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Veröffentlicht am 04.03.2017

Ein Krimi, der keiner ist

Noble Gesellschaft
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Inhaltsangabe
Der schönste Mann der UFA ermittelt wieder. Berlin im Herbst 1925: In der noblen Gesell-schaft ist ein Dienstmädchen verschwunden. Ein alter Bekannter erzählt Carl von Bäumer, Starschauspieler ...

Inhaltsangabe
Der schönste Mann der UFA ermittelt wieder. Berlin im Herbst 1925: In der noblen Gesell-schaft ist ein Dienstmädchen verschwunden. Ein alter Bekannter erzählt Carl von Bäumer, Starschauspieler der UFA, bei einem Galadinner davon – und schon am nächsten Tag ist er tot. Handelt es sich wirklich um Selbstmord? Carl glaubt nicht daran und forscht nach den Hintergründen. Gemeinsam mit Kommissar Paul Genzer taucht er tief ein in Berlins Gesell-schaft der Zwanziger Jahre. Und plötzlich befinden sie sich in einem Verwirrspiel aus Ra-che, Diamantenschmuggel und jahrzehntealtem Hass. Ein Kriminalfall in der Welt der Gol-denen Zwanziger.


Noble Gesellschaft ist der neuste Kriminalroman von Joan Wenig und zweite Fall für Krimi-nalkommissar Paul Genze. Ich habe den ersten Teil zwar nicht gelesen, aber ich bin ein gro-ßer Fan von Berlinkrimis jeglicher Art und der Klapptext des Buches versprach mir einen spannenden Fall, der in den 20er Jahren spielt.

Die Autorin hat mit ihren bildlichen Schreibstil das Flair der 20er Jahre perfekt eingefangen und wieder gespiegelt. Man fühlte sich in diese Zeit zurückversetzt. Die Gesellschaft, die Redensart, Lebensweise und Kultur….alles passte und stimmte perfekt.
Die Charaktere waren zwar sehr gut dargestellt worden, aber blieben auf Grund der Anzahl sehr farblos. Leider fand ich zu keinem Zeitpunkt Zugang zu ihnen. Wie schon vorher er-wähnt, waren eine Vielzahl von Protagonisten am Start und dadurch verlor man von Zeit zu Zeit den Überblick. Zum Glück gibt es am Anfang des Buches einen Personenüberblick und konnte somit das eine oder andere Mal nachsehen. Was das Lesen auch ein wenig mühsam machte. Leider wirkte sich dies auch auf die Handlung der Geschichte aus. Auch wenn die Autorin alles perfekt durchdacht und umgesetzt hat, so fehlte mir die Spannung, um dieses Buch als einen Krimi durchgehen zu lassen. Während des Lesen hatte ich immer wieder den Eindruck, dass der Fall immer mehr in den Hintergrund rückte. Was man auch über die Er-mittlungsarbeiten schreiben kann, denn alles passierte so nebenbei. Hier fehlten mir wichti-ge Details, die für mich einen guten Krimi ausmachen.
Das Ende dieses Buches stimmt mich ein wenig versöhnlich, den hier wurde der Fall schlüs-sig aufgeklärt.

Leider war Noble Gesellschaft zu weit weg von einem Krimiroman. Für mich war es eine Zeitreise in die 20er Jahre, dessen Lebensbild perfekt eingefangen worden ist. Leider kann ich hier nur 3 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 22.02.2017

Spannende Familiengeschichte

Sturmherz
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Inhaltsangabe
Alexa Petri hat schon seit vielen Jahren ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter Corne-lia. Doch nun liegt Cornelia im Koma, und Alexa muss ihre Vormundschaft übernehmen. Sie findet einen ...

Inhaltsangabe
Alexa Petri hat schon seit vielen Jahren ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter Corne-lia. Doch nun liegt Cornelia im Koma, und Alexa muss ihre Vormundschaft übernehmen. Sie findet einen Brief, der Cornelia in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt: als leidenschaft-liche junge Frau im Hamburg der frühen sechziger Jahre. Und als Opfer der schweren Sturmflutkatastrophe. Alexa beginnt zu ahnen, wer ihre Mutter wirklich ist. Als ein alter Freund von Cornelia auftaucht, ergreift Alexa die Chance, sich von der Frau erzählen zu lassen, die sie schließlich auch verstehen und lieben lernt.

Sturmherz ist der neuste Roman von Corina Bomann und als großer Fan ihrer Familien-romane war es für mich ein Muss dieses Buch zu lesen. Der Klapptext versprach mir eine sehr gefühlvolle und spannende Geschichte und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und ab der ersten Seite taucht der Leser in die Ge-schichte um Richard und Cornelia ein. Es ist eine wahre Flut in die er hineingezogen wird und so einfach kann man dieses Buch nicht aus der Hand legen. Zu jedem Zeitpunkt muss man wissen, wie die Geschichte der beiden weitergehen wird. Welche Geheimnisse beide Seiten miteinander verbindet.
Die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet worden und somit wirkten sie sehr authentisch. Dadurch konnte man sich sehr gut in sie hineinversetzen. Die bildliche Be-schreibung der Kulisse unterstrich das Ganze nochmals. Die Handlung dieses Buches ist in zwei Ebenen aufgeteilt worden. Zum einen die Gegenwart, die im Jahr 2014 spielt und von Cornelias Tochter Alexa, Richards Erzählungen und seinen Sohn Ethan handelt. Zum ande-ren die Vergangenheit, die im Jahr 1962 spielt. Zu der Zeit als Cornelia und Richard sich kennenlernen und Hamburg von der Jahrhundertflut heimgesucht wird. Beide Teile sind per-fekt miteinander verknüpft worden, so dass man zu keinem Zeitpunkt den Überblick verliert. Es war sehr interessant und spannend in die Geschichte von Cornelia und Richard abzutau-chen und mitzuerleben. Mit welchen Schwierigkeiten beide zu kämpfen hatten und nie auf-gaben. An manchen Stellen schwappte die Atmosphäre von 1962 herüber und an diesem Punkt merkt man, dass Corina Bomann sich gut über diese Katastrophe informiert hat. Die-ses Wissen konnte so perfekt in diesen Handlungsstrang hineinfließen. Alexas Geschichte hat mich nicht so ganz überzeugen können Das Ganze spielte sich für mich ein wenig zu glatt ab. Hier fehlte mir das gewisse Etwas, aber das störte mich jetzt nur am Rande und mindert nicht die Lesefreude.

Sturmherz war wieder einmal eine berührende und zugleich spannende Familiengeschichte, die einen authentischen Hintergrund besitzt. Corina Bomann versteht es ihre Leser immer wieder aufs Neue zu begeistern. Absolute Leseempfehlung und fünf Sterne (gibt leider nicht mehr)!

Veröffentlicht am 17.02.2017

Ein wunderbarer Beginn einer Trilogie

Das Lied der Störche
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Inhaltsangabe
Alte Heimat Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kind-heit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre ...

Inhaltsangabe
Alte Heimat Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kind-heit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegan-gen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin ver-gnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt ... Ein berührende Familien-Saga die auf wahren Begebenheiten beruht.

Das Lied der Störche ist der Auftakt einer dreiteiligen Romanserie von Ulrike Renk.
Wer schon einmal die Romane von der Autorin Ulrike Renk gelesen hat, weiß das ihre Ro-mane auf eine wahre Begebenheit bzw. Person basieren. Der reelle Teil wird so perfekt in eine fiktive Geschichte eingefügt, dass daraus eine wunderbare Familiensaga entsteht. Der bildhafte und wunderschöne Erzählstil trägt dazu bei, dass man perfekt in die Zeit um 1920 ein-und abtauchen kann. Das Leben auf dem Gut wird dem Leser sehr nahegebracht und hier spielt gar keine Rolle, ob es der Gutsherr, die Kinder oder die Leute sind. In jeder dieser Charaktere kann man sich sehr gut hineinversetzen und deren Leben nachvollziehen. Beson-ders gut gefiel mir der eingestreute preußische Dialekt, dies unterstrich das Ganze noch ein wenig und dadurch wurde es noch authentischer.
Während des Lesens spürt man, wie man immer weiter mitgezogen und ein Teil dieser Ge-schichte wird.

Das 500seitige Buch besteht aus zwei Teilen. In dem ersten Teil, der im Jahr 1920 spielt, darf der Leser Frederike von der Kindheit bis zum erwachsen werden begleiten. Es macht Spaß Frederike auf ihrem Weg zu begleiten und man ist erstaunt mit welchen Sorgen und Ängsten sich ein elfjähriges Kind auseinandersetzt.
Im zweiten Teil, der im Jahr 1928 spielt, ist Frederike eine junge Frau, die in das Leben als Gutsherrin eingeführt wird und sich so langsam Gedanken ums Heiraten machen sollte. Ir-gendwie möchte sie sich aber noch nicht binden, aber die erste Verliebtheit lässt nicht lange auf sich warten. Wie es hier weiter geht will ich natürlich nicht verraten…
Achtung: Suchtgefahr!!!

Aber nicht nur vom Gutsleben wird erzählt, sondern auch von den politischen Unruhen. Die-se werden immer wieder eingestreut und so dem Leser nahegebracht. Die Angst der Men-schen ist zum Greifen nah und man merkt, wie sie sich um ihre Zukunft sorgen.

Ulrike Renk versteht es immer wieder eine wunderbare Handlung in der perfekten Idylle spielen zu lassen. Wow…zu so einer Leistung!

Für mich war es ein berührender und spannender Familienroman, der einen authentischen Hintergrund hat.Ich sage nur: Unbedingt LESEN!!!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Horst Lichter - ein Mensch wie du und ich

Keine Zeit für Arschlöcher!
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Inhalt des Buches
Aus dem Leben fürs Leben: Ein Buch zum Lachen und zum Weinen. Rund zehn Jahre nach seinem Bestseller "Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott. Die zwei Leben des Horst Lichter" legt ...

Inhalt des Buches
Aus dem Leben fürs Leben: Ein Buch zum Lachen und zum Weinen. Rund zehn Jahre nach seinem Bestseller "Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott. Die zwei Leben des Horst Lichter" legt TV-Koch und Publikumsliebling Lichter seine neue Biografie vor. Da fragt man sich als Leser natürlich schon: Was soll denn jetzt noch kommen? Hat Hotte uns etwa nicht alles erzählt? Gibt es tatsächlich noch ein drittes Leben in diesem einen? Ja, das gibt es wirklich! Mit dem Tod seiner Mutter 2014 hat Horst Lichter angefangen, seine Geschichte neu zu schreiben. Denn ihm ist wieder einmal klargeworden: Das Leben ist kein Ponyhof - und endlich! In diesem aufrüttelnden Buch erzählt Horst Lichter von seiner bewegten Le-bensgeschichte und was ihn zum Umdenken gebracht hat. Warum es so wichtig ist, sein Le-ben neu in die Hand zu nehmen, es bewusst zu leben und seinen Humor nie zu verlieren.


Keine Zeit für Arschlöcher! … hör auf dein Herz ist die neue Biografie von Horst Lich-ter.
Horst Lichter, Ehemann, Vater, Opa, ein Ex-Restaurantbesitzer, ein Fernsehkoch, ein Unter-haltungskünstler, Moderator u.v.m. Aber in erster Linie ein Mensch wie du und ich und das Vergessen leider sehr viele
In diesem Buch blickt Horst Lichter zurück und zieht ein Fazit über sein bisheriges Leben. In seiner altbekannten Art und Weise erzählt er über die letzten Wochen mit seiner Mutter und wie er den Krankheitsverlauf erlebt hat und seine Gefühle, die mehr als nur eine Achterbahn-fahrt war. Zudem berichtet er das Loslassen, dass ihm (aber auch jeden von uns) sehr schwer gefallen ist. Seinem Restaurant “ Oldithek“, die er verkauft und ausgeräumt hat. Über seinen Kochkollegen und die diversen Kochshows, die er mitbestreiten durfte und dabei so viel Kri-tik einstecken musste, dass viele von uns entnervt hingeschmissen hätten. Aber nicht Horst Lichter, denn er hat immer an sich geglaubt und seine Ziele umgesetzt. Über Lafer! Lichter! Lecker und warum er und Johann befreundet waren, aber keine Freunde sind. Und natürlich über seinen Neuanfang in Baden- Württemberg. Manche Geschichten waren traurig, manche stimmten nachdenklich, manche waren einfach nur lustig und bei manche konnte man ein-fach nur sagen: Horst, dass hast du richtiggemacht.


Für mich war es eine sehr emotionale und interessante Reise in die Welt des Horst Lichters, die man so kaum kannte. Manchmal standen mir die Tränen in den Augen und manchmal konnte man vor Lachen kaum aufhören. Danke, dass du dieses Buch geschrieben hast und uns den Menschen Horst Lichter ein wenig nähergebracht hast. Bleib so wie du bist eine rheinländische Frohnatur, der auch mal Gefühle zeigen darf!

Veröffentlicht am 24.01.2017

Nicht für jedermann geeignet

Berlin, Punk, PVC
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Inhaltsangabe
Westberlin, 1977. Kein Drummer in Sicht, der Probenraum steht unter Wasser – doch PVC wollen nur eins: auf die Bühne! Und plötzlich gibt es Punk aus Deutschland. Ihre Songs »Wall City Rock« ...

Inhaltsangabe
Westberlin, 1977. Kein Drummer in Sicht, der Probenraum steht unter Wasser – doch PVC wollen nur eins: auf die Bühne! Und plötzlich gibt es Punk aus Deutschland. Ihre Songs »Wall City Rock« und »Berlin By Night« prägen die gesamte Szene. Der Absturz folgt prompt, aber Gerrit Meijer bleibt: unangepasst, musikalisch getrieben, mit dem Finger auf der Wunde des Mainstream. Seine Erinnerungen entführen in die wilde Zeit einer rebellie-renden Generation … Er erzählt von den ersten Gigs mit Iggy Pop, dem On and Off der Punkszene, der Liaison mit Bela B Ende der 80er, dem Aids-Tod von Gründungsmitglied Knut Schaller. Meijer geht es um Haltung, Kreativität und ein einzigartiges Lebensgefühl, das in jeder Zeile mitschwingt.

Berlin. Punk. PVC - Die unzensierte Geschichte ist die Biografie von Gerrit Meijer.
Für mich sind Biografien immer sehr interessante Einblicke in berühmte oder weniger be-rühmte Leben, die ich sehr gerne lese. Deshalb freute ich mich schon auf eine sehr interes-sante Lesezeit, die leider in diesem Fall nicht eintrat. Das Buch selbst beginnt mit einem Vorwort des Ärzte Musikers Bela B., der die Punkszene sehr liebt. Die ersten Kapitel über Gerrits Kinder- und Jugendzeit fand ich noch recht spannend, aber was danach kam, ent-puppte sich als sehr langatmig und dadurch verlor ich die Lust am Lesen. Ich quälte mich nicht nur durch die Seiten, sondern auch das musikalische Bandleben des Musikers Gerrit Meijer. Nicht nur, dass er bei PVC, die erste Punkband Deutschlands spielt, er spielte auch u.a. bei White Russia und Trio Rose. Sein musikalischer Werdegang war recht bewegend und wurde auch von einigen prominenter Persönlichkeiten begleitet, aber dennoch konnte mich sein Erzählstil zu keinem Zeitpunkt nicht abholen. Vielleicht lag es einfach auch daran, dass ich mich nicht so recht in dieser Punkszene auskenne, wie es hier gebracht wäre. Dennoch habe ich dieses Buch beendet und bin auf der einen oder Art um eine Leseerfahrung reicher geworden.


Ich kann dieses Buch wirklich nur den Musikfans ans Herz legen, die dieser Szene gekannt, geliebt oder miterlebt haben. Nur für Musikfans wie mir ist es leider nicht gewesen. Scha-de….