Ein atmosphärischer Roman mit starkem Setting auf der Insel Neuwerk
Fünf FremdeDarum geht es:
Fünf Menschen kehren an einen Ort zurück, den sie nie wirklich hinter sich gelassen haben. Eine abgelegene Insel, ein Sommer vor dreißig Jahren und das Verschwinden zweier Jugendlicher, ...
Darum geht es:
Fünf Menschen kehren an einen Ort zurück, den sie nie wirklich hinter sich gelassen haben. Eine abgelegene Insel, ein Sommer vor dreißig Jahren und das Verschwinden zweier Jugendlicher, das bis heute ungeklärt ist.
Was damals geschah, hat Spuren hinterlassen. In ihren Erinnerungen. In ihrem Schweigen. In ihrer Schuld.
Als ein schwerer Sturm jede Flucht unmöglich macht, gibt es kein Ausweichen mehr. Die Vergangenheit drängt sich mit aller Wucht in die Gegenwart. Und jemand ist bereit, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, koste es, was es wolle.
Leseeindruck
Romy Fölck gehört zu den Autorinnen, deren Geschichten ich immer wieder sehr gern lese. Auch diesmal hat mich ihr Schreibstil sofort abgeholt. Er ist gewohnt flüssig, leicht zugänglich und sorgt dafür, dass man ohne Umwege in die Handlung hineinfindet.
Ein besonderes Highlight ist für mich die Gestaltung des Buches. Innen befindet sich eine Karte von der Insel Neuwerk, die Orientierung gibt und die Atmosphäre wunderbar ergänzt. Auch der Einband ist ein echter Blickfang: Der Buchrücken ist mit einer gezeichneten Welle gestaltet, die nahtlos in den Umschlag übergeht. Optisch ist das wirklich ein kleines Kunstwerk.
Die Geschichte wird als Thriller angekündigt, doch dieses Gefühl hat sich für mich nur bedingt eingestellt. Statt nervenaufreibender Spannung steht eher das ruhige Erzählen im Vordergrund. Man lernt die Figuren ausführlich kennen und begleitet sie Schritt für Schritt durch ihre Vergangenheit und Gegenwart.
Gerade diese Figurenzeichnung hat mir gut gefallen. Die Charaktere sind vielschichtig und unterschiedlich angelegt. Besonders präsent sind eine Kriminalkommissarin, Charlotte, die seit Jahren mit Schuldgefühlen wegen des damaligen Verschwindens der Kinder lebt, sowie eine Journalistin, die der Geschichte auf den Grund gehen will. Alle wirken sorgfältig ausgearbeitet und glaubwürdig.
as mir persönlich etwas gefehlt hat, war der klassische Thrill. Diese unterschwellige Spannung, dieses Gefühl von permanenter Anspannung, das einen Thriller für mich ausmacht, wollte sich nicht so richtig einstellen. Die Handlung bleibt lange ruhig und entfaltet sich eher langsam.
Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten. Vor allem das Finale konnte mich dann noch einmal richtig packen und hat vieles im Rückblick stark aufgewertet.
Fazit
3,5/5 ⭐️ Ein atmosphärischer Roman mit starkem Setting auf der Insel Neuwerk und gut ausgearbeiteten Figuren, der eher ruhig erzählt ist und weniger durch Spannung als durch Entwicklung überzeugt. Für klassische Thrillererwartungen fehlt etwas Druck, dennoch rundet das starke Finale die Geschichte gelungen ab.