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Veröffentlicht am 10.05.2022

Drei Geschwister - drei Schicksale

Die Pfirsichblütenschwestern
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Die Pfirsichblütenschwestern ist das neuste Werk der Autorin Susanne Morel, dass jetzt im Mai 2022 im Droemer Verlag erschienen ist. Bereits in der Vorschau des Verlages ist mir dieses Buch bereits positiv ...

Die Pfirsichblütenschwestern ist das neuste Werk der Autorin Susanne Morel, dass jetzt im Mai 2022 im Droemer Verlag erschienen ist. Bereits in der Vorschau des Verlages ist mir dieses Buch bereits positiv aufgefallen und nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, wusste ich, dass dies genau mein Beuteschema ist. Eine Familiengeschichte mit einem historischen Hintergrund, genau das was ich liebe.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich angenehm überrascht und dank des bildhaften Erzählstils entstanden sofort ein brillantes Kopfkino. Sofort stellte ich mir diese gigantische Pfirsichplantage in Frankreich vor. Es muss herrlich sein, wenn diese Obstbäume blühen und ihre Blüten so einen intensiven Geruch verströmen. Einmalig!

Aber nicht nur mit der einzigartigen Kulissenbeschreibung konnte Susanne Morel punkten, sondern auch mit den Charakteren. Diese wurden so authentisch und lebendig wiedergegeben, so dass das Gefühl entsteht, man würde sie schon seit einigen Jahren kennen. Drei Geschwister, drei Schicksale und von jedem einzelnen wurde ich in seinen Bann gezogen. Ganz egal, ob ich mich gerade in München, Allgäu oder Frankreich befand, ich war Teil ihrer Geschichte. Hautnah durfte ich die Höhen und Tiefen der drei miterleben und manchmal war ich einfach nur schockiert bzw. wütend auf die Ereignisse, die der oder demjenigen widerfahren ist. Besonders der kleine Bruder Lorenz hat mein Herz mehr als nur berührt und ich wünsche ihm, dass er all die schrecklichen Momente, die sein Leben durchkreuzten, verarbeiten kann und er ein halbwegs „normales“ Leben darf. Ich darf aber auch nicht seine zwei älteren Schwestern (Pauline und Konstanze) vergessen, die immer ein herzliches und inniges Verhältnis zueinander hatten. Die Trennung und auch die grausamen Ereignisse des Weltkrieges wirken sich nicht besonders positiv auf die beiden aus und so wird ihre Geschwisterliebe hart auf die Probe gestellt. Während des Lesens stellte ich mir öfters die Frage, wie wird es mit den drein weitergehen? Werden sie jemals ihr Glück finden? Und genau diese Fragen haben dafür gesorgt, dass ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen mochte. Zu jeden Zeitpunkt musste ich wissen, wie es mit den Geschwistern weitergehen wird. Zudem hat es Susanne Morel geschafft, dass ihre Geschichte, durch die Schilderung der grausamen Ereignisse des zweiten Weltkrieges, die sie so perfekt in die Handlung einfließen lassen hat, eine grandiose Authentizität erhielt. Diese menschenverachteten Geschehnisse ließen bei mir ein ums andere Mal die Wut hochkochen. Wie grausam können Menschen sein, dass sie sowas zugelassen haben? Es ist nicht nur schockierend, sondern auch unfassbar bzw. unbegreiflich.

Das Buch „Die Pfirsichblütenschwestern“ ist eine grandiose Geschichte, die alles hat, was ein brillanter historischer Roman haben sollte. Eine Familiengeschichte, die den Leser nicht nur auf eine emotionale Reise mitnimmt, sondern ihn daran teilnehmen lässt. Die zahlreichen eingestreuten Wendungen haben mich immer wieder angenehm überrascht und so blieb es bis zum Schluss spannend. Für mich ist dieses Buch ein Lesehighlight und kann es wirklich nur jeden ans Herz legen. Absolut Lesenswert und 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 02.05.2022

Eine bewegende Zeitreise

Das Land, von dem wir träumen
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Mit „Das Land, von dem wir träumen“ hat die Autorin Anna Thaler ihr neustes Werk vorgelegt, das im April 2022 im Knaur Verlag erschienen ist. Zeitgleich ist dieser Roman auch der Auftakt ihrer neuen Familiensaga, ...

Mit „Das Land, von dem wir träumen“ hat die Autorin Anna Thaler ihr neustes Werk vorgelegt, das im April 2022 im Knaur Verlag erschienen ist. Zeitgleich ist dieser Roman auch der Auftakt ihrer neuen Familiensaga, die in Südtirol spielt. Zum einen bin ich ein großer Fan von historischen Geschichten und zum anderen konnte mich der Klapptext sofort meine Neugierde wecken und so wusste ich recht schnell, dass ich dieses Buch unbedingt lesen will.

Ab der ersten Seite zog mich der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin in seinen Bann und so konnte ich in Franziskas Geschichte ein und abtauchen. Aber nicht nur der Schreibstil gefiel mir, sondern auch die Charaktere, denn diese wurden sehr zeitgemäß dargestellt. Anna Thaler hat auch darauf geachtet, dass ihre Figuren authentisch und lebensnah dargestellt wurden. Perfekt spiegelten sie das Leben auf dem Hof Ende 1920 wider. Die Handlung ist eine Mischung aus Familiengeschichte und Südtiroler Geschichte. Franziska Bruggmoser kehrt als studierte Lehrerin nach Südtirol zurück. Dort möchte sie gerne ihren Beruf ausüben, aber weil sie die italienische Sprache nicht beherrscht, darf sie nicht unterrichten. Mit diesem Verbot will sie sich nicht abfinden und gründet eine Katakombenschule. Wenn sie erwischt wird, drohen ihr harte Strafen. Aber nicht nur sie muss kämpfen auch ihr Vater hat es nicht leicht. Auf Grund der politischen Situation in Südtirol nimmt der Vater Ludwig Bruggmoser einen italienischen Namen an und heißt nun Ponte. Dieses Verhalten missfällt nicht nur Franziska, sondern auch Ludwigs Freunden und Dorfbewohnern, die sich nach und nach von der Familie abwenden. Was auch dem Hof schadet und um diesen zu retten, muss eine schnelle Lösung her. Wie wird es mit Franziska und dem elterlichen Hof weitergehen? Eine spannende und sehr bewegende Zeitreise beginnt. Während des Lesens merkte ich, dass dieses Projekt eine Herzensangelegenheit von Anna Thaler ist. Sie hat nicht nur die Geschichte um Familie Bruggmoser erschaffen, sondern sie auch noch in ein geschichtliches Zeitfenster eingebettet. Akribisch und detailliert muss die Autorin zahlreiche Fakten und Informationen zusammengetragen haben, um sie dann in die Handlung einfließen zu lassen. Leider muss gestehen, dass ich bis dato keinerlei Vorkenntnisse über die Südtiroler Geschichte hatte und so machte mir die Reise doppelt Spaß. Dank Anna Thaler durfte ich nicht nur Familie Bruggmoser kennenlernen, sondern erhielt zeitgleich einen politischen Einblick, der informativ und lehrreich war.

Die gut 340 Seiten vergingen wie im Flug und jetzt freue ich mich schon auf ein Wiedersehen mit Familie Bruggmoser. Zugern möchte ich wissen, wie es mit Franziska und Co, weitergehen wird. Dieser Roman war ein bewegende Zeitreise, die mir sehr gut gefallen hat.

4 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 02.05.2022

Erster Fall für Franzi und Kay

Der Tote im Netz
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Mit „Der Tote im Netz“ hat Frauke Scheunemann ihr neustes Werk vorgelegt, das nun im März 2022 im Scherz Verlag erschienen ist. Zwar kenne ich die Autorin unter dem Pseudonym Anne Hertz, unter dem sie ...

Mit „Der Tote im Netz“ hat Frauke Scheunemann ihr neustes Werk vorgelegt, das nun im März 2022 im Scherz Verlag erschienen ist. Zwar kenne ich die Autorin unter dem Pseudonym Anne Hertz, unter dem sie (mit ihrer Schwester Wiebke) schon einige Romane veröffentlicht hat, aber gelesen habe ich bis dato noch keins ihrer Bücher. Jetzt werden sich einige Leser*innen bestimmt fragen: warum wurde gerade dieses Buch bevorzugt? Das ist ganz schnell erklärt: ich liebe Regionalkrimis und wenn diese noch an der Nord- bzw. Ostsee spielen, umso mehr. Sowohl der Titel als auch der Klapptext haben meine Neugierde geweckt und nachdem ich die Zusammenfassung gelesen hatte, wusste ich, dass dies genau meine Geschichte sein wird.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich angenehm überrascht und so tauchte ich relativ schnell in die Geschichte ein und ab. Aber nicht nur damit konnte sie bei mir punkten, sondern auch mit dem fantastisch und humorvollen Erzählstil, der durch die zahlreichen verbalen Schlagabtausche perfekt unterstrichen worden ist. Frauke Scheunemann hat genau meinen Nerv getroffen, denn ich liebe die Art von Humor. Ebenso gut gefallen hat mir der sehr gut dosierte Dialekt, der immer wieder aufblitzte und die Usedomer Atmosphäre grandios unterstrichen hat. Brillant waren auch die Charaktere, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Radiomoderatorin Franziska „Franzi“ Mai, mit ihrem fröhlichen, offenen und rheinischen Charakter, so manch einen in den Wahnsinn treiben kann. Mit ihr bekommt das Wort „neugierig“ eine völlig neue Bedeutung.

Dagegen ist der Kommissar Kay Lorenz ein stilles Wasser. Sein Charakter ist eher ruhiger Natur, dazu ein bisschen wortkarg und an manchen Tagen gesellt sich auch noch schlechte Laune dazu. Mit ihm zu arbeiten ist zwar nicht immer einfach, aber dennoch trägt er sein Herz am rechten Fleck. Der Beweis ist der herzliche Umgang mit seiner neunmal klugen Tochter Greta.

So unterschiedlich Franzi und Kay auch sein mögen, sie ergänzen sich perfekt. Das bekommt der Leser in diesem Fall zu spüren und genau zu dem kommen wir jetzt….

Der Ostsee-Lokalsender Bäderland-Radio soll verkauft werden und die Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. So auch Franziska Mai, die als Radioreporterin dort arbeitet. Franzi wäre aber nicht Franzi, wenn sie nicht um ihren Job kämpfen würde. Kurzerhand entwirft sie mit ihrem Volontär ein neues Sendekonzept, mit dem sie „ihren“ Sender retten möchte. Sie will über Themen berichten, die den Usedomer unter den Nägeln brennt. Ganz egal, ob es um Nachbarschaftsstreitereien, Immobilienhaie oder Umweltaktivisten handelt. Je aktueller oder brisanter die Fälle sind, desto besser. In ihrem ersten Fall geht es um Fischereitourismus und einen ziemlich agilen Fischereiaufseher der Stress macht. Als kurz darauf ein Fischer tot in einem Fischnetz gefunden wird, steht für jeden fest, dass es sich hierbei um Mord handelt. Nur wer war es? Für Franzi ein gefundenes Fressen, denn die Story bringt die nötige Hörerquote. Das heißt für sie am Ball bleiben und möglichst nah am Geschehen sein. Allerdings hat einer was dagegen: Kommissar Kay Lorenz, der hat die Ermittlungen übernommen. Ihm passt es überhaupt nicht, dass Franzi ihre Reporternase in den Fall steckt. Wird er Franzi in ihre Schranken verweisen können oder werden die beiden ein Team? Ich verrate nichts, aber eines ist sicher: ungefährlich wird es nicht.

Frauke Scheunemann hat hier einen perfekten Krimi geschaffen, der nicht nur Lust auf Urlaub, sondern auch aufs Ermitteln macht. Mehrfach glaubte ich, dass ich dem Täter schon auf die Schliche gekommen sei, aber Pustekuchen: die ständigen Wendungen im Fall machen dies schier unmöglich und ich war von dem Ausgang mehr als nur überrascht.

Der Tote im Netz ist ein toller Auftakt der neuen Usedomer – Krimireihe, der Lust auf den neuen Fall macht. Glückwunsch und für mich war es eine spannende Reise auf eine wunderschöne Insel.

5 von 5 Sterne und ein Muss für Fans von Regionalkrimis, die keinen blutrünstige Fall erleben wollen.

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Veröffentlicht am 02.05.2022

Eine Wohlfühloase

Nur eine Fellnase vom Glück entfernt
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„Nur eine Fellnase vom Glück entfernt“ ist bereits der sechste Teil der erfolgreichen Lichterhaven- Reihe von Petra Schier, der im März 2022 im Harper Collins Verlag erschienen ist. Leider muss ich gestehen, ...

„Nur eine Fellnase vom Glück entfernt“ ist bereits der sechste Teil der erfolgreichen Lichterhaven- Reihe von Petra Schier, der im März 2022 im Harper Collins Verlag erschienen ist. Leider muss ich gestehen, dass ich die ersten Bände nicht kenne bzw. gelesen habe. Dies hielt mich aber nicht davon ab, als Quereinsteigerin diesen Roman lesen zu wollen. Was auch sehr gut möglich ist, denn wie ich erfahren habe, sind alle Geschichten unabhängig voneinander lesbar, denn jede steht für sich.
Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin ließ mich sofort in die Handlung ein und abtauchen und so machte ich mich auf zur Nordsee, genauer geschrieben nach Lichterhaven. Dank einer bezauberten Kulisse entstand sofort eine brillante Urlaubsstimmung und wer viel Fantasie mitbringt, kann hört das Meeresrauschen, die Seeluft schnuppern und sogar den Meereswind spüren. Ach, am liebsten hätte ich meine Koffer gepackt und wäre für ein paar Tage dorthin verschwunden. Leider geht das ja nicht und somit gibt es nur buchtechnisch einen Urlaub. Aber nicht nur mit der Kulisse konnte Petra Schier punkten, sondern auch mit den Charakteren, die sehr authentisch und lebendig wiedergegeben worden sind. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich sie schon jahrelang kennen würde. Eine Hauptperson darf ich natürlich nicht vergessen, auch wenn es sich nicht um eine Person handelt, sondern um einen Hund. Der Rottweiler namens Duke, der nicht nur die Herzen von Charlotte und Henning erobert, sondern auch die Leserschaft verzückt. Die Handlung ist eine schöne romantische Liebesgeschichte, die sehr emotional erzählt wird. Charlotte, die mit ihren beiden besten Freundinnen erfolgreich einen Cateringservice führt. Doch leider ziehen dunkle Wolken auf, denn das Geschäftshaus, in dem die Mädels ihre Lokalitäten haben, soll verkauft werden. Was nun?
Aber nicht nur das beschäftig Charlotte, denn sie möchte sich liebend gerne einen Hund zulegen und besucht die Hundeschule. Dort lernt sie nicht nur den Rottweiler Duke kennen, sondern trifft auch noch auf ihren ehemaligen Klassenkameraden namens Henning Magnusson. Ausgerechnet auf ihn! Sein Image, denn er als Rennfahrer zugelegt hat, spricht nicht gerade für ihn. Okay, Charlotte könnte ihm aus dem Weg gehen, aber leider interessiert er sich auch für Duke. Wer wird das Rennen um Duke machen oder geht es hier um mehr?
Während des Lesens merkte ich, mit wieviel Herzblut Petra Schier diesen Roman geschrieben hat. In jedem Satz spürt man ihre Liebe zu der Insel und dem Hund und dass sie Duke seine eigene Gedankenwelt gegeben hat, unterstreicht das Ganze. Es war lustig, mit welchen Pointen er die Welt sah und kommentierte. Einfach grandios.

Meiner Meinung nach hat Petra Schier hier eine wundervolle Geschichte erzählt, die den Leser nicht nur ein Urlaubsfeeling beschert, sondern ihn für ein paar Lesestunden den Alltag vergessen lässt.
4 von 5 Sternen und wer eine (tierische) Liebesgeschichte lesen will, findet ihr sein Glück.

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Veröffentlicht am 17.04.2022

Der ditte Fall für Caro Falk

Mordseefest
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Nach den erfolgreichen Borkum – Krimis „Mordseeluft“ und „Mordseestrand“ hat die Auto-rin Emmi Johannsen nun den dritten Fall „Mordseefest“ im luebbe Verlag veröffentlicht. Ich muss leider zugeben, dass ...

Nach den erfolgreichen Borkum – Krimis „Mordseeluft“ und „Mordseestrand“ hat die Auto-rin Emmi Johannsen nun den dritten Fall „Mordseefest“ im luebbe Verlag veröffentlicht. Ich muss leider zugeben, dass ich zwar schon von dieser Reihe gehört, aber noch keins dieser Bücher gelesen habe. Warum eigentlich nicht? Es gibt keine plausible Erklärung dafür, aber es ist nie zu spät, um dies zu ändern. Der Klapptext hat definitiv meinen kriminalistischen Spürsinn geweckt und so fiel meine Entscheidung, dieses Buch lesen zu wollen, von ganz allein. Also packte ich kurzerhand meinen Koffer und düste zur Insel Borkum um dort ein paar erholsame Tage zu verbringen. Okay, ob sie so erholsam werden, mag ich zu bezwei-feln, denn ich wollte ja mit auf Verbrecherjagd gehen.
Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin gefiel mir auf Anhieb und so ließ ich mich gleich von der herrlichen Kulisse Borkum verzaubern. Laut der Beschreibungen muss es ein herrliches Fleckchen Erde sein. Aber nicht nur mit dem bezaubernden Ambiente der Insel konnte Emmi Johannsen punkten, sondern auch mit den authentischen und lebensnahen Cha-rakteren. Von der ersten Minute an waren sie mir allesamt sympathisch und ich fühlte mich richtig wohl. Einerseits mochte ich Caros neugierige Art und Weise, aber andererseits war es auch ein wenig anstrengend. Hm…einige Eigenarten liebt man erst, wenn man die Leute lange genug kennt. Könnte noch was mit uns werden….
Auch Jan Akkermann hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Zwar ist er ebenfalls neu-gierig, aber auf eine dezentere Art. Trotz oder gerade, weil Caro und Jan etwas unterschied-lich sind, ergänzen sich hier und sind das perfektes Dreamteam zum Leidwesen von Krimi-nalkommissar Bachmann. Er kann es überhaupt nicht leiden, wenn Caro ihre Nase in einen Fall reinsteckt und auf eigene Faust Ermittlungen anstellt. Im Großen und Ganzen mag er Caro bzw. Jan und zählt auf sie.
In der Handlung fängt alles mit der traditionellen Borkumer Nordstrandparty an, die mit dem Fallschirmspringen der Inseljungs endet. Die ersten Springer landen auch ordnungsge-mäß, aber bei einem der Springer öffnet sich der Fallschirm nicht und er knallt voller Wucht auf den Strand. In ersten Moment sieht alles nach einem Unfall aus, aber war es auch einer? Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass der Verunglückte nicht nur ein erfahrener Springer war, sondern auch dass er einige Feinde auf der Insel hatte. War es vielleicht doch Mord und wenn ja, wer hatte noch eine Rechnung mit ihm offen? Caro und Jan halten zunehmend die Augen und Ohren auf und siehe da, auf der Trauerfeier des Toten machen sie eine seltsame Beobachtung und schon steckt das Ermittlerteam Falk/ Akkermann mitten im neuen Fall. Einer sieht das aber gar nicht gerne und das ist Kriminalkommissar Bachmann.
Mordseefest hatte für mich alles, was ein guter Krimi haben muss. Ein Unfall, der sich beim genaueren Hinsehen als neuer Fall entpuppt, ein Ermittlerteam, dass sich nur ungern bzw. gar nicht an Regeln hält und Dank der zahlreichen Verdächtigen, den Leser auf einige fal-sche Fährten schickt. Einfach grandios. Während des Lesens habe ich immer wieder ver-sucht dem/die Täter auf die Spur zu kommen, aber das war schier unmöglich. Es blieb bis zum Schluss spannend und mit diesem Ausgang hätte ich absolut nicht gerechnet.

Für den einen oder anderen Leser mag es der dritte Fall für Caro Falk sein, für mich war es ein Debüt, das einfach brillant war. Die Reise nach Borkum hat sich definitiv gelohnt und wird bei der nächsten Gelegenheit (vierter Fall) wiederholt.
4 von 5 Sterne und wer Küstenkrimis liebt, der ist hier aller bestens aufgehoben.

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