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Veröffentlicht am 13.03.2023

Trashig ist das richtige Wort

NIGHT – Nacht der Angst
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1991: George W. Bush sitzt im Weißen Haus, im Kassettendeck läuft Nirvana, und die filmbegeisterte Studentin Charlie fährt mit einem Mann durch die Nacht, der vielleicht ein Serienkiller ist. Es war nur ...

1991: George W. Bush sitzt im Weißen Haus, im Kassettendeck läuft Nirvana, und die filmbegeisterte Studentin Charlie fährt mit einem Mann durch die Nacht, der vielleicht ein Serienkiller ist. Es war nur eine Mitfahrgelegenheit. Josh behauptet, er wolle zu seinem kranken Vater in Ohio. Aber etwas stimmt nicht an seiner Geschichte. Während sie über leere, dunkle Highways fahren, steigt in Charlie ein furchtbarer Verdacht auf. Ist es möglich, dass Josh der Campus-Killer ist, der ihre beste Freundin ermordet hat? Sie kann nicht weg, Hilfe holen ist unmöglich. Sie ist gefangen.

„Night – Nacht der Angst“ von Riley Saga hat mich mit seinem Klappentext neugierig gemacht und auch wenn das Buch mich nicht völlig begeistert hat, hat es mich doch bis zum Ende bei Laune gehalten. Spannend ist es auf jeden Fall.
In einer anderen Rezension wurde der Begriff „trashig“ für diese Geschichte gewählt und wenn ich so an Trash-Pop aus der damaligen Zeit und auch an gewisse trashige Horrorfilme denke, da finde ich die Bezeichnung durchaus passend und das nicht unbedingt im negativen Sinne.
Die Geschichte erzählt eine typische Horror-Roadmovie-Story. Nachdem die beste Freundin unserer Protagonistin Charlie umgebracht wurde, setzt sie sich zu einem Wildfremden in ein Auto, um zu ihrer Oma zu gelangen. Die Fahrt führt natürlich durch endlos lange, einsame Straßen. Handys hatte da noch nicht jeder und ein bisschen naiv ist Charlie irgendwie auch.
Schnell bekommt man als Leser das Gefühl, dass etwas mit Josh nicht ganz stimmen kann. Spätestens, wenn man seine Sicht zu lesen bekommt und sich die Klischee-Horrorszenen, wie z.B. die dunkle, schmierige Raststätte oder komische Andeutungen in Ratespielen, häufen.
Charlie hat dazu eine psychische Erkrankung, die zu Filmartigen Halluzinationen führt, so dass auch der Leser oftmals Realität und Krankheit nicht auseinanderhalten kann. Das hat dem Ganzen eine interessante Note gegeben.
Oftmals sind die Handlungen und Gespräche recht offensichtlich konstruiert, werden dadurch aber wieder aufgefrischt und machen den Leser neugierig.
Charlie hat mich öfter mal genervt aufstöhnen lassen, ganz so wie die Protagonisten, die in Filmen immer alleine in die Hütte im Wald gehen. Charlie lässt mehrere gute Gelegenheiten verstreichen und so ganz klar ist mir der Grund nicht geworden.
Spätestens der Showdown lässt das Trash-Horror-Herz höherschlagen, denn hier wirft der Autor mit Klischee-Szenen und halsbrecherischen Wendungen nur so um sich. Ein paar Dinge habe ich dann doch nicht erwartet aber das Meiste konnte man sich denken.
Tatsächlich war das alles für mich aber nicht unbedingt negativ. Die Geschichte ist trotzdem spannend und fesselt den Leser bis zum Schluss. Man will einfach wissen wie es weiter- bzw. ausgeht. Popkornkino im Buchformat. Dafür gibt’s keinen Oskar aber Spaß hat es doch gemacht.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Tanz der Dämonen

Die Stimme der Lüge
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Der Showdown beginnt: Francis Ackerman jr. ist in den Fängen des sogenannten Demon, Ackermans größtem Gegenspieler. Nun muss er in dessen bizarrer Realityshow gegen verschiedene Killer antreten und dabei ...

Der Showdown beginnt: Francis Ackerman jr. ist in den Fängen des sogenannten Demon, Ackermans größtem Gegenspieler. Nun muss er in dessen bizarrer Realityshow gegen verschiedene Killer antreten und dabei sowohl sein Leben als auch das unschuldiger Zivilisten retten, die unfreiwillige Mitspieler geworden sind. Doch eine Hoffnung gibt es: Jede Folge liefert Nadia Shirazi vom FBI neue Hinweise, um Ackermans Aufenthaltsort zu finden und das Netzwerk des Demon ein für alle Mal zu zerstören. Es gibt nur ein Problem: Damit dieser Plan aufgeht, muss Ackerman lange genug am Leben bleiben.

„Die Stimme der Lüge“ von Ethan Cross ist der vierte Band der „Ackerman & Shirazi“-Reihe. Die Bücher sind in sich nicht komplett abgeschlossen und sollten in der richtigen Reihenfolge gelesen werden.
Band vier startet ziemlich zeitnah an Band drei. Ackerman wird von Demon in ein teuflisches Spiel geschickt, welches dieses „Tanz der Dämonen“ nennt. Es soll seine dunkle Seite und seine Blutgier wieder wecken. Während Ackerman einige Minenarbeiter retten und selbst ebenfalls überleben muss, sind sein Bruder Marcus und seine Partnerin Nadia verzweifelt auf der Suche nach ihm.
Der Schreibstil ist typisch Ethan Cross. Er bleibt sich und seinen Figuren treu. Ich bin Fan der ersten Stunde und habe schon alle Shepherd-Organisation Bücher gelesen und war sofort wieder gefesselt.
Dieses Mal erleben wir Ackerman auch von einer etwas schwächeren Seite. Warum verrate ich nicht und versteht mich nicht falsch, er ist immer noch krass aber irgendwie haben mir seine intelligenten, bissigen Kommentare und seine verworrenen Schlachtpläne in der ersten Hälfte etwas gefehlt. Zum Glück wurde es ab Runde zwei von Demons Spiel wieder anders.
Ich konnte wirklich gut von Anfang bis Ende mitfiebern und habe nicht nur gespannt gelesen, was Ackerman als Nächstes tut, sondern auch mitgerätselt, wen Demon wohl eingeschleust hat, was er mit allem bezweckt und wie Marcus und Nadia ihm wohl auf die Spur kommen.
Eine kleine Lovestory gibt es übrigens auch.
Das Buch ist vielleicht nicht das allerbeste Buch, in dem Ackerman auftaucht, aber es ist definitiv ein Liebhaberbuch und ein Muss für die Fans der Reihe. Ich war (positiv) überrascht, dass es noch einen weiteren Teil geben wird. Ich bin gespannt.

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Ungewöhnlich (aber) gut

Anatomy
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Eine Stadt, infiziert mit Geheimnissen. Und eine junge Frau, die sie seziert.
Lady Hazel Sinnett möchte unbedingt Chirurgin werden – was für sie als Frau jedoch unmöglich ist. Bis der Dozent Dr. Beecham ...

Eine Stadt, infiziert mit Geheimnissen. Und eine junge Frau, die sie seziert.
Lady Hazel Sinnett möchte unbedingt Chirurgin werden – was für sie als Frau jedoch unmöglich ist. Bis der Dozent Dr. Beecham sich auf einen Deal einlässt: Wenn sie die medizinische Prüfung ohne Unterricht besteht, darf sie bei ihm studieren. Zum Glück trifft die junge Frau auf Jack Currer – einen Auferstehungsmann, der Leichen ausgräbt und sie zu Lehrzwecken verkauft. Jack hilft Hazel nicht nur beim Lernen, sondern weckt auch ungeahnte Gefühle in ihr. Als sie an den Toten immer mehr Besonderheiten entdecken, finden sich die beiden plötzlich in einem Netz aus Geheimnissen und Intrigen wieder.

Als ich „Anatomy – Eine Liebesgeschichte“ von Dana Schwartz begonnen habe, hatte ich keine Vorstellung, was mich erwarten würde.
Wir begleiten Jack Currer, einen Leichenräuber oder wie er sich nennt, einen „Auferstehungsmann“ und Lady Hazel Sinnett, die so gar nicht Ladylike ist und viel lieber Chirurgin werden will. Doch dieser Beruf ist nur Männern der Mittelschicht vorgesehen und niemals einer Frau von höherem Stande. Sie soll heiraten und ihre Rolle als ehrbare Frau erfüllen. Doch Hazel ist eine starke, neugierige, wenn auch leicht naive junge Frau, die Mittel und Wege findet, doch noch das Studium zu beginnen. Jack und Hazel treffen sich durch Zufall, doch er hilft ihr bei ihrem Vorhaben und besorgt ihr Leichen zum üben. Dabei kommen die beiden sich näher, obwohl Hazel eigentlich ihrem Cousin versprochen ist.
Während ihres Studiums versucht sie ein Heilmittel für das Spanische Fieber zu finden und stößt auf merkwürdige Auffälligkeiten bei den Leichen die Jack ihr bringt. Gleichzeitig fällt es Jack auf, dass immer mehr Menschen aus seiner Umgebung verschwinden.
Die Nachforschungen der Beiden und Hazels Versuche, ihren Traum zu erfüllen, sind wirklich spannend. Die Autorin verknüpft die historische Medizin gekonnt mit den merkwürdigen Vorfällen und lässt dabei noch eine leise Romanze einfließen.
Für mich war das Buch bis zu den letzten Kapiteln ein Pageturner. Leider hat das Ende dann für mich eine Wendung bekommen, die für mich zu viel Fantasyelemente enthält und somit nicht ganz zum Rest des Buches passen will. Ich hatte das Gefühl, dass so Lücken aufgefüllt werden sollten, die die Autorin nicht anders zu schließen wusste. Das war schade und das hätte es in meinen Augen nicht gebraucht.
Ich bin trotzdem angetan von der Geschichte und bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Dramatische Fortsetzung

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (Hafenärztin 3)
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Hamburger Hafen, 1911: Anne Fitzpatrick behandelt in ihrer Arztpraxis am Hafen immer häufiger chinesische Frauen, die in den Kolonien als Arbeitskräfte angeworben wurden. Als eine der Frauen vor Annes ...

Hamburger Hafen, 1911: Anne Fitzpatrick behandelt in ihrer Arztpraxis am Hafen immer häufiger chinesische Frauen, die in den Kolonien als Arbeitskräfte angeworben wurden. Als eine der Frauen vor Annes Augen stirbt, schwört die Hafenärztin, die Verantwortlichen zu finden. Zusammen mit Kommissar Berthold Rheydt fängt sie an, im Chinesenviertel auf Sankt Pauli nachzuforschen. Der Kommissar glaubt, die mörderische Handschrift eines Erzfeindes zu erkennen. Sein Herz jedoch ist nicht ganz bei der Sache – er hat Helene Curtius seine Liebe erklärt. Doch auch Helene kämpft an mehreren Fronten um das Heil misshandelter Frauen. Während Anne sich zunehmend in große Gefahr begibt, macht Rheydt einen Schritt, der sein Leben und das von Helene für immer verändert.

„Die Hafenärztin – Ein Leben für das Recht auf Liebe“ ist der dritte Band der „Die Hafenärztin“-Reihe von Henrike Engel. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da sie in sich abgeschlossen sind. Sollten sie in meinen Augen aber nicht, da man sich viel aus den vorherigen Büchern spoilert.
Der Schreibstil ist gewohnt leicht zu lesen und man fliegt durch die Seiten. Es wurde nicht langweilig und neben vielen interessanten historischen Details, gab es auch wieder einen spannenden Kriminalfall.
Das Buch beginnt relativ nah am Ende des zweiten Buchs. Anne ist aus England wieder zurück und hat mit ihrer Vergangenheit aufgeräumt. Sie nennt sich wieder Anne van der Zwaan und behandelt weiterhin Frauen im grünen Haus. Doch auch im Chinesenviertel kümmert sie sich regelmäßig um die Frauen des größten Bordells und genau dort geschieht ein grausamer Mord. Natürlich ist auch sofort Kommissar Berthold Rheydt zur Stelle, der nun nicht nur wegen eines toten Chinesen ermittelt, sondern dem Hafenmörder wieder auf der Spur ist.
Gleichzeitig entdeckt Helene Schlimmes bei ihrer Freundin Pauline und mischt natürlich auch bei Annes aktuellem Fall mit. Die Lilith sind auch wieder ein Teil der Geschichte, ebenso wie Annes Vater, der nichts Gutes im Schilde führt, so dass es wirklich nie langweilig wird.
Die Autorin bringt einige neue Themen in die Geschichte, die richtig interessant sind aber sie greift auch bekannte Erzählstränge wieder auf und bringt sie zu einem gekonnten Abschluss. Gleichzeitig blüht die junge Liebe von Helene und Berthold weiter auf, ohne zu kitschig zu sein oder zu viel Raum einzunehmen. Auch über Annes Gefühle erfährt der Leser mehr.
Henrike Engel gelingt es, viele lose Fäden zu einem starken Strang zu verknüpfen und eine vielschichtige, spannende historische Geschichte zu erzählen. Mit jeder Seite merkt man, dass sie viel Herzblut und Zeit in die Recherche und das Schreiben des Buchs gesteckt hat. Ich habe befürchtet, dass dies der Abschluss der Reihe wird, aber zum Glück wird es noch einen vierten Band geben, auf den ich mich jetzt schon freue.

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Veröffentlicht am 24.02.2023

Leider enttäuschend

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Dichter Nebel liegt über der Stadt: Die 17-jährige Jennifer verschwindet von einer Party. Am anderen Ende des Orts stößt ihre Mutter Lollo mit ihren alten Freundinnen Nina und Malena auf das neue Jahr ...

Dichter Nebel liegt über der Stadt: Die 17-jährige Jennifer verschwindet von einer Party. Am anderen Ende des Orts stößt ihre Mutter Lollo mit ihren alten Freundinnen Nina und Malena auf das neue Jahr an. Sie haben nicht mehr viel gemeinsam, aber die Silvesterfeier der Familien hat Tradition. Als die Eltern nach einem Abend mit zu viel Alkohol und zu wenig Ehrlichkeit aufwachen, ist der Albtraum Realität. Pure Panik folgt. Dunkle Geheimnisse kommen an die Oberfläche. Wie gut kennen wir unsere Freunde und unsere Liebsten? Und was ist wirklich in dieser Silvesternacht passiert?

„Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ von Malin Stehn hat mich durch den Klappentext neugierig gemacht. Ich habe mir einen spannenden Thriller versprochen aber wurde leider doch enttäuscht.
Zunächst ist es für mich kein Thriller und auch kein Krimi. Die Geschichte ist eher ein Familiendrama mit Thriller-Elementen.
Es geht hier um zwei Familien. Lollos Familie, die auf Geld und Luxus bauen und Ninas Familie, Lehrer und eher klassisches Familienbild. Beide Familien, Eltern und Töchter, sind seit Jahren befreundet aber haben sich im Laufe der Jahre entfernt und irgendwie weiß keiner mehr, warum man sich noch ab und zu mal trifft.
Dann verschwindet Lollos Tochter und ich muss leider sagen, dass gar nicht so viele dunkle oder unerwartete Geheimnisse herauskommen.
Die Kapitel wechseln zwischen Lollo, Nina und Ninas Mann. So erleben wir Lollos Verzweiflung und ihre Zweifel, die immer mehr zb an ihrem Mann aufkommen. Wir erleben Ninas hin und hergerissene Gedanken über Lollos Tochter und ihre Sorge über das komische Verhalten ihres Mannes. Und wir erfahren, dass Ninas Mann völlig merkwürdig auf das Verschwinden reagiert. Mehr kann ich nicht schreiben, ohne zu viel zu verraten.
Letztendlich wird schon ziemlich früh durch Andeutungen eine Spur gelegt, von der man nur hofft, dass sie falsch ist, denn sie ist einfach zu offensichtlich. Das hat mich irgendwie durchgehend genervt. Sie war so präsent, dass man als Leser gar nicht wirklich in eine andere Richtung überlegen konnte. Das Ende ist dann eher ernüchternd und nicht der überraschende Knall, auf den man wartet.
Die Dramen zwischen den Figuren und innerhalb ihrer Ehen sind auch eher langatmig, nervig und unnötig.
Die Grundidee der Geschichte ist gut aber leider ist die Umsetzung nicht so gut gelungen.
Einen Stern gibt es für die Idee und einen, weil ich dann doch bis zum Ende durchhalten wollte.

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