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Veröffentlicht am 15.07.2022

Die Erinnerungen eines langen Lebens

Die karierten Mädchen
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Die 91-jährige Klara lebt alleine in ihrem Haus, in welchem sie trotz ihrer Erblindung,fast ohne Hilfe zurechtkommt. In ihrem langen Leben hat sie sehr viel erlebt und sie beschließt, ihrer Familie davon ...

Die 91-jährige Klara lebt alleine in ihrem Haus, in welchem sie trotz ihrer Erblindung,fast ohne Hilfe zurechtkommt. In ihrem langen Leben hat sie sehr viel erlebt und sie beschließt, ihrer Familie davon zu erzählen und beginnt ihre Erinnerungen auf Kassetten aufzunehmen.
Im Jahre 1929 tritt sie als junge Lehrerin, eine Stelle in einem Kinderheim an. Schnell erwirbt sie sich die Anerkennung durch die Heimleitung und freundet sich außerdem mit Susanne, ihrer jungen Kollegin,an. Eines Tages wird Tolla ,ein kleines jüdisches Mädchen,abgegeben,was angeblich später wieder von seiner Mutter abgeholt werden sollte. Das passiert jedoch nicht und Klara ,die sich auf Anhieb in das Mädchen verliebt hatte,gibt sie als ihre Tochter aus.
Als die Heimleiterin nach längerer Krankheit stirbt, übernimmt Klara die Leitung des Heims. Während der Wirtschaftskrise, gerät das Haus in eine finanzielle Schieflage und steht vor der Schließung. In dieser Situation entschließt sich Klara, das Heim unter staatliche Obhut zu geben, eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen. Nach und nach begreift Klara, die sich bis dahin wenig für Politik interessiert hat, mit welchen Mächten Sie sich eingelassen hat. Das ist unter anderem dem Einfluss von ihrem Verlobten Gustav und ihrer Freundin Susanne zu verdanken.
Als der Einfluss der Nationalsozialisten immer mehr zunimmt und besonders die jüdische Bevölkerung mehr und mehr bedroht ist, entschließt sie sich schweren Herzens Tolla in Sicherheit zu bringen.
Die Autorin hat sich mit dem ersten Band einer Trilogie, an den Lebenserinnerungen ihrer eigenen Großmutter orientiert. Obwohl mich das Schicksal der handelnden Personen und das gesamte Geschehen sehr bewegten, konnte ich keine wirkliche Beziehung zu Ihnen aufbauen. Das lag wohl an dem, zum großen Teil, sehr distanzierten Schreibstil.
Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte gefallen und ich habe, obwohl ich schon sehr viele Bücher gelesen habe, die sich mit der gleichen Thematik befassten, wieder einiges dazu gelernt. Ich bin gespannt auf die nächsten Teile und vor allen Dingen darauf,wie es mit Tolla weiterging .

Veröffentlicht am 14.07.2022

Zuwenig Spannung - zuviel Tüdelbräu

Die Leiche am Deich
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In dem kleinen Ort Sünnum scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.Man kennt sich und trifft sich regelmäßig im Koog,wo die Wirtin Gesine das Zepter schwingt und die gesamte Bevölkerung regelmäßig mit ...

In dem kleinen Ort Sünnum scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.Man kennt sich und trifft sich regelmäßig im Koog,wo die Wirtin Gesine das Zepter schwingt und die gesamte Bevölkerung regelmäßig mit Tüdelbräu versorgt. Das ändert sich, als plötzlich eine Leiche am Strand angeschwemmt wird. Es handelt sich um die Frau des Großbauern Burmester, dem einige Dorfbewohner nicht wohlgesonnen sind. Die Tochter der Wirtin, ist die örtliche Polizistin und nimmt die Ermittlungen auf. Aber auch Gesine und ihr Stammgast ,der alte Kapitän Joris ,wollen Mörder zur Strecke bringen. Als es eine weitere Leiche gibt und auch noch eine Kindesentführung ansteht, laufen die beiden zur Höchstform auf, sehr zum Missfallen von Gesines Tochter,die ihre Mutter öfter aus einer prekären Lage befreien muß.

Meine Meinung:

Normalerweise lese ich gerne Regionalkrimis,in denen zwar nicht die ganze Zeit Hochspannung herrscht ,was aber durch viel Lokalkolorit ausgeglichen wird. In diesem Fall war es mir aber etwas zu viel Bier und deutlich zu wenig Spannung. Außerdem war die Handlung sehr vorhersehbar, was bei einem guten Krimi nicht sein sollte.Fast auf jeder Seite tauchte der Begriff Tüdelbräu auf,was von morgens bis abends reichlich floss. Da außerdem der Spitzname der Wirtin noch Tüdelbüdel lautete ,wurde mir beim Lesen auch fast tüdelig.
Ehrlich gesagt war ich froh, als ich das Buch beendet hatte und vermag leider keine Leseempfehlung auszusprechen.

Veröffentlicht am 13.07.2022

Konnte mich nicht einfangen

Beifang
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Die Eltern des Ich Erzählers Frank Zimmermann, wollen ihr Haus verkaufen und in eine Seniorenresidenz ziehen. Er soll vorbeikommen, um zu sehen, ob er von den Sachen,die auf dem Dachboden lagern,etwas ...

Die Eltern des Ich Erzählers Frank Zimmermann, wollen ihr Haus verkaufen und in eine Seniorenresidenz ziehen. Er soll vorbeikommen, um zu sehen, ob er von den Sachen,die auf dem Dachboden lagern,etwas behalten möchte. Eine leere rote Holzkiste,ist das einzige,was sein Vater damals von seinem Vater geerbt hat. Welche Erinnerungen sind mit diesem Gegenstand verbunden? Das ist nur eine von vielen Fragen,die sich Frank plötzlich stellt. Er beginnt Nachforschungen über seine Großfamilie anzustellen und besucht dabei verschiedene Onkel und Tanten, um mehr zu erfahren. Außerdem beginnt er sich mit seinem eigenen Leben, seinen Plänen und seinen Träumen auseinanderzusetzen.

Das Cover, welches eine typische Bergarbeitersiedlung der Vergangenheit zeigte, ließ mich auf den Roman aufmerksam werden. Da ich selbst im Ruhrgebiet großgeworden bin, war mein Interesse geweckt.
Leider hat mich das Buch nicht zufriedengestellt. Obwohl die Thematik sehr interessant war,konnte mich der eher lapidare Schreibstil nicht einfangen,wodurch mir die Personen fremd blieben.
Leider kann ich daher nur drei Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 12.07.2022

Vielversprechender Beginn

Das Tor zur Welt: Träume
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Im Mittelpunkt der beeindruckenden Geschichte stehen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können und trotzdem Gemeinsamkeiten aufweisen.
Ava stammt aus einfachsten Verhältnissen und hat in ihrem ...

Im Mittelpunkt der beeindruckenden Geschichte stehen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können und trotzdem Gemeinsamkeiten aufweisen.
Ava stammt aus einfachsten Verhältnissen und hat in ihrem jungen Leben schon viele Niederlagen und schmerzhafte Enttäuschungen erlebt.
Claire hingegen gehört zur sogenannten besseren Gesellschaft, aus deren Zwängen sie sich unbedingt befreien möchte.
Die beiden Frauen treffen in der so genannten „Auswandererstadt “ aufeinander. Hier warten große Menschenmengen auf die Ausreise in das gelobte Land Amerika. Während die Menschen dort oft ihr letztes Hab und Gut bereithalten,um die Reise zu bezahlen,ziehen skrupellose Geschäftemacher im Hintergrund die Fäden und bereichern sich an deren Elend.
Das Buch wird im Wechsel aus der Sicht der beiden Frauen erzählt, außerdem gibt es dazwischen immer Einschübe in die Vergangenheit, welche nach und nach in Zusammenhang mit der Geschichte gebracht werden.

Es ist für mich das erste Buch dieser Autorin,es hat mich sehr tief beeindruckt. In einer teilweise schnörkellosen und andererseits sehr emotionalen Weise, wird das Leben im beginnenden 20. Jahrhundert aus den unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Die Charaktere sind präzise gezeichnet, weswegen sie sehr authentisch wirken.
Das relativ offene Ende weckt die Vorfreude auf die Fortsetzung,welche im Hebst erscheint.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung verbunden mit fünf sehr verdienten Sternen.

Veröffentlicht am 10.07.2022

Wunderschön erzählt mit etwas Tiefgang

Ein Sommer an der Schlei
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Inhalt übernommen:

Hanna hat ein ziemlich mieses Jahr hinter sich: erst die Trennung von Ehemann Ben, dann der Tod des Vaters. Und so reist sie in diesem Sommer alleine an die Schlei. In dem alten Wochenendhaus ...

Inhalt übernommen:

Hanna hat ein ziemlich mieses Jahr hinter sich: erst die Trennung von Ehemann Ben, dann der Tod des Vaters. Und so reist sie in diesem Sommer alleine an die Schlei. In dem alten Wochenendhaus der Familie will sie ihre Gedanken sortieren und endlich mal wieder in Ruhe durchatmen. Aber sie hat nicht mit der betagten Rosenzüchterin Ella gerechnet, die sich um den Garten kümmert. Und auch nicht mit dem charmanten Bootsbauer Thies. Er will Hanna unbedingt etwas zeigen, das angeblich ihrem Vater gehört hat. Und so macht sich Hanna daran, das letzte Geheimnis ihrer Familie zu lüften – und sie bekommt eine Ahnung davon, dass ein Ende auch immer ein Anfang sein kann.

Ein idyllisches Häuschen an der Schlei, ein verwunschener Garten und ein altes Familiengeheimnis.

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn konnte ich mich in die Protagonistin Hanna hineindenken. Die vielen Ereignisse, welche in der Vergangenheit auf sie einstürmten und außerdem das Loslassen der langsam flügge werdenden Tochter, konnte ich gut nachvollziehen. Das alte Haus, was viele Erinnerungen an ihre Kindheit birgt, die Begegnung mit den Dorfbewohnern, all das war so gut beschrieben, dass ich mich in Klanxsholm sehr wohl fühlte. Die Rosenzüchterin Ella,die Klatschbase Anke,der Dorfsheriff,Meike und ihr langsam in die Demenz abgleitender Vater Sönke und natürlich der Bootsbauer Thies waren jeder auf seine Art ,sehr wichtig für die Geschichte.

Das Buch war in kurze Kapitel unterteilt, denen jeweils ein besonderes Zitat vorangestellt war, für mich die absoluten Sahnehäubchen der Geschichte.

Den Wahlspruch von Hannas Vater ,sollte jeder für sein Leben beherzigen.

„Man kann den Wind nicht ändern, jedoch die Segel anders setzen“.

Ein Buch, was mir sehr gut gefallen hat und für das ich gerne vier Sterne vergebe.