Profilbild von Lesezeichenfee

Lesezeichenfee

Lesejury Star
offline

Lesezeichenfee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lesezeichenfee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2019

Monika Lewinski auf jüdisch.

Das Verhältnis
0

Lesezeichenfee’s Meinung zum Buch und Inhalt:
Avivas Affäre mit einem Politiker kommt bei einem Unfall ans Licht. Daraufhin bleibt ihr nur eins: Die Flucht in eine kleine Stadt in Maine.

Ich kenne den ...

Lesezeichenfee’s Meinung zum Buch und Inhalt:
Avivas Affäre mit einem Politiker kommt bei einem Unfall ans Licht. Daraufhin bleibt ihr nur eins: Die Flucht in eine kleine Stadt in Maine.

Ich kenne den Diana Verlag unter anderem von: Liebe in Reihe 27 von Eithne Shortall. Und dieses Buch ist einfach toll. Irgendwie habe ich mir also eine etwas andere Geschichte vorgestellt. Zumal ich diesen Verlag mit tollen wunderbaren sommerleichten (und wirklich tollen) Liebesromanen in Verbindung setze. Nun hatte ich „Monika Lewinski“ auf jüdisch. Florida-Maine. Und das gefiel mir leider gar nicht. Ich bin so richtig enttäuscht.

Für mich war das Buch einfach zu ernst. Aber ich konnte nicht mitleiden, weil mir die Charaktere im Buch nicht wirklich sympathisch waren. Das Ganze wird aus mehreren weiblichen Perspektiven beleuchtet. Fünf Mal die Sicht, wobei Aviva und Jane Young, ein und dieselbe sind. Aviva vor und während, Jane Young danach (nach der Affäre). Aus der Sicht ihrer Mutter, als Jane Young, ihrer Tochter Ruby, der Ehefrau Embeth (die ich überhaupt nicht leiden kann) und dazu noch mal Aviva wie sie selbst die Affäre sah. 5 (!!) mal dieselbe Geschichte nur aus einem anderen Blickwinkel. Das hat mich auch gelangweilt.

Es ist ein sehr modernes Werk, weil man auch in diesem Buch feststellt, dass Google nichts vergisst. Typisch für das Buch war natürlich auch, dass der Kongressabgeordnete Levin unbeschadet aus dem Verhältnis herausgeht und sie als Frau die Buh-Mann-Karte hat. Sie muss den Staat verlassen, sie muss einen anderen Namen annehmen und versucht es als Hochzeitsplanerin mit einem ganz neuen Leben.

Es gibt zwar nicht so ganz wirklich eine Schuldverteilung, wenn man mal davon absieht, dass der Politiker einfach „so“ aus der Affäre herausgeht und Aviva ihr Leben lang „leiden“ muss.

Mir gefällt das Buch auch deshalb nicht wirklich, weil ich es mehr sachlich geschrieben fand. Es ist auch nicht eine locker leichte Geschichte, sondern eher eine Geschichte, die zeigt, wie es Frauen geht, denen so was „widerfahren“ ist, in ihrem „jugendlichen Leichtsinn“. Weil Frauen sind ja immer die Dummen. Natürlich wird auch die „Doppelmoral“ der Medien und vor allem der Politik aufgezeigt. Das Buch sehr aktuell in Zeiten der metoo Diskussion und hofft dadurch ein Bestseller zu werden. Aber ich hätte mir einen kritischeren Umgang mit der Geschichte erwartet. So driftet sie ab.

Das Cover gefällt mir sehr gut, die ganze Aufmachung vom Buch ist wirklich toll und hätte eine 1 verdient.

Für mich ist das Buch der Flop des Jahres, für meinen Geschmack. Irgendwie denke ich, es ist noch mal so etwas wie eine Aufarbeitung von Monika Lewinski nur frei nach der Schriftstellerin. Zumindest mag Monika Lewinski als Grundlage für den Roman dienen. Ihre Geschichte als Idee für das Buch. Wobei Aviva und Monika ja nie eine Affäre mit „ihrem“ politischen Chef hätten beginnen müssen. Sie hätten auch „Nein“ sagen können, zumindest sehe ich das so. Vielleicht wollten sie weiterkommen oder so, aber sie mussten es nicht. "metoo" und dieses Buch ist für mich einfach nicht wirklich dasselbe.

Außerdem hätte Aviva auf ihre Mutter Rachel hören können. Sie hätte einen Schlussstrich ziehen können und dann wäre es nicht zu diesem Unfall gekommen und alles wäre in einer „verschlossenen“ Schublade gelandet.

Mir hat weder die Geschichte, noch der Schreibstil wirklich gefallen. Ab Seite 81 hab ich mich nur noch durch das Buch gequält.

Lesezeichenfees Fazit:
Es ist einfach nicht mein Beuteschema. Meine Erwartungshaltung war ganz anders und ich hab ein Gericht serviert bekommen, das mir so gar nicht schmeckt. Vor allem 5 Mal dieselbe Geschichte nur aus einem anderen Blickwinkel. Wer Bücher mag: Monika Lewinski auf jüdisch mit schriftstellerischen Freiheiten und den realen Konsequenzen, der ist hier völlig richtig. Allerdings hat das irgendwie weniger mit "metoo" zu tun, finde ich.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Ostsee, Bernsteine und eine tolle Geschichte

Die Bernsteinheilerin
0

Nachdem ich schon die Bernsteinsammlerin verschlungen hatte, musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Lena Johannson schreibt so spannend, dass mir nie langweilig wurde. Sie ist so einfühlsam und ich konnt ...

Nachdem ich schon die Bernsteinsammlerin verschlungen hatte, musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Lena Johannson schreibt so spannend, dass mir nie langweilig wurde. Sie ist so einfühlsam und ich konnt mir das ganze so gut und so bildlich vorstellen. Die Charaktere sind auch wirklich super beschrieben. Man könnte auch beide Bücher unabhängig von einander lesen, denn es gab Rückblenden.

Die beiden Bücher hab ich vor ein paar Jahren gelesen, aber ich kann es nicht vergessen, daher hab ich mich entschlossen, noch eine Empfehlungsrezi zu schreiben.

Mein - Lesezeichenfees - Fazit:
Für alle, die die Ostsee und Bernstein lieben. Die Bernsteinsammlerin und -heilerin sind zwei wunderschöne Bücher, die zwar eigentlich von der Zeit her (1800) nicht in mein Beuteschema fallen, aber so gut geschrieben sind, dass ich nicht davon loskam. 5 Sterne und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 30.07.2019

„Die Depression saugt mir das Leben aus“

Chaos im Kopf
0


Original Inhaltsangabe bzw. Rückentext:
Ein manisch-depressives Leben. Ein Mann voller Emotionen, Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. Eine Berliner Rockband. Partydrogen in den 90ern. Langjährige Aufenthalte ...


Original Inhaltsangabe bzw. Rückentext:
Ein manisch-depressives Leben. Ein Mann voller Emotionen, Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. Eine Berliner Rockband. Partydrogen in den 90ern. Langjährige Aufenthalte in China und den USA. Als Patient berichtet er von den Zuständen in Psychiatrien. Er erzählt uns von gescheiterten Beziehungen und Sehnsüchten. »Ich wollte das zu Papier bringen, was mir etwas geholfen hätte, diese Krankheit besser und früher zu verstehen, auch auf emotionaler Ebene.« Mit schrägem Humor und klarer Sprache, weiß der Autor den Leser zu unterhalten. Diesen Trip sollte man sich reinziehen.

Fees Meinung:
Einige Stellen waren sehr lustig und dass ich mir 14 Zitate rausgeschrieben habe sagt schon sehr viel. Man muss also keine Angst haben, wenn man das Buch liest. Nino Drescher erzählt von seinem Leben, es ist eine Art Biographie. Ich finde ja, dass die Therapien und die Beschreibung der Depris ein wenig zu kurz kamen, aber gerade deshalb kann es jeder lesen. Jeder kann sich danach vorstellen, wie „schrecklich“ so eine Krankheit ist. Sein Leben ist zwar heftig, aber auch ab und an heftig lustig und vor allem sehr unterhaltsam, das Kapitel in den USA gefiel mir sehr gut, denn es deckt sich mit dem was ich mir von Amerika so vorstelle.

Meine Lieblingszitate:
„Die Depression saugt mir das Leben aus.“ „Nichts geht mir mehr auf die Nerven, als Menschen, die sich dazu zwingen, immer alles positiv zu sehen. Das hält niemand auf Dauer aus.“ „Der Einstellung jedoch für alles dankbar zu sein, stimme ich voll und ganz zu. Eine gute Sicht der Dinge.“ „Nahezu 100 % der depressiven Menschen sind vormittags nicht zu gebrauchen, sie sind nachtaktiv.“ „Meine Medikamente nahm ich nicht mehr, es ging mir ja gut. Typischer Anfängerfehler, bitte nicht nachmachen.“ Diese Zitate beschreiben die Krankheit sehr gut. Und es gibt viele verschiedene Depri-Arten und das gibt Menschen, die keine Ahnung haben und vielleicht auch noch meinen, sie müssten einem ständig gute Tipps geben, ein Verständnis dafür, wie schlecht es einem geht und dass man nicht jeden Tag gut drauf sein kann.

"Es kommt häufig vor, dass eine Therapieleiterin gerade einmal 21 Jahre alt ist und mir etwas über das Leben beibringen möchte." So was finde ich schrecklich, denn Menschen in dem Alter haben diese Krankheit(en) nie erlebt und meinen sie wären die Kaiserin des Lebenswissens.

Außerdem kann man aus dem Buch deutlich rauslesen, dass Menschen mit Depressionen nicht faul sind, wie sie oft dargestellt werden, sondern dass sie einfach nicht in der Lage sind, dauerhaft den Stress einer Arbeit überstehen können.

Das ist mein absolutes Lieblingszitat und wenn sich bei mir noch mal jemand über den Ausdruck Inselaffen beschwert, dann sag ich, das steht auch in Nino Dreschers Buch, also ist es salonfähig. „Niemand will Orangenmarmelade!!! (außer den Inselaffen)“ Darüber konnte ich auch herzhaft lachen.

Man kann das Buch übrigens sehr gut als Ebook lesen, es sind nicht so viele Seiten. Es ist sehr eindrucksvoll geschrieben und ich denke, einiges aus dem Buch werde ich nicht vergessen.

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Ich finde das Buch sehr empfehlenswert für alle, die mal wissen wollen, wie man sich mit Depris fühlt und vergebe 5 Sterne. Außerdem wünsche ich dem Autor, dass dieses Buch erfolgreich wird und dem Autor viel Geld einbringt.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Toller Roman mit genialem Cover

Sag beim Abschied leise Blödmann
1

Fee zum Buchinhalt und Meinung:
Da ich vor ein paar Wochen schon so ein tolles Buch von der Autorin gelesen habe, dachte ich, ich guck mal nach weiteren. Und dieses Cover hat mich dermaßen angezogen. ...

Fee zum Buchinhalt und Meinung:
Da ich vor ein paar Wochen schon so ein tolles Buch von der Autorin gelesen habe, dachte ich, ich guck mal nach weiteren. Und dieses Cover hat mich dermaßen angezogen. Ich glaube, so ein tolles Cover hatte ich noch nie. Wobei ich jetzt nicht so den großen Zusammenhang sehe, aber wenn die Vögel die Blödmänner, also die Ex repräsentieren, passt das. Auch der Titel passt wunderbar. Für mich ist das, das tollste Cover, das ich kenne. Eine 1 mit 20 Sternchen.

Zum Inhalt kann ich sagen, dass Charlotte, nachdem ihr Mann sie zum x-ten Mal betrügt, ihn rauswirft. Sie lässt sich scheiden und sucht ihre Schwester, dabei trifft sie deren Ex auf der Suche. Einer ist blöder als der andere, bis auf einen. Von jedem hat Doro, Charlottes Schwester, was geklaut, was der Person am Herzen liegt und da die Ex das wieder haben wollen, helfen sie Charlotte auf der Suche nach Doro.

Die Suche nach ihrer Schwester ist total witzig und unterhaltsam geschrieben, dass ich sehr oft laut lachen konnte. Ich mag den Schreibstil sehr. Am Anfang hat es zwar ein bisschen gedauert, bis es in die Gänge kam, aber dann war das Buch echt total genial. Vor allem die Charaktere konnte ich mir wunderbar vorstellen. Was das für eine seltsame „Typenansammlung“ war, die Charlotte aufsucht, einfach so witzig.

Was soll ich sagen? Alle Bücher von Ulrike Herwig kommt zu mir! Ich möchte noch mehr so unterhaltsame, witzige Bücher lesen. Dieses Buch hab ich mir ertauscht und das erste hat ich vom öffentlichen Bücherschrank (dort findet man des Öfteren, „alte Schätzchen“).

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Bitte, lieber Ullstein – Marion von Schröder – Verlag, verlegt noch gaaaaaaaaaaanz viele Bücher von Ulrike Herwig und schickt sie mir alle, damit ich sie lesen und rezensieren darf. 20 Sterne für dieses tolle Buch.

Veröffentlicht am 28.07.2019

Der Sommerkrimi 2019

Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4)
0

Linus Geschke - Im Wald der Wölfe: Kriminalroman
(Jan-Römer-Krimi, Band 4)
2019, Ullstein

Fee zum Buchinhalt und Meinung:
Jan Römer macht Urlaub am schönen Rennsteig. Mitten im Wald. Eines Abends kommt ...

Linus Geschke - Im Wald der Wölfe: Kriminalroman
(Jan-Römer-Krimi, Band 4)
2019, Ullstein

Fee zum Buchinhalt und Meinung:
Jan Römer macht Urlaub am schönen Rennsteig. Mitten im Wald. Eines Abends kommt eine Frau, die sich leicht verletzt hat und sich als Hannah vorstellt. Jan Römer und Mütze ermitteln.

Ich liebe ja solche Sommerkrimis. Der Krimi ist sehr gut geschrieben und ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus solche Fälle gegeben haben könnte. Es war sehr, sehr spannend und durchaus schlüssig. Ein eher „einfacher“ Fall und ideal für den Sommer.

Allerdings wieder einer mit Vergangenheitsbewältigung, dieses Mal für die „Ossis“. Die Charaktere sind sehr gut geschildert und ich konnte sie mir sehr gut vorstellen.

Das Cover ist wunderschön und auch perfekt passend zu dem Buch. Dafür kann ich eine 1 vergeben. Der Rückentext verrät auch nicht zu viel.

Ich hab nur eine einzige kleine Kritik, warum sind sie dann nicht, als Hannah da war, gleich zur Polizei gegangen? Das Ende gefällt mir nicht ganz so gut. Aber ok, so gab es noch einen dramatischen Showdown. Näher möchte ich es nicht beschreiben, um nicht zu spoilern.

Jedenfalls werde ich sicher weitere Krimis der Serie lesen und finde es schade, dass ich bisher nur darum herumgeschlichen bin, als es bei Vorablesen die Verlosungen gab. Danke an Vorablesen für dieses tolle Gewinnbuch.

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Ein toller Sommerkrimi, den ich sehr schnell ausgelesen habe. Von daher 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung von mir.