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Veröffentlicht am 26.10.2022

Die 20er Jahre Berlins

Die Wintergarten-Frauen. Der Traum beginnt
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Nach ihren erfolgreichen Büchern „Die Königin von Berlin“ oder „Als wir unsterblich waren“ (um hier nur zwei nennen zu wollen) hat Charlotte Roth nun ihr neustes Werk „Die Wintergarten – Frauen „Der Traum ...

Nach ihren erfolgreichen Büchern „Die Königin von Berlin“ oder „Als wir unsterblich waren“ (um hier nur zwei nennen zu wollen) hat Charlotte Roth nun ihr neustes Werk „Die Wintergarten – Frauen „Der Traum beginnt“, der im November 2022 im droemer Verlag erschienen ist, vorgelegt. Mit diesem Roman beginnt ihre neue Trilogie Die Wintergarten – Saga! Einige ihrer Bücher stehen bei mir schon im Regal, allerdings hatte ich noch nicht die Zeit sie zu lesen, aber dieses hier, hat mich sehr gereizt. Allein schon das Cover, zu dem ich mich sehr selten äußere, ist ein wahrer Eyecatcher. Es spiegelt genau die Zeit der Zwanziger Jahre wider, in der Varietés und Revuen ihre Höhepunkte feierten. Der Klapptext versprach mir eine Reise in die Welt der Schauspieler, Tänzer und Akrobaten und so ließ ich mich verzaubern.



Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich angenehm überrascht und so tauchte ich ein in die Geschichte um Nina von Veltheim. Ab der ersten Seite war ich ein fester Bestandteil und ließ mich treiben in eine Welt, die ich nur von Hören und Sagen her kenne. Die Charaktere waren sehr detailliert und authentisch eingefangen und wieder gespiegelt worden. Nur mit Nina von Veltheim wurde ich nie richtig eins. Ich mochte ihre Art und Weise nicht, mit der sie sich durch Leben schlug: Jede Hilfe lehnte sie ab, Jobangebote ließ sie platzen, nur weil Fräulein von Veltheim es allein schaffen wollte. Bei manchen Sachen braucht auch eine von und zu Hilfe. Mit diesem Verhalten hat sie nicht nur ihre Freunde und Bekannten vor dem Kopf geschlagen, sondern auch bei mir ein Kopfschütteln ausgelöst. Dafür fand ich ihre Tante Sperling einfach unschlagbar, aber auch Jenny und Sonia fand ich klasse. Die beiden Letztgenannten wussten wie sie ihr Leben allein meistern mussten.

Die Handlung ist eine faszinierende Reise in die 20er Jahre von Berlin. Der erste Krieg ist vorbei, aber statt aufzuatmen, wurde die wirtschaftliche Lage immer schlechter. Obwohl einige Menschen genug Geld hatten, konnte sie nichts dafür kaufen, denn das Geld verlor täglich an Wert. Einige Lebensmittel wurden unerschwinglich und so mussten viele Berliner hungern. Einige trieb es sogar in den Selbstmord. Die junge Nina von Veltheim hat nur einen Wunsch: sie möchte so gerne Schauspielerin werden, aber Zuhause in der Uckermark ist dies schier unmöglich. Ihr Zwillingsbruder hat die rettende Lösung und schickt seine Schwester nach Berlin. Dort soll sie ihr Glück versuchen und ihren Traum verwirklichen. Allerdings ist dies nicht so einfach wie gedacht, denn Frauen sind in diesem Beruf nicht gerade gesucht und schon gar keine ungelernten bzw. unerfahrenen. Trotz des Widerstandes lässt sie sich nicht unterkriegen und kämpft. In einer Kneipe lernt sie u.a. Jenny, eine ausgebildete Tänzerin und Sonia, eine exzellente Zeichnerin kennen. Die drei Frauen beschließen ihr eigenes Programm auf die Beine zu stellen. Werden sie in der Männerwelt es tatsächlich schaffen, die Varietés – Welt zu erobern?

Charlotte Roth nimmt ihre Leserschaft nicht einfach nur auf eine Reise mit. Nein, sie entführt sie in eine Glitzer- und Glamourwelt, die in den 20er Jahren der Bevölkerung den Alltag einfach vergessen ließ. Aber nicht nur dies, die Autorin lässt ihre Leser einen tiefen Einblick hinter die Kulissen dieser Revuewelt blicken. Zudem erfahren sie, wie der Alltag in der größten Metropole der Welt aussah und mit welchen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten sie kämpfen mussten. Trotz all der Widrigkeiten spürte ich als Leserin welche Lebensfreude und Schaffenskraft in der Bevölkerung steckte. Immer nach vorne sehen und niemals die Hoffnung aufgeben.

Was mir sehr gut gefiel, war am Ende des Buches ein sehr interessantes Glossar, dass ich sehr lesenswert fand.

Der Auftakt Die Wintergarten – Saga gefiel mir, trotz einer nervenden Hauptdarstellerin, sehr gut und ich freue mich schon, den zweiten Teil demnächst lesen zu dürfen. Bin schon gespannt, wie es mit den Wintergarten – Frauen weitergehen wird.

4 von 5 Sternen

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2022

Grandiose Fortsetzung

Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts (Die Kinderärztin 3)
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Nach ihren Auftaktromanen „Zeit der Wunder“ und „Jahre der Hoffnung“ hat Antonia Blum nun den dritten Band „Tage des Lichts“ aus ihrer erfolgreichen Reihe Kinderklinik Weißensee, der im Oktober 2022 im ...

Nach ihren Auftaktromanen „Zeit der Wunder“ und „Jahre der Hoffnung“ hat Antonia Blum nun den dritten Band „Tage des Lichts“ aus ihrer erfolgreichen Reihe Kinderklinik Weißensee, der im Oktober 2022 im Ullstein Verlag erschien, vorgelegt. Seit dem ersten Teil bin ich ein großer Fan dieser Saga und warte mit voller Vorfreude auf das sie endlich weitergeht. Jetzt ist es soweit und der Klinikalltag kann beginnen.

Wie schon bei den vorherigen Bänden, konnte mich auch hier der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin voll und ganz begeistern. Ich liebe Antonia Blums Erzählstil, denn dieser ließ mich sofort in die Geschichte ein und abtauchen. Aber nicht nur dem Erzählstil kann die Autorin punkten, sondern auch mit ihren facettenreichen Figuren. Durch ihre authentische und detaillierte Darstellung haucht Antonia Blum nicht nur ihren Personen Leben ein, sondern schafft es auch, dass der Leser sich in die einzelnen Personen sehr gut hineinversetzen kann. Für mich ist es auch eine Art Wiedersehen. Bereits zwei Romane lang begleite ich Marlene und Co schon und bin gespannt, wie es mit den liebgewonnenen Charakteren weitergehen wird. Die Handlung schließt nahtlos an den vorherigen Band an und diesmal befinden wir uns in den Jahren 1919 – 1931. Marlene von Weilert hat es geschafft ihren Traum wahr werden zu lassen: sie ist promovierte Ärztin in der Kinderklinik Weißensee. Aber auf privater Ebene scheinen sich die Träume nicht erfüllen zu wollen. Sie und ihr Mann wünschen sich nichts sehnlicher als Eltern zu werden und dafür würde Marlene sogar beruflich kürzertreten. Aber es kommt anders als geplant und ein neues Antibiotikum namens Penicillin macht selbst Marlene neugierig. Wird sie schwach werden und beruflich wieder durchstarten? Oder ist der Kinderwunsch stärker als jede medizinische Neuentdeckung? Ihre Schwester Emma Vogel scheint beruflich und auch privat angekommen zu sein. Ihre Beförderung als Oberschwester erfüllt sie mit ganzem Stolz und sie möchte ihren Job mehr als perfekt machen. Allerdings bekommt sie eine Vorgesetzte, die ihr schon einmal das Leben zur Hölle gemacht hat. Wird sie dieser Herausforderung trotzen können? Privat ist sie mehr als nur glücklich. Kurt und die beiden Kinder machen ihr Leben perfekt. Als Kurt dann auch noch seinen Traumjob bekommt, könnte es einfach nicht besser laufen. Allerdings ziehen bald dunkle Wolken auf. Ihr Sohn Theodor gerät in die falschen Kreise. Kann sie ihren Sohn wieder auf den richtigen Weg zurückführen oder verliert sie ihn? Aber nicht nur das Leben der beiden Schwestern wird hart auf die Probe gestellt. Politisch und wirtschaftlich stehen harte Zeiten der Bevölkerung bevor. Die NSDAP beginnen ihre politischen Machenschaften.

Ganz egal, welchen Band ich mir hier herausnehmen würde, bei jedem einzelnen merke ich, mit wieviel Herzblut Antonia Blum diese Saga geschrieben hat. Jede Zeitepoche, die sie behandelt, hat sie vorher genausten recherchiert und Fakten und Informationen darüber zusammengetragen, um diese in ihrer Geschichte brillant einzuweben. Diese Authentizität macht die fiktive Handlung zu einem wahren Lesehighlight. Die Autorin erzählt nicht nur die Geschichte über die Kinderklinik Weißensee, sie nimmt ihre Leserschaft mit auf eine Zeitreise und lässt sie hautnah daran teilhaben. Es gibt nur ganz wenige ihrer Zunft, die diese Begabung haben, aber Antonia Blum weiß womit sie ihre Leser in den Bann ziehen kann. Jedes Mal bleibe ich begeistert zurück.

Kinderklinik Weißensee „Tage des Lichts“ ist erneut eine brillante Fortsetzung, die Vorfreude auf den vierten Band macht. Schade nur, dass dieser erst Februar 2024 (Quelle: s. Klappcover) erscheinen soll.

Für mich ein wahres Lesehighlight und 5 von 5 Sternen!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2022

Marlene und das Buch Café

Das kleine Buchcafé an der Isar
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Nach ihrem Roman „Rosmarinküsse in der Toskana“ hat Emilia Thomas nun ihr neustes Werk „Das kleine Buch Café an der Isar, der im September 2022 bei beHEARTBEAT erschien, vorgelegt. Leider muss ich gestehen, ...

Nach ihrem Roman „Rosmarinküsse in der Toskana“ hat Emilia Thomas nun ihr neustes Werk „Das kleine Buch Café an der Isar, der im September 2022 bei beHEARTBEAT erschien, vorgelegt. Leider muss ich gestehen, dass ich weder die Autorin noch ihr Buch kenne, aber das hielt mich nicht davon ab, die Leseprobe zu lesen. Eher das Gegenteil war der Fall, denn ich bin immer auf der Suche nach neuen Autoren und ihren Werken. Die Leseprobe hat mir so gut gefallen, so das mir recht schnell klar wurde, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Zudem war ich auch auf den Ausgang der Geschichte gespannt.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin ließ mich sofort in die Geschichte um Marlene ein und abtauchen. Während des Lesens merkte ich, wie die Seiten nur so dahinflogen, aber das ist dem guten Erzählstil von Emilia Thomas zu verdanken. Sie erzählt nicht nur eine Geschichte, sie nimmt ihre Leserschaft auch auf eine kleine Reise mit, die den grauen Alltag ein wenig vergessen lässt. Aber nicht nur mit dem Erzählstil kann die Autorin punkten, sondern auch mit ihren Charakteren, die sie alle mit Ecken und Kanten versehen hat, so dass diese sehr authentisch und sympathisch herüberkamen. Zu den detaillierten Personen gesellt sich noch eine tolle Kulisse. Wenn ich so eine kleine Buchhandlung bzw. ein kleines Buch Café finden würde, würde ich mir die Zeit nehmen, um sie mir anzusehen. Die Beschreibung klang richtig gemütlich. Die Handlung ist schnell erzählt, denn in erster Linie geht es hier um Marlene, die nach ihrem erfolgreichen Studium inkl. Doktorabschluss einen Job sucht. Aber in München scheinen die Jobs nicht gerade auf der Straße zu liegen und um am Monatsende nicht völlig blank zu sein, beschließt sie einen Aushilfsjob anzunehmen. Dieser befindet sich in einem kleinen alteigesessenen Buch Café. Ihre Chefin, eine ältere Dame, scheint nicht besonders freundlich zu sein und Neuerungen duldet sie nur. Trotz aller Umstände bereitet Marlene die Arbeit großen Spaß und zudem gründet sie noch eine Schreibwerkstatt. Dort lernt sie Amelie kenne, die trotz ihres Handicaps, eine positive Energie versprüht, die ansteckend ist. Die beiden freunden sich an. Plötzlich steht Amelies Bruder vor der Tür und in Marlenes Bauch beginnen die Marienkäfer Flugstunden zu nehmen. Aber der Auserwählte ist liiert. Was nun? Wird Marlene ihn vergessen können? Wie wird Marlenes beruflicher Werdegang aussehen?
Emilia Thomas hat einen romantischen und wunderschönen Wohlfühlroman über Beruf, Freundschaft, Familie und die Liebe geschrieben. Wer sein Buch bei BeHEARTBEAT veröffentlicht darf letzteres natürlich nicht zu kurz kommen lassen. Selbst wenn einiges vorsehbar ist, so sind die über 200 Seiten mehr als nur lesenswert. Was mir sehr gut gefiel, dass diese Geschichte zu keinem Zeitpunkt kitschig bzw. überzogen wirkte. Mir hat die Reise zu dem kleinen Buch Café an die Isar sehr viel Freude bereitet. Dieser Roman war definitiv nicht der letztes von Emilia Thomas, den ich gelesen habe.

4 von 5 Sternen und wer eine Auszeit per Buch braucht, ist hier bestens aufgehoben.

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Veröffentlicht am 01.10.2022

Börnie auf Mördersuche

Es gibt ein Sterben nach dem Tod
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Nach ihren erfolgreichen Krimödien „Leichen, die auf Kühe starren“ oder „Der Club der toten Sticker“ hat Tatjana Kruse nun ihren neusten Fall „Es gibt ein Sterben nach dem Tod“, der im September 2022 bei ...

Nach ihren erfolgreichen Krimödien „Leichen, die auf Kühe starren“ oder „Der Club der toten Sticker“ hat Tatjana Kruse nun ihren neusten Fall „Es gibt ein Sterben nach dem Tod“, der im September 2022 bei HaymonKrimi erschien, vorgelegt. Seit ein paar Jahren bin ich ein großer Fan dieser Autorin und sobald ein neuer Krimi veröffentlicht wird, bin ich Feuer und Flamme und weiß sofort, dass dieser von mir unbedingt gelesen werden muss. Da geht absolut kein Weg vorbei.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin kann mich nach all den Jahren immer noch in seinen Bann ziehen und ihm ist es auch zu verdanken, dass ich bereits ab der ersten Seite in die Geschichte um Börnie ein und abtauchen konnte. Wer schon einmal einen Krimi von Tatjana Kruse gelesen hat, weiß womit sie ihre Leserschaft begeistern kann. Der unverkennbare detaillierte Erzählstil, der durch seinen Wortwitz eine Einmaligkeit bekommt, die man einfach lieben muss. Während des Lesens schaltet sich automatisch bei mir das Kopfkino an und so entsteht immer das Gefühl, dass parallel ein Film abläuft. Aber nicht nur mit dem Erzählstil kann Tatjana Kruse punkten, sondern auch mit ihren liebenswerten Charakteren, die so außergewöhnlich und facettenreich dargestellt worden sind. Ganz egal, wenn ich mir hier herausnehmen würde, sie waren mir alle mehr als nur sympathisch. Marketingexpertin Bernhardine „Börnie“ Hess, die ihre Abschiedsfeier anders verlässt als geplant, nämlich als Geist. Reinigungsfrau Jenny, die (warum auch immer) Börnie sieht und mit ihr sprechen kann. Oder das Medium namens Kai – Uwe mit seinen übersinnlichen Fähigkeiten. Dies sind nur drei der vielen Personen, die diesen Krimi auf ihre Art und Weise bereichern. Die Handlung ist der Knaller. Eigentlich sollte die Abschiedsfeier von Börnie ihr Highlight werden, aber alles kommt anders. Als sie aufwacht liegt sie auf dem Büroboden, aber irgendetwas stimmt hier nicht. Obwohl sie sich auf dem Boden liegen sieht, schwebt sie zweitgleich durch den Raum. Wie soll das funktionieren? Als sie auch noch erfährt, dass sie Opfer eines Mordanschlags geworden ist, weiß sie, dass sie tot ist und zwar mausetot. Aber so einfach lässt sich Börnie nicht unterkriegen und schon gar nicht als Geist. Sie beschließt ihren Mörder zu suchen, aber in ihrer Situation hat sie keine Chance und da trifft sie auf Jenny, die ihr den Rat gibt ein Medium aufzusuchen. Kaum ausgesprochen treffen die beiden auf Kai-Uwe, der zwar mit seinen übersinnlichen Wahrnehmungen punkten kann, aber auch ein wenig chaotisch ist. Obwohl sie so grundverschieden sind, begeben die drei sich auf Spurensuche. Ob sie Börnies Mörder finden werden? In einer rasenden, spannenden und zugleich sehr pointenreichen Handlung nimmt Tatjana Kruse ihre Leser mit auf Mördersuche. Mein Lesefluss wurde nicht durch Langatmigkeit oder Langeweile gestört. Nein, er wurde permanent durch diverse Lachanfälle unterbrochen. Kaum hatte man den einen Wortwitz „verdaut“ kaum auch schon der nächste um die Ecke. Die Sprüche oder auch die Situationskomik sind einfach brillant. Allein die 25 Kapitelüberschriften hatten es in sich. Tatjana Kruse versteht ihr Handwerk mehr als jede andere und so leicht macht ihr das auch keine nach.

Wie der Fall ausgehen wird, verrate ich natürlich nicht, denn dieser Krimi sollte unbedingt gelesen werden. Aber eines ist sicher: mit diesem Ende habe ich nicht gerechnet.

P.S: Liebes Team vom haymonVerlag! Ich würde mich über einen oder weitere Fälle von Börnie sehr freuen! Bitte lasst diese Reihe weiterleben!

Wer einen humorvollen, leicht schrägen, skurrilen, spannenden und temporeichen Krimi lesen möchte, der ist hier bestens aufgehoben. Besser geht es wirklich nicht!!!

Ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen und von mir bekommt er 5 von 5 Sterne (auch wenn er mehr verdient hätte). Absolut Lesenswert!!!!!

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Familie Dehmel - die Reise geht weiter

Ulla und die Wege der Liebe
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Nachdem die ersten Bände „Paulas Liebe“ und „Ursula und die Farben der Hoffnung“ aus der erfolgreichen Reihe Eine Familie in Berlin erschienen sind, hat die Autorin Ulrike Renk nun den dritten Teil „Ulla ...

Nachdem die ersten Bände „Paulas Liebe“ und „Ursula und die Farben der Hoffnung“ aus der erfolgreichen Reihe Eine Familie in Berlin erschienen sind, hat die Autorin Ulrike Renk nun den dritten Teil „Ulla und die Wege der Liebe“, der im August 2022 im Aufbau Verlag veröffentlicht worden ist, vorgelegt. Obwohl ich mich mit dem ersten Band etwas schwer anfreunden konnte, so blieb ich dennoch dieser Serie treu und habe es auch keinen Moment bereut. Vor ein paar Wochen habe ich den zweiten Band gelesen und so konnte ich nun nahtlos an den dritten anknüpfen. Ich muss einfach wissen, wie die Geschichte um Familie Dehmel weitergeht bzw. endet.

Tipp: Diese Buchreihe ist nicht für Quereinsteiger geeignet, denn jeder Band schließt nahtlos an den vorherigen an. Es lohnt sich definitiv bei Band 1 anzufangen!!!

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin kann mich, nach all den Jahren, immer noch faszinieren und restlos überzeugen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass ich schon nach ein paar Seiten in seinen Bann gezogen werde. Aber nicht nur mit dem Schreibstil kann Ulrike Renk punkten, sondern auch mit ihren authentischen Charakteren. Sie erschafft nicht nur Figuren, sie haucht ihnen Leben ein. Jedes Mal, wenn ich eine Geschichte von der Autorin lese, dann habe ich das Gefühl, dass ich die Personen schon jahrelang kenne. Jeder Band ist wie eine Art nach Hause kommen und man freut sich auf das große Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten. Ich liebe es und es ist einfach grandios. Dieser Eindruck entsteht aber nicht nur bei den Charakteren, sondern auch bei der Kulisse. Die Autorin hat das besondere Gespür, wie sie die damalige Atmosphäre einfängt und so wieder spiegelt, dass der Leser sich genau in die Zeit zurückversetzen kann. Es gibt nur ganz wenige Autoren, die das Talent besitzen und auch umsetzen können und Ulrike Renk gehört definitiv dazu. Sie weiß ganz genau, womit sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann.

Nun zu der Handlung, die in den Leser in die Jahre 1919 und 1924 bringt. Richards erste Frau Paula ist gestorben und hinterlässt eine große Lücke, sowohl beruflich als auch privat. Zudem ist der erste Weltkrieg beendet und Heinrich Dehmel kehrt zu seiner geliebten Ursula „Ulla“ Stolte zurück. Ulla, die mittlerweile ihr Kunststudium erfolgreich beendet hat, sucht nun händeringend eine Arbeit und Richard Dehmel hat sie: er will eine Sonderausgabe vom „Grünen Haus“ seiner verstorbenen Frau Paula herausbringen, die Ulla entwerfen und auch illustrieren soll. Eine größere Ehre und Freude hätte man Ulla nicht machen können und so nimmt sie diesen Job dankend an. Heinrich, der vor seiner Approbation steht, will sich noch weiterbilden und nun Psychologie studieren. Aber wie soll ihre gemeinsame Zukunft aussehen? Trotz aller Bedenken und Zweifel heiraten Ulla und Heinrich und es soll eine Liebe für immer sein. Obwohl ihre Liebe durch die Geburt von ihrer Tochter Fine gekrönt wird, ziehen bald dunkle Wolken heran. Wird diese Front schadlos an ihnen vorüberziehen? Wie wird die Zukunft von Ulla sein? Wird sie je wieder als Künstlerin arbeiten können oder bleibt sie Ehefrau und Mutter? Aber nicht nur Ulla und Heinrichs Leben steht vor einem Wendepunkt. Mehr will ich hier nicht verraten….

Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, hat bestimmt gemerkt, mit wieviel Herzblut Ulrike Renk sich dieser Geschichte um die Familie Dehmel hingegeben hat. Erneut hat die Autorin mit Ursula Dehmels Enkelin Regina Polensky zusammengearbeitet und viele Fakten und Informationen über die Familie Dehmel zusammengetragen und ausgewertet, um sie dann brillant in die Geschichte einzuweben. Die Handlung erhält dadurch eine Authentizität, so dass man meinen könnte, dass sie sich genauso abgespielt habe. Nicht ganz, denn einige fiktive Elemente lassen sich auch hier nicht vermeiden, aber das spielt kaum eine Rolle. Einfühlsam, detailliert, hoffnungsvoll, aber auch schonungslos erzählt sie das Leben der Familie Dehmel und mit jedem Band darf der Leser noch tiefer in diese außergewöhnlichen Künstlerfamilie ein- und abtauchen. Einfach beeindruckend wie die Autorin es schafft, den Leser so nah ans Geschehen mitzunehmen. Hier spürt man jede noch so kleineste Gefühlsregung. Wahnsinn!

Wo ich bei Band eins noch gar nichts über Richard oder Paula Dehmel gewusst habe, so ist es nach Band drei ein wahrer Genuss mich auf diese Geschichte einzulassen und zu meinem absoluten Lesehighlight geworden.

Obwohl noch einige Monate vergehen werden, fiebere ich schon Band vier entgegen, denn ich will wissen, wie es mit Ulla und Co, weitergehen wird.

Familie Dehmel, eine geschichtliche und wunderbare Zeitreise, die ich mehr als nur genieße.

5 von 5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung dazu.

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