Spannend, aber nicht mein Thema
Die falsche Schwester - Verschließ die Augen vor der Lüge“Die falsche Schwester” ist der dritte Band der Reihe “Wem vertraust du? Psychologische Thriller von Rose Klay”. Es scheint sich dabei aber eher um eine thematische Reihe zu handeln, denn dieser Band ist ...
“Die falsche Schwester” ist der dritte Band der Reihe “Wem vertraust du? Psychologische Thriller von Rose Klay”. Es scheint sich dabei aber eher um eine thematische Reihe zu handeln, denn dieser Band ist ein abgeschlossener Einzelband, der keinerlei Vorkenntnisse der anderen Bücher erfordert. Erschienen ist das Buch bei beTHRILLED - vielen Dank an den Verlag und das Team von Lesejury für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung ist natürlich trotzdem meine eigene.
Vor 25 Jahren ist Mila verschwunden - die älteste Tochter der Boskamps, einer schwerreichen Unternehmerfamilie. Obwohl keine Kosten und Mühen gescheut wurden, blieb das Mädchen verschwunden und die Familie traumatisiert zurück. Als es nun endlich einen neuen Hinweis zu geben scheint, verschwindet wieder ein Kind der Familie. Effies Tochter Lulu wird aus dem Kindergarten entführt. Das kann einfach kein Zufall sein! Und Effie ist überzeugt: Will sie Lulu wiederbekommen, muss sie herausfinden, was damals mit ihrer älteren Schwester Mila passiert ist. Und dabei öffnet sich mehr als nur ein dunkler Abgrund.
“Die falsche Schwester” lebt natürlich hauptsächlich von der Spannung zweier verschwundener Kinder. Obwohl die erste Entführung schon so lange her ist, ist der Verlust von Mila sowohl in der Familie als auch durch Effies Nachforschungen sehr präsent und aufwühlend. Hinzu kommt eine Sammlung interessanter Charaktere, die mit der Zeit an Tiefe und Facetten gewinnen. Und immer dubioser werden. Und ja, das trifft auch auf die Ich-erzählende Hauptfigur zu. Eine Vielzahl neuer Spuren und scheinbar unscheinbarer Nebenschauplätze und Auftritte halten die Spannung zusätzlich hoch und laden zum fiebrigen Miträtseln ein. Der Plot ist auf jeden Fall gut konstruiert und wurde von der Autorin ebenso geschickt wie sprachlich mitreissend umgesetzt. Der grosse Showdown und die Auflösung zum Schluss waren für mich dann allerdings etwas zu konstruiert und zu viel des Guten. Hat meinem Gesamteindruck des Buches aber nicht erheblich geschadet.
Weniger gefallen hat mir die thematische Richtung, die das Buch nach einer Weile einschlägt. Trotz der umsichtigen und dezenten Umsetzung konnte ich die Lektüre immer weniger geniessen. Und einige Kapitel und Enthüllungen waren für mich wirklich schwierig zu lesen. Da bin ich einfach sehr empfindlich. Und doch etwas ärgerlich war die unschöne Häufung von Schreibpatzern, die dem Lektorat offenbar entgangen sind.
Insgesamt war “Die falsche Schwester” für mich eindeutig ein Pageturner, der alle Elemente eines guten psychologischen Thrillers aufweist und der dazu nach meinem Geschmack gut geschrieben ist. Allerdings haben mich gewisse Entwicklungen in meinem Leseeifer dann doch etwas ausgebremst und meine Freude am Buch nachhaltig geschmälert.