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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2025

Emotionale Wucht!

Bis ans Meer
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Darum geht es:
Januar 1945: Frieda flieht mit ihrer Tochter aus Schlesien, während ihr Mann Karl an der harten, grausamen Front kämpft. Frieda und Karl haben sich einander geschworen, sich nach dem Krieg ...

Darum geht es:
Januar 1945: Frieda flieht mit ihrer Tochter aus Schlesien, während ihr Mann Karl an der harten, grausamen Front kämpft. Frieda und Karl haben sich einander geschworen, sich nach dem Krieg wiederzufinden und die Hoffnung und den Glauben an ihre Liebe aufrechtzuerhalten. Jahrzehnte später entdeckt Friedas Enkelin eine dramatische Familiengeschichte, die bis in die Gegenwart wirkt und ihre eigene unerbittliche Angst vor Nähe und Bindung erklärt.


Mein Leseeindruck:
„Bis ans Meer“ beruht auf wahren Ereignissen. Es ist die sehr persönliche Familiengeschichte der Autorin. Allein diese Tatsache hat das Lesen außerordentlich besonders gemacht. Der tiefgründige und flüssige Schreibstil von Peggy Patzschke hat mich direkt mitten ins Herz getroffen. Sie hat für ihren Roman eine wundervolle, passende Sprache gefunden. Ich liebe Bücher, die auf zwei Zeitebenen erzählt werden. Bis ans Meer spannt ein fesselnder Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dieser gelungene Bogen hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Peggy Patzschke hat es geschafft, mich in die Welt von Frieda zu entführen. Ich konnte mich hervorragend in sie hineinversetzen. Meine Emotionen haben in sämtlichen Richtungen aufgeblitzt. Hoffnung, Enttäuschung, Elend und Leid gingen mir sehr nahe.
Fazit:
Bis ans Meer hat eine wichtige Thematik, über die gesprochen werden muss! Die Geschichte ist unheimlich tiefgründig, tieftraurig, aber auch hoffnungsvoll. Von Herzen empfehle ich dieses Buchschätzchen!

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Kurzweilige und informative Geschichte!

Lebensträume. Ärztin einer neuen Zeit
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Darum geht es:
Sommer 1961: Die Studentin Vicky lebt mit ihrer Mutter in Ost-Berlin. Genau wie ihr Freund Achim studiert sie in West-Berlin an der West-Berliner Freien Universität Medizin. Vicky plant ...

Darum geht es:
Sommer 1961: Die Studentin Vicky lebt mit ihrer Mutter in Ost-Berlin. Genau wie ihr Freund Achim studiert sie in West-Berlin an der West-Berliner Freien Universität Medizin. Vicky plant nach ihrer Promotion ihre Medizinalassistenz an der Charité. Doch dann wird im August 1961 ohne Vorwarnung über Nacht die Mauer gebaut. Alle ihre Träume drohen zu platzen. Kurzerhand flieht das junge Pärchen in den Westen. Wenig später wird Achim als Fluchthelfer verhaftet. Vicky erfährt von seinem Schicksal nichts. Sie beendet ihr Studium und beginnt 1963 als Medizinalassistenz in der Flughafenambulanz Frankfurt. Vicky wird eine brillante Ärztin, umgeben in der rauborstigen Männerwelt. Achim hat sie nie vergessen und hat die Hoffnung auf ein Wiedersehen nicht aufgegeben.


Mein Leseeindruck:
Svea Lenz hat einen lebhaften und detailreichen Schreibstil. Die Autorin fängt den Zeitgeist sehr authentisch und fesselnd ein. Sie hat mit dieser Geschichte ein grandioses Sittenbild der 60er Jahre an der Flughafenambulanz in Frankfurt geschaffen. Man merkt und spürt der Geschichte an, dass Svea Lenz gründlich recherchiert hat. Das macht den Roman zu einem besonderen Leseerlebnis. Die Charaktere sind hervorragend skizziert und ausgearbeitet, allen voran natürlich Vicky. Ich habe die junge Frau von 1961 bis 1972 auf ihrem Weg sehr gerne begleitet. Sie ist eine enorme, taffe, zielstrebige junge Frau, die sich durch die schroffe Männerwelt gekonnt durchbeißt. Sie erlebt viele Hochs und Tiefs und steht vor vielen persönlichen und beruflichen Herausforderungen. Die Autorin baut viele historische Ereignisse wie z. B. den Vietnamkrieg oder die Auschwitzprozesse, aber auch die Studentenaufstände in ihre fiktive Geschichte mit ein.
Fazit:
4/5 Eine kurzweilige, aber auch informative Geschichte. Die ich unheimlich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Hach, ein Krimi Glanzstück!

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Darum geht es:

Bei Bad Tölz kommt es zu einem Autounfall mit Todesfolge. Ein PKW kommt von der Straße ab und brennt vollkommen aus. Noch bevor die genauen Umstände geklärt werden können, kommt es zu weiteren ...

Darum geht es:

Bei Bad Tölz kommt es zu einem Autounfall mit Todesfolge. Ein PKW kommt von der Straße ab und brennt vollkommen aus. Noch bevor die genauen Umstände geklärt werden können, kommt es zu weiteren Brandanschlägen mit tödlichem Ausgang. Während Oberkommissarin Alexa Jahn die Umstände des Fahrzeugbrandes nach dem Autounfall zu klären versucht, untersucht auf der österreichischen Seite Chefinspektor Bernhard Krammer die Brandanschläge. Sowohl Alexa und ihre Kollegen als auch Bernhard und das Team tappen lange Zeit im Dunkeln. Gibt es Zusammenhänge? Ist es ein und derselbe Täter? Die Zeit läuft gegen die Polizei!

Mein Leseeindruck:

Anna Schneider ist mit ihrem Kriminalroman mal wieder ein atmosphärisches Glanzstück gelungen. Ich verfolge die Grenzfall-Reihe von Beginn an und kann die Reihe sehr empfehlen. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und sehr angenehm zu lesen. Die Ermittlungen nehmen Fahrt auf und entwickeln sich rasant. Auch in dem fünften Grenzfall lässt Anna Schneider eine unbekannte Figur durch kurze Passagen zu Wort kommen. Das steigert die Neugier und Spannung beachtlich. „Ihre Spur in den Flammen“ ist ein clever konstruierter Fall, voller Überraschungen und Wendungen. Das Tochter-Vater-Ermittlerduo hat für mich faszinierende Persönlichkeiten und einen scharfen, wachen Verstand. Alexa und Bernhard sind sehr sympathische Charaktere, und ich freue mich bereits heute auf ein Wiedersehen im Januar 2026. Übrigens war die Auflösung des Falls sehr genial. Ich war bis zum Ende gespannt.

Fazit:

Ein gelungener Kriminalroman mit einem großartigen Tochter-Vater-Ermittlerduo.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Brillantes Meisterwerk!

Die Schwestern von Krakau
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Darum geht es:

Paris, 2016: Kurz nach dem Tod ihres Vaters Simon Mercier deckt Édith ein lange vergessenes Geheimnis ihrer Familie auf. Anscheinend war Simon ein angenommenes Kind, dessen jüdischer Vater ...

Darum geht es:

Paris, 2016: Kurz nach dem Tod ihres Vaters Simon Mercier deckt Édith ein lange vergessenes Geheimnis ihrer Familie auf. Anscheinend war Simon ein angenommenes Kind, dessen jüdischer Vater Opfer einer großen Razzia im Jahr 1942 wurde. Doch wie ist ihr Vater in die Familie Mercier gekommen? Was geschah mit Simons Mutter Helene? Und warum hat niemand aus ihrer Familie darüber gesprochen? So viele Fragen stehen im Raum. Édith fängt an zu recherchieren und trifft dabei im Stuttgarter Raum auf ihre Cousine Tatjana. Zusammen machen die zwei Frauen sich auf die Suche nach Antworten.

Krakau 1936: Die zwei Schwestern Helene und Lili Wagner wachsen wohlbehütet und in Wohlstand als Volksdeutsche in Krakau auf. Trotzdem verlässt die rebellische Helena 1936 die Familie und geht nach Paris. Lili bleibt in Krakau und arbeitet in einer polnischen Apotheke. Ziemlich schnell kommt sie dahinter, welche Rolle die Apotheke und ihr Inhaber im jüdischen Widerstand spielen.

Mein Leseeindruck:

Vor einigen Jahren war ich selbst in Krakau und war gespannt und voller Vorfreude auf das neue Werk von Bettina Storks. Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Ich bin nach wenigen Seiten tief in die Geschichte eingetaucht. Durch die immerwährenden Perspektivwechsel, und dies sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, ist die Geschichte facettenreich, spannungsvoll und aufschlussreich. Ungeschönt und mit einer emotionalen Wucht erzählt Bettina Storks von historischen Ereignissen, über die Schrecken des Holocaust und die Grausamkeiten, die die jüdische Bevölkerung erleiden musste. Das Ganze verbindet sie bewegend und kraftvoll mit fiktiven Elementen zu einer packenden Familiengeschichte, deren Sog man nicht entkommen kann.

Die Erzählung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, und jedes Kapitel enthüllt neue Geheimnisse und Verbindungen zwischen den beiden Zeitebenen. Der Roman ist ein Meisterwerk!

Fazit:

Die Geschichte hat mich so tief berührt! Es war ein wahrer Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Mir haben Emotionen gefehlt

Berchtesgaden
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Darum geht es:
Mai 1945: Berchtesgaden, die Lieblingsstadt des Führers, kapituliert, die US-Amerikaner übernehmen die Regierung. Sie ziehen als Befreier in die Stadt ein und versuchen in den Wirren etwas ...

Darum geht es:
Mai 1945: Berchtesgaden, die Lieblingsstadt des Führers, kapituliert, die US-Amerikaner übernehmen die Regierung. Sie ziehen als Befreier in die Stadt ein und versuchen in den Wirren etwas Prägnanz und Ordnung herzustellen. Die 19-jährige Sophie tritt eine Stelle bei Military Government an. Dort wird sie zum ersten Mal mit der grausamen Wahrheit über die deutschen Verbrechen konfrontiert. Die junge Frau trifft Menschen, die den Blick auf ihre eigene Familie verändern. Da ist ihr Vorgesetzter, der jüdische Emigrant Frank Rosenzweig, der auf Nachricht überlebender Verwandter bangt und hofft, seine Freundin, die Kriegsreporterin Meg. Den einst zum Tode verurteilten Bürgermeister Rudolf Kriss. Und der schwarze GI Sam, in den Sophie sich verliebt. Auf dem Obersalzberg kreuzen sich die Wege ganz unterschiedlicher Charaktere auf schicksalhafte Weise.

Mein Leseeindruck:
Der Roman „Berchtesgaden“ ist ein sehr informatives, sachliches Debüt einer symbolträchtigen Zeit. Carolin Otto hat eine sehr umfangreiche und intensive Recherche zur Nachkriegszeit in Berchtesgaden betrieben. Geschickt verbindet die Autorin die geschichtlichen Fakten mit einer fiktiven Handlung. Der Schreibstil von Carolin Otto gefällt mir sehr gut. Für mich kommt die Handlung nicht so recht in Fahrt und plätschert vor sich hin. Der Roman hat weder Höhen noch Tiefen. Trotz der wichtigen und bewegenden Thematik fühlte ich mich beim Lesen häufig distanziert von den Protagonisten. Das Leben nach dem Krieg, ein Land zwischen Verdrängen und Erwachen, ist wiederum gut dargestellt. Die Ideen der Handlung sind super gewesen und auch die Zusammenhänge vom Aufbau haben mir gefallen. Carolin Otto verdeutlicht, dass es ins Unglück führt, wenn man dem Falschen glaubt.

Fazit:
Ich hätte mir mehr Tiefgang und Emotionen gewünscht. Trotzdem ist es eine sehr informative Geschichte einer symbolträchtigen Zeit.

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