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Veröffentlicht am 30.04.2021

Im Lautlosen

Im Lautlosen
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„Ich will den Menschen helfen, die sonst keine Stimme haben. Und wenn ich ihnen nicht helfen kann, will ich wenigstens dafür sorgen, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können.“

„Im Lautlosen“ ...

„Ich will den Menschen helfen, die sonst keine Stimme haben. Und wenn ich ihnen nicht helfen kann, will ich wenigstens dafür sorgen, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können.“

„Im Lautlosen“ ist ein historischer Roman von Melanie Metzenthin. Er erschien im Juli 2017 im Tinte und Feder Verlag von Amazon Publishing und ist der erste Band der „Leise Helden-Reihe“. Er kann unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden.
Paula und Richard lernen sich 1926 in Hamburg kennen und lieben. Beide sind angehende Ärzte und möchten als Psychiater arbeiten. Während Paula mit dem klassischen Rollenbild der Frau zu kämpfen hat, beobachtet Richard mit Sorge, wie manche Kollegen die „Vernichtung von lebensunwertem Leben“ propagieren und lehren. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen wird auch die Bedrohung für Paula und Richard größer, denn ihr Sohn ist gehörlos geboren und daher in großer Gefahr. Um ihre Familie zu schützen gehen sie große Risiken ein und versuchen gleichzeitig auch andere Menschen vor dem grausamen Schicksal zu bewahren, was wiederum eine große Bedrohung für sie selbst darstellt…

Melanie Metzenthin schafft es mit ihrem Roman erneut, mich sofort in den Bann zu ziehen. Auf bewegende und berührende Art und Weise schildert sie, wie Paula und Richard Hellmer sich kennen und lieben lernen. Beide sind sehr empathische und sympathische Menschen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und versuchen ihnen zu helfen. Nächstenliebe wird bei ihnen großgeschrieben und nicht umsonst, haben sie sich dem Arztberuf verschrieben.
Umso schlimmer ist es für die beiden, als ihnen klar wird, dass die Nationalsozialisten körperlich und geistig behinderte Menschen systematisch ermorden. Als ihr Sohn Georg gehörlos geboren wird, stehen auch er im Fokus des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ und ist somit in größter Gefahr. Mit viel Einsatz und Mut versuchen Paula und Richard dennoch, nicht nur Georg zu beschützen, sondern auch weitere Menschen vor der Willkür der Nationalsozialisten zu retten. Gerade Richard bringt sich mit seinen Handlungen jedoch in große Gefahr und kann sich schließlich nur durch die Unterstützung seines besten Freundes Fritz retten…
Die Entscheidungen, vor denen Richard und Paula stehen sind einfach nur schrecklich und unvorstellbar. Es ist mir unbegreiflich, wie man entscheiden kann, wer stirbt und wer lebt – und gerade deshalb habe ich größten Respekt vor Menschen, die genau dies in der Realität des Dritten Reiches taten und damit Leben retteten! Melanie Metzenthin verpackt dieses furchtbare Thema in ihrem Roman aber sehr gut. Medizinische sowie ethische Aspekte werden veranschaulicht, aber auch die Gefühle von Richard und Paula werden mehr als deutlich. Auf interessante und gleichzeitig bewegende Weise schildert die Autorin diese Taten in ihrem fiktiven Roman. Der Widerstand von Paula und Richard ist dabei eher lautlos, aber dennoch unglaublich wirksam und mutig. Mir hat dieses Romanthema sehr zugesagt, da ich bisher nur wenig über die Verfolgung körperlich und geistig behinderter Menschen im Nationalsozialismus wusste.
Zudem spielen Familie und Freundschaft eine große Rolle im Roman, denn ohne den Zusammenhalt und die Hoffnung auf bessere Zeiten, wäre die Familie wohl kaum durch diese schwere Zeit gekommen…
Die Darstellung der Figuren ist insgesamt sehr authentisch und realistisch, die Charakterisierung auch bei den Nebenfiguren sehr gut gelangen. Gerade der beste Freund von Richard, Fritz Ellerweg, gefällt mir sehr gut. Er hat einen unglaublichen Optimismus und sieht die Dinge immer von der positiven Seite. Doch auch mit ihm meint das Leben es nicht immer gut und auch sein Schicksal kann er nur durch die Unterstützung seiner Freunde ertragen.
Auch der Schreibstil ist unglaublich flüssig und mitreißend, die Darstellung der Ereignisse bildlich und authentisch. Historische Ereignisse und echte Personen werden in die fiktive Handlung eingebaut, ein Nachwort rundet die historische Einordnung ab.
Gefallen hat mir zudem die Einbindung des Buchtitels in den Roman, da die Handlungen von Paula und Richard eher lautlos helfen, aber dennoch so unglaublich wichtig sind.
Als einzigen Kritikpunkte habe ich mal wieder, dass im Roman selbst nicht erkennbar ist, dass das Buch zu einer Reihe gehört. Dies finde ich immer sehr schade, denn ich denke, dass so der ein oder andere Leser übersieht, dass es Folgebände gibt oder eben auch die Folgebände kauft und erst später feststellt, dass es vorherige Bände gibt. Ich würde mir hier eine klare Beschriftung am Buchanfang wünschen.

Mein Fazit: Ein gut recherchierter und mitreißend geschriebener historischer Roman mit einem wichtigen Thema. Ich habe ihn sehr gerne gelesen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 30.04.2021

Metamorphose

Solange es Schmetterlinge gibt
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„Entweder zelebrierst du dein Leid, oder du lässt es gehen und entscheidest dich zu leben.“

„Solange es Schmetterlinge gibt“ ist ein Roman von Hanni Münzner. Er ist ein Teil der „Schmetterlinge-Reihe“ ...

„Entweder zelebrierst du dein Leid, oder du lässt es gehen und entscheidest dich zu leben.“

„Solange es Schmetterlinge gibt“ ist ein Roman von Hanni Münzner. Er ist ein Teil der „Schmetterlinge-Reihe“ der Autorin, kann aber einzeln gelesen werden. Er erschien am 20.04.2021 im Tinte und Feder Verlag von Amazon Publishing, wurde aber bereits 2017 unter demselben Titel im Eisele Verlag herausgebracht.
Penelope lebt seit einem schweren Schicksalsschlag alleine und zurückgezogen. Die Gesellschaft anderer Leute meidet sie. Ihrer Nachbarin Trudi sowie ihrem neuen Nachbarn Jason kann sie jedoch nicht entkommen und langsam beginnt sie zu verstehen, dass es sich vielleicht doch lohnt, das Leben richtig zu leben.

Der Roman von Hanni Münzner beginnt amüsant und leicht. Das Kennenlernen von Penelope und Jason war mir dann aber in großen Teilen etwas zu absurd, zu schnell und wenig authentisch. Mehrfach hatte ich das Gefühl, die Ereignisse seien nicht real, sondern nur Fiktion und fühlte mich an Romane von Cecilia Ahern erinnert, bei denen eine Figur auftaucht, die dem Protagonisten „erscheint“ um ihn auf den richtigen Pfad zu bringen. Dieser Eindruck verlor sich nach einiger Zeit, tauchte aber mit dem Romanende abrupt wieder auf. Dieses passt nämlich für meinen Geschmack einfach absolut nicht zur Handlung und hat mich wirklich enttäuscht!
Insgesamt hinterlässt der Roman mich daher wirklich sehr zwiegespalten. Er enthält einige wirkliche unterhaltsame und humorvolle Szenen sowie tiefgründige und nachdenklich stimmende Momente und Ereignisse. Die Figuren sind sehr speziell charakterisiert und der Humor bleibt definitiv nicht auf der Strecke. Die lustigen Szenen halten sich aber mit den ernsten Momenten die Waage, was mir sehr gut gefallen hat.
Auch Penelopes Charakter und ihre Entwicklung sind gut beschrieben. Nach einem schrecklichen Erlebnis hat sie sich nämlich in ein Schneckenhaus zurückgezogen und sich von Freunden und Familie abgewandt. Sie will nicht auffallen und möglichst allein sein, sie hat „Angst vor dem Leben“. Nach und nach und vor allem durch die Hilfe von Trudi und Jason kommt die wahre Penelope aber wieder zum Vorschein und ihre Lebensfreude kehrt zurück. Dabei tritt sie in so manches Fettnäpfchen, muss sich aber ebenso der Realität und der Wahrheit des Lebens stellen. Diese Wahrheiten bringen auch den Leser an einigen Stellen zum Grübeln und enthalten einige Ansätze, über die es sich lohnt nachzudenken.
Der Buchtitel wird meines Erachtens sehr gut aufgegriffen und auch in die Handlung eingebracht. So kann man zum Beispiel die Entwicklung Penelopes wirklich sehr gut mit der Metamorphose eines Schmetterlings vergleichen. Aus der grauen und unscheinbaren Frau, wird wieder jemand, der das Leben liebt und aufblüht.
Der ebenfalls einfließende Kriminalfall sowie das überraschende Wiedersehen mit Marlene und Trudi aus Hanni Münzners Roman „Marlene“ hat mir gut gefallen.
Die Autorin schaffte es zudem, wie ich es bereits von ihr kenne, mich an manchen Stellen zu überraschen und der Handlung unerwartete Wendungen zu verpassen. Der Roman ist kein typischer Liebesroman, wie ich dachte und hat durchaus einen gewissen Charme.
Dennoch konnte ich mich einfach nicht wirklich mit dem Roman anfreunden und kann gerade die Absurdität an manchen Stellen und den zeitweisen Umschwung auf einen Krimi nicht wirklich gutheißen. Gerade als es dann wieder besser wurde und ich die Entwicklung von Penelope genießen konnte, ist der Roman dann vorbei und das Ende macht mich einfach fassungslos. Nein, so geht es für mich nicht. Absolut unpassend und unauthentisch!
Außerdem wurde ich beim Lesen des Nachwortes dann wieder einmal negativ überrascht, denn der Roman gehört – wieder mal – zu einer Buchreihe, was vorher absolut nicht ersichtlich war! Sicherlich ist er alleine lesbar, aber ich mag es einfach nicht, Buchreihen nicht in der richtigen Reihenfolge zu lesen und kann einfach nicht verstehen, warum man diese Info nicht auf dem Cover oder auf den ersten Buchseiten hinterlassen kann…!

Insgesamt kann ich daher leider nur 3,5 von 5 Sternen vergeben.

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Veröffentlicht am 27.04.2021

Beinahe Herbst

Beinahe Herbst
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„Alles beginnt im Herbst.“

„Beinahe Herbst“ ist ein Roman von Marianne Kaurin. Er erschien im September 2019 im Arctis Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Norwegen 1942: Deutschland hat Norwegen besetzt, ...

„Alles beginnt im Herbst.“

„Beinahe Herbst“ ist ein Roman von Marianne Kaurin. Er erschien im September 2019 im Arctis Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Norwegen 1942: Deutschland hat Norwegen besetzt, die Judenverfolgung beginnt nun auch hier. Auch die Familie Stern wird eines morgens von Polizisten überrascht. Doch wo ist Ilse?

„Beinahe Herbst“ ist ein bewegender und tiefgehender Roman. Der Schreibstil ist sehr speziell. Er ist sehr abgehakt und auf eine gewisse Art und Weise unpersönlich und sachlich. Die personale Erzählperspektive wechselt zwischen den Figuren und lässt viele Dinge ungesagt, unerklärt, offen. Dennoch schafft es diese Art der Darstellung einem unter die Haut zu gehen. Angedeutete Gedankenfetzen der Figuren - „Hätte, könnte, sollte“ – aber da ist die Angst, die Ungewissheit, die Sorge um die eigene Familie. Zudem die Frage, was das Richtige ist und scheinbar fehlt auch noch die Erkenntnis, was mit den Juden passieren wird, wenn sie abgeholt werden…
Das Schicksal der Familie Stern wird im Roman in einem relativ kurzen Zeitfenster sehr präzise beschrieben und ist mir sehr nahe gegangen. Obwohl ich mit dem Schreibstil insgesamt nicht gut zurechtgekommen bin, hatte ich während des Lesens die gesamte Zeit ein mulmiges Gefühl im Bauch und habe die Gräueltaten der Nationalsozialisten ein weiteres Mal klar vor Augen geführt bekommen.
Die Figurendarstellung ist, wie der Schreibstil auch, eher minimalistisch, aber ausreichend. Man bekommt einen klaren Eindruck der Familie Stern und ihrer Familienmitglieder, man lernt die geschwisterliche Rivalität kennen, die einzelnen Wünsche und Gedanken, die Familienordnung. Ebenfalls bekommt man gute Einblicke in die Gedanken und Überlegungen der Nachbarn, die teilweise ahnen, was passieren könnte, aber es dann doch nicht für ernst genug halten und die Familie lieber vor schlechten Nachrichten schützen möchten oder nicht den Mut aufbringen, der Überbringer schlechter Nachrichten zu sein.
Alles in allem ist „Beinahe Herbst“ ein besonderer Roman. Er beschreibt die Judenverfolgung in Norwegen 1942, gleichzeitig aber auch das Erwachsenwerden und die Liebe. Die Stimmung ist dabei durchgehen bedrückend, nur wenige fröhliche Momente finden einen Platz in der Geschichte.
In der Handlung selbst hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrundinformationen und Erklärungen gewünscht, das Nachwort erklärt dann aber noch einmal ein paar historische Fakten, was mir sehr gut gefallen hat.

Mein Fazit: Ich denke, „Beinahe Herbst“ eignet sich gut für den Schulunterricht und für Leser, die etwas über den Holocaust erfahren möchten. Der Roman geht einem nahe und schafft ein mulmiges, bewegendes Gefühl. Er hallt noch lange nach und bringt einen zum Nachdenken. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen, da ich mit dem Schreibstil nicht recht warm werden konnte.

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Veröffentlicht am 22.04.2021

Traum und Wahrheit

Trauma
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„Was ist Traum? Was Wirklichkeit? Ist es möglich, dass der eigene Verstand in so kurzer Zeit einfach aufhört zu funktionieren?“

„Trauma“ ist ein Thriller von Angélique Mundt. Er erschien am 13.04.2021 ...

„Was ist Traum? Was Wirklichkeit? Ist es möglich, dass der eigene Verstand in so kurzer Zeit einfach aufhört zu funktionieren?“

„Trauma“ ist ein Thriller von Angélique Mundt. Er erschien am 13.04.2021 im btb Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Leila wacht morgens auf und alles ist anders. Sie kann sich an die vorherige Nacht nicht erinnern und ist Hauptverdächtige in einem Mordfall. Doch hat sie die Tat wirklich begannen? Was wird sie erfahren, wenn ihre Erinnerung zurückkehrt…?

Der Thriller von Angélique Mundt verdient die Bezeichnung absolut. Aus der Ich-Perspektive von Leila begleiten wir die Protagonistin in den Tagen nach dem Mord an dem Musikproduzenten Marius. Zunächst sind die Erinnerungen und der Schreibstil abgehackt, kurz, wirr. Doch nach und nach beginnt sich das Chaos in Leilas Kopf zu lichten, der Schreibstil passt sich entsprechend an.
Erinnerungsfetzen kehren zurück und dennoch bleibt vieles unklar und nebulös. Immer wieder driftet sie ab in ihre Traumwelt, Wahrheit und Fiktion sind nur schwer voneinander abzugrenzen. Dies war auch für mich teilweise schwer, denn wenn ein Traum nicht klar als solcher zu erkennen ist, habe ich teilweise Schwierigkeiten mit dem Lesen.
Dennoch passt natürlich gerade diese Darstellung sehr gut in den Thriller hinein. Leilas Hilflosigkeit sowie ihre Emotionen werden anschaulich übermittelt und auch ihre Verzweiflung ist nahezu greifbar.
Sich die Frage stellen zu müssen, ob man selbst ein Mörder ist oder nicht, stelle ich mir absolut grauenhaft vor! Während Leila in der Psychiatrie ist und versucht der Wahrheit auf die Spur zu kommen, entdeckt sie aber auch Wahrheiten über sich selber. Sie erkennt Dinge, die ihr vorher nicht bewusst waren und sieht plötzlich viel klarer. Ihre Gedanken und Gefühle sind dabei durch die Ich-Perspektive gut nachvollziehbar, wenn auch immer wieder die Frage aufkommt, ob sie nun irre ist oder nicht... Leila macht eine starke Entwicklung durch und kann mithilfe der Therapeutin, die ich von Anfang sehr sympathisch fand, schließlich nicht nur die Wahrheit, sondern auch ihren Lebenstraum finden.
Die Spannung befindet sich während des gesamten Thrillers auf einem hohen Niveau, sodass sich Seite um Seite wirklich sehr schnell las. Die Autorin spielt mit der Psyche ihrer Protagonistin und gleichzeitig mit dem Verstand des Lesers. Zunächst dachte ich, die Handlung sei vorhersehbar, mit den dann folgenden Plot Twists hatte ich allerdings wirklich nicht gerechnet! Daher war das Ende für mich dann auch tatsächlich absolut überraschend und gut gelungen.
Insgesamt ist der Thriller zwar eher unblutig und daher vielleicht auch eher ein Psychothriller, aber der zu Grunde liegende Plan ist absolut perfide und unglaublich spannend umgesetzt!
Die Darstellung der Figuren ist ebenfalls sehr gut gelungen, die Patienten der Psychiatrie sind alle sehr individuell beschrieben und irgendwie muss man sie alle gern haben… Auch Leila und ihre Familie werden in den Beschreibungen und durch ihre Handlungen und Aussagen gut charakterisiert und authentisch gezeichnet – Sympathien und Antipathien waren schnell klar, wobei manche für mich, ebenso wie das Ende, für mich zunächst nicht durchschaubar waren..
Gefallen hat mir außerdem, dass die Autorin auch interessante Hintergrundinformationen zur menschlichen Psyche in die Handlung einbaut und erklärt, die mir bisher unbekannt waren.

Mein Fazit: Ein rasanter und für mich unvorhersehbarer Thriller mit viel Spannung und mitreißendem Schreibstil. Ich ziehe einen halben Stern ab, da ich es nicht so gerne mag, wenn ich Realität und Traum nicht auseinanderhalten kann, auch wenn mir klar ist, dass dies ein Teil von Thrillern ist… Insgesamt gibt es daher aber 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 22.04.2021

Mau loa - Für immer

Jeder deiner Atemzüge
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„Trotzdem wird er für mich immer der eine Mensch sein, den ich am meisten liebe. Für jeden seiner Atemzüge.“

„Jeder deiner Atemzüge“ ist ein Young Adult Roman von Alexandra Fischer. Er ist in sich abgeschlossen ...

„Trotzdem wird er für mich immer der eine Mensch sein, den ich am meisten liebe. Für jeden seiner Atemzüge.“

„Jeder deiner Atemzüge“ ist ein Young Adult Roman von Alexandra Fischer. Er ist in sich abgeschlossen und erschien im März 2021 bei Books on Demand.
Allie ist 12 Jahre alt, als sie Kale bei ihren Großeltern auf Kauai kennenlernt. Bereits jetzt ist ihr klar, dass diese Verbindung etwas Besonderes ist. Doch Kales Leidenschaft, das Apnoetauchen sowie die verschiedenen Lebensorte der beiden erschweren die Beziehung sehr. Kale stellt seinen Lebenstraum über alles, wird Allie stark genug sein, ihn immer wieder beim Tauchen zu unterstützen und zeitgleich an zweiter Stelle zu stehen…?

Allies und Kales Geschichte wird rückblickend aus Allies Perspektive beschrieben. Sie berichtet, wie sie ihre „ersten Male“ mit Kale erlebt hat und wie sich ihre Gefühle zueinander immer mehr entwickelt und aufgebaut haben. Der Roman beginnt im Sommer 2004 und endet schließlich im Sommer 2018. Die großen Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln sind dabei absolut nicht störend, da Allie diese Zeiten bewusst auslässt und sich auf Kale und sich konzentriert, Lücken aber ebenfalls kurz und knapp zusammenfasst.
Allie bleibt nach dem Verschwinden ihrer Schwester Tara unsicher zurück. Die Frage, was mit Tara passiert ist, quält sie und niemand spricht wirklich mit ihr darüber. Um sie abzulenken schicken ihre Eltern sie in den Sommerferien nach Kauai zu ihren Großeltern. Allie ist alles andere als begeistert von diesem Urlaub, denn auch auf Hawaii erinnert sie alles an ihre Schwester.
Sie ist insgesamt eher zurückhaltend, teilweise sogar spießig und vor allem hasst sie Veränderungen. Sie ist gern für sich allein und der Trubel auf der Insel sagt ihr ebenfalls gar nicht zu. Hier dreht sich nämlich alles um Ohana – die Familie – und nahezu jeder scheint sie zu kennen und begrüßen zu wollen. In diesem Sommer lernt sie aber schließlich auch Kale kennen. Den etwas seltsamen Jungen, der stark mit dem Meer verbunden zu sein scheint und eigentlich keine Gemeinsamkeiten mit Allie hat. Dennoch schafft er es, sie aus ihrem Kokon herauszuholen und seine Begeisterung und Lebensfreude auf Allie zu übertragen.
Diese Eigenschaft von Kale hat mich besonders fasziniert. Er ist so voller Fröhlichkeit und Charme, dass man ihm eigentlich nichts wirklich übelnehmen kann. Selbst, wenn er mal wieder alles um sich herum vergisst, weil er taucht oder anderweitig mit den Gedanken unterwegs ist, schafft er es mit seiner Begeisterung rasend schnell, einen von dem Ärger über ihn abzulenken.
Die Darstellung der Geschichte und ihrer Figuren ist Alexandra Fischer absolut authentisch gelungen. Allies Gedanken sind ihrem Alter angepasst und verändern sich entsprechend. Der Roman, der nicht nur von der großen Liebe erzählt, sondern auch vom Erwachsen werden und dem Umgang mit der Familie, stellt bildlich und realistisch dar, welche Emotionen, Sorgen und Gedanken einen in der Jugend auf dem Weg zum Erwachsenwerden umtreiben. Das Auflehnen gegen die Eltern, das Austesten von Grenzen und die eigene Entwicklung sind an Allie wunderbar erkennbar und ich selbst konnte mich an so mancher Stelle in ihr wiederfinden.
Gefallen hat mir zudem ihre Entwicklung. Das junge und eher zurückhaltende Mädchen entwickelt sich zu einer jungen Frau, der sehr klar ist, was ihre Träume und Ziele sind und diese dann auch entgegen dem Willen ihrer Eltern durchsetzt. Auch die Unterstützung, die sie Kale schließlich beim Apnoetauchen leistet, ist bemerkenswert. Viele Romanabschnitte handeln von diesem Sport und meine anfängliche Begeisterung davon legte sich sehr schnell, als ich erkannte wie riskant das Tauchen eigentlich ist. Die Darstellung des Apnoetauchens ist sehr gut, sodass man einen guten Einblick bekommt, auch wenn man bisher keine weiteren Berührungspunkte mit diesem Sport hatte. Die Autorin beschreibt anschaulich, was für Gefahren für die Taucher entstehen und welche Risken sie immer wieder eingehen. Trotzdem kann ich auch verstehen, was die Athleten dazu treibt und gerade bei Kale wird deutlich, dass er einfach mit dem Meer verbunden ist und nicht anders kann. Es ist eine Sucht, die ein Außenstehender eigentlich nicht verstehen kann. Auch Allie tut sich sehr schwer damit und versucht dennoch immer an Kales Seite zu sein. Ihre Angst konnte ich nahezu mit den Händen greifen und habe beim Lesen selbst einige Ängste ausstehen müssen. Das Tauchen ist schließlich auch Allies größte Konkurrenz und ob sie sich dagegen behaupten kann, solltet ihr unbedingt selber nachlesen!
Nichts an dem Roman ist oberflächlich oder unüberlegt. Alle Themen sind gut recherchiert und dargestellt, Gedanken und Gefühle nachvollziehbar. Auch der Fokus auf die Familie ist gut gesetzt und wunderschön dargestellt und thematisiert. Der Schreibstil ist mitreißend und eingängig, die Erzählung aus Allies Sicht ist unglaublich emotional und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen und habe ihn innerhalb von einem Tag nahezu verschlungen. Auch die Handlungsorte sind sehr anschaulich beschrieben und gerade Kauai hat mir sehr gut gefallen.
Sehr schön fand ich zudem die Einblicke in die hawaiianische Kultur, die immer wieder einfließen und so manche Lebensweisheit mitbringt. Auch der Romantitel wird immer wieder aufgegriffen und passt für mich einfach perfekt zur Geschichte!

Mein Fazit: Insgesamt kann ich sagen, dass der Roman mich absolut gefesselt hat. „Jeder deiner Atemzüge“ ist ein wundervoller Young Adult Roman, der die große Liebe, das Erwachsen werden und den Umgang mit eigenen und fremden Träumen beschreibt. Er ist unglaublich emotional und authentisch, weshalb ich ihn in kürzester Zeit durchgelesen habe und mit 5 von 5 Sternen eine absolute Leseempfehlung ausspreche!

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