Profilbild von Laudibooks_

Laudibooks_

Lesejury Star
offline

Laudibooks_ ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Laudibooks_ über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.10.2025

Eine komisch-scharfsinnige Geschichte über Familie, Alter und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter.

Evil Grandma
0

Darum geht es:

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, gerät ihr gewohntes Leben aus der Balance. Statt Freude empfindet sie Beklemmung. Die Aussicht, erneut in eine fürsorgliche Rolle zu schlüpfen, ...

Darum geht es:

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, gerät ihr gewohntes Leben aus der Balance. Statt Freude empfindet sie Beklemmung. Die Aussicht, erneut in eine fürsorgliche Rolle zu schlüpfen, widerspricht ihrem Wunsch nach Ruhe und Selbstbestimmung. Ihr Ruhestand, auf den sie sich gefreut hat, droht, von Erwartungen überschattet zu werden, denen sie sich nicht mehr fügen will. Als ihr Sohn Thomas und seine schwangere Freundin Alma nach einem Wasserschaden bei ihr einziehen, verdichten sich die Spannungen. Während die beiden in ihrer digitalen Welt versinken, übernimmt Mona widerwillig die Verantwortung für das gemeinsame Zusammenleben. Ein Wochenende mit ihrer Freundin Annemor wird zum Wendepunkt. Aus einer spontanen Idee entsteht der Instagram-Account Evilgrandma65, der mehr verändert, als Mona zunächst ahnt.

Mein Leseeindruck:

Mona ist 65, geschieden und steht kurz vor dem Ruhestand. Doch anstatt in Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt zu versinken, muss sie sich mit den Erwartungen ihrer Familie und den eigenen Grenzen auseinandersetzen. Auf humorvolle und ironische Weise erzählt die Autorin von den kleinen und großen Herausforderungen des Älterwerdens und vom Wunsch nach Selbstbestimmung in einer Welt, die ständig online ist. Ich habe den Roman mit großer Freude gelesen und mich an vielen Stellen köstlich amüsiert. Die Figuren, allen voran Mona, sind mit großer Sorgfalt und feinem Gespür für Zwischentöne gestaltet. Ihre Mischung aus Trotz, Verletzlichkeit und Witz macht sie zu einer wunderbar lebendigen Hauptfigur, in der man sich mühelos wiederfinden kann. Der Roman vereint Leichtigkeit und Tiefgang, Witz und Nachdenklichkeit. Er bietet bissige, zugleich warmherzige Unterhaltung.

Fazit:

4,5/5 Sterne! Eine komisch-scharfsinnige Geschichte über Familie, Alter und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter. Ich kann den Roman sehr empfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2025

Ein hervorragend recherchierter und ergreifend erzählter Roman, der historische Authentizität mit großer Emotionalität verbindet.

Immer wieder Sehnsucht nach Norderney
0

Darum geht es:
Nach dem Ende des Krieges sehnt sich Marianne mehr denn je nach der Rückkehr ihres Verlobten Hans. Als endlich ein Lebenszeichen von ihm eintrifft, scheint die Hoffnung auf ein Wiedersehen ...

Darum geht es:
Nach dem Ende des Krieges sehnt sich Marianne mehr denn je nach der Rückkehr ihres Verlobten Hans. Als endlich ein Lebenszeichen von ihm eintrifft, scheint die Hoffnung auf ein Wiedersehen greifbar. Doch die Freude währt nur kurz. Hans steht vor Gericht und muss sich seiner Vergangenheit stellen. Marianne ist von seiner Unschuld fest überzeugt. Sie wagt und riskiert alles, um ihn zu retten. Gleichzeitig treibt sie eine zweite Sorge an. Im Chaos der letzten Kriegsmonate hatte sie das Neugeborene ihrer besten Freundin Else bei sich aufgenommen. Zusammen mit Arjen, der heimlich Gefühle für sie hegt, begibt sie sich auf eine gefährliche Reise, um Else wiederzufinden. Auch Else hat die Schrecken der Vergangenheit noch nicht überwunden. Zwar ist sie frei, doch der Vorwurf der Kollaboration zwingt sie zu einer folgenschweren Entscheidung. In Gedanken träumt Else davon, auf Norderney ihre beste Freundin Marianne und Tochter Hedi endlich wieder in die Arme zu schließen.

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman hat mich zutiefst berührt und vollkommen überwältigt. Die Autorin Jani Friese schafft es, eine Atmosphäre zu zeichnen, die gleichermaßen ergreifend, gefühlvoll und bewegend ist. Die Grausamkeiten der NS-Zeit werden so intensiv geschildert, dass man beim Lesen Gänsehaut bekommt. Mir ging das Gelesene unheimlich nahe. Gleichzeitig fügen sich historische und politische Fakten nahtlos in die Handlung ein, wodurch die Geschichte eine besondere Tiefe erhält. Besonders beeindruckend und vor allem ein Lesebonus ist die doppelte Perspektive. Sowohl Marianne als auch Else erzählen ihre eigene Geschichte, die am Ende gekonnt ineinandergreift. Dadurch fühlt es sich fast so an, als hätte ich zwei Romane gelesen. Beide gleichermaßen spannend, emotional und eindringlich. Der Abschied von Marianne mit Hedi, von Arjen und auch von Else ist mir unglaublich schwergefallen. Sie alle sind mir beim Lesen so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie nicht so schnell vergessen werde. Ich musste mehr als einmal zu den Taschentüchern greifen, aber genau das zeigt, wie tief mich diese Erzählung berührt hat. Ein Roman, den ich noch lange in meinem Herzen tragen werde.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein hervorragend recherchierter und ergreifend erzählter Roman, der historische Authentizität mit großer Emotionalität verbindet. Für alle, die berührende Nachkriegsliteratur lieben, ein absolutes MUSS. ❤️❤️❤️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein intensiver, sorgfältig komponierter Thriller über Verlust, Erinnerung und die Grauzonen menschlicher Wahrnehmung.

Himmelerdenblau
0

Darum geht es:

Seit zwanzig Jahren fehlt von Julie Novak jede Spur. Ihr Verschwinden hat die Familie zerstört, doch ihr Vater Theo weigert sich, die Hoffnung aufzugeben. Er ist überzeugt, dass Julie noch ...

Darum geht es:

Seit zwanzig Jahren fehlt von Julie Novak jede Spur. Ihr Verschwinden hat die Familie zerstört, doch ihr Vater Theo weigert sich, die Hoffnung aufzugeben. Er ist überzeugt, dass Julie noch lebt, auch wenn seine fortschreitende Demenz seine Erinnerungen immer stärker auslöscht. Als die junge True-Crime-Podcasterin Liv den alten Fall für eine neue Staffel aufgreifen will, sieht Theo darin seine letzte Chance, die Wahrheit zu finden. Gemeinsam beginnen sie zu recherchieren und stoßen auf Widersprüche, alte Verletzungen und ein Geflecht aus Schweigen und Schuld. Was geschah wirklich im Jahr 2003? Welche Rolle spielt Julies ehemaliger Freund Daniel, der ein Zimmer im Haus seiner Mutter wie ein Heiligtum verschlossen hält? Und was, wenn Julie gar nicht gerettet werden will?

Mein Leseeindruck:

Mit Himmelerdenblau legt Romy Hausmann erneut einen Thriller vor, der beweist, warum sie zu den prägnantesten Stimmen des deutschsprachigen Spannungsgenres gehört. Ihr unverwechselbarer Schreibstil - präzise, atmosphärisch dicht und emotional vielschichtig - hat mich sofort in den Bann gezogen. Schon nach den ersten Seiten war ich völlig in dieser eindringlichen Geschichte gefangen. Der Thriller entfaltet sich ruhig. Romy Hausmann setzt weniger auf rasante Wendungen als auf psychologische Tiefe und die feinen Risse in ihren Figuren. Besonders beeindruckend fand ich die Figur des Vaters Theo, der zwischen klarem Verstand und dem Nebel seiner Demenz schwankt. Nie ist sicher, ob seine Wahrnehmungen der Realität entsprechen oder bereits von seinem schwindenden Gedächtnis verzerrt werden. Ich habe beim Lesen mitgerätselt, gezweifelt und Theorien entwickelt, nur um mich immer wieder in die Irre führen zu lassen. So stark die Geschichte über weite Strecken ist, so sehr hat mich das Ende allerdings etwas enttäuscht. Nach all der psychologischen Intensität hätte ich mir von der Autorin ein kraftvolleres, überraschenderes Finale gewünscht. Mir war es zu unspektakulär.

Fazit:

4/5 Sterne! Trotzdem bleibt Himmelerdenblau für mich ein intensiver, sorgfältig komponierter Thriller über Verlust, Erinnerung und die Grauzonen menschlicher Wahrnehmung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2025

Ein bewegender Roman über Schuld, Liebe und die Macht des Schweigens. Eindringlich erzählt, atmosphärisch dicht und bis zum Schluss spannend.

Der Sommer am Ende der Welt
0

Darum geht es:

Gemeinsam mit ihrer Tochter reist die Journalistin Hanna nach Borkum. Dort möchte sie einen Artikel über die erschütternden Erfahrungen ehemaliger Verschickungskinder schreiben. Kinder, ...

Darum geht es:

Gemeinsam mit ihrer Tochter reist die Journalistin Hanna nach Borkum. Dort möchte sie einen Artikel über die erschütternden Erfahrungen ehemaliger Verschickungskinder schreiben. Kinder, die in den 1960er Jahren auf der Insel in Kurheimen Leid und Missbrauch erfahren mussten. Für Hanna ist diese Reise jedoch mehr als eine berufliche Recherche. Ihre Mutter war einst eines dieser Kinder. In den Gesprächen mit Zeitzeuginnen kommen verdrängte Erinnerungen ans Licht, und allmählich zeigt sich das Ausmaß des Geschehenen. Als Hanna das Tagebuch einer ehemaligen Betreuerin erhält, führen neue Hinweise zu einem möglichen Verbrechen. Doch ihre Suche nach der Wahrheit wird kompliziert, als sie sich in den Inselarzt Ole verliebt, ausgerechnet in den Mann, dessen Familie mit der Vergangenheit des Heims verbunden scheint.

Mein Leseeindruck:

Mit „Der Sommer am Ende der Welt“ legt die Autorin Eva Völler erneut einen Roman vor, der mich von der ersten Seite an gepackt hat. Ich habe schon mehrere ihrer Bücher gelesen, und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte spielt auf Borkum und vereint mehrere Ebenen. Die Ära der Verschickungskinder in den 1960er Jahren, ein verborgenes Familiengeheimnis und eine berührende Liebesgeschichte. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, atmosphärisch und ohne überflüssige Längen. Besonders gut gefallen haben mir die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen, die für Spannung sorgen und das Thema auf eindrucksvolle Weise vertiefen. Trotz der oft schweren Thematik bleibt die Geschichte fesselnd und lässt sich wunderbar lesen. Leicht, aber niemals oberflächlich. Die Autorin fängt die Stimmung der Insel Borkum sehr eindringlich ein. Man spürt beim Lesen die raue Nordseeluft und die Schwere der Vergangenheit gleichermaßen. Und mit Hanna steht im Mittelpunkt eine Protagonistin, die glaubwürdig, stark und zugleich verletzlich ist. Eine Figur, die einem sofort ans Herz wächst.

Fazit:

4,5/5 Sterne! Ein bewegender Roman über Schuld, Liebe und die Macht des Schweigens. Eindringlich erzählt, atmosphärisch dicht und bis zum Schluss spannend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2025

Hervorragend recherchiert und atmosphärisch dicht, doch die Figuren konnten mich nicht wirklich berühren.

Schwestern des brennenden Himmels
0

Darum geht es:

Potsdam, Sommer 1945: Der Krieg ist vorbei, doch über das Schicksal der Welt wird erst jetzt entschieden. Während Churchill, Truman und Stalin im Schloss Cecilienhof über die Zukunft Deutschlands ...

Darum geht es:

Potsdam, Sommer 1945: Der Krieg ist vorbei, doch über das Schicksal der Welt wird erst jetzt entschieden. Während Churchill, Truman und Stalin im Schloss Cecilienhof über die Zukunft Deutschlands und Europas verhandeln, kämpft eine junge Frau im Verborgenen um ihre eigene Wahrheit. Ann Miller dient als Mitglied des britischen Frauenkorps ATS in Potsdam, doch ihre Identität ist nur eine Hülle. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Geheimnis, das sie um jeden Preis bewahren muss. Ihr Ziel führt sie tief in die von den Russen besetzte Stadt, wo sie ihre Cousine sucht, die Frau, der sie einst Verrat und Scherz zufügte. Begleitet wird Ann ausgerechnet von dem amerikanischen Soldaten Jackson Powers, dessen Herz von Kriegsnarben gezeichnet ist. Zwischen Schuld, Pflicht und unerlaubten Gefühlen entspinnt sich eine gefährliche Reise durch ein Land im Umbruch. Es ist ein Kampf um Vergebung, Vertrauen und einen neuen Anfang.



Mein Leseeindruck:

Schon der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Die Geschichte spielt im Sommer 1945, in einer Zeit, in der die Siegermächte in Potsdam über die Zukunft der Welt verhandeln. Gerade diese Perspektive, den Krieg einmal aus Sicht der Sieger zu erleben, fand ich unglaublich spannend und erfrischend anders. Die Autorin hat ganz offensichtlich hervorragend recherchiert. Man spürt auf jeder Seite, wie viel historische Genauigkeit und Detailwissen in diesem Roman steckt. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie eindringlich sie den Hass und die tiefe Abneigung gegenüber den Deutschen schildert. Diese Atmosphäre ist so greifbar, dass ich beim Lesen tatsächlich Gänsehaut bekommen habe. Eine Zeit, in der Wut, Misstrauen und Schmerz allgegenwärtig waren. Trotz dieser starken historischen Kulisse konnte mich die persönliche Geschichte von Ann leider nicht berühren. Ich habe keine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufbauen können; sie blieben mir fremd. Eine emotionale Tiefe habe ich hier vermisst, auch wenn die Grundidee viel Potenzial hatte. Der Schreibstil der Autorin ist jedoch, wie man es von ihr kennt, flüssig, klar und angenehm zu lesen. Sie versteht es, historische Fakten und Fiktion gekonnt zu verweben, auch wenn mich dieses Mal die Figuren emotional nicht mitreißen konnten.



Fazit:

3,5/5 Sterne! Hervorragend recherchiert und atmosphärisch dicht, doch die Figuren konnten mich nicht wirklich berühren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere