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Veröffentlicht am 22.11.2020

Nervenaufreibende Spannung

Der Heimweg
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Inhaltsangabe:
Überraschenderweise übernimmt Jules Tannberg das Begleittelefon, dass normalerweise von Frauen genutzt wird, die nachts auf ihrem Heimweg Angst bekommen. In dieser Nacht ist aber alles anders, ...

Inhaltsangabe:
Überraschenderweise übernimmt Jules Tannberg das Begleittelefon, dass normalerweise von Frauen genutzt wird, die nachts auf ihrem Heimweg Angst bekommen. In dieser Nacht ist aber alles anders, denn Klara wird auf seine Leitung gestellt. Sie ist Ehefrau und Mutter und ihre Ehe ist von häuslicher Gewalt geprägt. Vor ein paar Wochen hat ihr einen Mann kennengelernt, der ihr ein Ultimatum gestellt hat: entweder sie verlässt ihren gewalttätigen Mann oder sie stirbt an diesem Tag. Und genau dieser (letzte) Tag bricht an…...

Mit großer Begeisterung habe ich schon einige Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und so freute ich mich schon auf sein neustes Werk „Der Heimweg“. Das Cover unterstreicht die Stimmung dieser Geschichte: düster und geheimnisvoll!

Wie ich es schon von seinen vorherigen Thrillern gewohnt bin, war der Schreibstil zugleich fesselnd und spannend. Dieses Buch konnte und wollte ich kaum aus den Händen legen, denn zu jedem Zeitpunkt musste ich wissen, wie es mit Klara und Jules weitergehen wird. Jeder der schon einmal ein S. Fitzek Thriller gelesen hat, weiß, dass er es liebt den Leser auf ein Katz- und Maus- Spiel einzuladen und ihn regelrecht an der Nase herum zu führen. Nervenaufreibend und spannungsgeladen treibt er nicht nur seine Charaktere in den Wahn, sondern auch seine Leser. Immer wieder erhält der Leser neue brutale Informationen und entführt ihn an Orte, die niemand im Hellen, geschweige denn im Dunkeln, aufsuchen möchte. Obwohl ich schon einige Thriller gelesen habe, muss ich gestehen, dass mir einige Szenen zu brutal und detailliert beschrieben worden sind. Dies führte dazu, dass ich dieses Buch mehrfach zu Seite legen musste. Schade, denn solche Szenen hätte diese Geschichte nicht gebraucht. Allerdings gehen hier die Meinung ziemlich weit auseinander, aber dies ist eine Ansichtsfrage und die muss jeder für sich entscheiden.
Während des Lesens liebe ich es mit zu fiebern und zu raten, ob ich den Fall vorzeitig lösen kann, aber dank der zahlreichen psychologischen Wendungen ist dies einfach nicht möglich und von dem Ende dieses Buches war ich mehr als nur überrascht. Einfach grandios!

In unserer Leserunde stellte sich mehrfach die Frage, ob Der Heimweg seinem Titel gerecht wird. Hm…schwierige Frage, aber ich sage Nein. Unter diesem Titel hatte ich eine andere Story erwartet, aber gut.

Abgesehen von dem kleinen Kritikpunkt fand ich die Thematik (Gewalt gegen Frauen) sehr gut umgesetzt. Nervenaufreibende Spannung bis zur letzten Seite und so sollte ein Thriller sein.

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Veröffentlicht am 17.11.2020

Ein Buch, über das man lange nachdenkt...

Die unterirdische Sonne
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Fünf Jugendlichen (11-15 Jahren) wurden entführt und in einem fensterlosen Keller eingesperrt. Täglich wird mindestens einer von ihnen nach „Oben“ geholt. Wer über seine Vergangenheit, Herkunft oder sogar ...

Fünf Jugendlichen (11-15 Jahren) wurden entführt und in einem fensterlosen Keller eingesperrt. Täglich wird mindestens einer von ihnen nach „Oben“ geholt. Wer über seine Vergangenheit, Herkunft oder sogar über die Geschehnisse die „oben“ passieren spricht, stirbt. Angst, Wut und Verzweiflung bestimmen das Leben von den fünf. Bis ein neuer Junge Namens Noah zu ihnen kommt. Bringt er die Wende?

Da ich nicht allzu viel vom Inhalt erzählen möchte, gibt es keine Rezension wie sie normalerweise üblich ist.

Das Buch behandelt eines der brisantesten Themen überhaupt: Kindesentführung und –misshandlung.

Ich hatte vorher noch nie etwas von Friedrich Ani gelesen, umso größer war die Freude, dass ich hier an der Leserunde teilnehmen durfte. Trotz des ungewöhnlichen Schreibstils habe ich das Buch nach 3 Tagen durchgelesen. Zeitweise konnte ich es gar nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte wie das Schicksal der Jugendlichen endet.

Beim Lesen kamen mir erste Zweifel, ob dieser Roman überhaupt mein Genre ist, aber nach und nach fesselte mich die Geschichte so sehr, dass ich ihn zu Ende lesen mußte. Er ist erschreckend, aufwühlend, schockierend und stimmt einen sehr nachdenklich.

Das dieser Roman polarisiert, braucht man eigentlich nicht zu erwähnen. Bis jetzt habe ich noch keine Leserunde erlebt, wo die Meinungen so weit auseinander gingen wie bei dieser. Ob man dieses Buch gut oder schlecht findet, muss jeder für sich entscheiden. Alles was nach Beendigung dieses Buches zurück bleibt ist ein nachdenklicher Leser, der sich noch lange mit dieser Geschichte beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 10.11.2020

Emotionale Geschichte

Wenn Liebe eine Farbe hätte
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Inhaltsangabe:

Everly und Weston kennen sich noch aus ihrer Schulzeit, aber sympathisch waren sie sich nie. Auf einer Party kam es dennoch zu einem Kuss der beiden, aber mehr nicht. Drei Jahre später ...

Inhaltsangabe:

Everly und Weston kennen sich noch aus ihrer Schulzeit, aber sympathisch waren sie sich nie. Auf einer Party kam es dennoch zu einem Kuss der beiden, aber mehr nicht. Drei Jahre später treffen sie wieder aufeinander. Everly, die nach der Trennung von ihrem Freund David, u.a. einen Job sucht und genau in dem Westons Restaurant einen findet. Toll, aber was soll sie machen? Sie braucht das Geld und er eine zuverlässige Bedienung. Allerdings kommt es für Wes noch schlimmer, denn sein Vater kündigt ihm seine Wohnung. So schnell findet er nie eine neue Bleibe, bis Everly ihm anbietet, zu ihr zu ziehen. Zwei Erzfeinde unter einem Dach bzw. in einer gemeinsamen Wohnung, dass kann nicht gut gehen oder doch?



Wenn Liebe eine Farbe hätte ist der neuste Roman von Leonie Lastella. Ich liebe ihre gefühlvollen und spritzigen Romane und der Klapptext zog mich sofort wieder in seinen Bann.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin ließ mich sofort in die Geschichte von Everly und Weston ein und abtauchen. Zudem gefielen mir die authentischen Charaktere sehr gut. Ich mochte Weston, der sich hinter dem Bad Boy versteckte, der aber in Wirklichkeit nur seine wahren Gefühle zu verbergen versuchte.

Everly war eine sehr sympathische und nette Person, die ihr Herz am rechten Fleck hat.

Die Handlung wurde abwechseln von den zwei Protagonisten erzählt und so erhielt ich einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Das machte vieles verständlicher, warum sie in mancher Situation so reagierten. Hinzu kamen noch die zahlreichen verbalen Schlagabtausche, die sich Eve und Wes lieferten. Ich liebte diese Szenen.

Zudem hat Leonie Lastella es wieder einmal geschafft, eine sehr gefühlvolle und zeitweise erotische Stimmung zu zaubern, die den Leser in Wes und Eves Liebesleben eintauchen ließ.

Wer jetzt denkt, dieser Roman handelt nur von der Liebe, der irrt. Hier dreht sich alles ums Leben wie z.B. Familie, Freundschaft, Wut, Trauer, Schmerz, Krankheit und Verrat. Leonie Lastella hat daraus eine emotionale Geschichte erschaffen, die mich mehr als nur in ihren Bann zog. Ich konnte und wollte dieses Buch kaum noch aus den Händen legen, da ich immer wissen wollte, wie wird es mit Everly, Weston und Co weitergehen.



Auch wenn dieses Buch „Wenn die Liebe eine Farbe hätte“ eigentlich ein Jugendbuch ist, hat es mir dennoch sehr großen Spaß gemacht, die Geschichte um Eve und Wes mitzuerleben. Berührend und gefühlvoll zugleich!

4 von 5 Sternen und meine Lesempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.11.2020

Die Erben von Seydell - spannender Auftakt

Die Erben von Seydell - Das Gestüt
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Inhaltsangabe:
London 1947
Kaum hat die junge Engländerin Elisabeth Clarkwell ihren geliebten Mann Hugh beerdigt, da steht auch schon die nächste Katastrophe ins Haus: ihr Mann hat einen großen Schuldenberg ...

Inhaltsangabe:
London 1947
Kaum hat die junge Engländerin Elisabeth Clarkwell ihren geliebten Mann Hugh beerdigt, da steht auch schon die nächste Katastrophe ins Haus: ihr Mann hat einen großen Schuldenberg hinterlassen, den sie nun bezahlen muss. Nur woher soll sie so viel Geld nehmen? Keine Bank gibt ihr einen Kredit, aber das Blatt scheint sich dennoch zu wenden. Sie ist Miterbin eines Gestüts in Deutschland, aber ohne Zustimmung des anderen Erbens darf sie dieses nicht verkaufen. So begibt sie sich auf eine lange Reise, die sie in eine geheimnisvolle Vergangenheit führt.

„Das Gestüt“ von dem Autorenduo Sophie Martaler ist der Auftaktband der Trilogie „Die Erben von Seydell“. Ich liebe historische Romane, die eine geheimnisvolle Familiengeschichte beinhalten und nachdem ich den Klapptext gelesen hatet, wusste ich, dass dieser Roman genau der richtige für mich ist.

Ab der ersten Seite hat mich der flüssige und leichte Schreibstil in seinen Bann gezogen. Seite für Seite flog ich nur so durch die Geschichte und konnte bzw. wollte dieses Buch kaum noch aus den Händen legen.
Die Kulissen (Deutschland, England und Spanien) wurden perfekt eingefangen und wiedergegeben. Hinzu kommen noch die facettenreichen Charaktere, die mir von Anfang an sehr gut gefallen haben. Jede einzelne Person bereichert die Geschichte auf ihre Art und Weise und es machte sehr viel Spaß, ihre Entwicklungen mitzuerleben.
Die Handlung ist eine historische und spannende Familiengeschichte, die mich von Anfang an begeistern konnte. Die zwei Handlungsstränge, die zum einen die Geschichte der Brüder Ludwig und Alexander von Seydell und zum anderen die von Elisabeth Clarkwell erzählen. Das Autorenduo hat beide Stränge brillant miteinander verwoben, so dass hier eine Geschichte mit vielen Wendungen entstehen konnte, die den Leser mitfiebern lassen. Während des Lesens fragt man sich des Öftern: wie wird es weitergehen bzw. was passiert als nächstes?
Auch wenn es sich hierbei um eine fiktive Familiengeschichte über Intrigen, Verrat, Liebe, Eifersucht, Verlust, Neuanfang oder Tod handelt, so werden auch historische Themen (wie z.B. die Nachkriegszeit um 1947) aufgegriffen. Das verleiht dem Roman eine gewisse Authenzität und das ohne den Leser mit geschichtlichen Hintergrundinformationen zu langweilen. Eher das Gegenteil ist hier der Fall. Ich finde es sehr informativ und interessant, so ein paar Details über die politische Lage aus dieser Zeit zu erfahren.

Zum Ende dieses Romans überschlagen sich die Ereignisse und ein Cliffhanger bleibt übrig. Am liebsten hätte ich den zweiten Teil sofort hinterher geschoben, aber leider erscheint dieser erst im Januar 2021.

Einen Minuspunkt muss ich leider vergeben, denn stellenweise waren die Zeitsprünge relativ groß. Dies ist aber eine Ansichtssache.


Dieser Auftakt war genau nach meinem Geschmack: authentische Charaktere, eine spannende und historische Geschichte, die ereignisreicher nicht sein konnte.
5 von 5 Sternen und wer historische Romane (Trilogien) liebt, der sollte diese unbedingt lesen. Absolut empfehlenswert!!!

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Veröffentlicht am 02.11.2020

Tod, Trauer und die Liebe - ein Gefühlschaos

Der Moment zwischen den Zeiten
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Seit einigen Jahren sind die 42jährige Neonatologin Paula und Mauro ein Paar, aber in letzter Zeit scheint die Beziehung einige Risse abbekommen zu haben. Trotz dieser schwierigen Phase glaubt sie immer ...

Seit einigen Jahren sind die 42jährige Neonatologin Paula und Mauro ein Paar, aber in letzter Zeit scheint die Beziehung einige Risse abbekommen zu haben. Trotz dieser schwierigen Phase glaubt sie immer noch an die Liebe, aber wie sieht Mauro das? Ein gemeinsames Treffen reißt Paula den Boden unter den Füßen weg, denn er will die Trennung. Er hat eine Frau kennengelernt und will mit ihr zukünftig leben. Schock und Wut ist momentan alles was Paula fühlen kann, aber es kommt noch schlimmer. Kurz darauf verunglückt Mauro tödlich. Was für ein Gefühlschaos? Wie wird Paula mit dem doppelten Schmerz umgehen?

Der erfolgreiche Debütroman Aprendre a parlar amb les plantes von Marta Orriols, ist jetzt unter dem Titel Der Moment zwischen den Zeiten in Deutschland erschienen. Der Klapptext und die Thematik haben meine Neugierde geweckt und sofort wusste ich, dass ich diesen Roman unbedingt lesen möchte.


Zum Schreibstil der Autorin kann ich nicht viel schreiben, da ich dieses Buch leider nicht in der Originalfassung gelesen habe und so kann ich nur ein großes Kompliment an Ursula Bachhausen machen, die diesen Roman so gefühlvoll übersetzt hat. Außergewöhnlich emotional und stark hat sie die Geschichte in Worte gefasst.
Die Handlung ist relativ schnell erzählt. Ab der ersten Seite begleitet der Leser die 42jährige Paula in ihren Trauerphasen. Wut! Trauer! Schmerz! Selbstzweifel! sind nur einige Begriffe, die ihr Leben beherrschen. Um nicht allzu viel allein zu sein, stürzt sie sich in ihre Arbeit oder in ein Liebesabenteuer. Schon recht bald merkt sie, dass auch die Phasen ihren Schmerz nicht lindern kann. Wie wird es für Paula weitergehen? Wird sie Mauro jemals verzeihen können?
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die eingeschobenen Dialoge, die Paula mit ihrem verstorbenen Mann geführt hat. So erhält der Leser einen besseren Einblick in ihre damalige Beziehung.

Wie jemand trauert, kann keiner verschreiben, denn wie ich immer sage: Der Verlust ist der Gleiche, aber die Trauer ist eine andere. Dieses Buch ist dennoch sehr hilfreich, denn es gibt tiefen Einblick wie gefühlsstark eine Trauer sein kann. Auch wenn ich an manchen Stellen Paulas Handlungen nicht so recht verstanden habe, fand ich, dass die Thematik sehr gut umgesetzt worden ist.

Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen. 4 von 5 Sternen!

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