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Veröffentlicht am 11.04.2023

Kaleidoskop der Gefühle

Zeiten des Umbruchs
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Klappentext übernommen:

Mallorca 1945:

Nach Jahren des Exils kehrt Antonia Delgado endlich auf ihre geliebte Insel zurück. Unermüdlich hat sie sich auf Kuba und in Kalifornien eine Existenz aufgebaut, ...

Klappentext übernommen:

Mallorca 1945:

Nach Jahren des Exils kehrt Antonia Delgado endlich auf ihre geliebte Insel zurück. Unermüdlich hat sie sich auf Kuba und in Kalifornien eine Existenz aufgebaut, nachdem der Zusammenbruch des mallorquinischen Weinanbaus die Familie damals fast in den Ruin getrieben hat. Nun zieht es sie zurück in ihre Heimat, zu ihrer Familie. Doch die ist gespalten. Während ihre von zahlreichen Schicksalsschlägen gebeutelte Schwester Carla nicht glücklicher sein könnte, dass Antonia wieder da ist, ist ihr Bruder Leo gar nicht begeistert. Stur stehen sich beide Seiten der Delgados gegenüber, privat wie geschäftlich. Eine Versöhnung scheint immer unwahrscheinlicher. Intrigen und Geheimnisse knüpfen eine Schlinge, die sich enger und enger um die traditionsreiche Familie legt….

Meine Meinung:

Da ich die beiden vorhergehenden Bücher mit Begeisterung gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Nach kurzem Einlesen war ich mit den einzelnen Personen wieder vertraut und mittendrin im Geschehen. Erneut gab es ein Wechselbad der Gefühle, alle Emotionen waren vertreten, Liebe, Hass, Schmerz, Trauer.Alle Familienmitglieder haben auf die eine oder andere Weise ihr Päckchen zu tragen,was sehr gefühlvoll geschildert wird.Das Zerwürfnis, welches die Familie schon lange belastet, konnte aufgrund der Sturheit der Beteiligten immer noch nicht beigelegt werden. Nach der Rückkehr von Antonia gibt es einen neuen Versuch endlich Frieden in die Familie zu bringen,inwieweit das von Dauer ist ,wird die Zukunft zeigen.

Neben der Familiengeschichte, die sehr realitätsnah ist ,erfährt man auch wieder einiges über den Weinanbau,was ich sehr interessant fand.Die Informationen über die Lieblingsinsel der Deutschen,wo der Tourismus zu der Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielte,fügten sich harmonisch In die Geschichte ein.

Ich habe mich nur ungern von der Familie Delgado getrennt und warte mit Spannung auf den Abschlussband der Reihe.

Veröffentlicht am 07.04.2023

Natalie und Alice ,zwei starke Frauen

Die Bahnhofsmission
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Durch eine Beobachtung, die Alice während einer Bahnfahrt mit ihrer Schwester Constanze macht,kommt sie in Kontakt mit der Bahnhofsmission in Berlin.
Alice stammt aus gutbürgerlichen Verhältnissen und ...

Durch eine Beobachtung, die Alice während einer Bahnfahrt mit ihrer Schwester Constanze macht,kommt sie in Kontakt mit der Bahnhofsmission in Berlin.
Alice stammt aus gutbürgerlichen Verhältnissen und hatte bis dahin überhaupt keine Ahnung von dieser Institution.Ihr Interesse ist geweckt und ohne ihre Eltern darüber zu informieren, die ihr es wahrscheinlich nicht erlaubt hätten, engagiert sie sich täglich für die Menschen, welche dort versorgt werden.
Dort lernt sie Natalie kennen,Tochter eines Schaustellers,die sich aus äußerst schwierigen Verhältnissen wieder einen Platz in der Gesellschaft erkämpft hat. Die beiden völlig unterschiedlichen Frauen, freunden sich nach und nach an.
Die Geschichte hat mich überwiegend sehr begeistert, ich hatte nicht diese Vielfältigkeit erwartet.Die Themen erstrecken sich von der Arbeit der Bahnhofsmission ,Obdachlosigkeit,Kampf um das Wahlrecht der Frauen sowie das Leben in den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten,auch Liebe und Enttäuschung wird thematisiert.
Der Schreibstil war flüssig ,das damalige Zeitbild wurde treffend gezeichnet.
Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits ist, dass die Arbeit der titelgebenden Bahnhofsmission nicht sehr ausführlich behandelt wurde.
Da am Ende einige offene Fragen übrig blieben, freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Ich kann das Buch für Leser*innen mit Interesse an Zeitgeschichte empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 07.04.2023

Liebesgeschichte mit schwierigen Charakteren

Brot und Bitterschokolade
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Die Protagonisten Gina und Marvin sind zwei Menschen,die vom Leben gebeutelt wurden. Obwohl es nicht explizit kommuniziert wurde,vermute ich bei beiden psychische Probleme. Gina findet sich im Leben nicht ...

Die Protagonisten Gina und Marvin sind zwei Menschen,die vom Leben gebeutelt wurden. Obwohl es nicht explizit kommuniziert wurde,vermute ich bei beiden psychische Probleme. Gina findet sich im Leben nicht wirklich zurecht, hat Probleme mit Zwischenmenschlichkeit und läßt keine Nähe zu.Beide empfinden zwar Zuneigung zueinander,scheuen aber vor einer wirklichen Bindung zurück. Ich konnte leider zu beiden Protagonisten, keine Verbindung aufbauen und so zog sich die Geschichte ohne einen wirklichen Spannungsbogen so dahin. Erst zum Schluss war ich halbwegs mit der Story versöhnt.

Was mir gut gefallen hat war, dass man im Verlauf auch immer wieder Kleinigkeiten über die Stadt Regensburg erfahren hat.

Ich muss leider sagen,dass mich das Buch nicht überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 03.04.2023

Auch im Urlaub bleibt man Polizistin

Südlich von Porto lauert der Tod
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Die deutsche Polizistin Ria reist gemeinsam mit ihren Eltern nach Torreira,an die Küste Portugals,wo die Familie ihres Vaters lebt. Zur Beerdigung des Großvaters trifft sich dort die ganze Familie. Während ...

Die deutsche Polizistin Ria reist gemeinsam mit ihren Eltern nach Torreira,an die Küste Portugals,wo die Familie ihres Vaters lebt. Zur Beerdigung des Großvaters trifft sich dort die ganze Familie. Während ihre Eltern kurz nach der Beisetzung wieder nach Hause fahren, will Ria noch einen längeren Urlaub anhängen.Sie hat, nach einer schmerzhaften Trennung und großen Problemen im Job, eine Auszeit dringend nötig.
Als es bald darauf eine Tote gibt,die zudem aus dem Beerdigungsinstitut verschwindet,ist ihr kriminalistischer Spürsinn geweckt und sie unterstützt ihren Cousin João ,den Dorfpolizisten,bei den Ermittlungen.Als dann noch die Kripo zur Verstärkung anrückt,gerät Bewegung in die Sache.

Meine Meinung:

Die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit, sowohl die Protagonisten, als auch die sogenannten Randfiguren, ausführlich zu beschreiben und in die Geschichte zu integrieren. Natürlich spielt auch die wunderschöne Landschaft und das dortige Flair, inklusive Essen und Trinken, eine große Rolle.Während sowohl Täter, als auch Motiv lange Zeit im Dunklen bleiben,dabei aber einige Geheimnisse an die Oberfläche kommen,erkennt Ria immer mehr,wie wohl sie sich hier, sowohl beruflich als auch privat,fühlt und hat wenig Interesse an einer Rückkehr nach Deutschland.
Wer einen blutrünstigen Krimi erwartet, ist hier definitiv fehl am Platze. Für Leser*innen mit Interesse an einigem Lokalkolorit und dennoch einem gewissen Maß an Spannung,ist das Buch sehr zu empfehlen. Das Ende deutet auf eine Fortsetzung hin, auf die ich mich schon freue.

Veröffentlicht am 02.04.2023

Eine Reise,die ein Leben verändert

Es war einmal in Venedig
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Als Jugendliche macht Julia zusammen mit ihrer Freundin Ella eine Reise nach Italien. ein Aufenthalt in Venedig ist geplant, inklusive der Besichtigung von verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Doch es kommt ...

Als Jugendliche macht Julia zusammen mit ihrer Freundin Ella eine Reise nach Italien. ein Aufenthalt in Venedig ist geplant, inklusive der Besichtigung von verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Doch es kommt anders. Bereits zu Beginn verliebt sich Ella in einen jungen Italiener und möchte lieber mit ihm Zeit verbringen. Julia beginnt auf eigene Faust Venedig zu erkunden und begegnet dem mysteriösen David, der sie fortan nicht mehr loslässt.

Meine Meinung:

Die Geschichte wird abwechselnd in Gegenwart und Vergangenheit erzählt,was ich immer besonders interessant finde. In der Gegenwart blickt Julia auf ihre Italienreise, welche ihr gesamtes späteres Leben bestimmt,zurück.In der Vergangenheit durchlebt sie eine dramatische Zeit mit David,der fortan immer wieder in ihr Leben eingreifen wird.Es geht um kriminelle Machenschaften, Nachwirkungen des Nationalsozialismus, eine Liebesgeschichte und einiges mehr. Das Buch wird in einem lockeren leichten Schreibstil präsentiert, weshalb ich es in relativ kurzer Zeit gelesen habe. Ich wurde gut unterhalten und bewerte es mit vier Sternen.