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Veröffentlicht am 06.01.2023

Ein schwacher Auftakt, der hinter meinen Erwartungen blieb

Der Strand: Vermisst
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen („Wenn ich tot bin“ oder „Stadler & Montario ermittelt“) hat Karen Sander nun ihr neustes Werk „Der Strand – vermisst“, dass im Januar 2022 im Rowohlt Verlag erscheint, ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen („Wenn ich tot bin“ oder „Stadler & Montario ermittelt“) hat Karen Sander nun ihr neustes Werk „Der Strand – vermisst“, dass im Januar 2022 im Rowohlt Verlag erscheint, vorgelegt. Der erste Band ist zugleich der Auftakt einer Thriller- Trilogie. Leider muss ich gestehen, dass ich weder die Autorin noch ihre Bücher kenne und somit war dies mein Debüt. Der Klapptext und auch die Leseprobe haben meine Neugierde mehr als nur geweckt und somit stand schnell fest, dass es mal wieder an der Zeit wäre, einen Thriller zu lesen.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin gefiel mir auf Anhieb und so tauchte ich gleich in den Fall um Lilly Sternberg ein und ab. Während des Lesens merkte ich, wie mir die Charaktere immer unsympathischer wurden, besonders Tom und Mascha, die mehr ihre privaten Probleme zu lösen versuchten als den Fall. Aber auch die anderen Personen waren für mich sehr oberflächlich dargestellt worden und mir fehlte jeglicher Zugang zu ihnen. Gerade die Figuren sind das A und O in einer Geschichte und da hätte man viel mehr herausholen können. Die Handlung ist schnell erzählt. Die gehörlose 19jährige Lilly Sternberg möchte sich mit ihrer besten Freundin Fabienne am Strand treffen, wo Fabienne erfolglos wartet. Fieberhaft versucht sie Lilly zu erreichen, aber auch dies verläuft im Sand. Kurz darauf wird die hiesige Polizei informiert und der leitende Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt übernimmt die Ermittlungen, die ebenfalls keinen Erfolg bringt. Als Fabienne eine mysteriöse Handynachricht von Lilly bekommt, wird die Kryptologin Mascha Krieger hinzugezogen. Die Spurensuche läuft auf Hochtouren. Wo ist Lilly und hat sie die Handynachricht tatsächlich geschrieben?

Wie schon oben erwähnt, hat Karen Sander mit „Der Strand – Vermisst“ den Auftaktband ihrer neuen Trilogie veröffentlicht. Normalerweise liebe ich aufeinanderfolgende Bände, die mich spannungsgeladen auf die Fortsetzung warten lassen, aber hier ist dies leider nur bedingt der Fall. Einerseits finde ich die Thematik des Falls sehr interessant, sie hat mich neugierig gemacht. Leider hapert es hier an der Umsetzung. In den kurzen und knappen Kapiteln passiert so viel, dass es mir schon zu fiel wurde. Zudem ließen die Ermittlungsarbeiten von Tom und Mascha sehr zu wünschen übrig und so blieb ich als Leserin mit zig Fragen ziemlich ratlos zurück. Zudem hätte ich erwartet, dass hier das ein oder andere Rätsel gelöst wird und nicht neue entstehen. Alles was am Ende zurück blieb war ein offenes Ende und Ratlosigkeit.

Ob ich den zweiten Teil dieser Reihe (der im März 2023 erscheinen soll) noch lesen werde, weiß ich leider noch nicht. Einerseits möchte ich unbedingt wissen, was mit der verschwundenen Lilly passiert ist, aber andererseits habe ich Angst, dass ich genauso enttäuscht das Buch beenden werde, wie dieses hier.

3 Sterne

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Veröffentlicht am 01.01.2023

sehr gelungener Auftakt

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen unter anderem Namen hat Petra Aicher nun ihr neustes Werk „Fräulein Anna Gerichtsmedizin“, dass im Dezember 2022 im Ullstein Verlag erschienen ist, veröffentlicht. Ich ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen unter anderem Namen hat Petra Aicher nun ihr neustes Werk „Fräulein Anna Gerichtsmedizin“, dass im Dezember 2022 im Ullstein Verlag erschienen ist, veröffentlicht. Ich muss leider gestehen, dass ich weder die Autorin noch ihre bisherigen Bücher kenne und somit war dieser Roman mein Debüt. Dank eines Buchportals bin ich auf dieses Buch aufmerksam gemacht worden und nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, stand für mich fest: ein Must Have, dass ich unbedingt lesen muss!

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin ließ mich sofort in die Geschichte um Anna Zech ein und abtauchen. Bereits nach wenigen Seiten hatte mich der Roman komplett in seinen Bann gezogen und von da an, konnte bzw. wollte ich ihn auch nicht mehr aus den Händen legen. Zu jedem Zeitpunkt musste ich wissen, wie es mit Anna und Fritz weitergehen wird. Bevor ich aber näher auf die Geschichte eingehe, möchte ich noch die sehr gut gezeichneten Charaktere loben. Authentisch und lebensnah und dank dieser brillanten Darstellung konnte ich mich perfekt auf die Zeit 1912 einlassen. Während des Lesens merkt ich, mit wieviel Herzblut die Autorin ihren Roman geschrieben hat. Petra Aicher hat es nicht nur geschafft, eine brillant eingefangene Kulisse zu schaffen, sondern auch die gut recherchierten Fakten, perfekt in die Geschichte einfließen zu lassen. Die Handlung ist ein gelungener Mix zwischen historischen Roman und Kriminalfall. Ihre Tage am Rotkreuzkrankenhaus sind für die Krankenschwester Anna Zech gezählt, aber sie hat schon einen neuen Job in Aussicht: eine Assistentenstelle in der Münchner Gerichtsmedizin. Anna hat kaum Zeit ihren neuen Arbeitsplatz kennenzulernen, da muss sie auch ihre erste Obduktion beiwohnen. Die ehemals erfolgreiche Schauspielerin Adele Röckl wird tot aus dem Wasser geborgen und um die Todesursache zu ermitteln, muss sie medizinisch untersucht werden. Für den ersten Tag eine ziemliche Herausforderung.

Zur gleichen Zeit erfährt der Skandalreporter Fritz von Weynand von der toten Schauspielerin und wittert seine Chance. Um jeden Preis will er die Story für seine Zeitung haben und mit seinem Charme lernt er Anna Zech kennen. Obwohl sie sehr misstrauisch ihm gegenüber ist, lernen die beiden sich näher kennen und sind der gleichen Meinung: Adele Röckl hat sich niemals selbst getötet. Anna und Fritz wollen Licht ins Dunkel bringen. Ob ihnen das gelingen wird? Das Ende war stimmig und macht Lust auf den zweiten Band.

Mit ihrem ersten Band Petra Aicher hat es geschafft, meine Erwartungen mehr als nur zu erfüllen. Sehr gute Charaktere, eine spannende Geschichte, die in einer zeitgemäßen Kulisse spielt, was will der Leser mehr.

4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.12.2022

Unverhofft du & ich (Band 2) - die emotionale Reise geht weiter

Unverhofft Du & Ich
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Nachdem erfolgreichen Debütroman „Zweimal du & ich“ hat Katharina Jäckle nun ihr neustes Werk „Unverhofft du & ich", dass im Dezember 2022 erschien, vorgelegt. Da ich vor kurzem Band eins mit großer Begeisterung ...

Nachdem erfolgreichen Debütroman „Zweimal du & ich“ hat Katharina Jäckle nun ihr neustes Werk „Unverhofft du & ich", dass im Dezember 2022 erschien, vorgelegt. Da ich vor kurzem Band eins mit großer Begeisterung gelesen habe, wollte bzw. musste ich natürlich wissen, wie es mit Anna und Julia weitergehen wird. Ach, ich liebe es, wenn ich nahtlos weiterlesen darf und so ging meine Reise erneut nach Zürich.

Wer den ersten Band der Autorin schon gelesen hat, kennt bereits den flüssigen und leichten Schreibstil und weiß ihn zu schätzen. Kaum das ich ein paar Sätze gelesen hatte, war ich auch schon in Julias Geschichte ein und abgetaucht. Das die Autorin ihr Handwerk versteht, davon konnte ich mich bereits beim Debütroman überzeugen, aber nicht nur, dass: mit ihren emotionalen Geschichten verzaubert sie ihre Leserschaft und deren Herzen. Je weiter ich las, desto tiefer wurde ich in den Bann gezogen und desto schwerer fiel es mir, das Buch ohne weiteres aus den Händen zu legen. Zu jeder Minute wollte ich wissen, wie es weitergeht, aber dazu ein wenig später. Wie schon oben erwähnt, ist der Handlungsort wieder einmal Zürich und Umgebung. Eine schöne Kulisse, die sich der Leser, dank der detaillierten Beschreibung, sehr gut vorstellen kann. In dieser schönen Landschaft passen natürlich die authentischen und lebensnahen Charaktere von Katharina Jäckle perfekt hinein. Wer bereits den ersten Teil dieser Du & Ich – Reihe kennt, trifft auf alte Bekannte und für mich war es eine Art nachhause kommen. Anna, die im Debütroman ihre Hauptrolle bekam. Julia, die beste Freundin von Anna. Ben, der neue Mitbewohner von Julia. Dies sind aber nur drei von zahlreichen Figuren, die brillant in Szene gesetzt worden sind. Je einzelne Person bereichert durch sein Dasein die Handlung und genau zu dieser kommen wir jetzt.

Die Freundinnen Anna und Julia wohnen immer noch zusammen, aber Anna zieht es nach London, wo sie ein halbes Jahr studieren möchte. Für Julia heißt es nicht nur Abschied nehmen, sondern auch einen neuen Mitbewohner für ihre Wohnung suchen. Aber wenn soll sie nehmen? So recht will ihr keiner der Bewerber zusagen, aber da ist Ben. Ben, ebenfalls Student, sucht eine ruhigere WG, denn er will sich voll und ganz auf sein Studium konzentrieren. Nur mit Julia als Mitbewohnerin? Irgendwie hatte er sich was anderes vorgestellt, aber als Julia ihm die Zusage für das Zimmer gibt, zieht er ein. Als Julias Welt ins Wanken gerät, beweist sich Ben als wahrer Freund und hilft ihr in der schwierigen Lebensphase. Ist es wirklich nur ein Freundschaftsdienst oder steckt vielleicht mehr dahinter? Eine recht turbulente und emotionale Reise beginnt.

Mit „Unverhofft du & Ich“ hat Katharina Jäckle erneut einen gefühlvollen und lebensnahen Liebesroman geschrieben, der einem ans Herz geht. Zudem blieb die Geschichte sehr realitätsnah und wirkte zu keinem Zeitpunkt kitschig oder gar überzogen, was ich sehr liebe. Es gibt nichts Schlimmeres als das Gefühle oder Happy Ends auf Biegen und Brechen herbeigeführt werden. Jeder der dieses Buch liest, merkt wie die Handlung sich stetig entwickelt, dadurch wirkt das Ganze harmonisch und stimmig. Was mir persönlich sehr gut gefiel, war zum einen, dass die Geschichte aus Julias und Bens Sicht erzählt worden ist. So konnte ich mich als Leserin genau in die Gedanken – und Gefühlswelt der beiden hineinversetzen. Zum anderen waren diesmal kleine und gut dosierte erotische Szenen mit hineingewoben worden, die dem Ganzen, das gewisse Etwas gab. Wow, der erste Roman gefiel mir schon sehr gut, aber dieser war noch ein paar Sternchen besser. Chapeau und eine brillante Leistung.

Schade nur, dass die Reise nun vorbei ist.....

Auch dieser Teil ist einer meiner Lesehighlights und ich bin dankbar, dass ich Katharina Jäckle samt ihren Romanen kennen- und lieben lernen durfte. Ich würde mich freuen, wenn es noch weitere Bücher von ihr geben würde. 

5 von 5 Sternen (sorry, mehr kann ich nicht vergeben) und eine absolute Leseempfehlung oben drauf!

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Veröffentlicht am 15.12.2022

Eine wunderschöne gefühlvolle Liebesgeschichte, die ans Herz geht

Zweimal du und ich
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Mit „Zweimal du & ich“ hat Katharina Jäckle ihren Debütroman, der im November 2021 erschien, vorgelegt. Dank eines Internetportals bin ich auf die junge Schriftstellerin aufmerksam geworden und da ich ...

Mit „Zweimal du & ich“ hat Katharina Jäckle ihren Debütroman, der im November 2021 erschien, vorgelegt. Dank eines Internetportals bin ich auf die junge Schriftstellerin aufmerksam geworden und da ich immer auf der Suche nach neuen Autoren und ihren Werken bin, wusste ich, dass ich hier genau richtig bin. Dank des Klapptextes bekam ich auch noch die Bestätigung, denn dieser macht nicht nur neugierig, sondern Lust auf mehr. Von da an gab es für mich kein Halten mehr und ich musste den Roman lesen. Bereut habe ich es keine Sekunde lang, aber der Reihe nach

 

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich angenehm überrascht und ließ mich sofort in die Geschichte von Anna ein- und abtauchen. Wow! Ich bin beeindruckt, was für ein Potenzial Katharina Jäckle an den Tag legt und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich schreiben, dass wir es mit einem „alten Hasen“ zu tun hätten, der schon zig Bücher veröffentlicht hat. Dem ist aber nicht und dennoch weiß die junge Schriftstellerin, womit sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann. Das schaffen nur ganz wenige, aber Katharina Jäckle gehört definitiv zu dem kleinen erlauchten Kreis dazu. Chapeau!

Nicht nur mit dem Erzählstil kann die Autorin punkten, auch ihre authentischen und lebensnahen Charaktere sind ein Highlight. Während des Lesens entstand der Eindruck, ich würde sie schon seit Jahren kennen. Ganz egal, wenn man hier herausnehmen würde, jeder einzelne hat seinen Platz und bereichert durch seine Anwesenheit die Geschichte. Was nützen die gut gezeichneten Figuren, wenn die Kulisse nicht stimmt? Da hat es sich die Schweizerin etwas einfacher gemacht und ihre wunderschöne Heimat als Hauptspielort eingesetzt. Leider war ich noch nie in der Schweiz, aber dank der bezaubernden Beschreibungen sollte ich mal dorthin fahren und mich selbst von diesen schönen Fleckchen Erde überzeugen bzw. verzaubern lassen.

Die Geschichte ist eine wunderschöne Lovestory von Anna und Oliver. Die sechszehn Jahre alte Anna lebt mit ihren Eltern in der Schweiz, aber leider nicht mehr lange. Ihre Eltern müssen, Aufgrund einer Familienangelegenheit, nach London ziehen und Anna muss mit. Viel lieber würde sie in ihrer geliebten Heimat bleiben, denn nichts hasst sie mehr Veränderungen oder Neuanfänge. Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund um zu bleiben: ihre beste Freundin Julia, mit der sie seit zig Jahren befreundet ist. Allerdings zieht Julia für ein Jahr nach Schweden, somit wäre Anna auch für eine Zeit allein. Um die gemeinsame Zeit sinnvoll zu nutzen, erstellt Julia eine Checkliste für Anna, um sie für die Londoner Boys fit zu machen. Voraussetzung ist, dass sie mit dem Hottie und Frauenschwarm Oliver flirtet. Oje…auch das noch? Was folgt, war so nicht geplant. Als Anna fürs Studium in ihre alte Heimat zurückkehrt, freut sie sich nicht nur auf ihre Freundin Julia, sondern auch auf die Uni. Allerdings hält die Freude nicht lange an. Kaum ist Anna auf dem Campus, sieht sie ihren damaligen Freund Oliver! Was nun? Wie wird er auf das erste Zusammentreffen reagieren? Nach vier Jahren Funkstille ist die Vergangenheit bei beiden noch sehr präsent. Eine recht emotionale und turbulente Zeit bricht für beide an.

 

Katharina Jäckle hat es geschafft, eine sehr schöne emotionale und realistische Liebesgeschichte zu schreiben, die einem nicht nur das Herz verzaubert. Manchmal hatte ich das Bedürfnis entweder Anna oder Oliver (vielleicht auch beide) zu schütteln und ihnen klar zu machen, dass ein klärendes Gespräch mehr hilft als das was die zwei veranstaltet haben. Die Geschichte wirkte deshalb realistisch, weil zu keinem Zeitpunkt überzogen oder gar kitschig war. Bei vielen Romanen muss auf Biegen und Brechen ein Happy End erzeugt werden. Hier nicht. Für mich war es nachvollziehbar und stimmig zu gleich. Von Anfang bis Ende war es perfekt und sehr gut ausgearbeitet worden. Mir bereitete es sehr viel Spaß, die Reise mit Anna und Co zu unternehmen und sie durch Höhen und Tiefen zu begleiten. Jetzt freue ich mich auf Band zwei (Unverhofft und du & ich / Du und Ich Bd. 2)

Danke, dass ich wieder eine mir unbekannte Autorin samt ihrem brillanten Roman kennenlernen durfte. Für mich war dieses Buch ein Lesehighlight 2022, das ich wirklich nur weiterempfehlen kann. 5 Sterne! 

Auf jeden Fall werde ich die junge Schweizerin im Lesefokus behalten! 

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Veröffentlicht am 07.12.2022

Eine emotionale und spannende Familiengeschichte

Feldpost
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Nach zahlreichen Buchveröffentlichungen (Trümmerkind oder Grenzgänger – nur um zwei zu nennen) hat Mechtild Borrmann nun ihr neustes Werk „Feldpost“, dass im November 2022 im droemer Verlag erschien, vorgelegt. ...

Nach zahlreichen Buchveröffentlichungen (Trümmerkind oder Grenzgänger – nur um zwei zu nennen) hat Mechtild Borrmann nun ihr neustes Werk „Feldpost“, dass im November 2022 im droemer Verlag erschien, vorgelegt. Seitdem ich das Buch „Der Geiger“ gelesen habe, bin ich ein großer Fan ihrer Romane, die teilweise auf wahre Begebenheiten beruhen. Endlich gibt es wieder neuen Lesestoff von einer großartigen Autorin und nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, war meine Neugierde mehr als nur geweckt worden.

Wer schon das eine oder andere Buch von Mechtild Borrmann gelesen hat, kennt den einzigartigen Schreibstil, der flüssig und emotional zugleich ist. Die Autorin weiß ganz genau womit sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann, wie auch hier. Ab der ersten Seite tauchte ich in die Geschichte um Richard, Adele und Albert ein und ab. Aber nicht nur mit dem Erzählstil kann sie überzeugen, auch mit den authentischen und lebensnahen Charakteren. Manchmal frage ich mich, ob die Autorin all ihre Figuren noch persönlich kennengelernt hat. Ich glaube nicht, trotzdem oder gerade deswegen möchte ich ein großes Kompliment aussprechen, denn dieses Gefühl vermitteln nur die allerwenigsten. Die Handlung basiert auf zwei Zeitebenen. Die von Cara spielt in der Gegenwart und Richards Vergangenheit in den 30er Jahren. Während eines Cafébesuchs trifft die Anwältin auf eine völlig unbekannte Frau. Als diese ging, findet Cara an deren Platz einen Aktenkoffer, den sie, um heraus zu finden wem dieser gehört, mit nachhause nimmt. Auf ihrer Spurensuche findet sie zahlreiche Briefe, Fotos und Unterlagen zu einem Hausverkauf, aber auch einen Namen: Richard Mertens. Nach intensiven Recherchen kann sie den Absender dieser Feldpost ausfindig machen und kontaktiert ihn, um den Fund wieder an ihm zurückzugeben. Für Richard beginnt nun eine sehr emotionale und spannende Reise in seine Vergangenheit. Stück für Stück kommen die schrecklichen Jahre wieder ans Tageslicht. Der zweite Weltkrieg begann und der Nationalsozialismus war an der Macht. Misstrauen, Verrat, Verleumdungen und Angst waren an der Tagesordnung. Was aber das Schlimmste war, dass Freunde zu Feinden wurden und keiner konnte mehr dem anderen vertrauen. Jetzt und viele Jahre später werden die lang gehegten Geheimnisse aufgedeckt und etliche Fragen geklärt. Wo ist Adele? Was ist mit Richards großer Liebe passiert?

Mechthild Borrmann erzählt nicht nur die Familiengeschichten Kuhn/Mertens, sondern sie nimmt ihre Leser auf eine Zeitreise mit, die nicht nur erschreckend, sondern zugleich grausam war. Seite für Seite tauchte ich in die aufwühlende und zugleich traurige Geschichte Richard Mertens ein. Fesselnd und zugleich spannend, konnte ich dieses Buch kaum aus der Hand legen, so sehr hat es mich in seinen Bann gezogen. Nicht nur Cara bzw. Richard hatten Fragen und suchten nach den entsprechenden Antworten, sondern auch ich. So nach und nach kam Licht ins Dunkel und ich blieb erschütternd zurück. Aber nicht nur die aufgeworfenen Fragen ließen mir keine Ruhe, sondern auch mein Kopfkino, dass 296 Seiten lang auf Hochtouren lief. Dies schaffen nur die allerwenigsten Autoren. Mechtild Borrmann gehört definitiv zu den wenigen.

Der Roman „Feldpost“ ist nicht einfach nur eine Familiengeschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert. Sie ist eine Zeitreise in die deutsche Geschichte, die so in keinem Schulunterricht gelehrt wird. Für mich war dieser Roman aufwühlend, authentisch, emotional, intensiv und sehr spannend. Kompliment an Mechtild Borrmann, die erneut gezeigt hat, dass Geschichte nicht langweilig sein muss. Danke für diese Feldpost!

5 von 5 Sternen (obwohl dieses Buch mehr verdient hat) und eine absolute Leseempfehlung gibt es obendrauf.

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