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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein solider Krimi!

Nordweststurm
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Darum geht es:

Als der schwedische Enthüllungsjournalist Petter Jansson spurlos in St. Peter-Ording verschwindet, wird Hendrik Norberg von seinem Vater um Hilfe gebeten. Zeitgleich ermittelt Norberg in ...

Darum geht es:

Als der schwedische Enthüllungsjournalist Petter Jansson spurlos in St. Peter-Ording verschwindet, wird Hendrik Norberg von seinem Vater um Hilfe gebeten. Zeitgleich ermittelt Norberg in einem Mordfall an einem jungen Stricher in Itzehoe. Schon bald führen Spuren beider Fälle zueinander und deuten auf eine brisante Recherche Janssons über einen Korruptionsskandal in der schwedischen Polizei hin. Gemeinsam mit seiner Kollegin Anna Wagner setzt Norberg alles daran, den Journalisten zu finden, bevor es zu spät ist.

Mein Leseeindruck:

Ich liebe diese Kriminalreihe einfach, die Fälle rund um die SoKo St. Peter-Ording haben mich bisher immer gefesselt. Der Schreibstil von Svea Jensen ist auch diesmal wieder top: flüssig, klar und angenehm zu lesen. Man taucht sofort ein und fühlt sich gleich mittendrin im norddeutschen Küstenflair. Aber bedauerlicherweise konnte mich der fünfte Band diesmal nicht ganz überzeugen. Der Fall rund um den verschwundenen schwedischen Journalisten beginnt zwar vielversprechend, bleibt im Verlauf aber überraschend spannungsarm. Es fehlt einfach der Nervenkitzel, den ich aus den früheren Bänden gewohnt bin. Die Ermittlungen wirken etwas flach und ziehen sich, ohne echte Höhepunkte. Auch die Charaktere, sonst ein starkes Element der Reihe, treten auf der Stelle. Im Privaten geht es kaum weiter, und ich hatte mir da etwas mehr Entwicklung gewünscht, gerade bei Henrik Norberg und Anna Wagner. Die Auflösung? Leider recht unspektakulär und ohne großes Überraschungsmoment.

Fazit:

3,5/5 Sterne! Ein solider Krimi, der stilistisch überzeugt, aber inhaltlich nicht an die vorherigen Bände heranreicht. Ich hoffe sehr, dass der nächste Fall wieder mehr Fahrt aufnimmt.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Vergangenheit und Gegenwart werden kunstvoll verbunden!

Zypressensommer
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Darum geht es:
Die junge Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen verschlägt es in das idyllische toskanische Dorf Lucignano. Ein Ort, den sie nie zuvor gesehen hat, der ihr aber auf seltsame Weise vertraut ...

Darum geht es:
Die junge Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen verschlägt es in das idyllische toskanische Dorf Lucignano. Ein Ort, den sie nie zuvor gesehen hat, der ihr aber auf seltsame Weise vertraut erscheint. Hier wuchs ihr Großvater Gianni auf. Doch über seine Vergangenheit schwieg er stets. Gemeinsam mit dem charmanten Einheimischen Matteo begibt sich Julia auf Spurensuche. Ihre Recherchen führen sie zurück in die Wirren der 1940er-Jahre, als die Resistenza gegen die Faschisten kämpfte. Im Schatten der Olivenhaine entdeckt Julia die Geschichte zweier Brüder, eine verbotene Liebe und ein lang gehütetes Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändern wird.

Mein Leseeindruck:

Der Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Mit Julia Matthiesen bin ich gerne auf eine besondere Reise gegangen – in ein kleines, idyllisches Dorf in der Toskana, das für sie zunächst fremd und doch auf seltsame Weise vertraut ist. Teresa Simon versteht es meisterhaft, Julias persönliche Geschichte mit den dramatischen Ereignissen der Vergangenheit zu verweben. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart, wo Julia auf den Spuren ihres Großvaters wandelt, und in den 40er Jahren, zur Zeit der italienischen Resistenza. Besonders beeindruckt hat mich, wie eindringlich und respektvoll die Autorin den italienischen Widerstand schildert. Eine mutige Bewegung gegen den Faschismus. Tief erschüttert hat mich die Darstellung der Zwangsarbeiter in dieser Zeit. Wie entsetzlich diese Menschen behandelt wurden, unter welchen Bedingungen sie leben und leiden mussten. Das hat mich beim Lesen sehr betroffen gemacht. Diese Kapitel gehen unter die Haut und bleiben im Gedächtnis. Frau Simon hat nichts beschönigt, aber auch nie ins Sensationelle abgedriftet. Eine große Stärke des Buches. Was mich darüber hinaus begeistert hat, ist die atmosphärische Dichte. Ich war selbst erst letztes Jahr in der Toskana, und beim Lesen konnte ich die Landschaft regelrecht sehen, riechen und fühlen. Die Olivenhaine, die kleinen Gassen, das Licht – alles wurde so lebendig beschrieben, dass ich mich sofort wieder dorthin versetzt fühlte. Julia ist eine wunderbar authentische Figur. Ihre Entschlossenheit, sich ihrer Familiengeschichte zu stellen, ihr Mut und ihre wachsende Verbindung zu Matteo haben mich berührt. Ein großartig recherchierter, tiefgründiger und zugleich fesselnder Roman über Erinnerung, Verlust, Liebe und den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen.

Fazit:
4,5/5 Sterne! Ein eindrucksvoller Roman, der Vergangenheit und Gegenwart kunstvoll verbindet und dabei tief berührt. Unbedingt lesenswert!

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Kann man lesen, muss man aber nicht!

Dirty Diana: Die Reise
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Darum geht es:
Diana führt ein geheimes Doppelleben: Tagsüber Mutter, nachts Betreiberin einer erotischen Website, auf der Frauen ihre Fantasien teilen. Doch ihre Ehe ist zerbrochen, ihr Mann Oliver ist ...

Darum geht es:
Diana führt ein geheimes Doppelleben: Tagsüber Mutter, nachts Betreiberin einer erotischen Website, auf der Frauen ihre Fantasien teilen. Doch ihre Ehe ist zerbrochen, ihr Mann Oliver ist ausgezogen, und während er neue Freiheit atmet, kämpft Diana mit dem Gefühl, sich selbst verloren zu haben. Als plötzlich Jasper, ein Mann aus ihrer Vergangenheit, wieder auftaucht, wird etwas in ihr geweckt, das lange geschlummert hat. Eine Einladung nach Paris gibt ihr schließlich den Raum, den sie braucht – zum Spüren, Träumen und Leben. Zwischen der Sinnlichkeit der Stadt und der Sehnsucht nach sich selbst stellt sich Diana die alles entscheidende Frage: Welches Leben will sie wirklich führen? Und welche Frau will sie sein?

Mein Leseeindruck:
Ich glaube, ich gehöre zu den wenigen Stimmen, die mit diesem Buch leider nicht warm geworden sind. Während viele begeistert von Dianas Reise sprechen, blieb bei mir enttäuschenderweise nichts davon hängen. Eine Reise nach Paris, um sich selbst (wieder) zu finden. Klingt nach Tiefe und Emotion! Leider habe ich genau das vermisst. Für mich war die Geschichte zu klischeebeladen, zu oberflächlich, und ich konnte Dianas inneren Konflikt kein bisschen fühlen. Ihre Entwicklung blieb für mich blass. Ich habe weder mit ihr gelitten noch mitgefiebert. Die emotionale Tiefe, die ich mir gewünscht hätte, hat mir einfach gefehlt. Was ich aber loben möchte: Der Schreibstil ist wirklich angenehm und locker. Man kann das Buch gut zwischendurch lesen. Es ist kein Roman, an dem man sich festliest.

Fazit:
3/5 Sterne! Auch wenn viele begeistert sind, für mich war es bedauerlicherweise nichts. Kann man lesen, muss man aber definitiv nicht.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Eine Geschichte die lange nachhallt!

Am Meer ist es schön
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Darum geht es:
Als die achtjährige Susanne zur Kur an die Nordsee geschickt wird, glauben ihre Eltern, ihr damit etwas Gutes zu tun. Doch im „Haus Morgentau“ erwartet sie keine unbeschwerte Zeit, sondern ...

Darum geht es:
Als die achtjährige Susanne zur Kur an die Nordsee geschickt wird, glauben ihre Eltern, ihr damit etwas Gutes zu tun. Doch im „Haus Morgentau“ erwartet sie keine unbeschwerte Zeit, sondern strenge Regeln, Demütigungen und harte Strafen. Wer sich nicht fügt, wird bestraft und niemand außerhalb der Mauern erfährt davon, denn selbst die Post der Kinder wird zensiert. Doch Susanne gibt nicht auf. Gemeinsam mit anderen Kindern versucht sie, dem grauenhaften Alltag zu entkommen – mit mutigen Tricks, mutigen Ideen und einer großen Portion Widerstandskraft. Ein einschneidender Vorfall brennt sich unauflöslich in Susannes Erinnerung ein, sodass viele Jahre später das Erlebte in ihren Träumen sie immer wieder einholt. Lange Zeit danach weiß sie: Es ist Zeit, sich dem Dunkel ihrer Kindheit zu stellen.
Mein Leseeindruck:
Dieses Buch hat mich tief berührt und schockiert zugleich. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Barbara Leciejewski die fiktive Geschichte der kleinen Susanne, die 1969 zur Kur an die Nordsee geschickt wird. In der Hoffnung auf Erholung. Doch was sie und ihre kleinen Freunde Moni, Rüdiger, Holger und Matti erleben, ist alles andere als heilsam. Strenge Regeln, harte Strafen und emotionale Kälte. Mit einem feinfühligen und zugleich kraftvollen Schreibstil nimmt die Autorin Barbara Leciejewski uns auf zwei Zeitebenen mit – zurück in Susannes Kindheit und in ihre Gegenwart, fast 50 Jahre später, als sie sich endlich ihrem Trauma stellt. Mit jeder Seite wachsen einem die Figuren mehr ans Herz. Ihr Schmerz, ihre Hoffnung und ihr Mut gehen beim Lesen direkt ins eigene Herz über. Manche Seiten waren schwer zu ertragen, nicht wegen des Schreibstils, sondern wegen der grausamen Realität, die geschildert wird. Und doch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die intensive Recherche der Autorin spürt man auf jeder Seite. Die Thematik der Verschickungskinder, ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegszeit, wird im Roman eindrucksvoll sichtbar gemacht. Das Ende hat mich mit einem glücklichen Gefühl zurückgelassen.
Fazit:
4,5/5 Sterne! Ein wichtiges, mutiges und bewegendes Buch, das lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein Buch wie eine warme Umarmung mit Nordseewind!

Das Licht in den Wellen
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Darum geht es:
Mit fast hundert Jahren hat Inge Martensen vieles erlebt, aber eines noch nicht: Frieden mit der eigenen Vergangenheit. Statt Glückwünsche entgegenzunehmen, besteigt sie mit ihrer Urenkelin ...

Darum geht es:
Mit fast hundert Jahren hat Inge Martensen vieles erlebt, aber eines noch nicht: Frieden mit der eigenen Vergangenheit. Statt Glückwünsche entgegenzunehmen, besteigt sie mit ihrer Urenkelin Swantje ein Schiff nach New York. Was wie ein schöner, letzter, großer Ausflug wirkt, ist in Wahrheit eine Reise zu lange verschlossenen Erinnerungen und vielleicht auch der Anfang von etwas Neuem. Auf dem Atlantik erzählt Inge ihre Lebensgeschichte. Von ihrer Kindheit auf der windumtosten Insel Föhr, dem mutigen Aufbruch nach Amerika und einem Leben voller unerwarteter Wendungen. Zwischen all den Erinnerungen schwingt auch ein Schmerz mit, den Inge nie geteilt hat.
Mein Leseeindruck:
Mit seinem neuen Roman „Das Licht in den Wellen“ hat sich Janne Mommsen selbst übertroffen und mich mitten ins Herz getroffen. Ich habe schon einige seiner Romane gelesen, aber diese Geschichte ragt für mich ganz besonders heraus. Inge Martensen, fast hundert Jahre alt, ist eine Figur, die man einfach lieben muss! Voller Leben, voller Zweifel und doch eine echte Macherin. Wie die alte Dame auf dem Schiff nach New York ihrer Urenkelin Swantje ihre Lebensgeschichte erzählt, mal leise, mal bewegend, mal überraschend – ist einfach wunderschön. Die Rückblicke, der feine Humor und die emotionale Tiefe - all das hat mich vollkommen abgeholt. Dass die Inselsprache Fering ihren Platz in der Geschichte findet, macht das Ganze nochmals authentischer und liebevoller. Janne Mommsen trifft den Ton zwischen Melancholie und Lebensfreude meisterhaft. Ein ruhiger, gleichzeitig spektakulärer Erzählton, der lange nachhallt. Und ja, am Ende ist sogar ein kleines Tränchen geflossen.
Fazit:
5/5 Sterne! Ein Buch wie eine warme Umarmung mit Nordseewind. Unbedingt lesen!

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