Profilbild von LeseeuleTati

LeseeuleTati

aktives Lesejury-Mitglied
offline

LeseeuleTati ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LeseeuleTati über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2026

Ein Mystery-Krimi, der tief unter die Haut geht

Dies irae
0

Auch neun Jahre nach dem ungeklärten Mord an ihrer kleinen Tochter Madeleine findet Dolly keinen Frieden. In der Hoffnung, ihrer Trauer zu entkommen und endlich innere Ruhe zu finden, zieht sie in das ...

Auch neun Jahre nach dem ungeklärten Mord an ihrer kleinen Tochter Madeleine findet Dolly keinen Frieden. In der Hoffnung, ihrer Trauer zu entkommen und endlich innere Ruhe zu finden, zieht sie in das alte Haus ihres Großvaters im Waldviertel, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat. Doch statt Frieden erwarten sie die Schatten der Vergangenheit. Eines Nachts entdeckt sie ein geheimnisvolles Licht im Baumhaus, ihrem einstigen Rückzugsort. Kurz darauf begegnet ihr der Geist eines Mädchens: Melanie Schweiger. Dolly erkennt erschreckende Parallelen zum Schicksal ihrer Tochter und beginnt, nach der Wahrheit zu suchen. Schon bald führt ihre Spur zu einem Mörder, der möglicherweise seit Jahren unerkannt mitten unter den Dorfbewohnern lebt.

Was für eine außergewöhnliche Geschichte!
Eigentlich gehören Krimis mit Mystery-Elementen nicht zu meinem bevorzugten Genre. Umso mehr hat mich dieses Buch überrascht und berührt. Zwar brauchte ich etwas Zeit, um mich an den Schreibstil von Adrian Schmelzenbart zu gewöhnen, doch schon bald entwickelte die Geschichte einen faszinierenden Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte.
Die Atmosphäre ist dicht, düster und von einer beinahe greifbaren Melancholie durchzogen. Immer wieder verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Übernatürlichem. Manche Szenen wirkten so gespenstisch und unheimlich, dass ich kurz innehalten musste. Ist das wirklich ein Mensch, mit dem Dolly spricht oder doch ein Geist? Diese ständige Unsicherheit verleiht der Geschichte eine besondere Spannung und einen geheimnisvollen Zauber, der sich durch den gesamten Roman zieht.
Besonders bewegt hat mich Dollys Schicksal. Der Verlust eines Kindes gehört wohl zu den schlimmsten Erfahrungen, die ein Mensch erleiden kann, und der Autor vermittelt diesen Schmerz auf eine eindringliche und glaubwürdige Weise. Gerade deshalb geht ihr die Geschichte der ermordeten Melanie so nahe. Ihre Suche nach der Wahrheit wird zu weit mehr als einer Mordermittlung - sie wird zu einem Kampf gegen das Vergessen, gegen das Schweigen und gegen die Dunkelheit, die über dem Dorf liegt.
Je tiefer Dolly gräbt, desto erschütternder werden die Erkenntnisse. Hinter den Fassaden der Dorfbewohner verbergen sich Hass, Ignoranz, Schuld und menschliche Abgründe. Die Geschichte konfrontiert ihre Leser mit schockierenden Wahrheiten und grausamen Taten, die bis ins Mark erschüttern. Gleichzeitig wirft sie die uralte und schmerzhafte Frage auf, die angesichts solcher Tragödien immer wieder gestellt wird: Gott, warum? Wie konnte das geschehen?
Das Ende kam für mich unerwartet und hat mich tief bewegt. Es ließ mich traurig, nachdenklich und für einen Moment sprachlos zurück.

„Tag des Zorns“ ist weit mehr als ein Kriminalroman. Es ist eine düstere, mystische und emotionale Geschichte über Verlust, Schuld, Hoffnung und die Abgründe der menschlichen Seele. Ein unheimlicher Mystery-Krimi voller Gänsehautmomente, der lange nach dem Zuklappen des Buches nachhallt und tief unter die Haut geht.
Eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.05.2026

Ein Krimi der Extraklasse – düster, packend und erschreckend nah an der Realität!

Eisfeld - Fleisch und Blut
0

Der neue Fall führt Mara Eisfeld und ihr Ermittlungsteam mitten hinein in die einflussreiche Familiendynastie eines mächtigen Fleischerei-Unternehmens. Als der Sohn der Familie Haub brutal ermordet aufgefunden ...

Der neue Fall führt Mara Eisfeld und ihr Ermittlungsteam mitten hinein in die einflussreiche Familiendynastie eines mächtigen Fleischerei-Unternehmens. Als der Sohn der Familie Haub brutal ermordet aufgefunden wird, beginnt ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit. Schnell geraten radikale Umweltaktivisten ins Visier der Ermittler, doch schon bald wird klar: Hinter der glänzenden Fassade der Familie verbergen sich dunkle Geheimnisse, die um jeden Preis verborgen bleiben sollen.

Dieser Krimi hat mich von der ersten Seite an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen!
Steffen Weinerts Schreibstil ist unglaublich fesselnd, atmosphärisch dicht und mitreißend. Das Buch liest sich rasant und entwickelt dabei einen regelrechten Sog, der mich beinahe atemlos durch die Seiten getrieben hat. Die Spannung steigt kontinuierlich an, während sich die Ereignisse immer weiter zuspitzen und man als Leser ständig zwischen Verdacht, Hoffnung und Entsetzen schwankt.
Besonders beeindruckt hat mich die brisante und hochaktuelle Thematik. Der Autor greift gesellschaftliche Konflikte und moralische Abgründe auf eine Weise auf, die unter die Haut geht. Dabei verbindet er Spannung, Emotionen und psychologische Tiefe zu einem beklemmenden Gesamtbild. Die unerwarteten Wendungen, schockierenden Enthüllungen und die düstere Atmosphäre sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Vor allem die Darstellung menschlicher Abgründe ist Steffen Weinert meisterhaft gelungen. Er zeigt eindringlich, wozu Menschen aus Angst, Machtgier oder Verzweiflung fähig sind, und welche Spuren diese Taten auch in den Tätern selbst hinterlassen.
Für mich war es das erste Buch der Eisfeld-Reihe, aber ganz sicher nicht das letzte. Das Ermittlerteam rund um Mara Eisfeld wirkt authentisch, sympathisch und professionell, sodass ich sofort eine Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte.

Ein düsterer, intensiver und hervorragend konstruierter Krimi mit Gänsehautmomenten und absolutem Suchtfaktor.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2026

Mord, Misstrauen und dunkle Geheimnisse auf Süderoog

Tödliche Hallig
0

Im neuen Ermittlungsfall verschlägt es Kommissar Theo Krumme und seine Kollegin Pat auf die abgelegene Hallig Süderoog. Im nordfriesischen Wattenmeer wird die brutal zugerichtete Leiche eines Mannes entdeckt. ...

Im neuen Ermittlungsfall verschlägt es Kommissar Theo Krumme und seine Kollegin Pat auf die abgelegene Hallig Süderoog. Im nordfriesischen Wattenmeer wird die brutal zugerichtete Leiche eines Mannes entdeckt. Während Wind, Einsamkeit und die raue Nordsee die Hallig umgeben, suchen die Ermittler fieberhaft nach Antworten: Wer ist der Tote? Was ist geschehen? Und was verschweigen die Bewohner der kleinen Halliggemeinschaft?

Ich muss ehrlich sagen, dass das Buch meinen persönlichen Geschmack leider nicht ganz getroffen hat. Ich lese am liebsten intensive, atemlose Krimis mit einer starken psychologischen Komponente. Dennoch wurde ich beim Lesen gut unterhalten.
Der Schreibstil von Hendrik Berg ist angenehm flüssig und sehr atmosphärisch. Besonders die düstere, raue Nordsee-Stimmung wurde hervorragend eingefangen, man spürt beim Lesen förmlich den kalten Wind, die Einsamkeit der Hallig und die bedrückende Atmosphäre, die über der Geschichte liegt. Trotz der eher ruhigen Erzählweise gelingt es dem Autor, eine unterschwellige Spannung aufzubauen, die einen kontinuierlich weiterlesen lässt. Auch die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man schnell durch die Seiten gleitet.
Das Ermittlungsduo Theo Krumme und Pat war mir dabei durchaus sympathisch. Große Überraschungen oder spektakuläre Wendungen sollte man allerdings nicht erwarten, der Krimi setzt eher auf eine ruhigere, atmosphärische Entwicklung der Handlung.

Für mich persönlich war das Buch leider kein Highlight. Leserinnen und Leser, die ruhigere Krimis mit viel Nordsee-Feeling, einer düsteren Atmosphäre und klassischer Ermittlungsarbeit mögen, werden hier aber definitiv auf ihre Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2026

"... wenn das Wissen schlimmer ist, als unwissend zu bleiben…“

Home Before Dark
0

Als die vierzehnjährige Marsibil ihren heimlichen Brieffreund treffen will, fühlt sie sich etwas unbehaglich. Denn sie hat sich ihm gegenüber als ihre ältere Schwester Kristin ausgegeben. Doch an diesem ...

Als die vierzehnjährige Marsibil ihren heimlichen Brieffreund treffen will, fühlt sie sich etwas unbehaglich. Denn sie hat sich ihm gegenüber als ihre ältere Schwester Kristin ausgegeben. Doch an diesem Abend schafft sie es nicht mehr zum vereinbarten Treffpunkt. Kurz darauf verschwindet Kristin spurlos, zurück bleibt nur ihre blutverschmierte Jacke an genau dem Ort, an dem Marsibil ihren Brieffreund treffen wollte. Danach bricht auch der Briefkontakt plötzlich ab.
Zehn Jahre später erhält Marsibil unerwartet erneut einen Brief von ihrem damaligen Brieffreund und wird schonungslos mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie kehrt in ihr abgelegenes Heimatdorf zurück, fest entschlossen, endlich die Wahrheit über Kristins Verschwinden ans Licht zu bringen. Doch manche Geheimnisse hätten vielleicht besser für immer im Dunkeln bleiben sollen...

Dieser Psychothriller hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen!
Anfangs empfand ich die Geschichte noch etwas ruhiger und stellenweise leicht langatmig, doch mit jedem weiteren Kapitel entwickelte sich daraus ein raffinierter, düsterer und unglaublich spannender Psychothriller, der mich bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hat.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, atmosphärisch dicht und gleichzeitig voller unterschwelliger Bedrohung. Besonders die wechselnden Zeitebenen und die Perspektiven der beiden Schwestern haben mir unglaublich gut gefallen. Mit jedem Kapitel verdichtet sich die Spannung immer weiter: Geheimnisse brechen auf, Verdächtigungen entstehen, Beziehungen zerfallen und plötzlich scheint jeder etwas zu verbergen. Gerade wenn man glaubt, endlich Antworten zu bekommen, folgt die nächste schockierende Wendung.
Die Autorin erschafft eine düstere, beklemmende Atmosphäre, die sich langsam unter die Haut schleicht. Zwischen familiären Abgründen, zerstörerischem Neid, Schuld, Eifersucht, verlorener Liebe und zerbrechlichen Freundschaften entfaltet sich ein erschütterndes Familiendrama voller menschlicher Dunkelheit.

Ein fesselnder, atmosphärischer Psychothriller mit Gänsehautmomenten und einem unerwarteten Ende, das mich völlig überrascht zurückgelassen hat. Absolut lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2026

Absolute Leseempfehlung nicht nur für Fans der Gruppe 4!

Nebelbeute
0

Mila Weiss ist die Leiterin der Gruppe 4, einer Sondereinheit für Ermittlungen bei Serienstraftaten. Seit Jahren jagt sie ihren gefährlichsten Widersacher: Johannes Toblach. Die Spur führt sie in ein abgelegenes ...

Mila Weiss ist die Leiterin der Gruppe 4, einer Sondereinheit für Ermittlungen bei Serienstraftaten. Seit Jahren jagt sie ihren gefährlichsten Widersacher: Johannes Toblach. Die Spur führt sie in ein abgelegenes Dorf, tief oben in den Bergen, umgeben von dichten, düsteren Wäldern. Mila findet Toblach – doch plötzlich wird sie selbst zur Gejagten und verschwindet spurlos.
Jakob Krogh und die Gruppe 4 machen sich fieberhaft auf die Suche nach ihr und stoßen dabei auf die finsteren Geheimnisse des scheinbar idyllischen Dorfes.

Mich hat die Geschichte schon ab der ersten Seite gepackt. Bereits der Prolog jagt einem eine Gänsehaut über den Rücken: Wer ist die Frau, die panisch vor einem brutalen Jäger flieht?
Der Schreibstil ist packend, intensiv und unglaublich fesselnd, man hat kaum Zeit zum Durchatmen. Mit jeder Seite steigt die Spannung, während sich die Handlung immer weiter zuspitzt. Die Atmosphäre ist dicht, beklemmend und von Anfang an von einer unterschwelligen Bedrohung durchzogen. Schnell wird klar: Hier geht es um weit mehr als nur einen gewöhnlichen Fall.
Auch das Setting ist großartig gewählt: ein abgelegenes Dorf, undurchdringliche Wälder, schneebedeckte Berge. Der Autor beschreibt die Natur so eindringlich, dass man die eisige Kälte, den Nebel und die bedrückende Stille förmlich spüren kann. Gerade diese trostlose, unheimliche Atmosphäre sorgt dafür, dass sich Angst und Unruhe ständig im Hintergrund festsetzen.
Mit "Nebelbeute" habe ich die Mitglieder der Gruppe 4 endgültig ins Herz geschlossen. Diese Sonderermittlungseinheit wirkt unglaublich professionell, aufmerksam, authentisch und gleichzeitig sehr menschlich. Gerade das Zusammenspiel der Figuren macht die Geschichte zusätzlich spannend.
Benjamin Cors konstruiert die Handlung äußerst raffiniert. Die Spannung bleibt durchgehend auf hohem Niveau, die Ereignisse greifen perfekt ineinander und immer dann, wenn man glaubt, die Wahrheit zu erkennen, folgt die nächste unerwartete Wendung oder ein neuer grausamer Schockmoment. Besonders dieses permanente Gefühl, dass jederzeit etwas Schreckliches passieren könnte, hat bei mir für echte Gänsehaut gesorgt.

Mir hat dieser Thriller unglaublich gut gefallen, denn er vereint alles, was ein echter Pageturner braucht: düstere Atmosphäre, unterschwellige Spannung, überraschende Wendungen, starke Schockmomente und eine raffinierte Handlung.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung nicht nur für Fans der Gruppe 4!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere