Profilbild von Lesemone

Lesemone

Lesejury Star
offline

Lesemone ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lesemone über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2025

Leben der Samen

Das Echo der Sommer
0

Wie jedes Jahr, kehren Ingá, Rávdná und Ánne nach dem Winter in den Nordwesten Schwedens zurück, zu ihrem Dorf, in dem sie den Sommer über wohnen. Als sie dort ankommen, steht alles unter Wasser. Die Staumauer ...

Wie jedes Jahr, kehren Ingá, Rávdná und Ánne nach dem Winter in den Nordwesten Schwedens zurück, zu ihrem Dorf, in dem sie den Sommer über wohnen. Als sie dort ankommen, steht alles unter Wasser. Die Staumauer des Sees wurde erhöht und ohne Vorwarnung wurde der See weiter angestaut, so dass die Familie nun ohne Zuhause dasteht. Für Ingá, als dreizehnjähriges Mädchen ist das schrecklich zu sehen. Mutter Rávdná und Tante Ánne versuchen noch zu retten, was zu retten ist. So erzählt dieses Buch die Geschichte der samischen Bevölkerung und deren Kampf gegen rücksichtlose Behörden, die nur den Gewinn im Blick haben. Ich fand es ganz schlimm, dass dies nicht nur einmal, sondern insgesamt viermal geschieht. Dadurch ergeben sich auch Zeitsprünge in der Erzählung der Geschichte. In einer klaren Sprache schildert die Autorin die Ereignisse und wie beschämend es ist, wie diese Minderheit behandelt wurde, zwangsumgesiedelt, ohne Rechte. Mich haben die vielen samischen Sätze etwas gestört, weil sie nicht erklärt werden und einen aus dem Lesefluss reißen. Es sollte wahrscheinlich dadurch authentischer wirken, mir hat dies nicht so gefallen. Insgesamt ist die Geschichte aber sehr interessant zu lesen gewesen und man hat so einiges über das Leben der Sami erfahren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2025

Abgetaucht

Die Kammer
0

In dem Thriller müssen fünf Taucher und eine Taucherin einen Einsatz bei einer Ölplattform durchführen. Dazu kommen sie in eine Kammer, um den Druckausgleich zu gewähren. Alles ganz normaler Alltag für ...

In dem Thriller müssen fünf Taucher und eine Taucherin einen Einsatz bei einer Ölplattform durchführen. Dazu kommen sie in eine Kammer, um den Druckausgleich zu gewähren. Alles ganz normaler Alltag für die Taucher, bis es den ersten Toten gibt und sie gezwungen sind, mehrere Tage in dieser Kammer ausharren zu müssen, bevor sie wieder rausgeholt werden können. In dieser Zeit geht das große Rätselraten los, was passiert sein könnte. Ich fand den Beginn der Geschichte recht spannend, wobei viel Taucherwissen mitgeteilt wird. Nachdem es nicht bei einem Toten bleibt, spürt man das Misstrauen untereinander sehr stark. Jedoch verliert sich im Mittelteil die Spannung sehr stark, da immer das gleiche Schema abgespult wird, einer stirbt, die anderen müssen abwarten und verzweifeln und misstrauen immer mehr. Durch die vielen Toten wurde dies viel zu sehr in die Länge gezogen, ohne dass was nennenswertes passiert. Die Auflösung war mir zu banal. Außerdem gefielen mir die Charaktere nicht sonderlich, so dass ich keine großartige Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Für einen guten Thriller fehlte mir hier die Spannung, die nach dem vielversprechenden Anfang total verloren ging.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2025

Spannende Zeit

Die Brücke von London
0

Im Jahr 1749 muss sich die Tuchhändlerin Juliana alleine um ihr Geschäft auf der London Bridge kümmern, da sie plötzlich zur Witwe geworden ist. Leider hat sie von ihrem Mann einen Berg Schulden hinterlassen ...

Im Jahr 1749 muss sich die Tuchhändlerin Juliana alleine um ihr Geschäft auf der London Bridge kümmern, da sie plötzlich zur Witwe geworden ist. Leider hat sie von ihrem Mann einen Berg Schulden hinterlassen bekommen und nun versiegen auch noch die Kundenströme, da die betuchteren Kunden eher ins neue und bequemer zu erreichende Stadtviertel einkaufen gehen. Kann sie ihr Geschäft irgendwie retten und aus den Schulden rauskommen?

Ich fand es sehr spannend, etwas über diese Zeit zu lesen und auch über die London Bridge und das Handelstreiben auf ihr. Ich wusste nicht, dass das ein richtiges Handelsviertel war. Zwischen der eigentlichen Handlung geht es zurück ins 13. Jahrhundert, wo es eine unheilvolle Prophezeiung über die Brücke gab. Dies fügt sich gut ins Geschehen des 18. Jahrhunderts ein. Die Positionen der verschiedenen Charaktere wurden gut beschrieben, so dass man eine Vorstellung über die Rangordnung in dem Viertel hatte. Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Man konnte sich das rege Treiben gut vorstellen und Juliana als tüchtige und erfinderische Unternehmerin mittendrin. Ein sehr interessanter historischer Roman über eine Brücke, die es so nicht mehr gibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2025

Eigenwillig

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
0

Zwei neue Ermittler am Krimihimmel, die einen Mord an der Universität Oxford aufklären sollen. Dort wurde eine junge Frau tot aufgefunden und niemand weiß, wer sie ist. Die beiden Ermittler könnten nicht ...

Zwei neue Ermittler am Krimihimmel, die einen Mord an der Universität Oxford aufklären sollen. Dort wurde eine junge Frau tot aufgefunden und niemand weiß, wer sie ist. Die beiden Ermittler könnten nicht unterschiedlicher sein. Der eine wächst in einem Trailerpark auf, hat mit der Universität so gar nichts am Hut und benimmt sich wie die Axt im Walde und der andere ist hochdekorierter Sportler der Uni, der weiß, wie er sich zu benehmen hat. Was sie eint, ist ihre Namensgleichheit. Genau damit hatte ich riesige Probleme. Es sollte ein cleverer Schachzug des Autors sein, mich hat es einfach nur verwirrt und genervt. Zumal es mir in dieser Geschichte viel zu sehr um die privaten Befindlichkeiten der Ermittler ging, als um den Fall. Als dann noch ein anderer Ermittler dazu kam, der auch noch einen fast gleich klingenden Namen hat, fand ich das ziemlich lächerlich. Es gibt in der Geschichte durchaus spannende Ansätze, die aber immer wieder durch Ryans inakzeptable Ausraster und die vielen privaten Details runtergefahren wurden. Der Schreibstil des Autors an sich ist sehr klar und leicht verständlich. Auch die nicht zu lang gehaltenen Kapitel fand ich sehr gut. Insgesamt ist es leider kein Krimi, der mir in Erinnerung bleiben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.04.2025

Zwangsarbeit

Um jeden Preis
0

Herzzerreißend, dramatisch, bewegend - das sind die Stichworte des Klappentextes, die diese Geschichte beschreiben! Was in dieser Geschichte über die Zwangsarbeiterin Lydia und ihre Familie berichtet wird, ...

Herzzerreißend, dramatisch, bewegend - das sind die Stichworte des Klappentextes, die diese Geschichte beschreiben! Was in dieser Geschichte über die Zwangsarbeiterin Lydia und ihre Familie berichtet wird, ist kaum zu glauben und auszuhalten. Wie schafft man es, bei minus fünfzig Grad in Sommerkleidung aus dem Zug zu steigen und in dieser eisigen Kälte zu überleben, geschweige denn jahrelang zu leben! Hera Lind erzählt Lydias Schicksal mithilfe von Tagebucheinträgen und Berichten von Lydias Kindern, die gegen Ende hin selbst schildern, wie sie alles erlebt haben. Der Beginn des Buches ist wirklich heftig, da geschildert wird, wie Lydia erst als Kind in der Ukraine die Hungersnot überlebt hat und dann nach Sibirien verschleppt wurde, was wirklich grausam und menschenunwürdig war. Jahrelange, harte Zwangsarbeit lässt sie nicht verbittern. Durchweg versprüht sie Hoffnung und Zuversicht und kämpft für ihre immer größer werdende Familie wie eine Löwin. Diese Geschichte einer Zeitzeugin ist mehr wert, als jedes Geschichtsbuch. Mich hat das Buch von Anfang bis Ende sehr gefesselt und es lehrt uns, nicht alles immer für selbstverständlich zu nehmen und mit dem zufrieden zu sein, was man hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere