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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Ein atmosphärischer Roman mit starkem Setting auf der Insel Neuwerk

Fünf Fremde
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Darum geht es:
Fünf Menschen kehren an einen Ort zurück, den sie nie wirklich hinter sich gelassen haben. Eine abgelegene Insel, ein Sommer vor dreißig Jahren und das Verschwinden zweier Jugendlicher, ...

Darum geht es:
Fünf Menschen kehren an einen Ort zurück, den sie nie wirklich hinter sich gelassen haben. Eine abgelegene Insel, ein Sommer vor dreißig Jahren und das Verschwinden zweier Jugendlicher, das bis heute ungeklärt ist.
Was damals geschah, hat Spuren hinterlassen. In ihren Erinnerungen. In ihrem Schweigen. In ihrer Schuld.
Als ein schwerer Sturm jede Flucht unmöglich macht, gibt es kein Ausweichen mehr. Die Vergangenheit drängt sich mit aller Wucht in die Gegenwart. Und jemand ist bereit, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, koste es, was es wolle.

Leseeindruck
Romy Fölck gehört zu den Autorinnen, deren Geschichten ich immer wieder sehr gern lese. Auch diesmal hat mich ihr Schreibstil sofort abgeholt. Er ist gewohnt flüssig, leicht zugänglich und sorgt dafür, dass man ohne Umwege in die Handlung hineinfindet.

Ein besonderes Highlight ist für mich die Gestaltung des Buches. Innen befindet sich eine Karte von der Insel Neuwerk, die Orientierung gibt und die Atmosphäre wunderbar ergänzt. Auch der Einband ist ein echter Blickfang: Der Buchrücken ist mit einer gezeichneten Welle gestaltet, die nahtlos in den Umschlag übergeht. Optisch ist das wirklich ein kleines Kunstwerk.

Die Geschichte wird als Thriller angekündigt, doch dieses Gefühl hat sich für mich nur bedingt eingestellt. Statt nervenaufreibender Spannung steht eher das ruhige Erzählen im Vordergrund. Man lernt die Figuren ausführlich kennen und begleitet sie Schritt für Schritt durch ihre Vergangenheit und Gegenwart.

Gerade diese Figurenzeichnung hat mir gut gefallen. Die Charaktere sind vielschichtig und unterschiedlich angelegt. Besonders präsent sind eine Kriminalkommissarin, Charlotte, die seit Jahren mit Schuldgefühlen wegen des damaligen Verschwindens der Kinder lebt, sowie eine Journalistin, die der Geschichte auf den Grund gehen will. Alle wirken sorgfältig ausgearbeitet und glaubwürdig.

as mir persönlich etwas gefehlt hat, war der klassische Thrill. Diese unterschwellige Spannung, dieses Gefühl von permanenter Anspannung, das einen Thriller für mich ausmacht, wollte sich nicht so richtig einstellen. Die Handlung bleibt lange ruhig und entfaltet sich eher langsam.

Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten. Vor allem das Finale konnte mich dann noch einmal richtig packen und hat vieles im Rückblick stark aufgewertet.

Fazit
3,5/5 ⭐️ Ein atmosphärischer Roman mit starkem Setting auf der Insel Neuwerk und gut ausgearbeiteten Figuren, der eher ruhig erzählt ist und weniger durch Spannung als durch Entwicklung überzeugt. Für klassische Thrillererwartungen fehlt etwas Druck, dennoch rundet das starke Finale die Geschichte gelungen ab.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Eine warmherzige, atmosphärische Geschichte mit viel Gefühl und Inselcharme.

Der kleine Dünenkiosk auf Sylt
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Darum geht es:
Ein unerwarteter Anruf führt Lina nach Sylt. Sie soll den alten Camper ihrer verstorbenen Mutter abholen, der seit Jahren ungenutzt auf einem Stellplatz steht. Für sie ist es zunächst nur ...

Darum geht es:
Ein unerwarteter Anruf führt Lina nach Sylt. Sie soll den alten Camper ihrer verstorbenen Mutter abholen, der seit Jahren ungenutzt auf einem Stellplatz steht. Für sie ist es zunächst nur eine formale Aufgabe, denn die Beziehung zur Mutter war stets distanziert.
Auf der Insel verändert sich ihr Vorhaben. Der Camper wird zum Ausgangspunkt für Fragen nach einer Vergangenheit, die Lina kaum kennt.
Am kleinen Dünenkiosk trifft sie auf Manni, der ihrer Mutter offenbar näherstand, als sie wusste. Der Imbiss ist ein wichtiger Treffpunkt, steht jedoch wegen Konflikten mit den Behörden vor dem Aus. Lina bringt sich ein, sorgt mit ihren Kochideen für frischen Schwung und wird mehr und mehr Teil des Insellebens.
Während sie sich auf neue Begegnungen einlässt und Spuren ihrer Familiengeschichte folgt, gerät ihr ursprünglicher Plan in den Hintergrund. Auch Lars spielt dabei eine Rolle und bringt ihr Gefühlsleben in Bewegung.

Mein Leseeindruck:
Ich war unheimlich gern mit Lina auf Sylt unterwegs und habe jede Seite genossen. Die Autorin hat eine Geschichte geschaffen, die für mich von Anfang bis Ende vollkommen stimmig war. Ich bin sofort eingetaucht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil mich die Ereignisse durchgehend gefesselt haben.

Besonders begeistert hat mich die Atmosphäre. Die Nordsee ist so lebendig eingefangen, dass ich das besondere Flair der Insel beim Lesen spüren konnte. Die Weite, das Licht und die raue Schönheit verleihen der Geschichte eine ganz eigene Tiefe.
Auch emotional hat mich das Buch sehr berührt. Es fühlt sich warm und nahbar an, fast wie eine wohlige Umarmung. Und ich glaube, so viel kann ich sagen: Hier fliegen nicht nur Schmetterlinge, sie drehen auch ihre ganz eigenen Loopings.

Für mich ist dieses Buch eine rundum gelungene Lektüre, die mich abgeholt, festgehalten und mit einem richtig guten Gefühl zurückgelassen hat. Ganz große Klasse.

Fazit:
5/5 ⭐️ Eine warmherzige, atmosphärische Geschichte mit viel Gefühl und Inselcharme. Und das ist für mich eine absolute Leseempfehlung, die ich sehr gerne an euch weitergebe.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein spannender, atmosphärischer Reihenauftakt!

Moorland. Die Zwillinge
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Darum geht es:

Zwei Schülerinnen, die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana, verschwinden in einer abgelegenen Moorlandschaft, in der Nebel und Kälte jede Orientierung zu verschlucken scheinen. Zurück bleibt ...

Darum geht es:

Zwei Schülerinnen, die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana, verschwinden in einer abgelegenen Moorlandschaft, in der Nebel und Kälte jede Orientierung zu verschlucken scheinen. Zurück bleibt eine verstörende Leere und ein Fall, der mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. Als plötzlich digitale Spuren auftauchen, beginnt für Kommissarin Malia Gold eine Ermittlung, die sie tief in eine verschlossene Gemeinschaft und ihre dunklen Geheimnisse führt.

Mein Leseeindruck:

Andreas Winkelmann hat mich auch diesmal wieder mit seinem flüssigen und sehr spannenden Schreibstil abgeholt. Der Auftakt der Moorland-Reihe ist absolut gelungen und durch die kurzen Kapitel entsteht ein richtig angenehmes Lesetempo.

Besonders gut gefallen hat mir, wie oft ich mit meinen eigenen Vermutungen danebenlag. Immer wieder wurde ich in eine andere Richtung geführt, was die Spannung durchgehend hochgehalten hat. Malia Gold ist für mich eine sehr sympathische und greifbare Ermittlerin, vor allem weil auch ihre persönliche Geschichte Raum bekommt. Diese Einblicke haben den Fall für mich noch intensiver gemacht.

Die Frage, was im Moor wirklich passiert ist, hat mich bis zum Schluss begleitet. Das Ende war für mich persönlich nicht ganz so spektakulär wie erwartet, aber genau das macht mich umso neugieriger auf den nächsten Band, der ja schon in diesem Jahr erscheinen soll.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein spannender, atmosphärischer Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht und definitiv neugierig auf die Fortsetzung zurücklässt.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein einfühlsamer, ehrlicher und tiefgehender Roman!

Alle glücklich
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Darum geht es:
Es sind die leisen Risse, die man nicht sieht, wenn man von außen auf ein scheinbar gelungenes Leben blickt. Eine Mutter, die ihren Alltag zwischen Fürsorge und eigener Verlorenheit hält. ...

Darum geht es:
Es sind die leisen Risse, die man nicht sieht, wenn man von außen auf ein scheinbar gelungenes Leben blickt. Eine Mutter, die ihren Alltag zwischen Fürsorge und eigener Verlorenheit hält. Ein Vater, der als Arzt Leben rettet und darüber das eigene aus den Augen verliert. Eine Tochter, noch Schülerin, die zum ersten Mal liebt und sich dabei selbst zu verlieren droht. Und ein Sohn, Student, der sich einredet, dass es ihm gut geht, bis die Zweifel lauter werden.

Mein Leseeindruck:
Der Roman #alleglücklich von Kira Mohn hat mich durch seinen flüssigen und sehr einnehmenden Schreibstil sofort erreicht. Besonders gefallen hat mir, dass alle vier Protagonisten zu Wort kommen und ihre eigenen Perspektiven bekommen. Dadurch konnte ich mich in jede einzelne Figur hineinfühlen und ihre Gedanken und Emotionen intensiv miterleben.

Zwischen Verpflichtung und Erwartung, Nähe und Einsamkeit verlieren sich vier Menschen in dem, was sie sein sollten und entfernen sich dabei von dem, was sie fühlen. Jeder von ihnen trägt eine Wahrheit in sich, die keinen Platz im gemeinsamen Alltag findet.

Dieser Roman erzählt von den unsichtbaren Lasten, die in Familien weitergegeben werden, von der Sehnsucht, gesehen zu werden und von der Frage, ob Glück wirklich dort entsteht, wo alles richtig wirkt oder erst dann, wenn man den Mut findet, ehrlich zu sein.

Für mich hat der Roman sehr deutlich gezeigt, dass das, was von außen betrachtet glücklich und stimmig wirkt, oft nicht der inneren Realität entspricht. Ich habe die Geschichte als ehrlich und authentisch empfunden und vieles davon hat mich emotional sehr berührt. Das Geschriebene ist mir wirklich nahe gegangen und hat mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein einfühlsamer, ehrlicher und tiefgehender Roman, der zeigt, wie nah Glück und innere Zerrissenheit beieinander liegen können und der noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein atmosphärischer Roman mit unerwarteten Wendungen, der Vergangenheit und Gegenwart gekonnt verknüpf

Wo der Wind die Namen trägt
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Darum geht es:
Der Roman verbindet zwei Zeitebenen und stellt ein lange verborgenes Verbrechen in den Mittelpunkt. Im Jahr 2023 kehrt die 85-jährige Inge Sundermann zu einem Klassentreffen in die Lüneburger ...

Darum geht es:
Der Roman verbindet zwei Zeitebenen und stellt ein lange verborgenes Verbrechen in den Mittelpunkt. Im Jahr 2023 kehrt die 85-jährige Inge Sundermann zu einem Klassentreffen in die Lüneburger Heide zurück. Dort erhält sie Notizbücher aus dem Jahr 1946, verfasst von einer Journalistin, die die Kriegs- und Nachkriegszeit dokumentieren wollte, dabei jedoch auf Schweigen und Widerstände stieß.

Die Aufzeichnungen führen zurück in den Sommer 1946. Inge ist damals ein Kind und entdeckt im Wald die Leiche einer jungen Frau. Der anschließende Prozess scheint den Fall zu klären, lässt jedoch Fragen offen.

Erst durch die Notizbücher werden Zusammenhänge sichtbar, die lange im Verborgenen lagen und bis in die Gegenwart nachwirken.

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman war mein erstes Buch von Anja Jonuleit und definitiv nicht mein letztes.

Besonders angesprochen hat mich die Erzählweise auf zwei Zeitebenen. Diese Struktur mag ich sehr und auch hier sorgt sie für Spannung und eine dichte Atmosphäre. Vor allem die Nachkriegszeit fand ich als Thema unglaublich interessant und eindrücklich umgesetzt.

Was mich wirklich überrascht hat, war die Entwicklung der Geschichte. Mit dieser Richtung hätte ich überhaupt nicht gerechnet und genau deshalb möchte ich gar nicht zu viel verraten. Lasst euch hier am besten selbst darauf ein.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm. Im ersten Drittel hatte die Geschichte für mich ein paar kleinere Längen, aber alles, was danach folgt, macht das mehr als wett.

Die Protagonistin Inge habe ich sehr gern begleitet. Sie wirkt ebenso wie die anderen Figuren lebendig und gut ausgearbeitet, sodass man schnell in die Geschichte hineinfindet.

Besonders hängen geblieben ist bei mir, wie sehr mich die Handlung beschäftigt und stellenweise auch aufgewühlt hat. Dass der Roman teilweise von realen Begebenheiten inspiriert ist, gibt dem Ganzen zusätzlich Tiefe.

Sehr hilfreich fand ich auch das Personenverzeichnis am Ende, das bei den verschiedenen Figuren und Zeitebenen eine gute Orientierung bietet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein atmosphärischer Roman mit unerwarteten Wendungen, der Vergangenheit und Gegenwart gekonnt verknüpft und noch lange im Kopf bleibt. Eine klare Leseempfehlung.

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