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Veröffentlicht am 06.05.2025

Sing me your songs – show me your soul!

Hidden Tracks 2. All Our Secret Melodies
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Inhalt:
Schon seit Jahren fühlt sie sich zu ihm hingezogen – zu dem einen Menschen, der eigentlich tabu ist. Er ist charmant, Musiker, aber beziehungsunfähig, und er hat seinem besten Freund ein Versprechen ...

Inhalt:
Schon seit Jahren fühlt sie sich zu ihm hingezogen – zu dem einen Menschen, der eigentlich tabu ist. Er ist charmant, Musiker, aber beziehungsunfähig, und er hat seinem besten Freund ein Versprechen gegeben: Hände weg von dessen kleiner Schwester. Als eben dieser Freund ins Ausland geht und ausgerechnet ihn bittet, auf seine Schwester aufzupassen, prallen zwei Welten aufeinander – ausgerechnet beim Klavierunterricht. Zwischen verborgenen Gefühlen, gemeinsamen Träumen und alten Verletzungen steht plötzlich mehr auf dem Spiel als nur ein Sommer.

Meinung:
Es gibt Bücher, die begleiten einen. Und dann gibt es Bücher, die spielen sich mitten ins Herz – wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „All our secret Melodies“ war für mich genau so eines. Ich habe mich sofort wieder in Nina Brenkes musikalisch-emotionales Universum fallen lassen – und was soll ich sagen? Ich bin angekommen. Die Geschichte von Leia und Kian ist nicht nur eine klassische „Forbidden Love“-Story, sondern ein bittersüßes Wechselspiel aus Sehnsucht, Schuldgefühlen und dem unbedingten Willen, für die eigene Wahrheit einzustehen. Was mir besonders gefallen hat: Diese Liebesgeschichte ist nicht glatt oder perfekt, sondern rau, melancholisch und voller Ecken und Kanten – so wie echte Gefühle eben sind. Leia ist keine typische New-Adult-Heldin. Sie ist ambitioniert, verletzlich und wütend. Ihre Kämpfe mit der Mutter, ihr Traum vom Musikstudium und ihre Unsicherheit haben mich oft tief berührt. Und Kian? Kian ist mehr als nur der gutaussehende Bad Boy – seine innere Zerrissenheit, die Loyalität zu Danny, seine Angst, wieder jemanden zu verlieren: All das hat ihn für mich sehr greifbar und menschlich gemacht. Zwischen Leia und Kian knistert es nicht nur – es brennt leise und intensiv, und genau das macht die Geschichte so besonders. Die Rückblenden, die vielen unausgesprochenen Dinge, die kleinen Gesten – alles fügt sich zu einer Geschichte, die nicht laut schreit, sondern in jeder Zeile klingt. Das Setting in Irland, das musikalische Grundrauschen, die Song-Playlist zu Beginn: Ich habe es geliebt. Wirklich. Es fühlte sich an wie ein Soundtrack für Herzmenschen. Und auch wenn ich den ersten Band mit Conor und Allie unglaublich mochte, war dieser zweite Band für mich sogar noch intensiver – weil hier nicht nur Liebe, sondern auch Schmerz, Verlust und das Finden der eigenen Stimme eine zentrale Rolle spielen. Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken gebracht – über Loyalität, Freundschaft, Träume und die Kraft der Musik.

Fazit:
„All our secret Melodies“ von Nina Brenke ist eine emotionale, tiefgründige und musikalisch durchwirkte New-Adult-Romance, die mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen hat. Leia und Kians Geschichte ist nicht nur spicy und leidenschaftlich, sondern auch ehrlich, sensibel und berührend. Wer Musik liebt, Forbidden-Love-Geschichten schätzt und Charaktere mit Tiefe sucht, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen. Ich vergebe glasklare 5 von 5 Sternchen.

Lieblingszitate:
„…für manche Lieder brauchst du ein paar Anläufe. Die musst du zwei, drei Mal hören, ehe du kapierst, dass sie für dich bestimmt sind. Erst dann gehen sie ins Ohr, treffen mitten ins Herz. Aber dann bleiben sie dort – manche von ihnen für immer. Und dann gibt es solche, die hörst du und bist wehmütig, weil du sie nie wieder zum ersten Mal hören kannst. Die haben dich von der ersten bis zur letzten Zeile in ihrem Bann. Die sprechen dir aus der Seele. Die sind so großartig, dass du direkt heulen möchtest. Oder jemanden umarmen. Oder auf etwas einschlagen. Manchmal auch alles gleichzeitig.“ (S. 9 f.)
und
„Die Kiste in ihren Armen rauscht zu Boden. Es klingt, als wäre etwas darin zu Bruch gegangen. Glas, glaube ich. Oder ihr Herz, kann auch sein.“ (S. 143)
und
„»Und trotzdem, ich … ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich möchte das hier.« Sie deutet zwischen uns hin und her. »Dich und mich. Von ganzem Herzen. Mit den Hochs, den Tiefs und Inbetweens. Immer.«“ (S. 384)

Veröffentlicht am 06.05.2025

Ihre Anziehung ist stärker als jede Naturgewalt…

Collision - Bevor ich dich traf
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Inhalt:
Vanessa führt ein scheinbar perfektes Collegeleben – sie hat einen liebevollen Freund, enge Freundschaften und ein Studium, das sie erfüllt. Doch als der charismatische und rebellische Thomas in ...

Inhalt:
Vanessa führt ein scheinbar perfektes Collegeleben – sie hat einen liebevollen Freund, enge Freundschaften und ein Studium, das sie erfüllt. Doch als der charismatische und rebellische Thomas in ihren Kursen auftaucht, gerät ihre geordnete Welt ins Wanken. Zwischen den beiden entsteht eine leidenschaftliche, aber auch konfliktreiche Verbindung. Während Vanessa von der großen, romantischen Liebe träumt, meidet Thomas jede emotionale Bindung. Ihre Beziehung ist ein ständiges Auf und Ab aus Nähe, Streit und gegenseitiger Anziehung – eine explosive Mischung aus Gefühl und Unsicherheit, aus der keiner so einfach entkommt.

Meinung:
Ich bin ehrlich: Ich bin mit einer gewissen Skepsis an dieses Buch herangegangen, denn das „Bad Boy trifft braves Mädchen“-Muster ist wahrlich nichts Neues. Aber dieser Roman hat mich doch mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte – emotional und auch literarisch. Vanessa war für mich eine sehr greifbare, authentische Figur. Ihre Liebe zur Literatur, ihr innerer Konflikt zwischen Sicherheit und Verlangen nach echter Leidenschaft, all das hat mich abgeholt. Sie ist keine Überfliegerin, sie ist verletzlich, manchmal widersprüchlich, aber in ihrem Wachstum glaubwürdig. Thomas hingegen war schwierig – genau das macht ihn aber interessant. Seine Mauer aus Zynismus und unverbindlichem Verhalten wirkt klischeehaft, doch Carrie Leighton gelingt es, seine Verletzlichkeit glaubhaft durchschimmern zu lassen, ohne ihn zu sehr zu romantisieren. Seine destruktiven Anteile, die Wut, die Sprunghaftigkeit – das alles lässt sich nicht schönreden, aber sie werden auch nicht glorifiziert. Es gibt einige toxische Momente zwischen den beiden, die emotional wehtun, aber auch dazu beitragen, dass man beim Lesen ständig zwischen Hoffnung, Frust und Mitgefühl pendelt. Der Schreibstil ist flüssig, emotional direkt und stark dialogorientiert – das hat das Buch fast schon atemlos wirken lassen. Ich hatte das Gefühl, ständig mit in der Szene zu sein, als wäre ich Teil der Dialoge. Die Nebenfiguren runden das Ganze charmant ab und bieten Raum für weitere Entwicklungen. Klar, es gibt Parallelen zur „After“-Reihe von Anna Todd, aber „Collision“ schafft es trotzdem, eine eigene Stimme zu finden – roher, vielleicht weniger glamourös, aber intensiv.

Fazit:
„Collision – Bevor ich dich traf“ von Carrie Leighton ist ein emotional aufgeladener New Adult-Roman, der durch seine komplexen Figuren und intensive Dynamik besticht. Die Beziehung zwischen Vanessa und Thomas ist alles andere als einfach – sie ist unberechenbar, leidenschaftlich und manchmal auch schmerzhaft, aber gerade das macht die Geschichte so fesselnd. Wer Geschichten liebt, die sich zwischen Zartheit und Chaos bewegen, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Für mich ist es ein starker Reihenauftakt mit echter Sogwirkung, weshalb ich gute 4 von 5 Sternchen vergebe.

Veröffentlicht am 06.05.2025

Sie hat der Liebe abgeschworen, doch erbringt ihr Herz zum Schmelzen.

The Fake Out
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Inhalt:
Hazel arbeitet als Physiotherapeutin bei der Eishockeymannschaft Vancouver Storm – ein Job, den sie liebt. Doch als plötzlich ihr Ex ins Team aufgenommen wird, wird ihr Alltag zum emotionalen Minenfeld. ...

Inhalt:
Hazel arbeitet als Physiotherapeutin bei der Eishockeymannschaft Vancouver Storm – ein Job, den sie liebt. Doch als plötzlich ihr Ex ins Team aufgenommen wird, wird ihr Alltag zum emotionalen Minenfeld. Um sich gegen alte Wunden zu wappnen und Connor zugleich eins auszuwischen, beginnt sie ein Fake-Dating mit Rory – Connors größtem Rivalen und Starspieler des Teams. Was als Ablenkungsmanöver beginnt, wird schnell zu etwas Ernstem, das Hazel und Rory beide überrascht und herausfordert – nicht nur emotional, sondern auch mit Blick auf alte Ängste, neue Nähe und die Frage, was eigentlich echte Liebe ausmacht.

Meinung:
Dieses Buch hat mich genau dort abgeholt, wo ich bei einer guten Romance landen möchte: mit Herzklopfen, einem leisen Lächeln beim Lesen und einem wohlig warmen Gefühl, wenn sich zwei Figuren glaubhaft ineinander verlieben. Dieser Roman lebt vom Zusammenspiel seiner beiden Hauptfiguren – Hazel und Rory – und davon, wie vielschichtig und greifbar Stephanie Archer sie gestaltet hat. Hazel mochte ich auf Anhieb. Sie ist selbstbewusst, aber nicht unfehlbar, tough, aber nicht unnahbar. Besonders ihre Unsicherheiten im Umgang mit ihrer Mutter und ihr Wunsch, endlich für sich selbst einzustehen, haben sie für mich sehr menschlich gemacht. Dass sie im Laufe der Geschichte nicht nur lernt, wieder zu vertrauen, sondern auch, sich selbst mehr zu lieben, war einer der stärksten Erzählstränge. Rory ist – trotz aller Klischees, die der Eishockeystar mit sich bringen könnte – alles andere als oberflächlich. Er ist geduldig, charmant und genau der Richtige, um Hazel zu zeigen, dass Zuneigung auch auf leisen Sohlen daherkommen kann. Besonders mochte ich, wie offen und ehrlich die beiden miteinander umgehen. Ihre Dialoge sind nicht nur witzig und neckisch, sondern oft auch überraschend tiefgründig. Der Schreibstil ist angenehm leicht, aber mit genau dem richtigen Maß an Emotionalität. Die Autorin weiß, wann sie Tempo rausnehmen und wann sie aufs Gaspedal drücken muss. Die prickelnden Szenen sind definitiv präsent – manchmal fast ein wenig zu sehr im Vordergrund –, aber sie wirken nie fehl am Platz oder überzogen. Stattdessen tragen sie zur Entwicklung der Beziehung bei und unterstreichen die starke Anziehung zwischen den beiden. Kleine Anspielungen auf den ersten Band und Cameos bereits bekannter Figuren machen Lust auf mehr aus dem Vancouver-Storm-Universum.

Fazit:
„The Fake Out“ von Stephanie Archer ist eine mitreißende, charmante Sports-Romance, die weit mehr bietet als heiße Szenen und Fake-Dating-Drama. Hazel und Rory sind ein Paar zum Mitfiebern, das zwischen Herzklopfen, Wunden der Vergangenheit und echtem Vertrauen eine glaubhafte, berührende Liebesgeschichte durchlebt. Eine klare Empfehlung für Fans von gefühlvoller, moderner Romance. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.05.2025

Alte Bücher, neue Anfänge

Lighthouse Bookshop
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Inhalt:
In einem abgelegenen Dorf im schottischen Hochland steht ein ungewöhnlicher Leuchtturm – weit entfernt vom Meer, dafür mit einer kleinen, liebevoll geführten Buchhandlung im Inneren. Hier lebt ...

Inhalt:
In einem abgelegenen Dorf im schottischen Hochland steht ein ungewöhnlicher Leuchtturm – weit entfernt vom Meer, dafür mit einer kleinen, liebevoll geführten Buchhandlung im Inneren. Hier lebt Rachel, die vor fünf Jahren auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit einen Neuanfang wagte. Ihr Alltag ist geprägt von Büchern, Tee, schrulligen Stammgästen – und der tiefen Verbundenheit zu dieser besonderen Gemeinschaft. Als der ehemalige Kriegsreporter Toby und die jugendliche Ausreißerin Gilly unerwartet in ihrem Leben auftauchen, beginnt sich vieles zu verändern. Alte Geheimnisse, neue Freundschaften und die Frage, was Familie eigentlich bedeutet, rücken in den Mittelpunkt, während der drohende Verlust des Leuchtturms alles ins Wanken bringt.

Meinung:
Dieses Buch war für mich eine kleine literarische Auszeit – warm, atmosphärisch und überraschend vielschichtig. Was wie ein klassischer Wohlfühlroman beginnt, entfaltet nach und nach eine Tiefe, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Besonders beeindruckt hat mich, wie Sharon Gosling ihre Figuren zeichnet: Sie sind keine glattgebügelten Idealbilder, sondern tragen Narben – innere wie äußere – und genau das macht sie so greifbar. Rachel habe ich sofort ins Herz geschlossen. Ihre Zurückhaltung, ihre Unsicherheit, aber auch ihre stille Stärke wirken absolut authentisch. Sie ist keine Heldin im klassischen Sinne, sondern eine Frau, die nach Jahren endlich irgendwo Wurzeln schlagen will – und dabei ständig mit der Angst lebt, dass alles wieder zerbrechen könnte. Gilly hingegen ist das komplette Gegenteil: laut, schroff, misstrauisch – und gleichzeitig zerbrechlich und auf der Suche nach einem Platz, an dem sie einfach nur sein darf. Zwischen den Zeilen merkt man, wie viel Herzblut in ihrer Geschichte steckt, und ihre Entwicklung war für mich einer der berührendsten Teile des Buches. Auch Toby, der durch den Krieg gezeichnete Journalist, bringt eine stille Tragik mit, die nicht pathetisch, sondern realistisch wirkt. Die Dynamik zwischen ihm und Rachel entwickelt sich langsam und glaubwürdig – keine aufgesetzte Romanze, sondern etwas Zartes, das sich vorsichtig entfaltet. Was mich besonders begeistert hat, ist das Setting. Ein Leuchtturm mitten im Landesinneren – schon das ist ein literarischer Kniff, der sofort neugierig macht. Und der Ort selbst – Newton Dunbar – wirkt so lebendig beschrieben, dass man beim Lesen förmlich den Geruch von alten Büchern, den Geschmack von Shortbread und das Rattern des Regens gegen die dicken Mauern spüren kann. Die Nebenfiguren – ob Edie, die eigenwillige Künstlerin, oder Ezra, der grummelige Ex-Bohrinselarbeiter – sind herrlich schrullig und gleichzeitig tiefgründig. Ihre Streitgespräche sorgen für Humor, ohne ins Alberne abzurutschen. Und auch wenn manche Figuren recht deutlich in „gut“ und „böse“ unterteilt sind (vor allem die Immobilieninvestorin Dora), hat mich das hier nicht gestört. Es passt zur fast märchenhaften Atmosphäre des Romans. Natürlich trägt die Geschichte auch einige Wohlfühlzutaten, die sehr bewusst eingesetzt werden: Gemeinschaft, Vertrauen, zweite Chancen. Aber statt kitschig zu wirken, fühlt sich alles stimmig an – manchmal vielleicht ein Hauch zu rosarot, aber genau das braucht es eben manchmal.

Fazit:
Mit „Lighthouse Bookshop” ist Sharon Gosling ein herzerwärmender, leiser und zugleich bewegender Roman gelungen, der durch seine einzigartigen Figuren, sein besonderes Setting und das feine Gespür für Zwischentöne überzeugt. Wer Geschichten über Neuanfänge, Gemeinschaft und das Heilen alter Wunden liebt, wird sich in Newton Dunbar sofort zuhause fühlen. Ein echtes Wohlfühlbuch mit Seele. Von mir gibt es sehr gute 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.05.2025

Alte Bücher, neue Anfänge

Lighthouse Bookshop
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Inhalt:
In einem abgelegenen Dorf im schottischen Hochland steht ein ungewöhnlicher Leuchtturm – weit entfernt vom Meer, dafür mit einer kleinen, liebevoll geführten Buchhandlung im Inneren. Hier lebt ...

Inhalt:
In einem abgelegenen Dorf im schottischen Hochland steht ein ungewöhnlicher Leuchtturm – weit entfernt vom Meer, dafür mit einer kleinen, liebevoll geführten Buchhandlung im Inneren. Hier lebt Rachel, die vor fünf Jahren auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit einen Neuanfang wagte. Ihr Alltag ist geprägt von Büchern, Tee, schrulligen Stammgästen – und der tiefen Verbundenheit zu dieser besonderen Gemeinschaft. Als der ehemalige Kriegsreporter Toby und die jugendliche Ausreißerin Gilly unerwartet in ihrem Leben auftauchen, beginnt sich vieles zu verändern. Alte Geheimnisse, neue Freundschaften und die Frage, was Familie eigentlich bedeutet, rücken in den Mittelpunkt, während der drohende Verlust des Leuchtturms alles ins Wanken bringt.

Meinung:
Dieses Buch war für mich eine kleine literarische Auszeit – warm, atmosphärisch und überraschend vielschichtig. Was wie ein klassischer Wohlfühlroman beginnt, entfaltet nach und nach eine Tiefe, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Besonders beeindruckt hat mich, wie Sharon Gosling ihre Figuren zeichnet: Sie sind keine glattgebügelten Idealbilder, sondern tragen Narben – innere wie äußere – und genau das macht sie so greifbar. Rachel habe ich sofort ins Herz geschlossen. Ihre Zurückhaltung, ihre Unsicherheit, aber auch ihre stille Stärke wirken absolut authentisch. Sie ist keine Heldin im klassischen Sinne, sondern eine Frau, die nach Jahren endlich irgendwo Wurzeln schlagen will – und dabei ständig mit der Angst lebt, dass alles wieder zerbrechen könnte. Gilly hingegen ist das komplette Gegenteil: laut, schroff, misstrauisch – und gleichzeitig zerbrechlich und auf der Suche nach einem Platz, an dem sie einfach nur sein darf. Zwischen den Zeilen merkt man, wie viel Herzblut in ihrer Geschichte steckt, und ihre Entwicklung war für mich einer der berührendsten Teile des Buches. Auch Toby, der durch den Krieg gezeichnete Journalist, bringt eine stille Tragik mit, die nicht pathetisch, sondern realistisch wirkt. Die Dynamik zwischen ihm und Rachel entwickelt sich langsam und glaubwürdig – keine aufgesetzte Romanze, sondern etwas Zartes, das sich vorsichtig entfaltet. Was mich besonders begeistert hat, ist das Setting. Ein Leuchtturm mitten im Landesinneren – schon das ist ein literarischer Kniff, der sofort neugierig macht. Und der Ort selbst – Newton Dunbar – wirkt so lebendig beschrieben, dass man beim Lesen förmlich den Geruch von alten Büchern, den Geschmack von Shortbread und das Rattern des Regens gegen die dicken Mauern spüren kann. Die Nebenfiguren – ob Edie, die eigenwillige Künstlerin, oder Ezra, der grummelige Ex-Bohrinselarbeiter – sind herrlich schrullig und gleichzeitig tiefgründig. Ihre Streitgespräche sorgen für Humor, ohne ins Alberne abzurutschen. Und auch wenn manche Figuren recht deutlich in „gut“ und „böse“ unterteilt sind (vor allem die Immobilieninvestorin Dora), hat mich das hier nicht gestört. Es passt zur fast märchenhaften Atmosphäre des Romans. Natürlich trägt die Geschichte auch einige Wohlfühlzutaten, die sehr bewusst eingesetzt werden: Gemeinschaft, Vertrauen, zweite Chancen. Aber statt kitschig zu wirken, fühlt sich alles stimmig an – manchmal vielleicht ein Hauch zu rosarot, aber genau das braucht es eben manchmal.

Fazit:
Mit „Lighthouse Bookshop” ist Sharon Gosling ein herzerwärmender, leiser und zugleich bewegender Roman gelungen, der durch seine einzigartigen Figuren, sein besonderes Setting und das feine Gespür für Zwischentöne überzeugt. Wer Geschichten über Neuanfänge, Gemeinschaft und das Heilen alter Wunden liebt, wird sich in Newton Dunbar sofort zuhause fühlen. Ein echtes Wohlfühlbuch mit Seele. Von mir gibt es sehr gute 4,5 von 5 Sternchen.