Aus dem persönlichen Albtraum kann selbst etwas Schönes werden...
Vielleicht verzeihe ich dir morgen»Vielleicht verzeihe ich dir morgen« ist ein bewegender Roman über die Schatten der Vergangenheit, den Mut zum Neubeginn und die heilende Kraft des Verzeihens – für alle, die glauben, dass ein Wunder manchmal ...
»Vielleicht verzeihe ich dir morgen« ist ein bewegender Roman über die Schatten der Vergangenheit, den Mut zum Neubeginn und die heilende Kraft des Verzeihens – für alle, die glauben, dass ein Wunder manchmal genau dann möglich ist, wenn man es am wenigsten erwartet. Auch wenn die Autorin schon einige Bücher geschrieben hat, ist es tatsächlich mein erstes Leseerlebnis von ihr und gewiss auch nicht das letzte.
Direkt geht es in die Handlung zu Lydia Laux aus Tübingen. Sie ist Köchin aus Leidenschaft und ist eine Kämpfernatur. Sie hat schon einiges beruflich und privat überstehen müssen und hat dennoch nie den Mut verloren. Auch wenn in ihr immer noch ein riesiger Groll gegen eine gewisse Person herrscht, wird es langsam Zeit die Vergangenheit ruhen zu lassen und nach vorne zu sehen. Auch die Entscheidung zu einem neuen kleinen Heim steht auf der Waagschale, in der schönen schwäbischen Alb. Lydia hat Freunde an ihrer Seite, die nur das Beste für sie wollen und eine von ihnen hat eine zündende Idee sie auf den richtigen Weg zu bringen. Das führt Lydia nach Menorca zu Lotte, die ihren ganz besonderen Charme einsetzt und Menschen aus schwierigen Situationen wieder auf den richtigen Pfad bringt und ihnen zeigt, dass alles Schlimme, auch immer etwas Gutes hat. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, man muss sie nur zu nutzen wissen. Doch das sie dort ausrechnet auf ihren ganz persönlichen Albtraum trifft, macht die Ausgangssituation nur noch verwirrender. Geht Lydia auch diesen Kampf an?
Der Weg nach Vorne kann viele Pfade aufzeigen und für jeden Lebensweg kann es auch eine mögliche Lösung aufzeigen. Doch wie weit ist jeder selbst bereit sich daraus zubringen und sich den Gegenpart dazu anzuhören? Gemeinschaftsgefühl, Aufarbeitung der Vergangenheit, Gegenwart und Selbstreflexion sowie -vertrauen treffen aufeinander. Es gibt neue Chancen, Zuversicht und Lichtblicke. Die Handlung spielt sich über einen kurzen Zeitraum von wenigen Wochen ab. Dieses Retreat zeigt auf, das auch immer etwas Gutes am Ende entstanden ist und Ideensammlung neue Ziele näher bringen kann. Neben einer starken Gemeinschaft, zarten Gefühlen, einer wunderschönen Landschaft in Menorca sowie auch in Deutschland und vielen schmunzelnden Momenten geht es berührend und herzlich zu.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, locker, mit einem herrlichen Wortspiel und mit einem amüsanten Humor versetzt. Man liest sich fließend leicht von einem zum nächsten Kapitel, die unterschiedlicher Leselänge sind. Diese tragen kleine passende Überschriften. Die Geschichte wird aus der Sicht von Lydia in der Ich-Perspektive wiedergegeben. Die mitwirkenden Charaktere ergeben ein wunderbares buntes Bild ab. Es geht herzlich, störrisch sowie neckend zu.
Das Buchcover ist einfach nur traumhaft schön.
Mein Fazit: Ein humorvoller, mitfühlender und lebendiger Roman zwischen dem traumhaften Menorca und der schwäbischen Alb. Denkanstöße, positive Sichtweisen und neue Perspektiven. Vergangenheit passiert, prägt einen und bringt einen dennoch weiter nach vorn und holt vielleicht auch das Beste aus einem heraus.