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Veröffentlicht am 15.11.2025

Kämpfe

Die Berghebamme – Zeit der Kinder
0

Brannenburg 1899: Hebamme Maria musste aus eigener Erfahrung erleben, wie es ist, als Bankert aufzuwachsen. Doch liebevoll erinnert sie sich an ihre Kindheit in einem Findelheim. Aufgrund ihrer Erfahrungen ...

Brannenburg 1899: Hebamme Maria musste aus eigener Erfahrung erleben, wie es ist, als Bankert aufzuwachsen. Doch liebevoll erinnert sie sich an ihre Kindheit in einem Findelheim. Aufgrund ihrer Erfahrungen als Hebamme, die Verständnis für ledige Mütter aufbringt, wegen ihrer eigenen Kindheit, entschließt sie sich, mit ihrem Mann Georg ein Wohnheim für ledige Schwangere zu gründen.
Das wird jedoch überschattet von Marias bisheriger Kinderlosigkeit und der ablehnenden Haltung der Brannenburger Bevölkerung.

„Die Berghebamme - Zeit der Kinder“ von Linda Winterberg ist Band 3 der Reihe „Kinder der Berge“.
Der Leser trifft auch hier wieder auf Hebamme Maria, deren Mamsell Burgi und Marias Ehemann, Landarzt Georg. Die drei haben sich ein wunderbares Leben auf dem Dannerhof, Marias Heim aus Kindheitstagen aufgebaut.
Linda Winterberg spricht in diesem Roman eine Problematik an, die nie an Bedeutung verlieren wird - den unerfüllten Wunsch nach einem eigenen Kind. Der Leser lernt eine Maria kennen, die ihm bisher so nicht bekannt war. Maria kommt an ihre psychischen Grenzen, zweifelt an der Liebe zu ihrem Beruf und steigert sich immer weiter in ihren Kinderwunsch.
Ganz klar merkt man, dass sie ans Ende ihrer Kräfte gerät und alte Charaktereigenschaften, wie ihren Mut und ihre Kämpfernatur ablegt.
Ich denke, dieses Thema war damals, als auch heute ein Thema, das selten angesprochen wird, das Betroffene in sich hineinfressen und lernen müssen, damit umzugehen. Ich finde es toll, dass die Autorin diese zeitlose Problematik eingeflochten hat.
Gleichzeitig wird auch aufgezeigt, was ein Dorf bewegen kann, wenn es zusammenhält. Doch auch hier gilt vieles, was auch heute noch so ist, man wacht oftmals erst auf, wenn es zu spät ist.

Alles in allem ein schöner Abschluss der Reihe, der sehr emotional ist. Ich kann es daher nur allen Fans der vorherigen Teile empfehlen, auch diesen Band zu lesen.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Ein Leben im Keller

In den Scherben das Licht
1

Hamburg kurz nach dem 2. Weltkrieg: Gisela klettert eines Tages in einen Keller und damit direkt in die Arme von Gert, der sich dort häuslich niedergelassen hat. Hauseigentümerin Friede, eine ehemalige ...

Hamburg kurz nach dem 2. Weltkrieg: Gisela klettert eines Tages in einen Keller und damit direkt in die Arme von Gert, der sich dort häuslich niedergelassen hat. Hauseigentümerin Friede, eine ehemalige Volksschauspielerin, erlaubt den beiden im Keller wohnen zu bleiben. Aus einer für kurze Zeit gedachten Zweckgemeinschaft wird einer Jahre anhaltende Freundschaft.

„In den Scherben das Licht“ von Carmen Korn beschreibt das Leben im Hamburg der Nachkriegszeit und das Leben in einer etwas anderen Wohngemeinschaft.
Die Bewohner des Hauses in der Tornquiststraße sind auf der Suche nach Familienangehörigen oder haben Angst, sich auf die Suche nach vermissten Familienangehörigen oder Freunden zu machen - Angst sich vor der eigenen Vergangenheit zu stellen. Doch gleichzeitig ist jeder der Charaktere auf der Suche nach Halt, Wärme und Liebe.
Ich mag den schnörkellosen und geerdeten Schreibstil der Autorin, der schon ihre „Jahrhundert-Trilogie“ geprägt hat. Auch die Dialoge und Gespräche zwischen den einzelnen Charakteren fallen durch realistische und ernste Themen auf und speziell die Dialoge zwischen Marta und Friede bestechen durch den Sarkasmus, der sich zwischen den Zeilen versteckt.
Dennoch muss ich sagen, dass mich Carmen Korn dieses Mal nicht mitnehmen konnte. Die Geschichte plätschert vor sich hin und speziell diese vielen Wechsel der Personen in den einzelnen Abschnitten hat mich oft durcheinandergebracht. Ich musste so manches Mal Abschnitte zweimal lesen, um rauszufinden, um wen es gerade ging.
Mir waren auch die beiden Protagonisten Gisela und Gert zu farblos. Auch wenn man hin und wieder in ihre Vergangenheit geführt wird, blieben sie mir zu oberflächlich.
Auch die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln fand ich relativ groß gewählt.

Fazit: Carmen Korn kann mit diesem Roman leider nicht an ihre Jahrhundert-Trilogie anknüpfen. Es fehlt der nötige Tiefgang, der durch farblose Protagonisten, große Zeitsprünge und ständig wechselnde Charaktere, über die erzählt wird, untermauert wird.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Und dann und wann ein weißer Elefant

Sonnenaufgang Nr. 5
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Jonas hat sich dazu entschieden, Stellas Memoiren zu schreiben. Stella ist eine ehemalige Schauspieler, berühmt, zu Hause zwischen Glanz und Glamour - ganz die Diva.
Jonas wiederum lernt bei seinen Recherchen ...

Jonas hat sich dazu entschieden, Stellas Memoiren zu schreiben. Stella ist eine ehemalige Schauspieler, berühmt, zu Hause zwischen Glanz und Glamour - ganz die Diva.
Jonas wiederum lernt bei seinen Recherchen eine ganz andere Stella kennen. Gefangen zwischen diesen Welten, wird er mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

„Sonnenaufgang Nr. 5“ ist ein Roman über das Leben und wurde von Erfolgsautor Carsten Henn geschrieben, der u.a. mit „Der Buchspazierer“ bekannt wurde.
Ja, was will mir der Autor mit diesem Buch nun sagen? Es war schwierig. Ich habe dieses Buch als Hörbuch genossen, gesprochen von Oliver Siebeck. Dessen getragene und ruhige Stimmung passte wunderbar zum Grundtenor dieser Geschichte.
Ich glaube, es sind die Erzählungen über das Leben, die der Autor näherbringend möchte. Wie sehen wir unser Leben? So wie es ist? So wie wir es haben wollen?
Stella ist auf den ersten Blick eine schwierige Person, mit der klarzukommen, man erst einmal lernen muss. Eine Frau, die sich als Diva sieht, als die bejubelte Schauspielerin, die über allem und jedem steht.
Vermutlich sieht es die kleinen Botschaften über das Leben, über die Liebe, über verpasste Gelegenheiten, Reue, Schuld und auch Sühne, die Carsten Henn mit diesem Roman vermitteln möchte. 
Es sind die Gegensätze zwischen der exzentrischen Stella und dem geerdeten Jonas, die sich hier gegenüber stehen. Es sind die Gegensätze einer Frau, die in ihrem Leben nicht nur gute Erfahrungen gemacht hat und einem jungen Mann, dem die Liebe zur Mutter, im übertragenen Sinne, verloren ging.
Es sind aber auch die Charaktere drumherum, wie Nessa oder Bente, die diese Geschichte prägen und sie zu einem tiefgründigen Roman machen.

Alles in allem ist dieser Roman schwere Kost, die man aber verdauen kann, wenn man sich darauf einlässt und auch die Gefühle, die zwischen den Zeilen zu lesen sind, ernst nimmt.
Wer also tiefgründige Romane über das Leben liebt, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Weihnachtsmagie mit Hochzeitsflair

Weihnachtszauber in Warnemünde
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Das Weihnachtsfest steht mal wieder vor der Tür, die Vorbereitungen sind im Gange und damit rückt auch eine eventuelle Hochzeit von Sven Ole und Sanne in weite Ferne.
Doch als Sanne mit ihrer besten Freundin ...

Das Weihnachtsfest steht mal wieder vor der Tür, die Vorbereitungen sind im Gange und damit rückt auch eine eventuelle Hochzeit von Sven Ole und Sanne in weite Ferne.
Doch als Sanne mit ihrer besten Freundin Rike bei einem Weihnachtsmarktbesuch ihr Traumkleid im Brautmodengeschäft nebenan findet, kommt Bewegung in die Mission Hochzeit.

„Weihnachtsfeier in Warnemünde“ ist Band 5 der „Weihnachtszauber“-Reihe von Nele Jantzen.

Nele Jantzen lädt schon mit dem traumhaften Cover ihres Romans zum Träumen ein. Zurück an der Stoltera fühlt man sich als treffe man alte Freunde wieder und ist von der ersten Seite an wieder Teil der Warnemünder Freunde.

Es handelt sich bei dem Roman um eine turbulente Erzählung zwischen Frust, Weihnachtszauber und Hochzeitsflair mit Familienanschluss.
Beim Ausflug auf den Weihnachtsmarkt konnte ich den Glühwein und die Süßigkeiten förmlich riechen. Auch die Nachfragen der Familienangehörigen und Freunde, wann den nun eine Hochzeit käme, konnte ich mir gut vorstellen, weil es einfach eine aus dem Leben gegriffene Situation ist, die hier dargestellt wird.

Die bunte und zum Teil illustre Gästeschar des Meerblicks fand ich dieses Mal sehr vielfältig und auch anstrengend. Aber auch das ist vermutlich Alltag in einer Ferienunterkunft.

Sanne und Sven Ole wirkten nach wie vor harmonisch, mit einigen Aufs und Abs. Nur Sven Ole wollte ich so manches Mal schütteln mit seiner Art, wie ein Elefant im Porzellanladen durch Sannes Welt zu laufen. Susanne wiederum tat mir dabei oftmals leid.

Auch die Beschreibung der Situation mit den Eltern, ihrer hilfreichen Art, aber auch ihres Wachrüttelns hat mir gut gefallen.
Die Krönung war natürlich Sven Oles Cousin. Auch wenn das manchmal etwas überspitzt wirkte, denke ich doch, dass die Autorin damit den Nagel auf den Kopf getroffen hat und dies in einigen Familien so wäre.

Alles in allem wieder ein wunderschöner Roman zum Runterkommen, Eintauchen in die Vorweihnachtszeit und zwischen Familie und Freunden. Wer also Liebesromane, die Ostsee und Weihnachtsmagie braucht, ist hier richtig!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Die Königin der Liebesromane

Ein gutes Ende
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Der jungen Hedwig Mahler liegt ihre Selbstständigkeit sehr am Herzen. Sie strebt eine Unabhängigkeit von ihrer Mutter an, hofft der Armut entfliehen zu können und findet dabei in ihrer ersten Anstellung ...

Der jungen Hedwig Mahler liegt ihre Selbstständigkeit sehr am Herzen. Sie strebt eine Unabhängigkeit von ihrer Mutter an, hofft der Armut entfliehen zu können und findet dabei in ihrer ersten Anstellung den Weg zur Schriftstellerei. Nach und nach entstehen in ihrem Kopf und auf dem Papier immer neue Geschichten und kürzere Romane.
Als sie den jungen Künstler Fritz Courths kennenlernt, hofft sie auf ein gemeinsames Leben mit einem Gleichgesinnten. Doch Fritz hält nichts von Hedwigs Liebe zur Schriftstellerei.

Wem ist sie nicht ein Begriff - Hedwig Courths-Mahler, die Königin unter den Schnulzenautorinnen der kleinen Heftromane?! - Mit diesem Vorurteil und dem öfteren Gang an ihrem Geburtshaus vorbei bin ich groß geworden. Die bekannte Autorin war mir von jeher ein Begriff, nur wusste ich nie etwas über den Menschen hinter dem bekannten Namen. Clara Bachmanns Roman „Ein gutes Ende“ hat diese Wissenslücke jedoch geschlossen.
Die Autorin beschreibt in ihrem Roman die Jugendjahre und in Teilen rückblickend die Kindheit dieser großen deutschen Autorin. Eingebettet in ihre Geschichte im Osten Deutschlands zwischen Weißenfels, Leipzig und Halle findet das Leben der Hedwig Courths-Mahler statt. Genau dies beschreibt Clara Bachmann.
Wir lernen die junge Hedwig kennen, reifen mit ihr und dürfen in dem Roman entdecken, wie sie ihre Liebe zur Schriftstellerei entdeckt. Anschaulich beschreibt sie die schwierige, aber doch von großer Liebe geprägte Beziehung zwischen Hedwig und Fritz. So manches Mal hätte ich die junge Hedwig geschüttelt und gefragt, ob sie diese Beziehung so wirklich will. Auch wird der Einfluss ihrer Umgebung auf Hedwig deutlich hervorgehoben. So lernt man ihre Mutter kennen und zweifelt so manches Mal an deren Mutterleben, während man im Laufe diese Ansicht des Öfteren mal überdenken kann. Auch die Freundschaften und Herrschaften prägen den Lebenslauf eindrucksvoll.
Der Spannungsbogen, ob ihrer Erfolgsaussichten ist manchmal etwas zu flach und insgesamt fehlte mir doch der Verweis zu ihrer Schreiberei, bedeutet, ich hätte gedacht, dass Textzitate oder Kurztexte ihrer Romane in der Erzählung vorkommen werden. Mir fehlte also etwas der Tiefgang.

Alles in allem ein guter Roman über eine der bedeutendste, deutsche Romanautorin, der den Mensch hinter den Geschichten beschreibt und den Weg dorthin. 
Wer sich für deutsche Schriftstellerei, Liebesromane und starke, weibliche Persönlichkeiten interessiert, ist hier richtig.

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