Es gibt keine falsche Trauer
Der Moment zwischen den ZeitenPaula und Mauro sind seit vielen Jahren ein Paar. Ihre Jobs sind sehr anstrengend und es gibt auch häufig Streit. Eines Tages eröffnet Maura dann bei einem gemeinsamen Mittagessen: Er hat eine andere Frau ...
Paula und Mauro sind seit vielen Jahren ein Paar. Ihre Jobs sind sehr anstrengend und es gibt auch häufig Streit. Eines Tages eröffnet Maura dann bei einem gemeinsamen Mittagessen: Er hat eine andere Frau kennen und lieben gelernt und er möchte die Trennung. Kurze Zeit später ist Mauro tot, ein Verkehrsunfall.
Ein doppelter, krasser und sehr harter Verlust! Wie geht man mit so einem Schicksalsschlag um? Wie trauert man um den Mann, der einen nur wenige Stunden vor seinem Tod wegen einer anderen verlassen hat. Was überwiegt? Die Wut, die Trauer, die Ohnmacht....
Der Klappentext hat mich unheimlich angesprochen und neugierig gemacht. Eine sehr krasse, aber interessante Thematik.
Das Cover und den Titel "Der Moment zwischen den Zeiten" finde ich sehr gelungen. Elegant und passend - ein wahres Schmuckstück!
Mir fiel der Einstieg in die Geschichte nicht ganz so leicht. Ich fand den Satzbau sehr speziell und etwas holprig. Die Geschichte wird aus Sicht von Paula erzählt.
Wir begleiten die Protagonistin durch ihre Trauerphasen. Die 42-jährige ist Neonatologin und stürzt sich zunächst in ihre Arbeit. Wir dürfen miterleben, wie sie sich mit ihren widersprüchlichen Gefühlen auseinander setzt. In einigen Kapiteln wendet sich Paula direkt an ihren verstorbenen Mauro. Sie sind mit einer Blume gekennzeichnet und in der Du-Form geschrieben. Diese Kapitel habe ich sehr gerne gelesen. Wir erfahren viel über die Beziehung in der Vergangenheit.
Die Autorin Marta Orriols vermittelt in ihrem Roman eine sehr wichtige Botschaft.
Wie jemand trauert, kann sehr unterschiedlich sein. Jeder trauert auf seine Weise. Die Form, der Ausdruck und auch die Intensität zu trauern, sind individuell sehr unterschiedlich.
Mir fällt es sehr schwer, diese Geschichte zu bewerten. Ich bin immer noch hin- und hergerissen. Ich konnte viele Handlungen von Paula nicht verstehen und nachvollziehen. Ihre Trauer und Wut hat mich nicht erreicht, auch wenn es kein falsches trauern gibt. Sie blieb mir bis zum Ende fremd und unsympathisch.
Alles in allem hat mir der Roman zwar gefallen, aber vollends begeistern konnte er mich nicht.