Leben auf Schloss Liebenberg geht weiter, aber ist geprägt von den Enthüllungen um die Eulenburg-Affäre. Adelheid, die immer noch schwer erschüttert und in Trauer nach dem Tod ihrer Mutter ist, überlegt dabei, wie sie den Eulenburgs die verweigerte Hilfe heimzahlen kann. Ihre Arbeit im Schloss kommt ihr dabei zu Hilfe und Adelheid begibt sich in ein Konstrukt voller Lügen, das hoffentlich nicht zusammenbrechen wird.

Zurück auf Schloss Liebenberg gelang es Hanna Caspian mich von der ersten Seite an wieder mitzunehmen. Mit ihrem Schreibstil gelingt es ihr, den Leser*in sofort in die Geschichte mitzunehmen und die Erinnerungen aus Band 1 sofort wieder aufleben zu lassen.
Die Freundschaft zwischen Hedda und Adelheid ist in diesem Band ein wichtiges Gut und Basis für den Verlauf des Romans. Beide Charaktere wurden mir dabei noch sympathischer als sie es bisher waren. Dies liegt vor allem daran, dass sich Adelheid vom naiven, jungen Mädchen zur berechnenden und selbstbewussten Frau entwickelt hat, die es aber weiß, diese Vorzüge nicht sofort aufzuzeigen. Auch Heddas selbstbewusste Art hilft Adelheid in ihrer Entwicklung. 
Die Konstellation um Adelheid, Hedda und Viktor Novak ist auch sehr speziell, aber ich kommt mir so vor, als wäre diese Basis die Vorstufe einer Freundschaft.Für mich hat das die Autorin auch wunderbar herübergebracht. Das merkt man vor allem am Charakter von Viktor. Hanna Caspian ist es gelungen, seine zwei Seiten - die unnahbare und die sensible- wunderbar aufzuzeigen. 
Ich finde, sie hat den Charakteren auf Schloss Liebenberg in diesem Teil noch mehr „Seele gegeben“ und es gelingt, tiefer in die Geschichte und damit die Persönlichkeiten einzutauchen.
Das zeigt auch der zweite Strang um die ehemalige Gouvernante der Eulenburgs. Durch diesen Handlungsstrang gelingt es, die Eulenburg-Affäre zu verstehen und das Ausmaß der Geschichte zu begreifen.

Alles in allem ist es Hanna Caspian mit dem zweiten Band gelungen, eine Geschichte zu erzählen, die auf einem historisch bedeutsamen Ereignis beruht und aus der man auch noch viel geschichtliches Wissen mitnehmen kann. Die Zeichnung ihrer Hauptcharaktere ist dabei anschaulich, gefühlvoll und in gewissem Maße faszinierend gelungen! 
Eine Empfehlung für alle die, die Band 1 kennen und auch für all jene, die historische Romane lieben!

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Die Anfänge der Augsburger Fuggerei

Das Haus der Fugger
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Augsburg im Jahre 1523 - Joss Neher ist Zimmerer und liegt im Sterben als seine Frau Eva keinen anderen Ausweg sieht, als den Scharfrichter hinzuzuziehen. Als Gegenleistung für die Hilfe zur Gesundung ...

Augsburg im Jahre 1523 - Joss Neher ist Zimmerer und liegt im Sterben als seine Frau Eva keinen anderen Ausweg sieht, als den Scharfrichter hinzuzuziehen. Als Gegenleistung für die Hilfe zur Gesundung ihres Mannes verlangt dieser, dass Eva und Joss ihn in geweihter Erde beerdigen mögen.
Das Ehepaar Neher sieht sich diesem Versprechen verpflichtet und kommt der Bitte nach. Doch Eva und Joss’ Handlung bleibt nicht verborgen. Das ist der Beginn einer Serie an Unglücken, die den Beiden und ihren Kindern widerfährt. Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich, als sie in die „Fuggerei“ ziehen dürfen, doch dieser ist nicht von Dauer.

Das Buchcover und die Anfänge der drei großen Teile sind wunderschön gestaltet. Ebenso finde ich es gut, dass zu Beginn eine Übersicht über die handelnden Personen und ihre Rollen gegeben wird, genauso wie ein Inhaltsverzeichnis.
Der Schreibstil von Peter Dempf war nachvollziehbar, allerdings hatte ich so meine Schwierigkeiten mit den Charakteren. 
Der Autor hob immer wieder die niedrige Stellung der Frauen im 16. Jahrhundert hervor. Dazu passten allerdings für mich nicht die Charaktere der Eva, Els und auch nicht der Sybilla Fugger. Alle drei sind selbstbewusste Frauen, denen immer wieder Gehör geschenkt wird. Bei Sybilla Fugger konnte ich das nachvollziehen, jedoch ist mir Eva für die damalige Zeit manchmal zu selbstbewusst gewesen und wurde es wurde ihr zu viel Beachtung geschenkt. Das an sich ist kein Problem, im Gegenteil, jedoch zweifle ich dies vor dem historischen Kontext des 16. Jahrhunderts schwer an. Auch ihr Mann Joss wirkte mehr, als würde er im Schatten seiner Frau stehen. Das wiederum passt nicht so wirklich zu seiner Stellung.
Ich empfand die Geschichte manchmal auch etwas zu langatmig. Die Intrigen des Marx Köllin gingen wirklich sehr weit und waren mir zum Schluss doch etwas zu viel (von der Menge her). Es wirkte für mich sogar mehr wie ein Krimi.
Auch war ich gerade zum Ende hin irritiert über die Darstellung des Juden Anton. Els Verdacht wird bis zum Ende nicht wirklich aufgelöst. Dem Leser*in war es ersichtlich, aber der aufgekommene Verdacht wird in der Geschichte nicht aufgelöst, was ich schade finde, da dadurch Klischees bedient werden.
Sehr interessant fand ich das vermittelte Wissen über die Fuggerei, das Aufkommen des Protestantismus und auch das Nachwort mit dem Einfluss des Wirkens Jakob Fuggers bis in die heutige Zeit.

Alles in allem ein interessanter historischer Roman, ich würde sogar fast sagen, ein Krimi. Vor allem empfehlenswert für alle, die Augsburg und die Fuggerei kennen oder gerne mehr über deren Geschichte erfahren möchten.

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