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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein ungewöhnlicher, intensiver und mitreißender Krimi, der mutig Genregrenzen auslotet

Ein kleines Lied über das Sterben
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Darum geht es:
Einst war Tom Mangold ein gefeierter Mordermittler. Heute treibt er, vom Kokain gezeichnet, als Hundefänger in einer Laubenkolonie durchs Leben. Als eine streunende Hündin ihn zu einer Leiche ...

Darum geht es:
Einst war Tom Mangold ein gefeierter Mordermittler. Heute treibt er, vom Kokain gezeichnet, als Hundefänger in einer Laubenkolonie durchs Leben. Als eine streunende Hündin ihn zu einer Leiche führt, gerät er mitten in einen Fall, der alles übertrifft, was er je erlebt hat. Er begegnet einer faszinierenden Frau und einem Geheimnis. So dunkel wie die Nacht. Was als Ermittlungsinstinkt beginnt, endet in einem Strudel aus Gewalt, Obsession und tödlicher Leidenschaft. Tom ahnt zu spät: Manche Abgründe lassen keine Rückkehr zu.

Mein Leseeindruck:
Was für ein Kriminalroman! Timo Blunck schickt seinen Protagonisten Tom Mangold auf eine Abwärtsspirale, die zugleich tragisch, grotesk und faszinierend ist. Einst gefeierter Mordermittler, nun Hundefänger in einer Laubenkolonie und plötzlich mitten in einem Fall, der alles sprengt. Die Geschichte ist irrwitzig, skurril, stellenweise makaber und geradezu abartig. Genau diese Mischung macht sie so fesselnd. Der Kriminalfall selbst ist präzise aufgebaut, logisch durchdacht und hält die Spannung bis zur letzten Seite. Und das Ende?
Absolut befriedigend und stimmig! Tom Mangold ist ein gefallener Held, gezeichnet von Drogen und Schicksalsschlägen, und doch hat er, bei aller Härte, sein Herz am rechten Fleck. Eine Figur, die man nicht so schnell vergisst Und das vielleicht Schönste: Der Autor lässt auch Knef, einen ehemaligen Straßenhund aus Bukarest, zu Wort kommen. Diese Kapitel sind einfach zu goldig. Ein warmherziger Kontrapunkt zur düsteren Handlung.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein ungewöhnlicher, intensiver und mitreißender Krimi, der mutig Genregrenzen auslotet. Vielen lieben Dank, lieber Timo für die Bereitstellung des Exemplars. 🥰

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein Buch, das man nicht einfach weglegt, sondern das einen begleitet.

Freitags um fünf
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Darum geht es:
Bundeskanzler Ernst Meister verläuft sich eines Tages im eigenen Amt und landet unvermittelt draußen, wo ein zehnjähriges Mädchen namens Emma mit Murmeln spielt. Eine handgeschriebene Karte ...

Darum geht es:
Bundeskanzler Ernst Meister verläuft sich eines Tages im eigenen Amt und landet unvermittelt draußen, wo ein zehnjähriges Mädchen namens Emma mit Murmeln spielt. Eine handgeschriebene Karte mit „Freitag um fünf“ und eine beigefügte Murmel markieren den Anfang einer ungewöhnlichen Freundschaft. Zwischen Aktenbergen und Termindruck erinnert Emma den Kanzler daran, was wirklich zählt.
Die Welt mit neugierigen Augen zu sehen und die kleinen Wunder des Lebens nicht aus dem Blick zu verlieren. Manchmal braucht es nur eine Begegnung, um alles zu verändern.

Mein Leseeindruck:
Auf knapp 160 Seiten erzählt der Autor Thomas Montasser eine warmherzige und zugleich tiefgründige Geschichte, die mich vom ersten Satz an gefesselt hat. Montasser versteht es meisterhaft, mit einem feinfühligen, flüssigen Schreibstil Szenen so lebendig zu zeichnen, dass man als Leser das Gefühl hat, direkt neben den Figuren zu stehen. Besonders das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt hat mich tief berührt. Durch eine zufällige Begegnung entsteht eine Verbindung, die beiden neue Perspektiven schenkt. Die Geschichte strahlt unheimlich viel Wärme aus, ohne je ins Kitschige zu rutschen. Sie erinnert daran, was im Leben wirklich zählt: Zeit füreinander, ein offenes Herz und der Blick für die kleinen Wunder.
Das Ende war für mich ein besonderer Höhepunkt. Leise, aber kraftvoll, und es hinterlässt ein wohliges Gefühl, das man nur bei Büchern hat, die noch lange im Herzen nachhallen.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein Buch, das man nicht einfach weglegt, sondern das einen begleitet. Still, schön und unvergesslich ♥️

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Ein packendes, psychologisch fein gezeichnetes Leseerlebnis

Schattengrünes Tal
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Darum geht es:
In einem abgelegenen Tal steht das in die Jahre gekommene Hotel „Zum alten Forsthaus", das einst Lisas Elternhaus war. Sie träumt von einer umfassenden Renovierung, doch ihr alter, starrköpfiger ...

Darum geht es:
In einem abgelegenen Tal steht das in die Jahre gekommene Hotel „Zum alten Forsthaus", das einst Lisas Elternhaus war. Sie träumt von einer umfassenden Renovierung, doch ihr alter, starrköpfiger Vater möchte nichts verändern. Als die fremde und zurückhaltende Daniela im Hotel auftaucht, möchte Lisa ihr helfen.
Daniela findet schnell Anschluss, doch Lisas vertraute Menschen wenden sich plötzlich von ihr ab. Mit dem kälter werdenden Herbst spürt Lisa, wie ihr Halt im Leben ins Wanken gerät.

Mein Leseeindruck:
Ein zutiefst eindringlicher Roman, der unter die Haut geht. Kristina Hauff versteht es meisterhaft, eine beklemmende, zugleich wunderschöne, atmosphärische Kulisse zu erschaffen. Schon nach wenigen Seiten liegt ein leiser, fast unmerklicher Schatten über der Handlung, der sich unaufhaltsam verdichtet. Es geht um Manipulation, um die Macht von Worten und Gesten, um familiäre Altlasten, die sich nicht leicht abschütteln lassen. Die Geschichte ist von der Autorin raffiniert konstruiert und eindringlich erzählt. Jede Wendung sitzt, jede Szene trägt zur steigenden Spannung bei. Kristina Hauff lässt ihre Figuren zu Wort kommen, sodass man tief in ihr Innenleben eintauchen kann. Daniela bleibt lange ein Rätsel, ihre Motive im Dunkeln, und auch Lisa muss erkennen, dass Wahrnehmung trügerisch ist und wie schnell sich ein vertrautes Leben in einen Albtraum verwandeln kann.

Fazit:
4,5/5 ⭐️Ein packendes, psychologisch fein gezeichnetes Leseerlebnis. Intensiv, atmosphärisch und voller subtiler Spannung.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Ein Familienroman voller Stärke, Verlust, Hoffnung und Wahrheit!

Die Akte Schneeweiß
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Darum geht es:
Bielefeld 1963: Katja Schilling träumt davon, Ärztin zu werden, doch ihre Herkunft steht dem im Weg. Als ihr Großvater spurlos verschwindet und sein Name zum Tabu wird, bleibt sie mit vielen ...

Darum geht es:
Bielefeld 1963: Katja Schilling träumt davon, Ärztin zu werden, doch ihre Herkunft steht dem im Weg. Als ihr Großvater spurlos verschwindet und sein Name zum Tabu wird, bleibt sie mit vielen offenen Fragen zurück.
Bielefeld 1936: Mathilde Schneeweiß arbeitet als Sprechstundenhilfe bei einem Arzt, mit dem sie heimlich Frauen in Not hilft. Doch ihr Engagement bleibt nicht unbeobachtet und stellt sie vor eine gefährliche Entscheidung Zwei Lebenswege, die über Jahrzehnte hinweg miteinander verknüpft sind.

Mein Leseeindruck:
Große Liebe für diesen Roman! Wieder einmal eine Geschichte, die mich vollkommen eingenommen und emotional bewegt hat. Auf zwei Zeitebenen, Bielefeld 1936 und 1963, entfaltet sich ein bewegendes Familiengeheimnis, das über Jahrzehnte hinweg nachwirkt. Im Mittelpunkt stehen zwei mutige, starke Frauen: Mathilde, die in dunkler Zeit Frauen hilft obwohl sie dabei alles riskiert. Und Katja, die in der Nachkriegszeit mit einem großen Traum und vielen offenen Fragen aufwächst. Besonders Katja ist mir sehr ans Herz gewachsen, eine beeindruckende Protagonistin, deren Weg ich mit großer Anteilnahme begleitet habe. Die Autorin hat den Zeitgeist unglaublich authentisch und einfühlsam eingefangen. Es berührt mich immer wieder zutiefst, welches Leid Menschen, besonders Frauen, während und nach dem Krieg ertragen mussten. Ein Familienroman voller Stärke, Verlust, Hoffnung und Wahrheit. Und das Ende? Hat mich mit einem warmen, zufriedenen Gefühl zurückgelassen. Ganz, ganz große Leseempfehlung! ♥️

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein bewegender, klug erzählter Roman über Mut, Schweigen und das Weitergeben von Wahrheit, berührend bis zur letzten Seite.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Schuld und Rache sind wie Schatten!

John
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Darum geht es:
Auf einer kleinen, idyllischen griechischen Insel führt John ein zurückgezogenes Leben. Er arbeitet in einer Taverne mit Meerblick. Nebenbei pflegt er die Villa einer wohlhabenden Sommerbewohnerin ...

Darum geht es:
Auf einer kleinen, idyllischen griechischen Insel führt John ein zurückgezogenes Leben. Er arbeitet in einer Taverne mit Meerblick. Nebenbei pflegt er die Villa einer wohlhabenden Sommerbewohnerin und genießt die Ruhe fernab der Welt. Doch John ist nicht der, der er zu sein scheint. In Wahrheit ist er Yoko, eine Frau, die wegen Mordes gesucht wird und sich hinter einer neuen Identität versteckt. Inzwischen sind Jahre vergangen. Als in Deutschland ein alter Kriminalfall mediale Aufmerksamkeit bekommt, flammen die Schatten der Vergangenheit erneut auf. Ein Gesicht, das jemand wiedererkennt. Ein Geheimnis, das ans Licht drängt. Und plötzlich ist das Versteck von John kein sicherer Ort mehr.

Mein Leseeindruck:
Bernhard Aichner führt die Geschichte mit sicherer Hand weiter und bleibt seinem ganz eigenen Ton treu. Sein Schreibstil ist kantig, eigensinnig und unglaublich bildhaft, gelegentlich hart und kompromisslos, aber gerade das macht ihn so eindrucksvoll. Man spürt in jeder Zeile die innere Zerrissenheit der Figuren, die Spannung, die unter der Oberfläche brodelt. Besonders fasziniert hat mich wieder die Hauptfigur. Yoko, die nun als John lebt, ist eine mehrfache Mörderin. Trotzdem ist sie eine Figur, mit der man mitfühlt, mitleidet, manchmal sogar mitfiebert. Ich habe mich beim Lesen dabei ertappt, wie viel Sympathie ich für jemanden empfand, den man objektiv vielleicht ablehnen sollte. Aber genau das macht Aichners Erzählkunst aus. Er zeigt, wie komplex Menschen sind. Und dass Schuld und Wahrheit manchmal mehr als nur eine Seite haben. Schuld und Rache sind wie Schatten, die sich durch die Handlung ziehen. Mal laut, mal leise, aber immer spürbar. Auch wenn „John" für mich nicht ganz an die rohe Wucht von „Yoko" heranreicht, ist es eine starke, düstere und gelungene Fortsetzung.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Fesselnd, vielschichtig und atmosphärisch.

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