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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2025

Düster, packend, absolute Hochspannung

Der Kuckucksjunge
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Bereits der 1. Fall aus der Feder des Autors hat mich gefesselt und mit unerwarteten Wendungen überrascht. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, die zu meiner Begeisterung mehr als erfüllt wurden.
Silje ...

Bereits der 1. Fall aus der Feder des Autors hat mich gefesselt und mit unerwarteten Wendungen überrascht. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, die zu meiner Begeisterung mehr als erfüllt wurden.
Silje Thomsen wird von ihrem geschiedenen Mann als vermisst gemeldet , was die Polizei zu keiner größeren Suchaktion animiert. Nur Kommissarin Thulin ist alarmiert, als verstörende Nachrichten auf Siljes Handy gefunden werden. Sie wurde von einem Stalker mit Fotos und Kinderreimen in Panik versetzt. Unterstützung erhält Thulin von Hess, mit dem sie eine persönliche Vergangenheit hat, die sie heute noch beschäftigt. Gerade als die beiden einer vielversprechenden Spur nachgehen, wird die übel zugerichtete Leiche Siljes gefunden. Der Ehemann gerät unter Verdacht. Dann wird ein weiteres Opfer gefunden, auf dessen Handy ähnliche Nachrichten entdeckt werden. Fieberhaft suchen die Beamten nach Verbindungen zwischen den beiden Fällen . Der Ermittlungsdruck durch die öffentliche Meinung wächst.
Als es zu einem weiteren Zwischenfall kommt, scheint der Täter endlich gefasst. Obwohl es einige lose Enden in den Ermittlungen gibt und trotz vehementer Bedenken seitens Thulin und Hess , wird der Fall als geklärt angesehen. Überschattet werden die brutalen Morde von Hess persönlicher Tragödie, die ihn ablenkt und zu einer tödlichen Situation führt.
Ich bin einfach begeistert ! Allein schon die Idee, das Stalking als Versteckspiel zu gestalten, etwas an dem Kinder ihren Spaß haben, empfand ich als gelungen und makaber. Gut dargestellt wurde die Panik der Opfer und deren verzweifelten Versuche, dem Stalker zu entkommen. Dem gegenüber stehen die vergeblichen und manchmal halbherzigen Versuche der Polizei, den Verursacher zu ermitteln und ihm Einhalt zu gebieten . Auch meine Gefühle wurden in starkem Maße angesprochen und haben zu meinem Lesevergnügen beigetragen. Zu meinem Mitgefühl gegenüber den Opfern , gesellte sich meine Wut über einige Polizeibeamte, die den Fall als Chance für einen Karrieresprung oder als Möglichkeit , sich an Kollegen zu rächen, betrachtet haben. Besonders betroffen hat mich das geschilderte Leid der Mutter eines Opfers, dessen Ermordung schön länger zurückliegt, gemacht. Sie hofft , dass die jetzigen Ermittlungen auch zum Mörder ihrer Tochter führen. Diese Seite eines Mordfalls findet selten in dieser Intensität Eingang in eine Krimihandlung. Hier passte es perfekt in das Gesamtpaket.
Der Showdown hat mein Nervenkostüm nochmals auf eine harte Probe gestellt und führte für mich zu einem angemessenen und befriedigendem Ende

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Eine Liebe, die nicht sein darf

Kohlenträume
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Der Roman beleuchtet das unmenschliche Leid der Zwangsarbeiter währen der NS-Zeit , das oft über dem Grauen der KZs vergessen wird. Erzählt wird die Geschichte von Marie und Adrien, jeweils aus ihrer ...

Der Roman beleuchtet das unmenschliche Leid der Zwangsarbeiter währen der NS-Zeit , das oft über dem Grauen der KZs vergessen wird. Erzählt wird die Geschichte von Marie und Adrien, jeweils aus ihrer Sicht. Die junge Deutsche Marie lebt allein auf ihrem kleinen Bauernhof. Ihr Mann ist im Krieg. Um ihren Unterhalt zu sichern, nimmt sie Arbeit im Büro der nahe gelegenen Zeche an. Dort sieht sie mit Entsetzen, wie die "Fremdarbeiter " wie Sklaven gehalten werden und schwere Arbeit untertage leisten müssen. Adrien ist Franzose und wurde ohne Vorwarnung von den Nazis entführt und auf der Zeche zur Arbeit gezwungen. Maries und Adriens Wege kreuzen sich, als Adrien, der deutsch kann, für Marie übersetzen muss. Die beiden jungen Menschen verlieben sich ineinander, obwohl dies mit dem Tode bestraft wird, wenn es entdeckt wird.

Einmal angefangen zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören, so gefangen hat mich das Schicksal der beiden genommen. Da war zum einem das Entsetzen über die Willkür und Barbarei der Nazis, die auch Marie zu spüren bekommt. Ihr Vorgesetzter bedrängt sie sexuell. Sie lebt in ständiger Angst, die Nachbarn könnten sie wegen Rassenschande anzeigen. Und dann die Hilflosigkeit gegenüber dem Schicksal der Zwangsarbeiter und die Schuldgefühle gegenüber ihrem Mann. All diese Gefühle werden sehr lebendig beschrieben und durch einige Vorkommnisse sehr anschaulich dargestellt.

Adrien muss sich mit seiner neuen Situation und den Bedingungen des Lagerlebens auseinandersetzen und geht durch ein Wechselbad der Gefühle - Wut, Trauer, Hass, Resignation. Als er Marie näher kennt, kommt auch die Hoffnung zurück. Im Lager sind die Lebensumstände nur grauenhaft und trotz der anschaulichen Schilderungen ob des unvorstellbaren Ausmaßes für mich nicht begreifbar. Fast schon Glücksgefühle hatte ich beim lesen der seltenen privaten Zusammentreffen von Marie und Adrien. Diese Momente voller Liebe waren wie aus einer anderen Welt und einer anderen Zeit. Mich hat das Buch tief berührt und trotzdem ,so seltsam das klingen mag, sehr gut unterhalten. Da die Liebe zwischen den beiden so hingebungsvoll und selbstlos war, gab es auch helle Momente, die mich wieder an das Gute in der Welt glauben ließen. Dennoch bleibt es eine aufwühlende und informative Lektüre.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Spannend und voller Emotionen

London Underground
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Ich habe die bisherige Reihe um die Familie Hunt geliebt und um so mehr habe ich mich gefreut , dass es eine Fortsetzung gibt. Der Einstieg fiel mir leicht und es war wie ein Besuch bei lieben Freunden ...

Ich habe die bisherige Reihe um die Familie Hunt geliebt und um so mehr habe ich mich gefreut , dass es eine Fortsetzung gibt. Der Einstieg fiel mir leicht und es war wie ein Besuch bei lieben Freunden nach einigen Jahren und man feststellt aus Kindern wurden Leute. Wer die Reihe bisher nicht kannte, erhält wertvolle Hinweise im Personenverzeichnis, die die Orientierung erleichtern.

Vieles ist gleich geblieben und ich habe das wiedergefunden, was mir bereits vorher wichtig war. Der Familienzusammenhalt und die dadurch entstehenden Wohlfühlmomente sind erneut ein wichtiger Bestandteil . Jen, eine neues Mitglied in der Gruppe, nennt es eine Bilderbuchfamilie. Das stimmt und ich fand es als Gegengewicht zu der spannenden Handlung und zur zum Teil beklemmenden Vergangenheit von Toby und Leo ausgesprochen angenehm.

Zurück zu Jen, die ich hier erst kennen und gleich auch lieben gelernt habe. Sie trifft die Hunt-Jugendlichen zufällig und wird von ihnen spontan in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Ihre Vorgeschichte ist sehr emotional und in meinen Augen auch in unserer Welt realistisch. Und dann natürlich die Kämpfe gegen lebensbedrohenden Geister - die waren wieder packend und mit einigen Überraschungen gespickt. Es gibt auch neue Arten von ihnen, die ich als bedrohlicher als bisher empfunden habe. Ich finde, sie geben durchaus Anlass zur Sorge. Einer meiner persönlichen Highlights sind die Wortgefechte - witzig, ironisch , aber immer voller Zuneigung - zwischen den Familienmitgliedern und ihren Freunden. Der Band endet mit einem fiesen Cliffhänger. Bis dahin hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten, manchmal emotional berührt, meinen Adrenalinspiegel erhöht und nun freue ich mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Im Leben ist nicht alles schwarz oder weiß

Linksliebe
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Der Roman gehört zu einer Reihe der Autorin, die rund um die fiktive Polizeiakademie Dreiländereck angesiedelt ist. Jeder Band beleuchtet einen anderen Aspekt des Polizeiberufes, ist spannend und informativ ...

Der Roman gehört zu einer Reihe der Autorin, die rund um die fiktive Polizeiakademie Dreiländereck angesiedelt ist. Jeder Band beleuchtet einen anderen Aspekt des Polizeiberufes, ist spannend und informativ zu lesen. Dennoch hat mich die Thematik dieses Buches überrascht, weil es einen Konflikt beleuchtet, den ich bisher so nicht wahrgenommen habe und dabei beide Seiten zu Wort kommen lässt.

Auf den ersten Blick erzählt der Roman eine bittersüße Liebesgeschichte. Lena, die gerade die Ausbildung zur Polizistin beendet hat, verliebt sich in den fürsorglichen und charmanten Sozialarbeiter Josh. Dunkle Wolken ziehen am Liebeshimmel auf, als Lena Joshs Mitbewohner kennenlernt, die ihr wegen ihres Berufes mit Ablehnung und Verachtung begegnen. Lena ist fassungslos ob des Hasses und versucht dennoch einen Zugang zu den Menschen zu bekommen - für Josh. Zumal sich Lena in der Wohngemeinschaft zunehmend wohlfühlt und für sich eine neue Freiheit entdeckt. Weitere Probleme ergeben sich, als Lena feststellt, dass Josh und seine Freunde, die bürgerliche Ordnung in Frage stellen und die Polizei des übermäßigen Gewaltbereitschaft und anderer schlechten Eigenschaften bezichtigen.

Lenas Kollegen wiederum lehnen Josh und sein Umfeld ab und sehen ihn als Feind. All zu oft stehen sich beide Seiten bei Demonstrationen als unversöhnliche Gegner gegenüber. Die Situation spitzt sich zu, als Josh und seine Freunde eine Aktion planen, die ihre Kollegen verhindern sollen. Lena gerät in einen großen Gewissenskonflikt. Sie kann viele Argumente von Josh verstehen, lehnt ihre Mittel, ,sich Gehör zu verschaffen, aber ab. Sie wird sich entscheiden müssen - Liebe oder Beruf.

Mich hat das Buch trotz des ernsten Themas sehr gut unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht, weil es einfach gut verpackt war. Eine Seite ist nie grundsätzlich nur böse und will dem anderen schaden. Wichtig ist, dem anderen zu zuhören. Ich fand beide Seiten gut und objektiv dargestellt, bin aber eher auf Lenas Seite. Auch berechtigte Interessen geben in meinen Augen nicht das Recht, Recht zu brechen. Ich bin mir aber sicher, dass dieser Gewissenskonflikt, ausgelöst durch ein vorhandenes Verständnis für den vermeintlichen Gegner , nicht allein Lenas Problem ist. Deshalb fand ich es gut, dass offen angesprochen wurde.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Einen Prinzen für Aschenputtel

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
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Ich habe die Bücher von Georgette Heyer immer mit Begeisterung gelesen und die Inhaltsangabe hier verhieß ähnliches Leseglück. Und ja, meine Erwartungen wurden komplett erfüllt und das Lesen war für ...

Ich habe die Bücher von Georgette Heyer immer mit Begeisterung gelesen und die Inhaltsangabe hier verhieß ähnliches Leseglück. Und ja, meine Erwartungen wurden komplett erfüllt und das Lesen war für mich die reine Freude. Die Grundidee , Mauerblümchen trifft ihren Prinzen, ist nichts neues, wurde aber auf sehr amüsante Weise mit einer Prise Erotik umgesetzt. Lady Beatrice ist 27 und hat Narben von einem früheren Unfall. Damit hat sie keine Chancen auf dem Heiratsmarkt. Aber sie hat ein Gespür für Menschen , ist empathisch und hört aufmerksam zu. Das macht sie zu einer perfekten Heiratsvermittlerin und ihr vertreibt es zudem die Langeweile. Diese Saison soll sie für drei Brüder passende Ehefrauen finden. Francis, obwohl gutaussehend und der jüngste der drei, ist der Problemfall. Er scheint sich nicht für Frauen zu interessieren Beatrice fühlt sich dennoch von ihm angezogen. Er ist witzig, unkonventionell und bereitet ihr Herzklopfen. Und sie scheint ihm nicht gleichgültig zu sein., aber kann sie darauf vertrauen ? Zumal ihr mehr als einmal deutlich gezeigt wird, dass sie in den Augen der anderen nicht begehrenswert ist. Die herrschenden Konventionen machen eine Annäherung auch nicht einfach. Da muss das Glück einige Hürden nehmen bis zum erhofften Happyend.

Der Roman unterhält auf das beste und besonders gelungen fand ich, dass nicht nur Beatrice ihre Gedanken mit mir teilt, sondern auch Francis. Das gab mir einen Wissensvorsprung und ich konnte mich königlich amüsieren, während ich sie dabei beobachtete, wie sie umeinander herum schlichen. Pures Lesevergnügen !

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