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Veröffentlicht am 18.07.2022

Auf nach Apulien

Immer Ärger mit den Bambini
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. Bea macht blau, Ella gibt den Löffel ab oder Erben wollen sie alle) hat Tessa Hennig ihr 13. Werk „Immer Ärger mit den Bambini“ vorgelegt, das im Juli 2022 ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. Bea macht blau, Ella gibt den Löffel ab oder Erben wollen sie alle) hat Tessa Hennig ihr 13. Werk „Immer Ärger mit den Bambini“ vorgelegt, das im Juli 2022 im Ullstein Verlag erschienen ist. Ich weiß schon gar nicht mehr, mit welchem Buch meine Leidenschaft zu ihren Büchern begann, aber ich liebe ihre Romane und sobald wieder ein Neues erscheint, weiß ich: es muss gelesen werden. So war es auch hier!

Wer schon den einen oder anderen Roman von Tessa Hennig gelesen hat, weiß, dass ihr flüssiger und leichter Schreibstil den Leser sofort in die Geschichte abtauchen lässt. Ich hatte noch nicht einmal die erste Seite beendet, schon war ich ein Teil dieser Handlung bzw. von Sandras Familie. Sandra, die nach ihrer Scheidung jetzt eine Online – Weinhandlung betreibt hat finanzielle Sorgen. Nicht nur, dass ihr Mann sich von ihr getrennt hat, er hat auch noch die Weinvertriebe inkl. Kundschaft mitgenommen. Woher soll sie nur ihren Wein beziehen bzw. die Kunden herholen? Ihre Mutter Heike betreibt einen Kiosk, aber irgendwann soll auch damit Schluss sein. Um in Rente gehen zu können, reicht das Geld nicht aus. Anstatt sich um sich Sorgen zu machen, kümmert sie sich mehr um ihre Tochter, denn diese braucht dringend Wein. Keinen Wein, keine Kunden und somit keine Einnahmen. Jetzt heißt es handeln und da fällt Heike prompt die Lösung ein. Eine Reise nach Apulien, dort soll es Spitzenweine geben. Kaum gesagt, schon geht die Reise los, aber kurz nach dem Gotthard-Tunnel begegnet ihnen der 15jährige Frederico. Er ist aus dem Heim abgehauen und will in Apulien seinen Großvater ausfindig machen. Ob ihm das gelingen wird? Heike und Sandra beschließen ihn mitzunehmen und eine sehr turbulente Reise beginnt, bei der die drei Land und Leute kennenlernen. Besonders eine Begegnung entpuppt sich als besonders kniffelig. Der Einsiedler Alessio macht seinem Namen alle Ehre, aber die drei lassen sich nicht unterkriegen. Wer Tessa Hennig kennt, weiß dass sie nicht nur Geschichten schreibt. Voller Leidenschaft erzählt sie Familiengeschichte und ganz nebenbei entführt sie ihre Leser in die jeweiligen Spielorte. Diesmal geht es nach Italien um es genauer zu sagen nach Apulien. Diese Gegend hat die Autorin so farbenfroh und detailliert beschrieben und wiedergegeben, so dass man am liebsten die Koffer gepackt hätte um dort hinzureisen. Mit all seinen Weinanbaugebieten und historischen Stadtkernen muss diese Landschaft ein idyllisches Fleckchen Erde sein. Einfach traumhaft! Aber nicht nur mit der bezaubernden Kulisse kann die Autorin punkten, sondern auch mit ihren detaillierten Charakteren. Durch ihre Ecken und Kanten erhielten sie eine Authentizität, die sie so lebensnah machten. Bei mir entstand das Gefühl, dass ich diese Personen schon jahrelang kennen würde. Die Dialoge, der perfekt dosierte italienische Originaltext und eingestreute Wortwitz setze dem Ganzen das berühmte i-Tüpfelchen auf. Was mir zudem auch sehr gut gefiel, dass ich als Leserin ihre Entwicklung miterleben durfte. Dieses Gefühl kann nicht jede/r Autor/in vermitteln. Bravissimo!

Tessa Hennig hat mit ihrer neusten Geschichte wieder einmal den Nerv getroffen. Eine emotionale Familiengeschichte, die in einer wunderschönen Kulisse von Apulien spielt. Allerfeinste Unterhaltung, die den Alltag vergessen lässt.

5 von 5 Sternen und ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Zwei Neuanfänge

Swiss-Mountain-Love-Dilogie / Liebe, Mohn & Apfelduft
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Mit Liebe, Mohn & Apfelduft von Romana Stauffer ist nun der zweite Band der Swiss – Mountain-Love- Dilogie im Juli 2022 erschienen. Dank eines Zufalls bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden und nachdem ...

Mit Liebe, Mohn & Apfelduft von Romana Stauffer ist nun der zweite Band der Swiss – Mountain-Love- Dilogie im Juli 2022 erschienen. Dank eines Zufalls bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden und nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, war meine Neugierde geweckt und ich musste dieses Buch unbedingt lesen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich weder die Autorin noch den ersten Teil dieser Reihe gelesen habe. Da die Geschichten in sich abgeschlossen sind, sind sie auch für Quereinsteiger, wie mich bestens geeignet.

Der leichte und flüssige Schreibstil von Romana Stauffer hat mich angenehm überrascht und ließ mich sofort in die Geschichte um Hannah Klements ein- und abtauchen. Bereits nach den ersten Seiten stellte sich der Wohlfühlfaktor ein und das ist immer ein sehr gutes Zeichen dafür, dass mir der Roman auf Anhieb gefällt und ich ihn sehr gerne weiterlesen will. Aber nicht nur mit ihrem Schreibstil konnte mich die Autorin überzeugen, sondern auch mit den Charakteren. Durch ihre Ecken und Kanten wurden sie zu authentischen und lebensnahen Persönlichkeiten, deren Reise man sehr gerne begleitet. Die Handlung ist eine romantische Geschichte über zwei Menschen, die in ihre alte Heimat wieder zurückkehren. Zum einen Hannah Klements, die noch vor einiger Zeit in Berlin lebte. Nachdem ihre Eltern beschlossen haben, dass Cafe aufzugeben, um die Welt zu erkunden, hat Hannah das Cafe übernommen. Obwohl dies früher immer ein Treffpunkt für alle Generationen war, läuft es unter der neuen Leitung überhaupt nicht. Ob Hannah es schafft, die Dorfbewohner von ihrem Geschäftskonzept zu überzeugen? Aber nicht nur das geschäftliche bereitet ihr schlaflose Nächte. Pfarrer Louis Sullivan hat ihr gehörig den Kopf verdreht. Aber verliebt in einen Pfarrer, der zudem sein Bad Boy Image pflegt? Louis Sullivan, der nach etlichen Jahren Aufenthalt in Amerika, notgedrungen zurückkehren muss. Sein Vater ist gesundheitlich sehr angeschlagen und Louis soll den Job seines Vaters, der Pfarrer ist, übernehmen. Die Krankheit seines Vaters, der Tod seiner Mutter und die Skepsis der Dorfbewohner erleichtern ihm nicht gerade das Leben. Aber einen Lichtblick gibt es da und der heißt Hannah Klements. Wäre da nicht nur seine Vergangenheit, die ihm regelrecht Probleme bereitet. Wie wird es für ihn weitergehen? Wird er, trotz allem, Hannahs Herz erobern können?

Für mich ist dies kein klassischer Liebesroman, der die Leser auf Wolke7 schweben lässt. Romana Stauffer hat es geschafft, eine Geschichte zu kreieren, die das Leben perfekt wieder spiegelt. Ernste Themen wie z.B. Demenz, die eine Familie stark belasten kann, Existenz - und Verlustängste, Freundschaft oder Neuanfang werden angesprochen und behandelt. Natürlich spielt die Liebe auch hier eine Rolle und darf auch nicht fehlen. Hier und da gibt es die eine oder andere Szene, die das Kopfkino anwerfen lasst.

Dieser Roman ist für mich ein gelungener Mix aus Leben und Liebe, der (oder gerade deswegen) zu keinem Zeitpunkt seinen Wohlfühlfaktor verliert. Ein Buch zum Abschalten und genießen und sowas liebe ich.

P.S: Meine Neugierde auf den ersten Teil ist geweckt und ich weiß jetzt schon, dass dies nicht das letzte Buch der Autorin sein wird.



5 von 5 Sternen und ich kann diesen Roman nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 30.06.2022

Das Leben der Schriftstellerin Virginia Woolf

Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit
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Mit Veröffentlichung vom Roman „Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit“ hat Stefanie H. Martin ihre neue historisch-biografischen Trilogie eröffnet, die im Juni 2022 im Aufbau Verlag ...

Mit Veröffentlichung vom Roman „Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit“ hat Stefanie H. Martin ihre neue historisch-biografischen Trilogie eröffnet, die im Juni 2022 im Aufbau Verlag erschienen ist. Ich muss gestehen, dass ich weder die Autorin noch eines ihrer Bücher kenne bzw. gelesen habe und somit feierte ich ein Debüt. Der Klapptext so wie auch die Leseprobe haben meine Neugierde mehr als nur geweckt und so führte kein Weg daran vorbei, dieses Buch zu lesen.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich positiv überrascht und so konnte ich bereits nach den ersten Sätzen in die Welt der Virginia Stephen ein- und abtauchen. Aber nicht nur der Schreibstil konnte mich überzeugen, sondern auch die brillante Kulissenbe-schreibung. Stefanie H. Martin hat es geschafft, die Atmosphäre um 1903- 1909 authentisch und beindruckend einzufangen und wiederzugeben. Während des Lesens merkte ich, wie ich mehr und mehr in der Zeit zurückversetzt und so ein Teil dieser Geschichte wurde. Aber dies ist nur ein Teil der mir besonders gut gefiel. Ein weiterer war, dass man als Leserin spürt, mit welch Herzblut die Autorin diesen Roman geschrieben hat. Akribisch und detailliert hat sie sämtliche Fakten und Informationen über Virginia Woolf geb. Stephen und deren Freundeskreis zusammengetragen, um diese auszuwerten und sie die Handlung perfekt einzuweben. Das ist der Autorin mehr als nur gelungen. Die Handlung ist der Werdegang der angehenden Schriftstellerin Virginia Woolf. Wer jetzt aber meint, dass dies eine reine Biografie ist, der irrt gewaltig. Dies ist vielmehr eine Geschichte über die Künstler des Londoner Stadtteils Bloomsbury. Nach dem Tod ihres Vaters haben Virginia, Vanessa, Thoby und Ad-rian dort eine Wohngemeinschaft namens Bloomsbury Group gegründet. Bald treffen sich dort einige angehende und intellektuellen Künstler aus unterschiedlichen Bereichen, die sich nicht nur über Kunst unterhalten, sondern auch über zeitgemäße Themen aufgreifen. Allerdings ist diese Gruppe in der Gesellschaft nicht gerade gern gesehen, aber das stachelt sie noch mehr an, diese Treffen fortzuführen. Da ich sehr wenig über diese Vereinigung kannte, war es ein sehr informativer und interessanter Einblick in diese Zeit. Aber die Bloomsbury-Group ist nur ein der Themen, die die Autorin näher beschreibt. Zudem lässt sie den Leser an das Leben der Familie Stephen teilhaben. Auch wenn alle Geschwister Raum bekommen, aus ihrem Leben erzählen zu dürfen, so liegt der Fokus doch auf Virginia und Vanessa. Virginia, die auf der einen Seite begabt und sensible und auf der anderen depressiv und labil ist. Ne-ben ihrer Arbeit als Schriftstellerin kämpft sie auch noch für ihre Freiheit, denn ein Leben nur als Ehefrau und Mutter ist für sie unvorstellbar. Vanessa, die sich für ein Kunststudium entschieden hat, ist anders. Zwar ist sie ebenfalls sehr begabt und intelligent, aber sie heiratet. Doch ihre Ehe scheint unter keinem guten Stern zu stehen, denn bald schleichen sich die ersten Eheprobleme ein. Stefanie H. Martin hat es nicht nur geschafft, die Gefühlswelt der beiden Hauptcharaktere brillant in Szene zu setzen und dem Leser nahe zu bringen, sondern sie hat auch noch, dank der perfekt eingestreuten Geschichte der einzelnen Bloomsbury-Mitglieder, ihrer Handlung eine Authentizität verpasst, die mich überzeugen konnte.

Die Liebenden von Bloomsbury „Virginia und die neue Zeit“ ist ein sehr interessanter und informativer Einblick in das Leben der Schriftstellerin Virginia Woolf. Facettenreiche Charaktere runden diesen biografisch -historischen Roman perfekt ab. Ich freu mich schon auf den zweiten Band dieser Reihe.
4 Sterne


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Veröffentlicht am 25.06.2022

Etwas enttäuscht

Schlaflos auf Sylt
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Mit Schlaflos auf Sylt hat Claudia Thesenfitz nun ihr neustes Werk, dass im Juni 2022 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen und ich liebe diese ...

Mit Schlaflos auf Sylt hat Claudia Thesenfitz nun ihr neustes Werk, dass im Juni 2022 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen und ich liebe diese Art von Wohlfühlromane, bei denen ich so herrlich abschalten und die Seele baumeln lassen kann. Mit voller Vorfreude trat ich mit Familie Merbach die Reise nach Sylt an.

Der angenehme und flüssige Schreibstil der Autorin ließ mich sofort in die Geschichte um Merle ein- und abtauchen. Die Kulisse wurde auch hier wieder perfekt eingefangen und wieder gespiegelt, so dass ich am liebsten die Koffer gepackt hätte, um auf Sylt meinen Urlaub zu verbringen. Einfach traumhaft! Auch wenn ich noch so begeistert von der Inselumgebung bin, so wurde ich bei den Charakteren etwas enttäuscht. Egal, welche Person man hier herausnehmen würde, sie wirkten sehr blass und so richtig viel erfuhr man nicht über sie. Zum anderen fehlte mir die Authentizität und der Sympathiefaktor. Was sehr schade war, denn gerade die Figuren sind das A und O der Geschichte und wenn es nicht stimmig ist, wirkt sich das negativ auf die Handlung aus. Wie es hier auch der Fall ist. Merle Merbach wird fünfzig, aber eine große Party zu ihrem Ehrentag lehnt sie kategorisch ab. Stattdessen möchte sie mit ihren Eltern ein paar erholsame Tage auf der Insel Sylt verbringen, aber diese Rechnung hat sie alleine gemacht. Statt des geplanten Abendessens wird die Familie zum Restaurant Sturmhaube gefahren, wo eine Mega- Überraschungsfete für Merle stattfinden soll. Was dann kommt übersteigt selbst die kühnsten Erwartungen von Merle. Unter den zahlreichen Gästen befinden sich u.a. ehemalige Freunde, Kollegen, Lehrer und Ex-Lover, quasi alles Menschen, mit denen sie in den vergangenen 50 Jahren mal was zu tun gehabt hat. Kaum sind die Gäste alle eingetrudelt, kann auch schon der unvergessliche Abend beginnen. Neben zahlreichen Anekdoten werden auch noch einige kuriose Spiele zelebriert. Ein Kindergeburtstag auf erwachsenem Niveau. Bei manchen Szenen konnte ich mir zwar ein Grinsen oder gar ein Lacher nicht verdrücken, aber die meiste Zeit fand ich es etwas anstrengend. Keine Ahnung warum ich mit dieser Geschichte so viele Probleme hatte, aber irgendwie passten wir diesmal nicht zusammen.
Das Ende fand ich okay, aber sehr vorhersehbar. Schade, denn aus diesem Roman hätte man, meiner Meinung nach, etwas mehr zaubern können.

3 von 5 Sternen und ich bleibe etwas enttäuscht zurück.

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Veröffentlicht am 21.06.2022

Ein traumhaftes Ambiente reicht nicht

Inselluft
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Mit der Veröffentlichung des Romans „Inselluft“ startet Jette Hansen ihre neue Reihe Stürmische Zeiten auf Föhr. Leider muss ich gestehen, dass ich weder schon einmal was von der Autorin gehört bzw. gelesen ...

Mit der Veröffentlichung des Romans „Inselluft“ startet Jette Hansen ihre neue Reihe Stürmische Zeiten auf Föhr. Leider muss ich gestehen, dass ich weder schon einmal was von der Autorin gehört bzw. gelesen habe und somit war dieses Buch meine Premiere. Das Cover und der dazugehörige Klapptext haben meine Sehnsucht nach Föhr und auf Sarahs Geschichte mehr als nur geweckt. Also begann ich diese knapp 284seitige Werk zu lesen

Der angenehme flüssige Schreibstil der Autorin ließ mich sofort in Sarahs Geschichte ein und abtauchen. Dank der brillanten und detaillierten Kulissenbeschreibung fühlte ich mich fast so wie im Urlaub. Die Strandpromenade, die typischen Friesenhäuschen oder das Meeresrauschen konnte ich mir sehr gut vorstellen. Das Ambiente war hier perfekt eingefangen worden. Tja, und das war es leider auch schon. Die Charaktere, die quasi das A und O sind, waren mir zu oberflächlich dargestellt worden. Keine Person, die mir authentisch oder gar sympathisch rüberkam. Normalerweise erinnere ich mich an die eine oder andere Figur, aber zu dem Thema fällt mir partout gar nichts mehr ein. Sie hinterließen keinen bleibenden Eindruck und das finde ich mehr als nur schade, denn wenn das schon nicht stimmt, kann die Handlung es fast nicht mehr rausreißen und zu der kommen wir jetzt. Die Geschichte dreht sich um Sarah, die in Königswinter wohnt, aber dort fällt ihr die berühmte Decke auf den Kopf. Um Abstand zu gewinnen und um mit sich ins Reine zu kommen, nimmt sie eine 6monatige Vertretungsstelle auf Föhr an. Kaum angekommen schließt sie auch schon zahlreiche Freundschaften u.a. mit dem Künstler Sven und Tierarzt Marten, die sie beide sehr sympathisch finden, aber das Thema Männer ist bei Sarah durch. Obwohl sie eigentlich ihre Probleme in den Griff bekommen sollte, kümmert sie sich um die Sorgen ihrer neuen Freunde, was nicht gerade bei jedem gut ankommt. Sarah ist eine nette und herzensgute Frau, aber erstens kann sie nicht Nein! sagen und zweitens scheut sie den Konflikt. Mir war sie einfach zu nett. Was mir zudem auch nicht gefiel, war, dass nicht nur Sarah, sondern auch jeder ihrer neuen Bekanntschaften einen großen Ballast mit sich herumtrug. Kindsverlust, Selbstmord, Vergewaltigung, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, um nur einige nennen zu wollen. Diese Themen sind keine leichte Kost und sie dann auf knapp 300 Seiten zu behandeln, fand ich schon etwas gewagt. Hinzu kamen noch die steifen Dialoge, die die Sache auch nicht wett machen konnten. Insgesamt fand ich die Stimmung sehr düster und Handlungen passierten so nebenbei. Mir fehlten die Wohlfühlmomente, um abzuschalten oder gar Luft zu holen. Von Romantik oder romantischen Momenten will ich gar nicht schreiben, denn die waren ebenfalls nicht vorahnden.

Unter dem Romantitel Inselluft habe ich mir einen schönen Wohlfühlroman mit Herz vorgestellt, der mich auf eine der schönsten Inseln Deutschlands entführt und mich den Alltag vergessen lässt. Leider Fehlanzeige! Entweder spricht der Klapptext eine völlig „andere Sprache“ und weckt bei den Lesern falsche Erwartungen oder meine Erwartungshaltung war zu hoch gegriffen. Ich weiß es nicht, aber eins weiß ich definitiv: mein Roman war dies leider nicht.

Für das wundervolle Ambiente der Insel und das schöne Cover gibt es 2 Sterne.

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