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Veröffentlicht am 17.08.2017

~~~ Absolut ungewöhnlich!!! ~~~

Sonntags in Trondheim
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Fee erzählt von der Geschichte

Torunn ist vor fast 4 Jahren vom Bauernhof ihrer Verwandten geflohen. Sie hat es nicht mehr ausgehalten. Der Bauernhof ist seit Jahren verwaist und Torunn hat ihr Erbe ...



Fee erzählt von der Geschichte

Torunn ist vor fast 4 Jahren vom Bauernhof ihrer Verwandten geflohen. Sie hat es nicht mehr ausgehalten. Der Bauernhof ist seit Jahren verwaist und Torunn hat ihr Erbe noch nicht angetreten. Dann wird noch von ihren Verwandten erzählt, einem Bestatter. Dazu kommen noch mehr Verwandte, ihre Mutter, Erlend und Krumme, die mit Jytte und Lizzi 3 Kinder haben. Eine seltsame Familiensituation.


Fee meint zur Story

Zuerst fand ich es etwas lustig und hab überhaupt gar nichts geblickt. Irgend wann kam ich dann auf die Idee, die Softcoverumschläge innen genauer anzusehen und siehe da, der Fee ging endlich ein Licht auf. Erlend und Krumme sind schwul, Jytte und Lizzi sind lesbisch. Das Cover fand ich sehr schön und passend, allerdings verbirgt sich im Roman viel mehr, als man denkt. Wer zu Ende liest, der wird belohnt!

Und Tormod Nesthov, der Großvater von Torunn möchte nicht mehr aus dem Heim, in dem er sich sehr wohlfühlt. Klar, bei der Vorgeschichte auf dem Bauernhof. Hinten gibt’s dann noch ein gemaltes Bild von den lebenden Parteien. Da ich die ersten 3 Bände nicht kenne, habe ich, als ich die Leseprobe gelesen habe, an eine lustige Familiengeschichte gedacht. Tormod und Erlend konnte ich erst gar nicht zusammenbringen. Es gab dann mehr Tränen, bis dann alle glücklich waren.

Schon alleine die Idee, dass sich zwei Paare (1 x Schwule und 1 x Lesben) zusammentun, um Kinder zu haben, fand ich eine schöne Idee. Dass jede Partei für sich zusammenwohnt und jeweils irgendwie – im gewohnten Tagesablauf – sich um die Kinder sorgen, fand ich auch toll.

Die ganze Geschichte, jeweils aus einer anderen Sicht erzählt, am Anfang von Krumme und Erlend und dann von der eigentlichen Hauptperson Torunn, fand ich zu jeder Zeit des Buches sehr interessant und mitreisend. Teilweise werden bei Gesprächen nur 1 Person in Anführungsstrichen zitiert, während die andere Person praktisch zitiert wird. Ich fand die Schreibweise sehr interessant bzw. ungewöhnlich, das hat das Buch dann noch spannender und ungewöhnlicher gemacht. Es ist das verrückteste und tatsächlich ungewöhnlichste Buch, das ich je gelesen habe.

Allerdings muss ich sagen, die Charaktere blieben mir eher "fremd" und "unnahbar", aber vielleicht liegt es daran, dass ich die anderen Teile nicht kannte. Wobei, so am Schluss, konnte ich so richtig mit Torunn mitfühlen. Bei manchen Rezis hab ich gedacht, die haben nur den Anfang von Krumme und Erlend gelesen und deshalb so negativ gewertet, weil das wirklich verwirrend war, und nicht so spannend, allerdings faszinierend, wie ein Theaterstück, das man von weitem betrachtet. Man blieb bei diesem Teil eine wirklich fremde, dennoch interessierte Beobachterin. Das Problem ist, wenn man das verwirrende mal hinter sich gelassen hat, das nicht so amüsant ist, wie die Leseprobe verspricht, und dazu sich das Buch genauer ansieht (Stammbaum, Bild von den Neshovs), dann wird man belohnt, dass man das meiste versteht und von der Geschichte gefangen ist.

Ein paar mal konnte ich dann doch noch herzhaft lachen.

Fees Tipp:

Das Buch zu Ende lesen und sich das Cover innen und außen genau ansehen und auch begreifen. Oder erst mal die anderen 3 Bände lesen.

Fees Fazit

Ich bereue nicht, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe. Sollten mir irgend wann mal die anderen 3 Bände zufliegen, werde ich sie auch lesen. Muss aber jetzt nicht sein. Auf jeden Fall fand ich das Buch toll und kann es empfehlen (Bitte Fees Tipp lesen.).

Veröffentlicht am 11.08.2017

Sandige Zeiten

Der Sandmaler
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Henning Mankel Der Sandmaler
Zolnay 2017 (1974)

Fee erzählt vom Buchinhalt

Stefan und Elisabeth, die irgendwann mal eine kurze Affäre hatten, treffen sich auf dem Weg nach Afrika. Beide haben eine Afrika-Reise ...

Henning Mankel Der Sandmaler
Zolnay 2017 (1974)

Fee erzählt vom Buchinhalt

Stefan und Elisabeth, die irgendwann mal eine kurze Affäre hatten, treffen sich auf dem Weg nach Afrika. Beide haben eine Afrika-Reise gebucht, Stefan bewohnt einen Bungalow und Elisabeth ein Zimmer in einem anderen Hotel. Im Urlaub treffen sie sich häufiger und lernen auch Sven und ein weißgekleidetes Ehepaar kennen.


Fee meint zum Buch

Ich wollte das Buch unbedingt haben, nachdem ich vor kurzem auf "Mord im Herbst" gestoßen bin, das ich auch noch nicht kannte. Ich liebe ja die Wallander Serie total und nie wieder hat mich eine schwedische Krimiserie so in den Bann gezogen, dass ich alle Bücher gelesen hätte. Das erfreuliche von Mord im Herbst und der Sandmaler ist, dass beide Bücher unter 200 Seiten haben.

Das Cover fand ich erst mal faszinierend, nach Auslesen des Buches fand ich es sehr passend und schön. Es passt irgendwie zu Mankell.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, schön zu lesen und sehr bildhaft. Man kann sich alles gut vorstellen. Irgendwie passt dieses Buch wunderschön in unsere jetzige Zeit. Die damalige Kritik des Autors, in Form der Figur Sven, ein Lehrer aus Schweden, trifft voll den Kern der heutigen Zeit. Das Buch ist so gut geschrieben, dass man denkt, man wäre da gewesen. Man wäre in der Gluthitze am Strand gelegen, man hat die Leprakranken gesehen und man hat Ndou und seine Schwester Yene kennen gelernt. Schön wäre ein Folgeband gewesen, wenn Ndou und der Kellner nach Schweden gekommen wären. DAS hätte mir noch gefehlt.

Die Charaktere sind wunderbar beschrieben:

Der oberflächliche Stefan, der zu viel Geld hat und kein Mitgefühl mit den armen Afrikanern.
Die gefühlvolle Elisabeth, die viel zu viel in diesem Urlaub begreift und ein tiefes Mitgefühl mit der Armut der Afrikaner und der Lebensweise hegt.
Ndou, der Junge, der nicht in die Schule geht, weil er als Gesellschafter, der die Stadt zeigt, seiner Familie hilft.
Yene, die mit männlichen Urlaubern flirtet und ins Bett geht, um ihrer Familie zu helfen.
Sven, der Lehrer, der vieles erklärt und der durch seinen epileptischen Anfall erst mal Mitleid erregt.

Das Buch war eigentlich viel zu schnell ausgelesen. Aber noch mehr Kritik hätte ich wohl nicht ertragen. Einige Seiten mochte ich nicht, klar dass Stefan mit einer schwarzen Frau ins Bett geht, aber warum muss sich Elisabeth selbst befriedigen? Oder was geht uns ihr Sextrieb an? Möchte Mankell uns zeigen, wie toll Elisabeths Charakter ist, weil sie weder mit Stefan, noch mit Sven, noch mit einem Schwarzen ins Bett geht?

In welchem Land in Afrika waren die „drei“ eigentlich? Also sicher nicht in Ägypten, wo Wallander ja auch schon war und ich auch. Sie waren eigentlich nur in irgendeiner Stadt, die wohl fast überall in Afrika sein könnte. Aber es war sicher nicht Kairo.

Die Geschichten mit dem Sandmaler und als Elisabeth die Familie von Ndou und Yene kennen lernt, fand ich am schönsten. Sie zeigen so richtig das wahre Afrika und ich finde, es sind die besten Szenen in dem Buch. Ich habe mich nur gefragt, warum hatte sie da ihre Kamera nicht dabei. Schön fand ich dann, als Stefan sich ein Bild heraussuchen durfte, dass er ein Bild von Ndou wählte. Es hat nicht zu Stefan gepasst, und es hat dann auch nichts mehr rausgerissen. Man mag Stefan einfach nicht.


Fees Fazit

Wie dem auch sei, ein sehr informatives Buch, das den Kern der heutigen Zeit voll trifft. Es ist kein banaler Afrikaroman, sondern einfach eine toll geschriebene Geschichte, wie es wirklich ist. Umgesetzt von drei Schweden mit verschiedenen Charakteren. Mankell ist einfach einer der besten Schriftsteller, die ich je gelesen habe.

Veröffentlicht am 11.08.2017

Ein schöner Quickie

Mord im Herbst
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Fee erzählt von der Geschichte
Kurt Wallander möchte gerne ein Haus im Grünen kaufen. Da bietet ihm sein Kollege eins an und als er es sich Sonntags ansieht, stolpert er prompt über eine Handskellet bzw. ...


Fee erzählt von der Geschichte
Kurt Wallander möchte gerne ein Haus im Grünen kaufen. Da bietet ihm sein Kollege eins an und als er es sich Sonntags ansieht, stolpert er prompt über eine Handskellet bzw. eine Leiche. Natürlich ermittelt er und findet noch viel mehr heraus.

Fee meint dazu
Wie immer fand ich es von Anfang an spannend und konnte das Buch erst zur Seite legen, als ich die 135 Seiten gelesen hatte. Dass ich die Charaktere mag und sehr interessant finde, ist ja normal. Ich glaube, ich habe jeden Wallander Krimi gelesen, den Mankell geschrieben hat und ich hab mich so unglaublich gefreut, als ich diesen bei einer Tauschbörse fand. Ich war auch nicht enttäuscht.
Besonders gefiel mir das Nachwort, weil ich da allerlei Neues erfahren habe. Wie der Krimi entstand, warum er erst in Holland 2004 erschien und dann für deutschsprachige Leser erst in 2013.
Außerdem werden am Ende des Buches noch mal alle Wallander-Krimis mit kurzer Inhaltsangabe beschrieben und zwar in der richtigen Reihenfolge. Das fand ich auch sehr gut und ich erinnerte mich an viele der spannenden Fälle.
Der Krimi ist sehr logisch aufgebaut und man könnte sich vorstellen, dass es so einen Kriminalfall tatsächlich gab.
Die Charaktere erkennt man auch wieder, wenn man einen oder mehrere Wallander Krimis gelesen hat. Die Reibereien mit seiner Tochter Linda, oder wie sich Wallander festbeißt und allen Spuren nachgeht.

Fees Fazit
Ein super schöner Quicki, für alle, die gerne schwedische gute Krimis lesen.

Veröffentlicht am 02.08.2017

Hin und weg, von Hapes Buch ;-)

Ich bin dann mal weg
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Fee erzählt vom Inhalt (Kurzversion)

2001 beschließt Hape, nachdem er gesundheitliche Probleme hatte, seinen diesjährigen Urlaub anders zu gestalten. In einer Düsseldorfer Buchhandlung sucht er nach seinem ...

Fee erzählt vom Inhalt (Kurzversion)

2001 beschließt Hape, nachdem er gesundheitliche Probleme hatte, seinen diesjährigen Urlaub anders zu gestalten. In einer Düsseldorfer Buchhandlung sucht er nach seinem neuesten Reiseziel. Jacobsweg der Freude heißt das Buch und zuerst ist er nicht besonders davon angetan, dann lässt er sich mitreißen und bereitet alles vor. 6 Wochen wandern, als Coach-Potatoe.

In Bordeaux fängt sein Bericht an und da merkt man schon, dass es nicht einfach wird, dank des Hotels und der tristen Stadt, die ihm noch in Erinnerung ist, in dem er übernachtet und der Bahnbeamtin, die behauptet: Saint-Jean-Pied-de-Port gibt es nicht. Den Anfangsort seiner Wanderung sollte es nicht geben? Er wusste sicher, dass es diesen gab und beharrte auf die Fahrkarte, die er dann auch irgendwann endlich bekam.

Erstmal kauft er sich in dem genannten Startort einen Wanderstock, was sich als Glücksfall für ihn herausstellt. Zuerst lief er noch alleine, danach macht er seine Reisebekanntschaften und am Schluss läuft er nach vielen Schwierigkeiten und einigen wenigen Bus-Etappen in Santiago de Compostella ein.
Es gibt einige schwarz-weiß Bilder von seiner Wegwerfkamera, die sehr aussagekräftig sind und da kann man sich dann auch ein „Bild“ von seinen wichtigsten Wegbegleiterinnen machen. Schade, dass das nur schwarz-weiß ist, das knallrote T-Shirt von Anne hätte ich gerne in Farbe gesehen.

Inhalt und Meinung

Das Buch ist sehr interessant geschrieben. Am Anfang fallen ihm noch einige parallelen zu seinem Aufstieg im Showgeschäft ein und ich dachte schon, was für ein schreckliches Buch. Dann wurde das aber immer weniger und er beschrieb seine Tage und die Menschen, die er traf und die Landschaften. Erst später wird ihm bewusst, wie mörderisch die Tour ist. Sein gelesenes Buch scheint den Weg verklärt zu haben oder irgendwie was unterschlagen zu haben oder aber er kann nicht lesen, wie so manches Mitglied hier. Jedenfalls ist der Weg mörderisch und voller Strapazen. Er beschreibt die Menschen, die er kennenlernt. Er lernt, dass alle eine positive Seite haben, die ihm auf seinem Weg weiterhilft. Irgendwie passt immer eins zum anderen. Wenn er aufgeben will, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Er bekommt viele Erkenntnisse. Jeder Tag hat ein Fazit und er lernt sehr viel daraus.

Die Strecke, die er läuft, kann man gleichsetzen mit dem Verlauf des Lebens. Das ist auch nicht immer einfach und selbst Hape hatte es wohl nicht immer einfach. Man muss ruhiger und geduldiger sein, das lernt Hape und das lerne ich auch. In dem Buch steckt sehr viel Wahrheit, vor der man sich nicht verschließen kann, weil sie stimmt. Sie ist nämlich wahr, wirklich wahr. Er ist nicht direkt auf der Suche nach Gott, er ist auf der Suche nach sich selbst. Und er findet sich. Das ist nicht einfach. Genauso wenig, wie für Hape der lange Weg zu vielen Erkenntnissen. Er hat aus dem Weg und den Schwierigkeiten wichtige Fortschritte in seinem Leben gemacht. Hape genießt das Wandern gedankenlos, er denkt an nichts, an wirklich nichts, so verläuft er sich und findet doch tatsächlich eine Abkürzung von etwa 2 km.
Gegen Ende des Buches, da gibt es eigentlich sein Leben in Deutschland nicht mehr. Er denkt nicht mehr viel. Er genießt, tut was er tun muss oder will. Er bemerkt, dass das alles richtig ist. Denn wenn er etwas so beschließt und das auch ausführt, fügt sich etwas anderes. Zum Beispiel, dass er seine wichtigen Weggefährtinnen wieder trifft. Gedankenlos, das ist es. Nicht das böse Gedankenlos, sondern wirklich wandern ohne einen bösen Gedanken.
Wichtig ist, wenn einem was fieses Widerfahren ist, muss man den Gedanken daran fallen lassen, es verflüchtigt sich und ist weg. Vorbei. Nicht mehr das Gehirn damit belasten, damit macht man sich selber krank. Nein, einfach geschehen lassen. Vergessen, ruhiger werden, ausgeglichener werden.
Man lernt auch, dass sich folgendes bewahrheitet: Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück. Was bedeutet: Wie man auf die Menschen zu geht, kommt es oft zurück. So hat er denn auch einen Schatten-Menschen. Aber mehr möchte ich nicht verraten.

Fees Fazit

Also wie ihr schon gelesen habt, ich bin total begeistert von dem Buch und das findet auch gleich eine neue Leserin. Ich kann dieses Buch wirklich JEDEM empfehlen und bin total begeistert davon. Klar, dass ich hier 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 02.08.2017

"~~~ Ostseedrama ~~~"

Ostseeliebe
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Fee erzählt von der Story

Julia Völcker verschlägt es auf eine kleine Ostseeinsel in Ostdeutschland. Sie soll hier die Hinterlassenschaften eines Schriftstellers/Dichters, namens Ladenstein sortieren. ...

Fee erzählt von der Story

Julia Völcker verschlägt es auf eine kleine Ostseeinsel in Ostdeutschland. Sie soll hier die Hinterlassenschaften eines Schriftstellers/Dichters, namens Ladenstein sortieren. Hier ist alles anders und auch die Menschen sind von einem ganz anderen Schlag. Wessis sind nicht gerade beliebt und sie verstehen manches nicht, was in der früheren DDR normal war. Julia verliebt sich in Hanno und hat manches durchzustehen. Ihre Freundin schreibt ihr lange Briefe und Anne ihre „Chefin“ versteht sich gut mit ihr. Fees Meinung


Das Buch ist keineswegs langweilig, wenn man die Sexszenen, die Gedichte und die Briefe nicht liest. Leider habe ich das ganze Buch gelesen und habe mich auf einigen Seiten sehr gelangweilt.
Bis Seite 165 fand ich das ganze auch noch im Rahmen, aber da beschloss ich 2 Sterne und auf Seite 214 noch einen dritten Stern abzuziehen.

Es ist stürmisch, das Meer brüllt und wirft sich gegen die Steilküste. Die Sonne scheint, aber der Himmel ist wolkig „bis hin zum schwärzesten Lila“. Dies erfährt man auf Seite 160 und auf Seite 165 redet Julia über Quallen mit Hanno und auf Seite 166 fallen sie dann übereinander her. Das Wetter ist wunderbar blumig beschrieben, man kann sich die stürmische See und alles vorstellen, aber dann zieht man(n) sich nackt aus und sie leben ihre Liebe aus. Das alles gleich beim ersten Date.
Dabei erfährt man dass Hanno sehr unsicher ist, vor allem im Umgang mit den Dorfbewohnern, die ihn alle nicht mögen und der mir am Ende des Buches immer noch fremd ist. Das klingt so unglaubwürdig und seltsam. Vor allem, die Sonne wärmt Julias Rücken, während die See brüllt, der Himmel teilweise ein schwarzes Lila aufweist und es stürmt. Was denn nun?

Was interessiert mich auch das sexuelle Getümmel zwischen den beiden? Gar nicht, gar nicht oder gar nicht?! Auf diese Beschreibungen kann ich echt verzichten.
Was mir noch nicht gefällt, sind die seitenlangen Briefe von Jeanette ihrer Freundin, die ein wenig ermüdend und langatmig sind. Ich erfahre jetzt nicht so wirklich interessantes. Irgendwie scheinen die auch je mehr es sind, wissenschaftlicher und nicht mehr privater Natur zu sein. Man erfährt immer mehr über Ladenstein. Und seine Gedichte und so, die langweilen mich noch mehr. Sein Lebenswandel hingegen scheint nicht einwandfrei zu sein, aber das ist ja dann moralisch nicht ok, und dann wendet sich Julia von den Forschungen um Ladensteins Leben ab. So ein Mist, wo das Ganze plötzlich interessanter wird.

Am Anfang fand ich das ganze Buch noch sehr interessant und war gespannt, in welche Richtung das ganze geht. Es war auch sehr blumig geschrieben. Die Inselszenen konnte man sich vorstellen, auch das Wetter und das etwas raue Klima und die Inselbewohner. Das gefiel mir wirklich sehr gut und dafür gibt es einen Stern. Aber dann kamen die Sexszenen, bei einem Wetter, wo man sich das so gar nicht vorstellen kann. Dann schläft man noch am Strand, möglichst nackig. Also das ist einfach nicht nachvollziehbar.
Es gibt – obwohl das ganze kein Krimi ist – mehrere Tote. Die der Seemänner werden erst gar nicht aufgeklärt, das ist halt rätselhaft. Daraus – finde ich – hätte man mehr machen können. Und dazu noch dass ist der Mann auf den die eine Inselbewohnerin immer gewartet hat und sie verschwindet danach spurlos. Wie kann man das einfach so abwerten und so „nebenher“ beschreiben. Das fand ich schade. Da bleiben doch einfach Fragen offen. Warum kam er nicht zurück? Wieso kommt er nach so vielen Jahren als Wasserleiche auf die Insel? Und warum verschwindet die Frau danach spurlos?

Am Schluss gibt es noch einen Selbstmord, der allerdings nicht verwundert, aber dem ganzen Blödsinn eine Krone aufsetzt. Ja, und dann endet das Buch ein wenig abrupt. Es ist einfach plötzlich aus. Was macht Hanno jetzt beruflich weiter? Als Tierarzt kann er ja nicht 2 Leute über Wasser halten. Und Julia bekommt vielleicht einen anderen Forschungsauftrag? Und dann? Wenn derjenige dann nicht moralisch korrekt handelt, dann will sie wieder aufgeben? Zuerst ist sie total Feuer und Flamme und ganz verrückt danach und dann ein „Fehltritt“ ihres „Dichtergottes“ und alle Liebe ist aus.
Ich wurde auch mit keiner Figur so richtig warm. Die meisten blieben mir doch etwas unnahbar und fremd. Das ganze ist aus Julias Sicht geschrieben. Aber Julia ist jetzt nicht meine Heldin oder gar Freundin.

Für einen „Roman“ ist es auch zu viel Poesie. Ich möchte nicht ständig langweilige Gedichte lesen.
Mir gefiel auch, wie sie das „Fest“ beschrieb, die Kleidung, die Vorkommnisse, den „Zimmerschmuck“. Das konnte man nachvollziehen und miterleben. Dafür gibt’s den zweiten Stern.

Na ja, Nele Neuhaus und Charlotte Link, die lese ich an drei Tagen aus, obwohl die ungefähr doppelt so viele Seiten schreiben. Und hier, da hab ich doch glatt fast eine ganze Woche benötigt. Kam ich am Anfang noch schnell voran, so hatte ich immer weniger Lust auf dieses Buch. Nach Seite 214 war mir eh das ganze Buch verhagelt.

Fees Fazit
2 Sterne und keine Empfehlung.