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Veröffentlicht am 25.05.2020

In Kitzbühel sind die Leichen los

Leichen, die auf Kühe starren
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Inhaltsangabe:
In Kitzbühel ist der Teufel los. Was in der Hochsaison auch nicht Neues ist, denn da geben sich Promis wie Touristen die Klinke in die Hand. Aber momentan herrscht die sogenannte Zwischensaison ...

Inhaltsangabe:
In Kitzbühel ist der Teufel los. Was in der Hochsaison auch nicht Neues ist, denn da geben sich Promis wie Touristen die Klinke in die Hand. Aber momentan herrscht die sogenannte Zwischensaison und nur einzelne Touristen verirren sich dorthin. So wie die fünf Fans von Hansi Hinterseer, die ihren legendären Männerausflug zu ihrem Idol machen.
Luisa, genannt Leo, die als Zimmermädchen arbeitet, gerät in eine bizarre Situation. Im Hotel, in dem sie arbeitet, wird ein Körperteil gefunden. Aber nicht nur dies. Ihr bester Freund wird verdächtigt, diesen Mord begangen zu haben War er es wirklich?
Aber nicht nur Leichenteile tauchen auf, sondern auch die Witwe eines bekannten Ganoven, die angeblich Abschied von ihrem Mann nehmen möchte. Zudem bietet sie Leo an, als Haushaltshilfe für sie zu arbeiten. Auch Leos neue Bekannte, eine gewisse Frau Obermoser, benimmt sich sehr merkwürdig und auch sie bietet Leo einen Job an. Wer sind diese Frauen wirklich und warum soll Leo für sie arbeiten? Wer hat die Leichenteile an verschiedenen Stellen deponiert und welche Rolle spielen die Hinterseer-Fans?

Leichen, die auf Kühe starren ist der neuste Krimi der erfolgreichen Autorin Tatjana Kruse. Ich habe schon einige ihrer Krimis (u.a. „Bei Zugabe Mord“ und „Glitzer, Glamour, Wasserleiche“) gelesen und wartete schon sehnsüchtig auf den neuen Fall, der nun erschienen ist. Der Klapptext versprach mir ein spannender und humorvoller Krimi zu werden.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht und normalerweise bin ich auch sehr schnell eins mit der Geschichte. Leider war dies hier nicht der Fall. Mit den ersten Seiten tat ich mich unheimlich schwer und ich kann noch nicht einmal schreiben woran dies lag. Irgendwie holte mich die Geschichte nicht ab und den versprochenen Humor suchte ich vergeblich. Es gab einige Momente, in dem ich dieses Buch einfach unbeendet weglegen wollte, aber ich gab ihm noch eine Chance und las weiter. Dies sollte ich nicht bereuen. Der Fall wurde immer besser und auch der Humor ließ nicht lange auf sich warten. Spannend, ein wenig skurril und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humor entführt Tatjana Kruse ihre Fans in die Kitzbühel Glamourwelt, die ganz schön brutal sein kann. Ihre Charaktere konnten unterschiedlicher kaum sein, aber genau dies zeichneten Krimi aus. Facettenreich und ein wenig verrückt und schon hat man einige Lacher in der Tasche bzw. in der Geschichte. Die Handlung konnte abstruser nicht sein. Man nehme ein paar eingefleischte Fans, ein neugieriges und abenteuerlustiges Zimmermädchen, eine Spionin - die ein Faible für Schnappschildkröten hat, ein paar Ganoven, eine trauernde Witwe und ein paar Leichenteile und Schwups ist der ungewöhnliche Fall fertig. Ich habe versucht, den Fall vorher zu lösen, aber dies ist mir nicht gelungen. Zu viele Verwicklungen machen dies unmöglich und dies liebe ich an Krimis. So gibt es erst am Ende die Auflösung.
Für mich sah es fast so aus, dass es mindestens noch ein weiterer Fall mit der Obermoser geben wird. Ich hätte nichts dagegen und bin gespannt.


Auch wenn der Start holprig war, bin ich sehr froh, dass ich diesen Krimi zu Ende gelesen habe. Ein sehr ungewöhnlicher, aber spannender Fall zugleich. Wer den schwarzen Humor liebt wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

4 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2020

Let´s Dance - Jupp Backes ermittelt wieder

Nur Rudi tanzte schräger
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Inhaltsangabe:
Dorfpolizist Jupp Backes würde lieber einen Töpferkurs als einen Tangokurs besuchen, aber seine Frau Inge will lieber tanzen und so muss Jupp in den sauren Apfel beißen und muss mit. Kein ...

Inhaltsangabe:
Dorfpolizist Jupp Backes würde lieber einen Töpferkurs als einen Tangokurs besuchen, aber seine Frau Inge will lieber tanzen und so muss Jupp in den sauren Apfel beißen und muss mit. Kein Wunder das Inge lieber tanzen lernen möchte, denn der feurige Tanzlehrer Julio ist sehr beliebt. Aber statt Tango zu lernen, gibt es immer wieder Reibereien und das nicht nur zwischen Jupp und Inge. Auch zwischen Julio und den anderen Paaren kommt es zu Streitereien. Als Julio eines Morgens tot auf der Kellertreppe seiner Vermieterin gefunden wird, ist die Bestürzung in Hirschweiler groß. Ist Julio wirklich nur die Treppe heruntergefallen oder hat ihn jemand geschubst? Jupp lässt diese Frage keine Ruhe und ermittelt. Seine erste heiße Spur geht Richtung Julios Tangogruppe, denn dort gab es an dem besagten Todesabend genug Spannungsmomente zwischen den beiden Parteien. Ob Jupps erste Spur die richtige ist oder müssen Inge Backes inkl. Oma Käthe Jupp wieder tatkräftig unter die Arme greifen. Wäre ja nicht das erste Mal…..


Nur Rudi tanzte schräger ist der dritte Dorfkrimi von Dany R. Wood. Nachdem ich die ersten beiden (Nur Gisela sang schöner und Nur Uschi kochte schärfer) Bücher mit großer Begeisterung gelesen habe, freute ich mich auf ein Wiedersehen mit Familie Jupp Backes. Endlich ist es soweit und es darf wieder ermittelt werden.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und ließ mich sofort wieder in die Geschehnisse um Familie Jupp Backes ein und abtauchen. Ich liebe diesen Wortwitz und die dazu gehörige Situationskomik, dass bei mir ein herrliches Kopfkino beschert. Ich bin immer noch der Meinung, diese Bücher sollte jemand mal verfilmen. Zudem liebe ich den eingestreuten saarländischen Dialekt und wer jetzt schon verzweifelt und meint: Das versteht doch kein Mensch, den kann ich beruhigen. Auch als nicht Saarländer versteht man es und wer auf Nummer sicher gehen möchte, der findet am Ende dieses Buches ein Saar- Abc mit den gängigsten Übersetzungen. Dany R. Wood hat an alles gedacht und so sollte fast jedes Problem behoben sein.
Wer die ersten beiden Krimis schon gelesen hat, kennt die Hauptcharaktere. Jupp Backes mit seiner Frau Inge und Käthe, Inges Mutter und Jupps Schwiegermutter. Ein Trio der allerfeinsten Art und ganz egal, ob man sie einzeln oder zu dritt trifft, da bleibt kein Auge trocken. Eine Pointe jagt die andere und jeder übertrifft sich. Hinzu kommen die neuen Charaktere, die perfekt in die Geschichte passen. Authentisch, lebensnah und humorvoll.
Die Handlung ist eine gelungene Mischung aus Hirschweiler Let´s Dance und einem Mord-/Todesfall. Dany R. Wood versteht sein Handwerk und weiß, was sich seine Fans wünschen. Auch in diesem Buch hat er wieder bewiesen, dass er es kann. Auf humorvoller Art und Weise lässt er Jupp Backes und Familie den Todesfall von Julio hinterfragen und aufklären. Wer jetzt allerdings denkt, dass es ein leichter Fall sein wird der irrt. Es gibt so viele Verdächtige, dass ich immer wieder mit meiner Vermutung falsch lag. Die zahlreichen Verwicklungen lassen den Leser bis zum Ende dieses Buches rätseln, wer der wahre Mörder ist. Spannung bis zum letzten Satz und so sollte ein Krimi auch sein.

Auch dieser Krimi hat mich wieder brillant unterhalten und geizt wahrlich nicht mit Humor. Wem beim Lesen nicht die Lachtränen in den Augen schießen, der geht auch sonst zum Lachen in den Keller. Diese Dorfkrimis einfach einzigartig und ich liebe sie!!!! Freue mich schon auf den nächsten Jupp Backes Fall.
Wer auf leichte und humorvolle Krimis steht, der sollte diese unbedingt lesen.
5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Um Träume zu verwirklichen, ist man nie zu alt

Kann Gelato Sünde sein?
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Inhaltsangabe:
Seit ihre Tochter Julia ein Auslandstudium in Italien macht, ist Emilia, abgesehen vom Kaffeeklatsch mit „ihren“ Frauen, allein. Jetzt steht ihr runder Geburtstag vor der Tür, aber denn ...

Inhaltsangabe:
Seit ihre Tochter Julia ein Auslandstudium in Italien macht, ist Emilia, abgesehen vom Kaffeeklatsch mit „ihren“ Frauen, allein. Jetzt steht ihr runder Geburtstag vor der Tür, aber denn möchte sie liebend gerne mit ihrer Tochter verbringen und so beschließt sie kurzerhand, einen Überraschungsbesuch in Italien abzustatten. Kaum dort angekommen, muss Emilia feststellen, dass Julia ihr Studium hingeworfen hat. Wo ist sie bzw. was macht sie jetzt? Dank Julias Freundinnen erfährt Emilia, dass Julia mit ihrem Freund Francesco zusammen ein kleines Hotel aufgebaut hat. Allerdings läuft es mehr schlecht als recht. Wie wird es mit den beiden weitergehen? Wird Julia ihr Studium wieder aufnehmen müssen?
Während Julia und Francesco über ihr Hotel und dessen Zukunft nachdenken, beschließt Emilia die Gegend ein wenig zu genießen. Dabei entdeckt sie eine kleine Bäckerei im Dorf, der ihr sofort die allerschönsten Tagträume beschert. Allein schon der Gedanke, wie sich das Dorfleben mit so ein er kleinen Bäckerei verändert, lässt sie den Entschluss fassen, dass sie dieses Geschäft haben möchte. Wäre da nicht der Bürgermeister Gaspare, der aus diesem italienischen Dorf eine Gesundheitsoase gemacht hat. Seine Devise lautet: Sport und gesundes Essen für ein langes Leben! Damit ist Emilias Wunsch von einer eigenen Bäckerei auf Gaspares roter Liste gewandert. Wird es dennoch eine Möglichkeit geben, Emilias Traum zu verwirklichen?


Kann Gelato Sünde sein? ist der neuste Roman von Tessa Hennig. Da ich schon einige ihrer Romane mit großer Begeisterung gelesen habe, wusste ich, dass ich diesen auch lesen MUSS. Der Klapptext versprach mir eine wundervolle Geschichte, die mich mit Witz und Humor nach Italien entführt.


Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin ließ mich sofort in Emilias Geschichte ein und abttauchen. Von der ersten Sekunde an liebte ich Emilia. Sie ist eine Kämpferin, die ihre Träume nie aus den Augen verliert und das Herz am rechten Fleck hat.
Wenn wir schon bei den Charakteren sind, dann möchte ich hier auch gerne weitermachen. Ganz egal, welche Person man hier herauspicken würde, für mich waren sie alle authentisch und lebensnah. Selbst Gaspare hat mir sehr gut gefallen und jede Geschichte braucht so einen Menschen wie ihn.
Die Kulisse dieser italienischen Gegend wurde einfach traumhaft und wunderschön eingefangen. Tessa Hennig versteht es, ihre Leser gedanklich auf Reisen zu schicken, um sie dann an unbekannten Orten Urlaub machen zu lassen. Sie hat gezeigt, wie man als Autorin mit den drei Hauptzutaten (Einheimische, Kulisse und Sprache) einen nahezu perfekten Spielort kreiert. Wer genug Fantasie mitbringt, kann das italienische Flair auch spüren.
Die Handlung ist ein gelungener Mix aus Familie, Neuanfang, Vertrauen, Freundschaft, Korruption und Amore. Um jetzt nicht zu viel zu verraten, dem sei gesagt: Man ist nie zu alt, um sich Träume zu verwirklichen! Manchmal lohnt es sich dafür auch zu kämpfen!
Dieser Roman ist ein sehr guter Beweis.

Wie ich schon oben erwähnt hatte, habe ich schon einige Bücher von Tessa Hennig gelesen, aber dieser ist der Beste. Danke für die Italienreise, die ich mit Emilia und Co machen durfte.
5 von 5 Sternen und ein Muss nicht nur für die Sommerzeit.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2020

Tage der Hoffnung - der dritte Band

Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung
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Inhaltsangabe:
Berlin 1958: Florentine, genannt Flori, kehrt nach ihrer Pariser Auszeit, nach Berlin zurück. Wer jetzt denkt, dass sie in die Fußstapfen ihrer älteren Schwestern tritt und ins Modehaus ...

Inhaltsangabe:
Berlin 1958: Florentine, genannt Flori, kehrt nach ihrer Pariser Auszeit, nach Berlin zurück. Wer jetzt denkt, dass sie in die Fußstapfen ihrer älteren Schwestern tritt und ins Modehaus Thalheim einsteigt, der irrt gewaltig. Flori will ihren Weg gehen und der führt sie zur Kunsthochschule, denn dort würde sie liebend gerne studieren. Allerdings gibt es ein kleines Manko, denn sie hat kein Abitur. Dafür hat sie einen Dickkopf und was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat, wird meistens auch in die Tat umgesetzt. Tatsächlich wird ihr Durchhaltevermögen belohnt und sie darf ihr Studium bei Professor Rufus Lindberg beginnen. Was sie allerdings noch nicht weiß, er liebt nicht nur ihre Kunst. Ob Flori ihr Studium zu Ende bringen kann oder ob sie sich beruflich umorientieren muss, wird natürlich nicht verraten.
Dem Modehaus Thalheim stehen keine rosigen Zeiten bevor, denn die Unruhen in Berlin und DDR bekommen auch sie zu spüren. Stacheldraht und der spätere Mauerbau halten zig Verkäuferinnen davon ab, im Westen zu arbeiten. Was nun? Wie wird es mit dem Modehaus weitergehen?

Während ich die ersten beiden Teile („Jahre des Aufbaus“ und „Wunderbare Zeiten“) der Thalheim- Saga mit großer Begeisterung regelrecht „verschlungen“ habe, wartete ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung, die jetzt erschienen ist. Die Schwestern vom Ku´damm „Tage der Hoffnung“ heißt dieser und ist der dritte Band der erfolgreichen Reihe von Brigitte Riebe.
Ich möchte darauf hinweisen, dass die Thalheim-Saga keine Reihe für Quereinsteiger ist. Band für Band knüpft sie an die vorherige Geschichte an. Hier ist es wirklich sinnvoll bei Band 1 anzufangen und die Reise lohnt sich wirklich!

Zurück zu „Tage der Hoffnung“….
Da der dritte nahtlos an den zweiten Teil anknüpft, konnte auch ich sofort wieder in die Geschichte um die Familie Thalheim ein- und abtauchen. Ich freute mich auf das große Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten u.a. Vater Friedrich, Rieke, Silvie, Miri, oder den neuen Gesichtern Benka Schwarz und Rufus Lindberg. Neben den authentischen und lebensnahen Charakteren, zieht mich immer wieder die fiktive und spannende Geschichte, die in eine gut recherchierte historische Zeitebene verwoben worden ist, in ihren Bann. Wie schon in ihren vorherigen Bänden hat Brigitte Riebe auch hier gute, ach was, sehr gute Arbeit geleistet. Akribisch und mühevoll hat sie erneut geschichtliche Fakten von den Jahren 1958 – 1963 zusammengetragen, die die Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte unterstreicht. Wenn man es nicht genauer wüsste, würde man meinen, dass es die Familie Thalheim und ihr Modehaus so gegeben hat. Die Autorin hat das unglaubliche Talent eine Geschichte so zu erzählen bzw. wiederzugegeben, dass sie so wahr erscheinen lässt. Wo es in den ersten Teilen um die Schwestern Fredericke „Rieke“ bzw. Silvie Thalheim ging, so dreht sich fast alles um das Nesthäkchen Florentine „Flori“ Thalheim. Eindrucksstark lässt Brigitte Riebe sie zu einer starken Persönlichkeit heranwachsen. Floris Weg ist für viele in der Familie zwar nicht ganz nachvollziehbar, aber das lässt sie nicht davon abhalten, ihren Lebensweg zu finden, um ihre Träume zu verwirklichen. Selbst Niederlagen steckt sie, dank ihrer Familie und Freunde weg und aufgeben ist partout nicht ihr Ding. Aber nicht nur Floris Leben scheint unruhig zu sein, denn ihre Familie hat auch manche Ereignisse auf Lager. Nicht nur das Modehaus steht im Fokus, sondern auch persönliche Schicksale spielen eine große Rolle. Dank der vielen Wendungen, die eingebaut worden sind, bleibt es immer spannend und ich mochte und konnte dieses Buch kaum aus den Händen legen. Aber nicht nur die Reise um die Familie Thalheims war ein Genuss, sondern auch die geschichtliche Zeitreise war ein Feuerwerk der Ereignisse und Gefühle. Zwar kannte ich einiges aus dem Geschichtsunterricht, aber vieles war mir neu oder entfallen. Was mir immer sehr gut gefällt, ist, dass die Autorin nicht einfach die Ereignisse „abklappert“, sondern sie lässt sie in die Handlung einfließen und so wurden sie wieder sehr lebendig. Dadurch entstand das Gefühl, dass ich ganz nah am Geschehen war und aus einer unbeteiligten Leserin eine der vielen Zeitzeugen wurde, so durfte ich z.B. bei den Unruhen der DDR teilhaben, aber auch Kennedy Besuch 1963 samt Rede am Schöneberger Rathaus waren ein Highlight. Die Reise zum ersten Konzert der Beatles im Starklub durften ebenso nicht fehlen wie Marlene Dittrich oder der damals regierende Bürgermeister Willy Brandt nebst Gattin Rut. Der Mauerbau wurde so präsent geschildert, dass die Sorge der West- und Ostberliner hautnah zu spüren war. Dieser Roman ist das allerschönste Kopfkino, dass ich beim Lesen hatte. Vielleicht sollte man wirklich mal darüber nachdenken, diese Trilogie zu verfilmen. Der Stoff ist brillant und es gibt so viele Schauspieler, die ich mir als Besetzung vorstellen könnte. Ein Traum….der vielleicht mal wahr werden wird.
Oder um es mit Floris oder Benkas Worten zu sagen: „Käme auf einen Versuch an“ (Seite 417).

Brigitte Riebe hat mit ihrem dritten Teil der Thalheim-Saga wieder einmal bewiesen, dass sie sich zurecht zu den erfolgreichsten Autorinnen zählen darf. Eine sehr emotionale, dramatische und geschichtliche Reise mit und um die Familie Thalheim, die nicht besser hätte geschrieben werden können. Die ersten beiden Bände waren schon ein Highlight, aber dieser ist um einige Längen besser!

5 Sterne (Entschuldigung, aber mehr kann ich hier nicht vergeben) und eine absolute Leseempfehlung oben drauf. EIN MUSS für Bücherfans!!!


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Veröffentlicht am 14.04.2020

Angelas Neuanfang

Die Seidenvilla
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Inhaltsangabe:
Nach dem schweren Schicksalsschlag muss Angela ihr Leben neu ordnen, aber dafür braucht sie einen klaren Kopf. Da kommt ihr die Einladung ihrer Tante Tess gerade recht, denn diese lädt Angela ...

Inhaltsangabe:
Nach dem schweren Schicksalsschlag muss Angela ihr Leben neu ordnen, aber dafür braucht sie einen klaren Kopf. Da kommt ihr die Einladung ihrer Tante Tess gerade recht, denn diese lädt Angela zu sich nach Asenza im Veneto ein. Kaum angekommen, hat Angela sich schon in diese Gegend verliebt und nicht nur das: das Interesse an der Seidenvilla und die dazugehörige Weberei lässt Angelas Herz höherschlagen. Jetzt soll die Villa verkauft werden, aber was passiert mit den Mitarbeiterinnen? Angela möchte diese alte Handwerkskunst gerne retten, aber spielt der Besitzer mit und verkauft er die Villa an Angela?

Vor einiger Zeit entführte Tabea Bach ihre Leserschaft auf die Kamelien – Inseln. Diese nimmt sie nun mit nach Italien, um ihr die Kunst der Seidenweberei nahezubringen.
Die Seidenvilla heißt der erste Band der neuen Trilogie. Nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, wusste ich, dass dies wieder eine sehr gefühlvolle Trilogie werden wird. Eines kann ich schon vorweg schreiben: ich bin begeistert!


Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen. Ab der ersten Seite zog mich diese Geschichte in den Bann und ich durfte in Angelas Leben ein und abtauchen. Während des Lesens merkte ich sehr schnell, dass dies ein Herzensbuch von Tabea Bach ist. Wenn man die Danksagung liest, weiß man auch warum. Vor Jahren hat sie eine Seidenweberei in Asolo besucht und sich in diese verliebt. Es folgten Gespräche mit den Arbeiterinnen und sie ließ sich die ganze Materie um das Seidenspinnen und weben erklären. Jetzt ist endlich ihr Roman über diese große Liebe entstanden bzw. erschienen. All ihr damals erworbenes Fachwissen hat sie detailliert und anschaulich für den Leser aufgeschrieben. Für mich war es eine schöne und sehr interessante Reise in die Welt der Seidenweberei, die ich bis dato noch nicht kannte. Es war weder langatmig noch langweilig. Eher das Gegenteil: es war sehr informativ und lehrreich.
Auch die Kulisse, die sie damals auf ihrer Reise erleben durfte, hat sie hier brillant eingefangen und wiedergegeben. Auch wenn Asenza ein fiktiver Ort ist, entsteht der Eindruck, dass es diesen Ort tatsächlich gibt. Bildhaft und wunderschön wie die Autorin die Seidenvilla mit ihren Webstühlen und Wohnräumen, die Wandfresken oder die Museen beschreibt. Aber nicht nur die Villa wird wundervoll beschrieben, sondern auch das italienische Flair und die dazugehörige Mentalität der Einwohner wird perfekt wiedergespiegelt. Hier entsteht ein wahres Kopfkino, dass den Leser sofort ein unbeschreibliches Urlaubsfeeling beschert.
Von Anfang an waren mir die Charaktere sehr lebensnah und sympathisch. Ihr Auftreten war nicht aufgesetzt, sondern wirkte sehr natürlich. Dadurch konnte ich mich in ihr Handeln und Tun sehr gut hineinversetzen.
Angela, die nach dem Tod ihres Mannes einen Neuanfang wagt.
Angelas Tochter Nathalie, die Kunststudentin, die ihre Mutter mit Rat und Tat beiseite steht.
Tante Tess, die ihr Herz am richtigen Fleck hat, aber auch sehr resolut sein kann.

Wer den Klapptext liest, weiß in etwa was ihn in diesem Roman erwartet. Trotzdem lohnt sich die Reise nach Asenza. Tabea Bach hat eine schöne einfühlsame, aber fiktive Geschichte um Angela geschaffen, die ihre Leser verzaubert. Aber nicht nur das, denn dank Informationen und ihr Wissen über die Seidenweberhandwerkskunst erhält dies Handlung eine brillante Authenzität, die nicht besser hätte sein können. worden ist. Auch wenn hier einige Situationen vorhersehbar sind, hat die Autorin noch genügend Raum für einige Überraschungen und die Liebe gelassen.
Zu gerne wüsste ich, wie es mit Angela und ihrer Seidenweberei weitergehen wird. Wird sie auch privat ihr Glück finden bzw. genießen können?

Ich freue mich schon auf ein baldiges Wiedersehen mit Angela und warte mit voller Neugierde, wie die Geschichte weitergehen wird.


Tabea Bach versteht es, ihre Leser bestens zu unterhalten und mit diesem Roman hat sie es wieder einmal bewiesen. Für mich war die Seidenvilla wieder einmal ein pures Lesevergnügen, die mich Voll und Ganz überzeugt hat.
5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung oben drauf!!


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