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Veröffentlicht am 19.11.2020

Alles was ich brauche...bist nur Du!

All I Need
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Ein berührender Roman über Liebe, Vertrauensängste und Lebensträume, die vielleicht doch keine sind. Genauso tiefgründig wie in ihrem erfolgreichen Debütroman »Every Step I Take« gelingt es Belinda Benna, ...

Ein berührender Roman über Liebe, Vertrauensängste und Lebensträume, die vielleicht doch keine sind. Genauso tiefgründig wie in ihrem erfolgreichen Debütroman »Every Step I Take« gelingt es Belinda Benna, sich durch ihre gefühlvollen Wortbilder direkt ins Herz der Leser zu schreiben. Für mich hat sich die Autorin sogar noch gesteigert und hat mich mit ihrer gefühlvollen und fesselnden Authentizität absolut überzeugt.

Über einen kurzen Prolog wird man über die Geschehnisse aus Miras Leben eingeführt und landet danach direkt bei Simon und seinem Plan von der Umsetzung zu seinem Lebenstraum. Alles beginnt quasi vor 93 Tagen, bevor er seine Weltreise antreten möchte und lässt sich anhand eines nicht inszenierten Countdown mit begleiten. Der Roman endet in einem zukunftsorientierten Epilog.
Die Geschichte ist real am echten Leben dran, sehr authentisch, so dass man sich einfach bestens hineinfühlen und mitempfinden kann, wunderschön einfühlsam, von verschiedensten Gefühlen getragen, mit Humor an den richtigen Stellen sowie einer tiefsinnigen Romantik ohne sie surreal erzeugen zu wollen. Die Liebe steht hier zunächst nicht an primärer Stelle, jedoch ist sie immer unterschwellig da und zeigt sich dadurch in ihren verschiedensten Varianten zu Freunden, Familie oder neuen Bekanntschaften. In den schönen Momente schwebt immer eine nicht nennbare Magie mit und lädt einen zu wohlfühlen ein. Durch den ganzen Roman zeiht sich eine konstante Spannung, so dass man einfach nur erfahren möchte, wie es denn weitergeht und wann es zum großen Showdown kommt. Diese Geschichte steckt voller Gefühl, Emotionen und auch einer immer mit schwebenden Traurigkeit, die jedoch durch helle Tage abgelöst wird.

Mira (29), ist Mutter von zwei Söhnen, wunderschön und an einem Scheidepunkt in ihrem Leben angekommen, der eigentlich nur das Fass zum überlaufen gebracht hat, denn sie fühlt sich schon länger nicht mehr in der Nähe von Heinrich wohl und ihre Vorstellung von einem erfüllten Leben, teile sich in unterschiedliche und unüberbrückbare Bereiche. Mira lebt in Wien, fernab ihrer Familie, und hat nur wenige Freundinnen um sich herum. Durch ihre Lebenserfahrung ist sie ein eher skeptischer Mensch, vertraut nicht jedem und tut alles um ihre kleine Familie bestmöglich zu schützen. Doch wenn sie einmal wahrlich ihr Herz verschenkt, dann ganz und gar, auch wenn sie stark mit ihren inneren Zweifeln ein hartes Gefecht austragen muss. Sie steht zu ihren Worten, spielt mit keinen Gefühlen und sucht eine ehrliche und tiefe Seele.

Simon (25), ist derzeit von Beruf Gefängniswärter und sitzt eigentlich nur noch die letzten Tage ab, um sich seinen großen Traum zu erfüllen, für unbestimmte Zeit in der Welt umherzureisen und sich einfach nur mal frei zu fühlen. Denn in Wie fühlt er sich alles andere als das. Die Vergangenheit hat ihn stark geprägt, er möchte sich auch nicht fest binden und seine Schwester ist der Meinung, dass er einfach nur vor seinen Problemen wegläuft, anstatt sich ihnen zu stellen und sich auch das schöne im Hier und Jetzt zu konzentrieren. Simon ist ein Gefühlsmensch, versucht sich oder vielmehr andere vor Dingen zu schützen, über die man gar nicht nachdenken müsste. Er hat sich sein eigenes gedankliches Gefängnis geschaffen, aus dem er ausbrechen muss und einfach nur das wahre Leben durch seine Adern laufen lassen, mit allen Konsequenzen.

Simons Schwester hat mir als Nebencharakter sher gefallen, sie ist mit sich selbst zufrieden, im reinen und hat immer einen passenden Lebensspruch auf den Lippen. Wahrlich behält sie den überblick über alles und wünschst sich für ihren Bruder nur das wahre persönliche Glück zu finden.

Der Schreibstil ist abermals unglaublich angenehm und hat stellenweise etwas sehr schönes poetisches an sich. Ich mochte sehr die Wortgewandtheit und die Bilder, die sich dadurch in den eigenen Gedanken formen. Vor allem regt sehr vieles zum Nachdenken an. Genügend detailreich, ohne überladend zu wirken, wunderbar leicht und flüssig wird diese nachhaltige Geschichte erzählt. Die einzelnen Kapitel haben unterschiedliche Leselängen, sind jedoch überwiegend kurz gehalten. In der Ich-Perspektive wird aus den beiden wechselnden Sichten von Mira und Simon der Roman wiedergegeben.
Ich fühlte mich sofort wohl und sicher in der Story, auch wenn man erst langsam mitbekommt, in welche Richtung sie sich bewegen wird.

Das Cover ist in seiner Gestaltung schlicht und einfach nur wunderschön anzusehen. Es verrät keinen Handlungsstrang oder eine gewisse Richtung, in die es gehen könnte.

Mein Fazit: Mein derzeitiger Lieblingsroman der Autorin, die einen aufzeigt, dass das Leben eben nicht immer geradeaus geht und auch in seinen dunklen sowie hellen Phasen einfach nur wunderschön sein kann. Jeder ist seines Glückes eigener Schmied und der richtige Weg wird sich zeigen.

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Veröffentlicht am 19.11.2020

Liebe zwischen den Welten

Wahre Träume (Vampire Lovestory)
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Mit „Wahre Träume“ habe ich nun meinen zweiten Roman von Biggi Berchtold gelesen und diesmal sogar im Genre Romantasy, aber keine Sorge, die Liebe kommt hier nicht zu kurz. Auch diesen Roman fand ich sehr ...

Mit „Wahre Träume“ habe ich nun meinen zweiten Roman von Biggi Berchtold gelesen und diesmal sogar im Genre Romantasy, aber keine Sorge, die Liebe kommt hier nicht zu kurz. Auch diesen Roman fand ich sehr erfrischend, romantisch mit knisternder sowie sinnlicher Note und natürlich sehr vielem Magischem und einem super schönen Setting.

„Weißt du, Menschen fassen sich an, doch nur dieser besondere Eine schafft es, einen zu berühren. Under dieser Eine bist du, und wirst es immer sein.“

Direkt und ohne Vorgeplänkel startet man in die Handlung und landet direkt bei Amber und ihrer Zwillingsschwester Sharin. Amber ist beim Sachen packen, denn für ihre Bachelorarbeit benötigt sie Ruhe, so dass sie zum Aufbruch in das wunderschönes Schottland vorbereitet ist. Amber sieht es zunächst als Einöde, doch Falkirk wird sich seiner Schönheit für sie nicht entziehen können. Sie kommt in einem Kunsthotel namens Torwood Castle unter, ganz nach ihrer Passion und Liebe zur Kunstgeschichte. Dort trifft sie auf die quirlige und lebendige Jules und ist sogleich nicht mehr ganz so allein in der Ferne, getrennt von ihrer Familie. Dort begegnet sie auch dem charismatischen und geheimnisvollen Aiden, doch Amber ist sich nicht sicher, ob in Wirklichkeit oder nur in ihren Träumen, wenn sie schläft. Lasst euch auf diese zauberhafte Reise mitnehmen und findet selbst heraus, was Wahrheit oder doch nur Einbildung ist.

Der Roman geht temporeich voran, aber ohne das Gefühl zu haben zu schnell zu sein. Alles passiert wohldosiert und genau zu seiner Zeit. Was rasant am Anfang in kürzestes Zeit geschieht, beläuft sich im Ganzen zum Ende über mehrere Monate hinweg. Er ist unheimlich kurzweilig, nimmt dich mit in seine Geheimnisse und lässt dich sogar ein wenig mitträumen und miträtseln, was alles genau dahinter stecken möge. So versteckten sich natürlich in der Tiefe die Wahrheiten, man erlebt Überraschen, wundert sich mit, man kann sehr schön mitschmunzeln, erlebt romantische sowie vor allem sehr sinnliche Momente und hofft einfach nur auf ein gutes Ende. Zum Ende gibt es noch eine liebevolle Besonderheit, die ich sehr schön fand und das Herz berührt.

Amber (21) ist mit wunderschönen bernsteinfarbenen Augen gesegnet, trägt schimmerndes rotes Haar und ist eine sehr zierliche wunderschöne junge Frau, jedoch mit einem starken Willen und enormen Kampfgeist. Sie ist neugierig, wissbegierig, saugt alles was sie interessiert auf und geht den Dingen nach, die sie sich nicht ohne weiteres erklären kann. In Stresssituationen benötigt sie Schokolade und ist vor Ort sogar fündig geworden. Aber noch süchtiger ist sie nach den Augenblicken mit Aiden, auch wenn sie glaubt in ihren Wahnvorstellungen verrückt zu werden.

Aiden (25), eine sehr faszinierende Erscheinung, mit einem sehr einnehmenden Wesen, jedoch immer auf das Wohlergehen anderen erpicht. Besonders Amber hat ihm vom ersten Moment an berührt, sie verbindet etwas sehr tiefes und obwohl er es müsste, kann er ihr nicht widerstehen und begibt sich immer wieder in ihre Nähe. Auf eine gewisse Art ist er gefährlich, aber er würde sich nie an erster Stelle setzen und lieber auf alles verzichten, nur um die eine wahre Liebe zu schützen.

Der Schreibstil ist wunderbar locker, spritzig, amüsant, fesselnd und sehr gefühlvoll. Man liest sich sehr leicht von einem zum nächsten Kapitel, die ungefähr eine gleichbleibende Leselänge haben. Die Geschichte wird aus der Sicht von Amber in der Ich-Perspektive erzählt, aber auch Aiden sind ein paar Passagen alleinig vorbehalten. Besonders Jules ist mir von den Nebencharakteren in Erinnerung geblieben. Die Charaktere haben generell genug Tiefe bekommen und es wurde sich auf das wesentliche konzentriert. Besonders auch das zauberhafte Setting gibt der Story noch das gewisse etwas und die bildlichen Vorgaben erzeugen zudem ein sehr schönes Kopfkino.

Das Cover hat etwas fantasievolles, verrät nichts von der Story und die Farben harmonieren einfach auch nur mit der Story sehr gut. Auch im inneren des eBooks findet sich immer wieder ein kleiner Traumfänger und die Liebe zum Detail wieder.

„Einst war sie mein Herz, mein Atem, meine Seele, mein Lebensinhalt. Und jetzt präsenter als jemals zuvor.“

Mein Fazit: Ein sehr schöner Ausflug in die Romantasywelt, vor der sich die Autorin nicht verstecken muss. Wer sonst nicht in der Rubrik liest, sollte sich unbedingt ranwagen, denn die Leser von Biggi werden nicht enttäuscht werden und auch für jeden Neuleser, der nicht auf Liebe verzichten mag, lege ich diesen Roman an Herz. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten und gerne möchte ich mehr davon.

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Veröffentlicht am 17.11.2020

Taucht ein zwischen den Zeiten und einer großen Familiensaga.

Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz
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Ein Mädchen auf der Suche nach seiner Schwester. Ein Junge, der seinen Bruder retten will. Eine Liebe, die nicht sein darf. Und ein Fluch, der sie alle ins verderben stürzen kann.

„Wenn die Nebel flüstern, ...

Ein Mädchen auf der Suche nach seiner Schwester. Ein Junge, der seinen Bruder retten will. Eine Liebe, die nicht sein darf. Und ein Fluch, der sie alle ins verderben stürzen kann.

„Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz“ ist es mein erster Roman der Autorin Kathrin Lange. Definitiv hat sie mich neugierig auf mehr gemacht.

Einleitend gibt es zu Beginn zwei Buchzitate von zwei der Bronte-Schwestern. Sehr schnell erkennt mann, dass sich hier die Klassiker der Bronte-Familie oder vielmehr ein schwerwiegendes Schicksal des Bruders Branwell zu einer weitreichenden Tragödie entwickelt hat.
Zunächst steigt man ganz leicht in die heutige Zeit bei Jessa ein und erlebt wie sie bereits in jungen Jahren hart kämpfen musste und ganz allein auf sich gestellt ist. Vor 5 Jahren verschwand ihre große Schwester und letzt Halt, bis sie heute eines ihrer geliebten Bücher plötzlich wieder in die Hände hält und sie nichts mehr davor halten kann, herauszufinden, was genau vor 5 Jahren geschehen ist. Also begibt sich Jessa von London auf den Weg in das wunderschöne und geschichtsträchtige Yorkshire, um sich ihre eigenes Bild von der Lage vor Ort zu machen. Ihr einzigster Anhaltspunkt ist zunächst eine kleine Bibliothek in Haworth und eine Zeichnung des Anwesens High Moore Grange. Bei ihrer Erkundungen stösst sie zunächst nicht nur auf Hilfe, vielmehr auf Widerstand und man möchte sie immer wieder zum gehen auffordern, doch niemand bricht so schnell den starken Willen von Jessa. So lüftet sich nach und nach die Geheimnisse und dringt immer tiefer in die Familie Addingham ein.

Man begibt sich in eine fesselnde, spannende und mystische Familiengeschichte, die erst mit dem Lesen Stück für Stück aufgeklärt wird. Und ich mochte diese Reise in die Vergangenheit, in Verbindung mit lyrischen Werken als Erwähnung, in Verbindung mit der dahinter liegenden Tragik und die Auswirkungen bis heute sehr gerne. Die Rätsel die sich dahinter verbargen, regen an zum mit grübeln und durch die heutige Leichtigkeit gibt es jede Menge dazwischen zum schmunzeln, romantische und süsse Augenblicke sowie eine sehr schöne Ernsthaftigkeit, an die einzelnen Tragödie des Lebens und was man daraus machen kann. Jedenfalls hat mich die Handlung gebannt mitgerissen und auch die eigene Gedankenspirale wirbelt ordentlich mit. Der Spannungsgrad wurde durchweg gehalten,, auch wenn sich die Geschichte im Mittelteil etwas zieht, es war sehr mystisch, stellenweise etwas unheimlich und tiefgründig geht es um Familie, Freundschaften, Liebe, Verluste, Ängste, Träume, die Zukunft und viele Geheimnisse.

Der Schreibstil ist sehr stilsicher, fesselnd, angenehm und spannungsgeladen. Man liest sich sehr flüssig und mitfiebernd durch unterschiedlichen längeren Kapitellängen und merkt dabei gar nicht wie schnell die Zeit verfliegt. Die Sprache wird hier zum einen mit der Vergangenheit sowie der heutigen Zeit vereint und um es jugendlich zu belassen, bleibt es natürlich auch angepasst genug. Die Handlung wird aus der Erzählperspektive von den jeweiligen Hauptcharakteren wiedergegeben.

Die einzelnen Charakteren waren wirklich sehr gut und ausreichend herausgearbeitet. Ganz langsam ist man hinter den Geschehnissen gekommen und die Wahrheit wurde aufgedeckt. Die mystische Aspekte und das leicht Spiel mit der Psyche haben mir sehr gefallen, vor allem auch das eintauchen und eine andere Zeitdimension. Es war sehr geheimnisvoll, auch mit Emotionen beladen und sehr glaubwürdig dabei umgesetzt. Zum Ende hin wird die Handlung sehr rasant, man muss einfach erfahren wie es weitergeht und alles fügt sich zu einem gelungen Abschluss.

Jessa bezeichnet sich selbst als Straßengöre. Durch ihre Jahre im Kinderheim hat sie gelernt sich alleine durchzuboxen, reißt immer wieder in ihre eigene Freiheit aus und lässt sich dabei selten was sagen. Sie ist dadurch sehr schnell selbstständig geworden, kann auf sich allein aufpassen doch das macht auch einsam und vor allem vorsichtig. Doch durch ihren unsagbaren Mut und Ehrgeiz lässt sich sich so schnell nicht von einer Sache abbringen, sobald sie Feuer gefangen hat. Vor allem hat sie ein gutes Gespür für andere und kann in deren Gesichtern lesen. Sie macht sich gerne ihre eigenen Eindrücke und scheut sich nicht davor zu kämpfen. Jessa ist sehr impulsiv und auch ihre eigenen Art, muss man sie einfach lieb haben.

Die beiden Brüder Christopher und Adrian sind stark miteinander verbunden, könnten aber auch unterschiedlicher nicht sein. Adrian ist mehr der sensiblere und zurückgezogene Part, aber auch sehr leidenschaftlich in seiner eigenen Art. Und Christopher ist der Draufgänger, der impulsivere und muss öfters mal ausbrechen, um selbst nicht durchzudrehen. Aber in einem sind sich beide einig, sie stehen für einander ein und gehen lieber zusammen unter als anderen zu Schaden. Die Vergangenheit hat sie stark geprägt und beide haben auch ihren Fehlern gelernt, sowie nicht alles so zu nehmen, wie es ihnen vorhergesagt wird.

Allein schon das Cover ist so zauberhaft schön und hat mich gleich eingefangen. Es hat so liebevolle Details und ein wahres Schmuckstück in jedem Bücherregal. Auch im Inneren zeichnen sich diese liebevollen Seiten weiter, so dass jedes neue Kapitel sofort zu erkennen ist.

Mein Fazit: Zu diesem wunderschönen Äußeren kam es auch durch das Innere zu einem wunderbaren Lesegenuss, nicht nur als Jugendbuch, der mich fesselnd in seine mystische sowie geheimnisvolle Magie eingesogen und alles zu einer beeindruckenden und nachhaltigen Familiensaga über die Zeiten hinaus zusammengefügt hat.

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Veröffentlicht am 06.11.2020

...es wird nie enden

Egal was wir auch tun
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„Egal was wir auch tun“ ist nach „Wenn mein Herz nach dir ruft“ der zweite Roman von Anna-Theresia Dersch und mit Romantic-Thrill gleichzeitig auch ein einem anderen Genre. Es ist eine Geschichte über ...

„Egal was wir auch tun“ ist nach „Wenn mein Herz nach dir ruft“ der zweite Roman von Anna-Theresia Dersch und mit Romantic-Thrill gleichzeitig auch ein einem anderen Genre. Es ist eine Geschichte über Verantwortungsbewusstsein, Vertrauen, verpasste Chancen, Familie, Freundschaft, aus Fehlern zu lernen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und die zu schützen, die man liebt.

Die Handlung setzt direkt ein und man landet auf der Pferdefarm von Kayla und ihrem Bruder Brian. Kayla bildet Pferde aus und möchte sich einen Zukunft mit ihren geliebten Mustangs aufbauen. Auch Kaden hat durch seine Begleitung von Bastard, seine Liebe zum diesem einen Mustang entdeckt und er hat sich durch ihn verändert. Besonders schwer fällt ihm dann auch die Trennung, aber er versucht sein Glück als Aushilfe auf der Farm. Jedoch möchte er gerne seine bewegende Vergangenheit außen vor lassen, doch diese holt ihn schneller ein als ihm liebt ist. Er möchte keinen Ärger verbreiten, doch eine gewisse junge Frau bringt gleichzeitig seine Gefühle zum erwecken, so dass er sich nicht so einfach wieder aus dem Staub machen kann und gleichzeitig seine Beschützerinstinkte hervorgerufen werden. Die eigentliche Handlung legt ein gutes und stetiges Tempo vor, etwas verlangsamt durch die Liebe zum Detail und den Pferdesport. Hier merkt man sehr gut, wie viel Liebe die Autorin zu diesen Tieren verspürt. Da ich selbst kein Pferdemädchen bin, konnte ich mich dennoch in die verschiedenen Begriffe schnell einfinden und es nimmt auch nicht die Überhand.
Zu manchen Ereignissen habe ich das Gefühl, dass mir noch ein paar Erklärungen oder Zusammenhänge fehlen, aber da hoffe ich auf die weiteren 2. Teil der Dilogie und auch das Ende lässt einen natürlich mit einem riesen Fragezeichen zurück. Gerne wünsche ich mir auch noch ein paar mehr knisternde und romantische Momente, zwischen dem ganzen Trubel herum.

Kayla, ist eine sehr offene und herzliche sowie ehrliche Person, doch manchmal zu sprunghaft. Sie schiebt nicht auf die lange Bank und ich eine Frau der Tatsachen und packt sofort mit an. Ihre Emotionen trägt sie offen zu schau, aber gerade deswegen muss man sie einfach mögen. Sie verteilt niemanden vorschnell, mag aber keine Lügen und Unehrlichkeit. Ihre Pferde sind einfach alles für sie und stehen neben ihren Liebsten an erster Stelle, wer das nicht versteht, darf gerne wieder gehen.

An ihrer Seite stehen ihr Bruder Brian, das finanzielle Genie von den beiden und er behält jederzeit den Überblick, er ist rational deckend und lässt sich nicht s leicht hinter seine Fassade blicken. Und dann gibt es da noch Jones, der beiden wie ein Vater zur Seite steht.

Kaden, hat für seine Fehler der letzten Jahre gebüsst und möchte nur in Frieden in seine neue Freiheit starten. Er hat keine besondere Ansprüche und ist bereit für wenig Lohn auf der Farm als Aushilfe zu beginnen, solange er in der Nähe seines Tierfreundes ist. Er ist ein verschlossener Mann und öffnet sich nur langsam. Er weiß auch einfach zu viel, was sein Umfeld nur unnötig in Schwierigkeiten bringen könnte. Was er gibt, versucht er von Herzen zu tun und erfährt auch auf diese Weise das erste Mal, was es heißt für einen anderen Menschen bedingungslos einzustehen und sein Herz zu vergeben.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, locker und mit der richtigen Leichtigkeit sowie mit Charme, Humor und dem richtigen Gefühl untersetzt. Man liest sich sehr flüssig und schnell durch die etwa gleichbleibenden Kapitellängen. In der Ich-Perspektive wird die Story von Kayla und Kaden im sichtbaren stetigen Wechsel wiedergegeben. Die Handlung wird genau im richtigen Zeitpunkt mit Spannung und unvorhersehbaren Ereignissen in Szene gesetzt und mit Gefühl, Emotionen bestückt. Es gab einiges zum schmunzeln, zu staunen und auch kurze Herzstillstände bleiben nicht aus.

Das Cover sowie der Buchtitel sind wieder wunderbar aufeinander abgestimmt und passen sehr gut zur Story.

Mein Fazit: Ein wunderbarer Start in die fesselnde Dilogie und ich freue mich auf die Fortsetzung und den Fortgang der Story um Kayla und Kaden.

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Veröffentlicht am 04.11.2020

Ein zauberhafter Debütroman

Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten
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„Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten“ ist der berührende Debütroman von Clara Blais. Sehr tiefgründig, fesselnd, emotional und sehr gefühlvoll ist ein wunderschöner und überraschender Jugendroman / ...

„Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten“ ist der berührende Debütroman von Clara Blais. Sehr tiefgründig, fesselnd, emotional und sehr gefühlvoll ist ein wunderschöner und überraschender Jugendroman / Young Adult Roman entstanden.

Zuerst habe ich auf Instagram beim Kirschbuch Verlag dieses wunderschöne Buchcover gesehen, es ging über in den Buchtitel und dann las ich den Klappentext, sogleich war ich fasziniert. Als dann zur Leserunde aufgerufen wurde, versuchte ich mein Glück und alles hat sich als zauberhaftes Gesamtwerk entpuppt. Daneben gibt es noch eine ganz berührende Playlist zum Buch, die total meinem Musikgeschmack entspricht und sehr gut zu den Zeilen passt.

Zunächst wird der Beginn des Romanes von einem sehr schönen, aber auch traurigem Gedicht eingeleitet, geht über in einen kurzen einleitenden Prolog aus der Vergangenheit und setzt anschließend im Hier und Jetzt dann ein. Der Abschluss wird von einem Epilog gekürt. Die Handlung selbst verläuft über mehrere Wochen und gibt einige Einblicke, Erinnerungen und Gedankengänge aus der davor liegenden Jahren, Schwerpunkt ist jedoch die aktuelle Zeit. Skyler zieht nach einer schweren Zeit zu ihrem Vater, um wieder Luft zu bekommen, einen Neustart zu wagen und sich, wenn auch wiederwillig, helfen zu lassen. Nicht nur, das sie mit jungen Jahren bereits einen Verlust erleiden musste, seitdem fühlt sie sich einfach allein gelassen, verraten und unverstanden. Sie selbst zweifelt an ihren Erinnerungen und verliert sich in Träumen zu Matt, bis sie sich endgültig verschließt. Erst durch die neue Umgebung, neu Menschen und beginnende Freundschaften um sich herum, schöpft sie wieder Hoffnung, beginnt mit der Poesietherapie und doch ist da wieder dieses Gesicht und dieser Junge namens Damien, der wieder alles zu Nichte machen könnte.

Von der ersten bis zur letzten Zeile war ich einfach gefangen, in die Leichtigkeit dieser unglaublichen, herzlichen und doch auch traurigen Geschichte. Ich habe dieser Geschichte jedes Wort abgenommen, habe gefühlt, was sie auszusagen vermochte und fand den Aufbau, die Darstellung der einzelnen Charaktere und die Gefühlsachterbahn einfach nur mehr als gelungen. Gedanklich kannst du dich komplett fallen lassen und spielst einfach diese bewegende Geschichte als Film vor deinen Augen ab. Durch die verschiedenen lebhaften Charaktere, den unterschiedlichen Dialogen und Ereignisse gab es einiges zum schmunzeln, süße und herzliche, aber auch herzzerreißende und schmerzspürende Momente und ich fieberte gebannt mit. Nebenbei wird auf verschiedene gesellschaftliche Differenzen und auch Tabuthemen aufmerksam gemacht, aber genauso kaputt und verdreht ist manchmal das Leben und die Gesellschaft um uns herum, man muss seinen eigenen Fokus finden und sich nicht zerbrechen lassen. Ebenso wie schnell man den Boden unter seinen Füße verlieren kann, wenn man glaubt nicht genug zu sein und sich einredet, sich nicht anders helfen zu können.
So geht es auch etwas tiefer um verschiedene Familienbeziehungen, Freundschaften, Liebe, Verluste, Zukunftsängste, Träume, Vertrauen, die freie Entwicklung, einfach glücklich sein und sich leicht zu fühlen, Tiefschläge, Neid, Eifersucht, sich wieder etwas zuzutrauen und einfach individuell zu sein.

Skyler (Sky), ist junge 17 Jahre alt und könnte eigentlich ihrem Teenager leben frönen, mit Freunden abhängen und die erste Lebe genießen, doch durch den Verlust ihres besten Freundes wurde ihr Herz schön früh gebrochen. Zwar umgeben von ihrer Familie, die alle noch ihre eigenen Lasten tragen, ist sie eine Einzelgängerin und selbst die Flucht in die Gedanken, in ihre Träume, wird ihr schmerzhaft genommen und lässt sie noch tiefer fallen. Sky ist zwar ruhig, doch sie ist nicht scheu im Umgang mit anderen, sobald sie vertrauen fasst, lässt sich sich auch nach und nach auf den anderen ein. Sie ist lebhaft und muss es nur wieder aus sich rauslassen. Manchmal etwas verloren zu wirken ist nicht falsch, es macht sie zu etwas besonderem und einem einzigartigen Menschen, der für andere einsteht und sich auch fallen lassen kann.

Damian (17), erinnert sie an jemanden aus ihrer Vergangenheit und sie kann zunächst seine Nähe nicht zulassen. Damian ist geheimnisvoll, ebenfalls verschlossen und öffnet sich zögerlich, dann aber mit überraschenden Wahrheiten und Eigenschaften. Auch ihn belastet etwas seit längerer Zeit und es muss aufpassen nicht gänzlich abzudriften. Sky ist die erste, die ihn wieder hoffen lässt und er gilt auch sie zu überzeugen, dass er nicht derjenige ist, den nur alle in ihm sehen wollen.

Alle einzelnen Charaktere sind wirklich sehr gut, ausreichend, unterschiedlich sowie vor allem authentisch und mit ihren Eigenarten herausgearbeitet.

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen, er liegt zwischen jugendlich leicht und einer angenehmen gefühlvollen Erzählung. Dabei konnten mich die bildhaften Darstellungen sehr überzeugen. Man liest sich schnell und locker durch die unterschiedlichen Kapitelleselängen. Die Handlung wird in der Ich-Perspektive alleinig aus der Sicht von Sky wiedergegeben, außer der Epilog bleibt jemand anderen vorbehalten.

„Die Welt um uns herum verstummte. Zusammen waren wir nicht mehr nur diese Mängelexemplare, als die wir uns vorher empfunden hatten. Zusammen ergänzten sich all unsere kaputtem Teile wie Puzzlestücke, die erst zusammen ein Bild ergaben.“

Mein Fazit: Gesehen, gelesen, verzaubert von der tiefberührenden Geschichte, die mich zu Tränen gerührt hat, mich Lachen lies und dazwischen einfach zwischen Zweifel und Hoffnung gefangen war. Ein zauberhafter Debütroman, dem ich jedem gerne ans Herz lege und zu meinen diesjährigen Jahreshighlights zählen darf.

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